Veranstaltungsarchiv
- Donnerstag, 02. Juli 2026 - 19:30Kategorien: Dokumentarfilm, Archiv, Weltkino, Flat, 2026In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten, dem Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine so sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
- Freitag, 26. Juni 2026 - 20:30Schäfer George (HUGH JACKMAN) liest seinen geliebten Schafen jeden Abend Krimis vor und nimmt an, dass sie kein Wort davon verstehen. Doch als ein mysteriöser Vorfall das friedliche Leben auf der Farm durchbricht, wird den Schafen bewusst, dass sie selbst nun die Ermittlungen übernehmen müssen. Also folgen sie der Spur der Beweise und machen menschliche Verdächtige ausfindig. Dabei beweisen sie, dass auch Schafe brillant darin sein können, Verbrechen aufzuklären. Ein neuer, geistreicher Krimi der etwas anderen Art! Die Hauptrollen in dieser überaus charmanten und amüsanten Krimi-Komödie spielen Hugh Jackman, Nicholas Braun, Nicholas Galitzine, Molly Gordon sowie Hong Chau und Emma Thompson. In der englischen Originalfassung sind außerdem Julia Louis-Dreyfus, Bryan Cranston, Chris O’Dowd, Regina Hall, Patrick Stewart, Bella Ramsey, Brett Goldstein und Rhys Darby zu hören. Regie führte Kyle Balda. Das Drehbuch schrieb Craig Mazin, von dem auch die Screen Story stammt, basierend auf dem Roman „Glennkill: Ein Schafskrimi“ von Leonie Swann. Der Film wurde produziert von Lindsay Doran, Tim Bevan und Eric Fellner. Executive Producers sind Sarah-Jane Wright, Amelia Granger, Aditya Sood, Tyson Hesse, Phil Lord, Christopher Miller und Tim Wellspring. In der deutschen Fassung leihen Anke Engelke Schaf Lily und Bastian Pastewka Schaf Mopple ihre prägnanten Stimmen. GLENNKILL: EIN SCHAFSKRIMI wird präsentiert von AMAZON MGM STUDIOS, Working Title Films und Three Strange Angels, im Verleih von Sony Pictures Entertainment.
- Freitag, 19. Juni 2026 - 20:30Kategorien: Archiv, Biopic, Historienfilm, Literaturverfilmung, Musikfilm, Italien, Warner, Flat, 2026Im Venedig des 18. Jahrhunderts wächst die talentierte Violinistin Cecilia (Tecla Insolia) im Ospedale della Pietà auf – einem Heim für verwaiste Mädchen, das die dort lebenden Kinder in das Studium der Musik einführt und dessen Orchester weltweit angesehen ist. Bei ihren Auftritten für wohlhabende Gönner bleibt Cecilia stets hinter einer Maske verborgen: Sie soll nicht als eigenständige Person gesehen werden. Doch mit der Ankunft eines neuen Lehrers bekommt sie erstmals die Chance, der Enge ihres bisherigen Lebens und der Aussicht einer arrangierten Ehe zu entkommen. Antonio Vivaldi (Michele Riondino), der neue Leiter des Orchesters, ermutigt sie, ihren eigenen Weg zu gehen. Vorbei an den strengen gesellschaftlichen Regeln und mit der befreienden Kraft der Musik kämpft Cecilia um ihr Schicksal und ein Leben jenseits vorgezeichneter Rollen. VIVALDI UND ICH (OT: Primavera) erzählt eine wundervolle Geschichte weiblicher Selbstbestimmung, eingebettet in die atmosphärische Kulisse des barocken Venedigs und getragen von der Musik Antonio Vivaldis – dem Schöpfer der Vier Jahreszeiten. Der preisgekrönte Theater- und Opernregisseur Damiano Michieletto verwebt in seinem Spielfilmdebüt die Biografie des weltberühmten Komponisten, der zu seiner Zeit unterschätzt wurde, mit dem Schicksal einer jungen Waise, die in der Musik die Inspiration findet, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Dabei stellt der gefeierte Opernregisseur unter Beweis, dass er die Magie von Vivaldis Musik auch auf der großen Leinwand zur vollen Wirkung bringen kann. “Das Drama ist nicht nur klug ausgedacht und mit teils wunderschönen Bildern aus dem alten Venedig in Szene gesetzt, sondern es erzählt auch eine Geschichte, die Ihren Reiz immer stärker durch das Zusammenwirken von Handlung und Musik entfaltet.” (programmkino.de)
- Freitag, 05. Juni 2026 - 20:30Kategorien: Gilde-Filmpreis, Berlinale-Baer, Archiv, Nominierung Deutscher Filmpreis - Lola, Filmagentin, Scope, 2026Derya und Aziz, ein gefeiertes Künstlerehepaar aus Ankara, führen mit ihrer 13-jährigen Tochter Ezgi ein erfülltes Leben – bis ein Vorfall bei der Premiere ihres neuen Theaterstücks alles verändert. Über Nacht geraten sie ins Visier des Staates und verlieren ihre Arbeit und ihre Wohnung. Sie gehen nach Istanbul, wo sie vorläufig bei der Mutter von Aziz unterkommen. Während sich Aziz mit Gelegenheitsjobs durchschlägt und an seinen Überzeugungen festhält, sucht Derya nach einem Ausweg, der sie finanziell unabhängig macht. Nach und nach vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen und ihrer Tochter, bis sie sich zwischen ihren Wertvorstellungen und der gemeinsamen Zukunft als Familie entscheiden müssen. Nach dem international gefeierten und preisgekrönten Film DAS LEHRERZIMMER legt der Oscar®-nominierte Regisseur İlker Çatak mit GELBE BRIEFE erneut ein brisantes und packendes Meisterwerk vor. Im Mittelpunkt steht ein Paar, das durch die Willkür eines autoritären politischen Systems unter Druck gerät und sich zwischen seinen Idealen und Anpassung entscheiden muss. Eindrucksvoll getragen von den türkischen Schauspielstars Özgü Namal und Tansu Biçer schafft İlker Çatak ein intensives und brandaktuelles Drama über Mut und Macht, das die universellen, großen gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit in den Fokus nimmt. Gewinner des Goldenen Bären als bester Film bei der Berlinale 2026. Gilde-Filmpreis des Arthouse-Kinoverbands AG Kino – Gilde e.V.
- Donnerstag, 28. Mai 2026 - 19:30Kategorien: Berlinale-Baer, Archiv, Oesterreich, Piffl, Flat, 2026In den Wirren des 30-jährigen Krieges erscheint ein mysteriöser Soldat (Sandra Hüller) in einem abgeschiedenen protestantischen Dorf. Schweigsam, schmal, das Gesicht durch eine Narbe entstellt. Der Fremde behauptet, Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs zu sein, und kann ein Dokument vorlegen, das seinen Anspruch bestätigt. Zum großen Missfallen der Dorfgemeinde. Allerdings setzt der Fremde alles daran, hier sein Glück zu finden. Sein Streben nach Anerkennung und Akzeptanz werden aber durch sein Geheimnis erschwert: Unter falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts hat der Soldat seinen Weg in das Dorf genommen. Doch um seine Ziele zu erreichen, wird er auch nicht vor der Unmöglichkeit einer arrangierten Ehe mit der Tochter eines Großbauern zurückschrecken. Denn wer so weit gekommen ist, hält bald alles für möglich. ROSE – die wahrhaftige Beschreibung einer Land- und Leutebetrügerin, die, obwohl als eine Weibs-Person geboren dem zum Trotz unter falschem Nam als Manns-Bild sich betragen, und viel üble Schandtat hat getrieben. ================================= Soldat Rose (Sandra Hüller) taucht mitten im 30-jähigen Krieg in einem protestantischen Dorf auf und schickt sich an, einen vergessenen Gutshof sein eigen zu nennen, indem er vorgibt, der rechtmäßige Erbe zu sein. Das klingt überzeugend - auch wenn es viel Misstrauen gibt. Der Druck erhöht sich auch durch die Tatsache, dass Rose eigentlich jemand anderes ist und neben seiner neuen Identität sogar das männliche Geschlecht angenommen hat. Diese Päckchen wiegen schwer - was seine Bestrebungen nach Anerkennung und Zugehörigkeit erschwert. Wie weit wird Rose gehen, um endlich ihren Frieden zu finden? (Filmdienst) ================================= Fazit: Mit Rose gelingt Markus Schleinzer der Höhepunkt seines bisherigen filmischen Schaffens und ganz gewiss auch eines der Highlights der diesjährigen Berlinale. Ein starker Film, geprägt von großem Stilwillen und fantastischen Bildern, von denen man sich viele am liebsten ausdrucken und an die Wand hängen würde. Ein Film, der gekommen ist, um zu bleiben. (Joachim Kurz) ================================= Fazit: „Rose“ brilliert nicht nur mit einer zeitlosen Optik und den herausragenden Protagonistinnen, sondern wesentlich durch die traurige, gegenwärtige Präsenz seiner Aussagen. Trotz etlicher Fortschritte in den letzten knapp 100 Jahren steckt auch im ach so progressiven Westen in der Hose immer noch mehr Freiheit. Ein wichtiger, zeitloser Film, der genau zur richtigen Zeit erscheint. ( Elias Schäfer) ================================= Fazit: Wann war Sandra Hüller eigentlich das letzte Mal nicht großartig? – In seinem lose auf historischen Fakten basierenden Drama „Rose“ erzählt Markus Schleinzer in stilisierten Schwarz-weiß-Bildern und mit einer perfekt besetzten Sandra Hüller von einer Frau, die sich als Mann ausgibt. Die zwar lügt und betrügt, dies aber nicht aus niederen Instinkten, sondern um ein Maß an Freiheit zu gewinnen, dass die Welt, in der sie lebt, ihrem Geschlecht ansonsten verwehrt. (Michael Meyns)
- Freitag, 22. Mai 2026 - 20:30Eine Pariser Psychoanalytikerin (Jodie Foster) wird durch den plötzlichen Tod einer ihrer Patientinnen ( Virginie Efira) aufgeschreckt. Da die Umstände des Todes fragwürdig erscheinen, forscht die Psychoanalytikerin nach, zumal sie auch eigenes Fehlverhalten nicht ausschließen kann. Da sie sich für die Ermittlungen die Hilfe ihres Exmanns (Daniel Auteuil) sichert, kommen sich die beiden nach Jahren der Trennung allmählich wieder näher. Ein sich eigenwillig zwischen Krimi, Komödie und Mystery verordnender Film.
- Donnerstag, 21. Mai 2026 - 19:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, Kooperation, Dokumentarfilm, Archiv, Prix Lumieres, Frankreich, Filmagentin, NABU Celle, BUND – Kreisgruppe Celle, 2026, NABU-ArtenschutzzentrumGeduld ist die wichtigste Eigenschaft, die Michel Munier auf seinen Streifzügen tief in die alten, moosbedeckten Wälder der Vogesen mitbringen muss. Ausgerüstet mit einem Rucksack auf dem Rücken, einem Stock in der Hand und einer warmen, schweren Jacke über den Schultern begleiten wir ihn auf seinem Weg zu seinem Versteck, das er zielsicher ansteuert: eine Tanne. Unter ihren niedrigen Ästen scheint der alte Mann zu verschwinden, sein Atem wird eins mit dem Rhythmus der Natur und der Welt der Tiere. Über achthundert Nächte hat er dort verbracht, mit seinem Fernglas immer auf der Suche nach Füchsen, Rehen, Hirschen, Luchsen und dem König der Wälder: dem Auerhahn. Sein Sohn Vincent teilt die Faszination des Vaters seit seinem zwölften Lebensjahr. Von ihm hat er gelernt, die Spuren der Tiere zu lesen, kennt die Plätze, an denen sie fressen, wo sie jagen, ihre Nester bauen und schlafen. Gemeinsam mit Vincents Sohn Simon begibt sich das Familien-Trio in DAS FLÜSTERN DER WÄLDER auf eine Reise in die atemberaubende Schönheit und Vielfalt der Natur. Es erwarten sie Nächte voller seltener Tierbeobachtungen und faszinierender Klänge. Nach der mit einem César ausgezeichneten Natur-Doku DER SCHNEELEOPARD gelingt es dem französischen Wildtierfotograf und Dokumentarfilmer Vincent Munier mit DAS FLÜSTERN DER WÄLDER, nicht nur die visuelle Pracht, sondern auch die poetischen Klänge des Waldes einzufangen. Sein Film ist ein filmisches Naturgedicht – und zugleich eine innige Liebeserklärung an seinen Vater und seinen Sohn, der generationenübergreifend die tiefe Verbundenheit der beiden zur Natur teilt.
- Freitag, 15. Mai 2026 - 20:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Archiv, Flat, Leonine, 2026Ein glücklich verlobtes Paar steht kurz vor der Traumhochzeit – doch in den Tagen vor dem Ja-Wort bröckelt die Fassade. Eine unerwartete Enthüllung wirft nicht nur die Hochzeitsplanung aus der Bahn, sondern alles, was sie über einander zu wissen glauben.
- Freitag, 08. Mai 2026 - 20:30Kategorien: Archiv, Historienfilm, Literaturverfilmung, Frankreich, 24Bilder, Scope, 2026Wir schreiben das Jahr 1815: Nach neunzehn Jahren harter Arbeit, Gewalt und Leid für den Diebstahl eines Brotes wird Jean Valjean aus dem Gefängnis entlassen. Erfüllt von Wut und einem tiefen Gefühl der Ungerechtigkeit, ist er zu einem gefährlichen Mann geworden, der niemandem traut. Er irrt verzweifelt durch den Süden Frankreichs und sucht Unterschlupf in einem kleinen Dorf, wird aber immer wieder abgewiesen. Unwissentlich findet Jean Valjean Zuflucht und Gastfreundschaft im Haus von Bischof Bienvenu, der mit seiner Schwester und seiner Magd ein einfaches Leben führt. Jean Valjean ist überrascht vom herzlichen Empfang des Bischofs, und seine inneren Dämonen beginnen nach und nach zu schwinden. Doch die Rachegefühle und die Vorurteile der Dorfbewohner lassen ihn nicht los. Wird er sich dennoch zu einem anderen Menschen wandeln können? Jean Valjean steht am Scheideweg seines Lebens. Der französische Erfolgsregisseur Éric Besnard (DIE EINFACHEN DINGE, BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL) wagt sich mit LES MISÉRABLES – DIE GESCHICHTE VON JEAN VALJEAN mutig an Victor Hugos Monumentalwerk. Er zaubert aus den ersten 150 Seiten des Romans ein fulminantes Leinwanderlebnis über die Entstehung und Entwicklung des späteren Romanhelden und verbindet dabei kongenial die Sprache des 19. Jahrhunderts mit der des 21. Jahrhunderts. In erschütternden Rückblenden erzählt er, wie die Grausamkeiten im Gefängnis einen sensiblen Menschen in einen wütenden Mann verwandeln und konzentriert sich dann auf die Begegnung des Außenseiters mit einem gutherzigen Mann der Kirche. Dieses Treffen lenkt Jean Valjeans Leben in andere Bahnen. Die vier Hauptrollen sind wunderbar besetzt: Bernard Campan als Geistlicher, Isabelle Carré als seine Schwester, Alexandra Lamy als Hausangestellte und ein herausragender Grégory Gadebois, der mit großer Intensität Valjeans inneren Kampf nach außen trägt.
- Freitag, 01. Mai 2026 - 20:30Kategorien: Gesellschaftssatire, Komoedie, Dramoedie, Archiv, Frankreich, Neue Visionen, Scope, 2026Die immens reiche, gelangweilte Erbin eines Kosmetikkonzerns (Isabelle Huppert) lernt einen Fotografen kennen, der sich mit Charme und Dreistigkeit ihre Gunst erwirbt. Durch die Zuneigung für den lebenslustigen Mann blüht die Milliardärin auf und nimmt auch den Zwist mit ihrer Tochter in Kauf, die mit Anzeige und Entmündigung droht, da ihr die großzügigen Geldgeschenke für den Parvenu gegen den Strich gehen. Eine von der Bettencourt-Affäre inspirierte, treffsichere Gesellschaftssatire auf die abgehobene französische Oberschicht mit einer zwischen Härte und Zerbrechlichkeit schwankenden Hauptfigur. Mit pointierten Dialogen und Anleihen beim Stil von Claude Chabrol entfaltet sich ein hintergründiges komödiantisches Familiendrama. – Ab 14. (Filmdienst) ======================================== Fazit: Ein Fotograf steigt zum Günstling einer alternden französischen Konzernerbin auf und nistet sich geldgierig im Alltag ihrer Familie ein. Die spannende, satirisch gefärbte Dramödie des Regisseurs Thierry Klifa greift einen wahren Fall auf, der für Schlagzeilen sorgte. Isabelle Huppert und Laurent Lafitte spielen schwungvoll und statten das ungleiche, befreundete Paar, das seine Umgebung in Atem hält, mit provokantem Selbstbewusstsein aus. (Bianka Piringer – 4 von 5 Sternen)
- Freitag, 24. April 2026 - 20:30Kategorien: Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Tragikomoedie, Archiv, Biopic, Sony, Scope, 2026BLUE MOON erzählt die Geschichte des legendären Songwriters Lorenz Hart, dessen berufliches und privates Leben während der Premierenfeier für das Musical „Oklahoma!“, mit dem sein ehemaliger Partner, der Komponist Richard Rodgers, einen großen Erfolg feiert, ins Wanken gerät. Mit einer Vielzahl an Schriftstellern, Schauspielern, Musikern, Freunden und Protegés – eine Parade der Berühmten und derer, die es werden wollen –, werden über 100 Minuten in Echtzeit die Ereignisse in der Bar Sardi’s am Abend des 31. März 1943 geschildert. Das Ergebnis ist eine Betrachtung über Freundschaft, Kunst und Liebe. Dem fünffach Oscar®-nominierten Regisseur Richard Linklater (BOYHOOD, BEFORE MIDNIGHT) gelingt es mit seinem Talent fürs Komödiantische, die Ereignisse dieses einzigartigen Abends perfekt einzufangen. Das Drehbuch stammt von Robert Kaplow. BLUE MOON besticht mit wunderbaren Darbietungen von Ethan Hawke (LEAVE THE WORLD BEHIND) als Lorenz Hart, Andrew Scott (ALL OF US STRANGERS) als Richard Rodgers, Margaret Qualley (THE SUBSTANCE) als Harts Schützling Elizabeth und Bobby Cannavale (STANDING UP) als Barkeeper, Freund und Vertrauter von Hart.
- Freitag, 17. April 2026 - 20:00Kategorien: Oscarnominierung, Komoedie, US-amerikanischer Film, Archiv, Biopic, Golden Globe, Tobis, 2026In den Hinterhöfen Manhattans träumt der junge Schuhverkäufer Marty (Timothée Chalamet) von einer Zukunft, die ein paar Nummern größer ist als der kleine Schuhladen seines Onkels. Angetrieben von der Idee, Weltmeister im Tischtennis werden zu können, taucht er jede Nacht ab in die verrauchten Wettkampfhallen der Stadt, wo er sich mit viel Talent, der nötigen Chuzpe und dank der Hilfe seines besten Freundes (Tyler Okonma) ein paar Dollar dazu verdient. Zu wenig, um eine Profikarriere zu finanzieren und an den Turnieren in London, Paris oder Tokio teilnehmen zu können. Also ‚leiht‘ sich Marty kurzerhand Geld aus dem Safe seines Onkels, belügt seine Mutter (Fran Drescher) ebenso wie seine Freundin (Odessa A’zion) und schmeißt sich schamlos an eine Hollywood-Diva (Gwyneth Paltrow) ran, deren Ehemann (Kevin O’Leary) er gleichzeitig als Sponsor gewinnen will. Doch das ist erst der Anfang der Odyssey eines Mannes, der bereit ist, für Ruhm und Erfolg alles zu riskieren. Angelehnt an die Biografie des legendären Tischtennisspielers und Lebemanns Marty Reisman konnte Regisseur Josh Safie für den ersten Spielfilm ohne seinen Bruder Benny ein energiegeladenes Ensemble gewinnen. Neben Timothée Chalamet (DUNE) spielen unter anderem Oscar®-Preisträgerin Gwyneth Paltrow, die hier ihr großes Leinwand-Comeback gibt, „Shark Tank“-Ikone Kevin O’Leary, DIE NANNY-Star Fran Drescher und Tyler Okonma (besser bekannt als Tyler, the Creator), sowie Odessa A’zion, Enkelin des Filmemachers Percy Adlon, als Martys Geliebte Rachel.
- Donnerstag, 16. April 2026 - 19:30Kategorien: Berlinale-Baer, Archiv, Filmklassiker, Filmkunst, Film noir, Frankreich, Studiocanal, 2026Der Bonvivant Michel Poiccard (Jean-Paul Belmondo) – ein Gauner, Rebell, Draufgänger auf der Jagd nach seinem Vergnügen. In einer gestohlenen Luxuslimousine ist er auf dem Weg nach Paris. Doch er gerät in eine Geschwindigkeitskontrolle. Ein Polizist stellt ihn und wird von Michel kaltblütig erschossen. Auf der Flucht vor dem Gesetz taucht er bei Patricia (Jean Seberg), einer Zeitungsverkäuferin, die Journalistin werden will, unter. Er versucht Geld für die gemeinsame Flucht nach Italien zu beschaffen. Aber der Kreis der Polizei wird immer enger. Patricia wird verhört. Und sie muss sich entscheiden: Karriere oder Liebhaber? =================================== Godards längst zum Klassiker gewordener Erstlingsfilm ist eine Huldigung an Humphrey Bogart und die "B-Filme" Hollywoods. Er erzählt von dem kleinen Ganoven Michel Poiccard, der schließlich von seiner Geliebten Patricia an die Polizei verraten wird. Im Mittelpunkt steht dabei bereits der Tod, ein Lieblingsthema Godards. Der Film wimmelt von inszenatorischen Regelverstößen, die man damals der Unerfahrenheit des Anfängers zuschrieb und erst später als raffinierte Absicht erkannte, einerseits den Artefaktcharakter des Films hervorzuheben, andererseits das amerikanische Ideal der "unsichtbaren" Regie zu torpedieren. (Filmdienst)
- Freitag, 10. April 2026 - 20:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, Golden-Globe-Nominierung, Komoedie, Archiv, Biopic, Filmgeschichte, Historienfilm, Frankreich, Schwarz-Weiß-Film, Studiocanal, Flat, Academy (4:3 =1.37:1), 2026Richard Linklaters mitreißende Hommage an ein ikonisches Werk der Filmgeschichte war ein Publikums- und Kritikerliebling der Internationalen Filmfestspiele in Cannes 2025. AUSSER ATEM gehört zweifellos zu den großen Filmklassikern. Doch was ist die Geschichte dahinter? NOUVELLE VAGUE wirft einen Blick auf die Dreharbeiten von Jean-Luc Godards bahnbrechendem Krimidrama – mit viel Liebe zum Detail, zahlreichen Verweisen und Humor. In der Hauptrolle glänzt Guillaume Marbeck als Regisseur, der so ziemlich mit allen Regeln des Filmbusiness bricht. Besonders amüsant sind die Scharmützel mit seiner US-Hauptdarstellerin Jean Seeberg (Zoey Deutch), die seinen unorthodoxen Methoden wenig abgewinnt. Großartig an ihrer Seite Aubry Dullin als Jean-Paul-Belmondo, für den NOUVELLE VAGUE den internationalen Durchbruch brachte. Der Clou an der Sache: der Kult-Regisseur und große Cineast Richard Linklater (BOYHOOD, BEFORE SUNRISE) hat seinen Film im Stil seines Vorbilds gedreht, in Schwarz-Weiß, im Format 1:1,37, mit viel Humor und dem unwiderstehlichen Esprit der frühen Sixties. Golden Globes 2026: Nominierung für Bester Film – Musical/Comedy.
- Freitag, 03. April 2026 - 20:30Kategorien: Komoedie, romantische Liebeskomoedie , Archiv, Feel-Good-Movie, Scope, Leonine, 2026
- Freitag, 27. März 2026 - 20:30Kategorien: Komoedie, US-amerikanischer Film, Archiv, Venedig - Goldener Loewe, Weltkino, Flat, 2026FATHER MOTHER SISTER BROTHER ist ein behutsam als Triptychon komponierter Spielfilm. Die drei Geschichten kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: FATHER ist im Nordosten der USA angesiedelt, MOTHER in Dublin und SISTER BROTHER in Paris. Es ist eine Reihe von Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung – und zugleich eine Komödie, durchzogen von feinen Fäden der Melancholie. In seinem neuesten Geniestreich lässt Regie-Ikone Jim Jarmusch den hochkarätigen Cast um Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps, Indya Moore und Luka Sabbat die Untiefen familiärer Beziehungen ausloten. FATHER MOTHER SISTER BROTHER wurde bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.
- Mittwoch, 25. März 2026 - 19:30Kategorien: FIPRESCI-Preis, Archiv, China, tmdU, Filmagentin, Flat, Ungarn, 2026Ein Drama mit feinem Humor um einen alten Gingkobaum im Botanischen Garten der Universität Marburg, zu dem Anfang des 20. Jahrhunderts, in den 1970er-Jahren und beim Ausbruch der Corona-Pandemie Menschen immer wieder eine besondere Beziehung aufbauen. (Lukas Foerster) =========================================== Das dürfte der erste Film sein, in dessen Abspann Pflanzen als gleichrangige Hauptdarsteller genannt werden. Mit sinnlicher Gelehrsamkeit erkundet Ildikó Enyedi das Innenleben von Mensch und Botanik (Gerhard Midding)
- Freitag, 20. März 2026 - 20:30Kategorien: Archiv, Cannes - Bestes Drehbuch, Belgien, Central, Flat, Cannes – Preis der Jury, 2026Fünf minderjährige Belgierinnen, die viel zu früh Kinder geboren haben, leben in einem Heim für alleinerziehende Mütter. Trotz familiärer Konflikte und gesellschaftlicher Hürden wollen sie ihrem Nachwuchs ein besseres Leben ermöglichen. Sie helfen und unterstützen sich gegenseitig, während die Erzieherinnen ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das episodenhaft konzipierte, klare und einfach gehaltene Drama begleitet die Protagonistinnen fast dokumentarisch durch den Alltag und stellt eine große Nähe zu ihnen her. Die klug verknüpften Handlungsbögen vermitteln zwar auch Sozialkritik, vor allem aber Zärtlichkeit, Mitgefühl und Menschlichkeit. (Filmdienst) ========================== Ein Film, den man an Schulen zeigen sollte Die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne erzählen in ihrem neuen Kinofilm über „Junge Mütter“. Wer wissen will, warum der Sozialstaat unbedingt gebraucht wird, ist hier goldrichtig. (Süddeutsche Zeitung)
- Donnerstag, 19. März 2026 - 19:30Kategorien: Archiv, Liebesfilm, Literaturverfilmung, England, Warner, 2026
- Dienstag, 17. März 2026 - 19:00Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Archiv, LiSt-Celle, 2026Der Journalist und Filmemacher Ingwar Perowanowitsch reiste zwei Monate lang per Rad durch Europa. Er startete in Freiburg und besuchte mit Kamera im Gepäck Städte wie Paris, Gent, Amsterdam, Utrecht, Groningen, Hamburg und Kopenhagen. Perowanowitsch wollte erfahren, warum sie als besonders lebenswert gelten, was sie dafür machen und was deutsche Kommunen von ihnen lernen können. Sein Film „Cycling Cities“ dokumentiert die Suche nach guten Lösungen für den Stadtverkehr. Dafür spricht er vor Ort mit Planenden, politisch Verantwortlichen und Engagierten. Perowanowitsch zeigt, wie entschlossenes Handeln den öf- fentlichen Raum neu verteilen und die Lebensqualität stei- gern kann. – Die fast 90 Minuten lange Dokumentation zeigt Wege auf, wie sich deutsche Städte verändern können
- Freitag, 13. März 2026 - 20:00Kategorien: Komoedie, Archiv, Literaturverfilmung, Coming of Age, Warner, Scope, 2026Verfilmung des autobiografischen Romans von Joachim Meyerhoff, in dem dieser von seiner Ausbildung an der Münchner Otto-Falckenberg-Schauspielschule erzählt. Halt gibt dem an seinem Weg und seinem Talent zweifelnden und um seinen verstorbenen Bruder trauernden jungen Mann, dass er im Haus seiner exzentrischen Großeltern wohnen kann. Der Film bleibt eng an der Vorlage und nimmt nur diskrete, dramaturgisch stimmige Änderungen vor. Die sorgfältige Inszenierung trifft den heiter-melancholischen Tonfall des Romans und gießt ihn in eine atmosphärisch überzeugende filmische Form. Perfekt besetzt und gespielt, entsteht eine gelungene Mischung aus Coming-of-Age-Film, Familiendrama, Milieu-Komödie und Biografie. – Sehenswert ab 14 (Filmdienst)
- Montag, 09. März 2026 - 19:30Kategorien: Komoedie, Archiv, Frankreich, Neue Visionen, FRDE, 2026Die immens reiche Erbin eines Kosmetikkonzerns begegnet einem unkonventionellen Fotografen, der sie fasziniert und ihr ungewöhnliche Erfahrungen beschert. Allerdings fließt auch viel Geld in seine Taschen, was die Tochter der Milliardärin auf den Plan ruft. Starbesetzte Komödie (Filmdienst) ======================================== Fazit: Ein Fotograf steigt zum Günstling einer alternden französischen Konzernerbin auf und nistet sich geldgierig im Alltag ihrer Familie ein. Die spannende, satirisch gefärbte Dramödie des Regisseurs Thierry Klifa greift einen wahren Fall auf, der für Schlagzeilen sorgte. Isabelle Huppert und Laurent Lafitte spielen schwungvoll und statten das ungleiche, befreundete Paar, das seine Umgebung in Atem hält, mit provokantem Selbstbewusstsein aus. (Bianka Piringer – 4 von 5 Sternen)
- Freitag, 06. März 2026 - 20:30Kategorien: Archiv, Biopic, Historienfilm, Literaturverfilmung, Golden Globe, England, UPI, Flat, 2026Mit HAMNET kehrt Oscar®- Preisträgerin Chloé Zhao ("Nomadland") auf die große Leinwand zurück. In der Verfilmung des gefeierten Romans von Maggie O’Farrell, die gemeinsam mit Zhao auch das Drehbuch verfasste, wird die Geschichte von William Shakespeares Familie erzählt. Aus Sicht seiner empfindsamen Frau Agnes erlebt man, wie sie sich in den großen Barden verliebt und die beiden ein gemeinsames Leben planen. Als ihr einziger Sohn Hamnet im Alter von elf Jahren durch die Pest ums Leben kommt, droht ihre große Liebe zu ersticken. Mitten in dieser furchtbaren persönlichen Tragödie beginnt Shakespeare in tiefer Verzweiflung und Trauer, „Hamlet“ zu schreiben, eines der größten Dramen der Weltliteratur. Chloé Zhao konnte ein fantastisches Ensemble für ihren Film gewinnen, der in Telluride Weltpremiere feierte und auf dem Toronto International Film Festival 2025 mit dem renommierten Publikumspreis ausgezeichnet wurde. In den Hauptrollen von HAMNET spielen die eindrucksvolle Jessie Buckley ("Frau im Dunkeln", “Die Aussprache”) und Gladiator-Star Paul Mescal ("All of Us Strangers").
- Donnerstag, 05. März 2026 - 19:00Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Archiv, imFilm, Flat, Stadtarchiv Celle, NS, 2026Die meisten Deutschen, die damals für das NS-Regime waren, haben nach 1945 nie wieder über diese Zeit gesprochen. In fast allen deutschen Familien war das Thema tabu: Das Ungesagte. Der Film wählt einen psychologischen Ansatz, um herauszufinden, was diese Menschen damals genau dachten und fühlten - und wie sie heute ihre Beteiligung bzw. Involviertheit in das NS-Regime beurteilen. Die Aussagen sind schmerzhaft ehrlich, teils verstörend, aber auch berührend, dabei gleichermaßen geprägt von moralischem Zwiespalt, verdrängten Schuldgefühlen, Trauma und Trauer. Zudem erzählen auch jüdische Überlebende, und erhellen die bis heute verbliebenen blinden Flecken in der Perspektive der damaligen Mehrheitsgesellschaft. Die Verbindung beider Perspektiven eröffnet unerwartete, erschütternde Erkenntnisse. Ausgezeichnet mit dem Granit-Hofer Dokumentarfilmpreis bei den Internationalen Hofer Filmtagen 2025.
- Freitag, 27. Februar 2026 - 20:30Kategorien: Komoedie, Archiv, Frankreich, Neue Visionen, Scope, 2026Ein Familien-Idyll im Frankreich der 1950er Jahre: Michel (Didier Bourdon), mittelmäßig, ist Bankangestellter und Ernährer, seine “bessere Hälfte” Hélène (Elsa Zylberstein), mit Dauerwelle, aber aufsässig, kümmert sich um Haushalt und Kinder. Das patriarchale Paradies scheint perfekt, bis ein Kurzschluss der gerade eingezogenen Waschmaschine die beiden ins Jahr 2025 katapultiert. Plötzlich sind die Rollen neu verteilt. Während sich Hélène aller Ahnungslosigkeit zum Trotz erstaunlich gut als karriere-intensive Powerfrau schlägt, muss sich Michel als Hausmann im Smart-Home abmühen. Statt Unterwerfungsrhetorik braucht Michel nun Empowerment, Hélène genießt die Freiheit der Emanzipation. Doch die schöne neue Welt hat so ihre Tücken: der virtuelle Sprachassistent ist ein sturer Bock, die Möbel muss man sich selbst zusammenschrauben, der Hundekot wird vom Boden aufgehoben und die eigene Tochter möchte ihre Freundin heiraten. Fazit: Angesichts konservativer Kräfte, die am liebsten zu einem Leben wie in den 1950er-Jahren zurückkehren möchten, kommt dieser Film gerade richtig. Die französische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Vinciane Millereau liefert mit ihrem Langfilmdebüt "Die progressiven Nostalgiker" eine boulevardeske Gesellschaftskomödie ab, die vermittels einer Zeitreise die Rollen der Geschlechter hinterfragt, ohne dabei zu ernst und schwerfällig zu geraten. Auch wenn der Film nur an der Oberfläche kratzt, ist er vor allem dank der blendend aufgelegten Hauptdarstellern unterhaltsam. Jetzt reicht es dem entmachteten Familienoberhaupt. Es geht zurück in die gute alte Zeit und zwar sofort! Wenn er nur wüsste, wie man die smarte Waschmaschine auf Zeitrückreise programmiert... In DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER ist die Freiheit immer nur einen Flügelschlag von der guten alten Zeit entfernt. Regisseurin Vinciane Millereau beweist ein großartiges Gespür für die Absurditäten unserer Zeit. Mit rotzfrechem Humor, präzisem Sarkasmus und herrlicher Situationskomik nimmt DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER die Heilsversprechen unserer Gegenwart aufs Korn und erzählt von der wunderbaren Relativität der Geschichte. ========================================= Fazit: Früher war vielleicht mehr Lametta, aber es war keinesfalls alles besser. Die unterhaltsame Komödie über ein Ehepaar, das aus dem Jahr 1958 ins Heute katapultiert wird, kombiniert Witz und Nostalgie mit viel freundlichem Boulevard-Humor. Tatsächlich entpuppt sie sich immer mehr als zwar überaus vergnügliche, aber nebenbei durchaus nachdenkenswerte Betrachtung über den unaufhaltsamen Wandel, über das, was wirklich zählt … und natürlich karierte Caprihosen. (Gaby Sikorski) ========================================= Fazit In „Die progressiven Nostalgiker“ landet ein Paar aus den 50ern in der Gegenwart und tut sich mit der sich gewandelten Welt schwer. Das Aufeinandertreffen von konservativen und fortschrittlichen Weltsichten mag nicht sonderlich subtil sein. Spaß macht die Komödie aber schon und ist dabei schön anzusehen. (Oliver Armknecht) ========================================= Getragen wird die amüsante Inszenierung vor allem vom Hauptdarstellerduo Didier Bourdon und Elsa Zylberstein. Es ist ein Vergnügen, diesem eingespielten Team zuzusehen, das angesichts des erlittenen Kulturschocks mit bestechender Spielfreude agiert. Dass eine unbedarfte Hausfrau als Bankchefin ohne jede Fachkompetenz sogleich befördert wird, ist zwar ebenso wenig plausibel wie die Behauptung, dass ein erzkonservativer Macho ohne jeden Anflug von Widerspruch und ohne jede Anleitung einen modernen Haushalt managen kann. Angesichts der schauspielerischen Leistungen lassen sich einige Glaubwürdigkeitsmängel in der Figurenzeichnung jedoch leicht verschmerzen. (Reinhard Kleber) ========================================= Fazit: Angesichts konservativer Kräfte, die am liebsten zu einem Leben wie in den 1950er-Jahren zurückkehren möchten, kommt dieser Film gerade richtig. Die französische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Vinciane Millereau liefert mit ihrem Langfilmdebüt "Die progressiven Nostalgiker" eine boulevardeske Gesellschaftskomödie ab, die vermittels einer Zeitreise die Rollen der Geschlechter hinterfragt, ohne dabei zu ernst und schwerfällig zu geraten. Auch wenn der Film nur an der Oberfläche kratzt, ist er vor allem dank der blendend aufgelegten Hauptdarstellern unterhaltsam. (Falk Straub) ========================================= Die progressiven Nostalgiker sind keine subtile Gesellschaftssatire, sondern eine offensive, manchmal schrille, oft sehr komische Abrechnung mit Patriarchat und Nationalismus. Der Film will lachen lassen, er will provozieren, er will Haltung zeigen und macht all das mit einer Lust am Unsinn, die im europäischen Mainstreamkino eher selten geworden ist. (Axel Timo Purr) ========================================= Und die Zeitreise der französischen Ehepaares hat für heutige Zuschauer tatsächlich auch einen progressiv nostalgischen Effekt: Man ertappt sich dabei, wie man sich zwischendurch mal – nur sehr kurz, aber immerhin – in die Ruhe der 50er Jahre zurücksehnt, in eine Zeit, die wir gar nicht erlebt haben. Walter Benjamin nannte das eine rückwärtsgewandte Utopie. Ein unterhaltsames ungewöhnliches Filmerlebnis! (Rüdiger Suchsland)
- Donnerstag, 26. Februar 2026 - 19:30Kategorien: Dokumentarfilm, Archiv, Kuenstlerportraet, Schweden, farbfilm, Filmwelt, Flat, 2026Der Dokumentarfilm präsentiert Auszüge aus den Tagebüchern der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren von 1939 bis 1945, die erst 2015 – 13 Jahre nach ihrem Tod – veröffentlicht wurden. Durch nachgestellte Szenen, Off-Stimmen und Gespräche mit ihrer Tochter zeichnet er ihre persönlichen Reflexionen über den Zweiten Weltkrieg, Familie und den Ursprung ihrer Werke nach.
- Freitag, 20. Februar 2026 - 20:30RENTAL FAMILY erzählt die Geschichte eines in Tokio lebenden US-Schauspielers (Oscar®-Preisträger Brendan Fraser), der auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben ist, bis es ihm gelingt, einen ungewöhnlichen Job an Land zu ziehen. Für eine japanische „Rental Family“-Agentur schlüpft er in unterschiedliche Rollen und spielt als Familienmitglied den Sohn, Ehemann oder Vater. Während er mehr und mehr in die Lebenswelten seiner Kunden eintaucht und ihnen hilft, ihre familiären Lücken zu füllen, beginnt er echte Bindungen aufzubauen, die die Grenzen zwischen Schauspiel und Realität verschwimmen lassen. In der Auseinandersetzung mit den moralischen Aspekten seines neuen Jobs, entdeckt er den Sinn im Leben, das Gefühl von Zusammengehörigkeit und die Schönheit zwischenmenschlicher Beziehungen neu. ================================ “Mit angenehmer Leichtigkeit geht es so amüsant wie nachdenklich um Identität, Lügen und Einsamkeit. … Fraser präsentiert sich scheinbar mühelos als glaubhaftes Stehaufmännchen mit enormem Empathie-Potenzial. Eine ziemlich oscarreife Leistung in einem warmherzigen Crowdpleaser mit Tiefgang.” (programmkino.de) ================================ Fazit: „Rental Family“ fügt dem Thema der bezahlten und gemieteten Familienmitglieder und Vertrauenspersonen keine nennenswerten Gedanken hinzu. Dafür besticht Hikaris Tragikomödie aber mit einem anrührenden Charakterporträt, was vor allem einem bestens aufgelegten Brendan Fraser in der Hauptrolle zu verdanken ist. (Janick Nolting) ================================ Fazit: Diese unterhaltsame und berührende Tragikomödie der japanischen Regisseurin Hikari kreist um das in ihrer Heimat recht verbreitete Dienstleistungsangebot, Familienmitglieder oder Begleitungen auf Zeit zu mieten. Brendan Fraser spielt einen Amerikaner, der einen solchen Job annimmt und ins Privatleben fremder Menschen tritt. Er dient in seinem wachsenden Konflikt zwischen dienstlicher Rolle und echten Gefühlen als sympathische Identifikationsfigur für das Publikum. Dem Spielfilm gelingt eine ansprechende Verbindung von Komik und Herz. (Bianka Piringer) ================================ Fazit: „Rental Family“ ist ein sensibler, atmosphärisch dichter Film, der weniger von dramaturgischer Strenge als von Beobachtung, Stimmung und starkem Schauspiel lebt. Zwar unterläuft er seine leise Erzählhaltung stellenweise durch westlich geprägte Konventionen, doch es überwiegt der Eindruck eines Werks, das kulturelle Unterschiede nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. Selbst in kalkulierteren Momenten bleibt der Film aufrichtig berührend. (Antje Wessel) ================================ Das japanische Kino hielt lange Zeit große Stücke auf kulturelle Autonomie. Das Land gehört zwar seit Mitte des 20. Jahrhunderts zum Westen, ist aber immer noch ein Faszinosum der Fremdheit. Hikari adressiert mit Rental Family sehr geschickt den Umstand, dass das "wahre" Japan oft nur noch gespielt wird. Ihr Film hält schließlich ausreichend Distanz zu einem bloßen Rührstück, und für Brendan Fraser enthält er eine denkwürdige Rolle. (Bert Rebhandl für den Wiener Standard) ================================ In Japan kann man alles mieten – sogar eine Familie: In «Rental Family» spielt Brendan Fraser einmal mehr gross auf. Der berührende Spielfilm erzählt davon, wie sehr soziale Masken das Leben prägen und wie tief Einsamkeit in Japan verwurzelt ist. (Tobias Sedlmaier für die Neue Zürcher Zeitung/NZZ) ================================ Zwischen Performance und Bedürfnis erkundet Hikari, wie Rollen zu Beziehungen werden können – und wo sie unweigerlich scheitern. Ein leiser, berührender Film über Wahrheit, Lüge und die Sehnsucht nach Verbindlichkeit. – Das ist viel Schmalz, keine Frage. Aber es ist ein Schmalz, der berührt. Weil der Film zuvor genügend Vertrauen aufgebaut hat. Weil er seine Figuren ernst nimmt. Und weil er nicht so tut, als ließe sich Einsamkeit einfach auflösen. Rental Family bleibt ein Film der leisen Übergänge: von der Performance zur Begegnung, von der Rolle zum Menschen. Und das ist, bei aller Kritik, mehr, als viele andere Filme der letzten Jahre von sich behaupten können. (Axel Timo Purr)
- Donnerstag, 19. Februar 2026 - 19:00Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Archiv, Buntes Haus, Rise and Shine, 2026Der in Schwarz-weiß gedrehte Dokumentarfilm widmet sich den Überlebenden und Hinterbliebenen des rassistischen Anschlags im Februar 2020 in Hanau. Er dokumentiert ihre Wut und Ohnmacht angesichts der Versäumnisse von Einsatzkräften und Behörden und zeichnet ihre Bemühungen nach, das Andenken an die Opfer wachzuhalten. Eine Initiative für ein Denkmal auf dem Marktplatz droht allerdings zu scheitern. Der sachliche, aber genau und einfühlsam inszenierte Film macht sichtbar, wie schwer es Staat und Gesellschaft fällt, rassistische Verbrechen aufzuklären und angemessen darauf zu reagieren. – Sehenswert ab 14. (Filmdienst)
- Freitag, 13. Februar 2026 - 20:00Kategorien: Oscarnominierung, Golden-Globe-Nominierung, US-amerikanischer Film, Archiv, Liebesfilm, Musikfilm, UPI, Flat, 2026Als Mike Sardina (Hugh Jackman) die Sängerin Claire Stengl (Kate Hudson) zum ersten Mal auf der Bühne sieht, ist es sofort um ihn geschehen. Mike, ein Vietnam-Veteran und ehemaliger Alkoholiker, jobbt als Mechaniker – doch sein Herz schlägt für die Musik, die er abends auf kleinen Bühnen spielt. In Claire erkennt er dieselbe Begeisterung. Schnell entsteht zwischen den beiden eine tiefe Verbundenheit. Sie gründen die Neil-Diamond-Tribute-Band „Lightning & Thunder“ – es ist der Beginn einer unvergesslichen Liebesgeschichte, die weit über die gemeinsame Leidenschaft zur Musik hinausgeht. Mit SONG SUNG BLUE präsentiert Regisseur und Drehbuchautor Craig Brewer ("Hustle & Flow") ein mitreißendes Epos über die innige und kreative Verbindung zweier Musiker, die zeigen, dass es keine Rolle spielt, wann im Leben man sich findet – Hauptsache, Herz und Musik schlagen im gleichen Takt. Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt der Film die Geschichte von Claire und Mike Sardina, die es als Band „Lightning & Thunder“ von einer kleinen Garage bis in die Clubs von Milwaukee schaffen. Das Paar gelangt zu unerwartetem Erfolg, der allein auf der engen Verbundenheit zueinander beruht. Selbst als ein Schicksalsschlag alles verändert, besinnen sich die beiden auf ihre Liebe – zur Musik und zueinander. "Ein zeitgemäßer Film über Liebe und Widerstandsfähigkeit, Musik und Magie. Das Publikum wird das Kino verlassen und den Refrain von ‚Sweet Caroline‘ singen – so gut, so gut, so gut!“ (Bob Gazzale, American Film Institute)
- Freitag, 06. Februar 2026 - 20:30Kategorien: Komoedie, Dramoedie, Archiv, Feel-Good-Movie, Frankreich, 24Bilder, Scope, 2026Eine schwerkranke französische Seniorin lässt sich zusammen mit ihrem Sohn und ihrer Enkelin von einem Altenpfleger in die Schweiz kutschieren, wo sie sich für einen assistierten Suizid angemeldet hat. Da sie diesen Entschluss bislang aber ihren Angehörigen verschwiegen hat, entstehen unterwegs Missverständnisse und Komplikationen. Dennoch genießt die Seniorin die Reise, und auch die anderen kommen einander näher. Eine mit viel Fingerspitzengefühl inszenierte Tragikomödie, die souverän Tragik und Humor, Ernst und Heiterkeit ausbalanciert. Der schwungvolle Film besticht vor allem durch die schauspielerischen Leistungen, allen voran der betagten Hauptdarstellerin. (Filmdienst – Reinhard Kleber) ====================== Fazit: Über ein so ernstes Thema wie den krankheitsbedingten Freitod eine wirklich vergnügliche Komödie zu inszenieren, erfordert viel Mut und Einfühlungsvermögen. Das gelingt Enya Baroux mit leichter Hand – dank einer wunderbaren Hauptdarstellerin und einem originellen Drehbuch.(Gaby Sikorski) ====================== Fazit: Eine alte Dame, ihr mittelloser Sohn, die Enkelin und ein verkrachter Pfleger brechen zu einer Reise in die Schweiz auf. Dass die von Hélène Vincent bewegend und realitätsnah gespielte 80-Jährige selbstbestimmt aus dem Leben scheiden will, wissen ihre Angehörigen nicht. Unter der Regie von Enya Baroux gehen Komik und Gefühl auf diesem von Streit und Pannen durchzogenen Roadtrip eine glückliche Verbindung ein. Während sich die Charaktere im holprigen Miteinander üben, wachsen sie dem Publikum unaufdringlich ans Herz. (Bianka Piringer) ====================== Fazit: In „Bon Voyage – Bis hierher und noch weiter“ will eine 80-Jährige in die Schweiz, um dort Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen – die nichtsahnende Familie im Schlepptau. Der Film setzt dabei vor allem auf Humor, verbunden mit typischen Roadmovie-Elementen. Ob dieser Zugang der richtige ist, darüber lässt sich streiten. Aber es ist doch eine schöne Wohlfühlkomödie mit nachdenklichen Momenten daraus geworden. (Oliver Armknecht)
- Freitag, 06. Februar 2026 - 15:30Kategorien: Kooperation, Archiv, Seniorenkino, Schweiz, Tobis, Seniorenbeirat der Stadt Celle, 2,00:1, 2026
- Donnerstag, 05. Februar 2026 - 19:00Kategorien: Gesellschaft fuer Christlich-Juedische Zusammenarbeit e.V. Celle, Kooperation, Dokumentarfilm, Archiv, Real Fiction, NS, 2026„Nicht immer wächst über alles Gras.“ Das sagt Walther Jahrreiß, der Vater der Regisseurin Kathrin Jahrreiss und Sohn des titelgebenden „dritten Bruders“ Otto Jahrreiß. Dabei hat er selbst lange über seine besondere Familiengeschichte Gras wachsen lassen. Mehrfach im Film sehen wir eine Fotografie dreier Brüder: links im Bild Walther Jahrreiß, bis 1935 stellvertretender Direktor der Psychiatrischen Klinik in Köln. 1936 „beurlaubt“, schafft er es noch rechtzeitig, mit seiner jüdischen Frau Lotte in die USA zu fliehen. In der Mitte steht – wie ein Monolith – Hermann Jahrreiß, Staats- und Völkerrechtler unter den Nationalsozialisten, nach dem Krieg Verteidiger in den Nürnberger Prozessen, später Rektor der Universität Köln. Rechts befindet sich, schmächtig von Statur, der „dritte Bruder“ Otto Jahrreiß, Rechtsanwalt am Dresdner Landgericht. Er bleibt in Dresden. Seine als jüdisch verfolgte Frau Ruth wird in Auschwitz ermordet. Den Söhnen sagt der Vater, sie sei in einem Sanatorium gestorben. Fortan verschwindet sie im Nebel einer ohnmächtigen Verdrängung. Kathrin Jahrreiss nimmt ihren Vater mit auf eine Reise in die Vergangenheit der Familie. Sie sucht Orte auf, befragt weitere Familienmitglieder. Die gemeinsame Suche entwickelt sich zu einer Reflexion von der NS-Zeit über das geteilte Deutschland bis ins heute. „Der dritte Bruder“ richtet einen differenzierten Blick in die deutsche Vergangenheit und wirft die Frage nach der eigenen Haltung gegenüber diktatorischen Regimen auf. (Dr. Gerald Hacke – Stiftung Sächsische Gedenkstätten)
- Freitag, 30. Januar 2026 - 20:30Kategorien: Archiv, Literaturverfilmung, Frankreich, Schwarz-Weiß-Film, Weltkino, Flat, 5:3 = 1,66:1, 2026Meursault, ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem schicksalhaften Ereignis kommt. Mit seiner meisterlichen Neuinterpretation von Albert Camus’ gleichnamigem Literaturklassiker gelingt François Ozon ein virtuoses Werk von zeitloser Relevanz. In betörenden Schwarzweißbildern erzählt und getragen von einem erlesenen Ensemble um Benjamin Voisin, Rebecca Marder und Pierre Lottin, markiert der Film einen künstlerischen Höhepunkt in Ozons vielschichtigem Œuvre. DER FREMDE feierte seine umjubelte Weltpremiere im Wettbewerb der 82. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. ==================================== Im Algerien der 1930er-Jahre wurde ein junger Franzose wegen des Mordes an einem Araber verhaftet und erwartet im Gefängnis seine Hinrichtung. Ausgehend von dieser Rahmenhandlung, rollt die Verfilmung von Albert Camus’ gleichnamigem Klassiker (1942) die Erlebnisse des Mannes vor der Tat auf, vom Tod der Mutter über eine Affäre mit einer jungen Frau, die ihn liebt, bis hin zu dem Mord und dem anschließenden Prozess. Dabei bleibt die Adaption in ihrem Porträt eines Menschen, der die Erscheinungen der Welt und seines eigenen Lebens mit einer Gleichgültigkeit an sich vorbeiziehen lässt, als wären sie ein Film, der ihn nichts angeht, nah an der Vorlage. Der Blick der Kamera, der in exquisiten Schwarz-weiß-Bildern ein geradezu erotisches Verhältnis zur Welt an den Tag legt, schafft indes, ähnlich wie die sparsam, aber sehr effektiv eingesetzte Filmmusik, einen latenten Widerspruch zur Kälte des Protagonisten, was dem Film eine große innere Spannung gibt. – Sehenswert ab 14. (Filmdienst)
- Freitag, 23. Januar 2026 - 20:30Kategorien: Gesellschaftssatire, Komoedie, Archiv, Literaturverfilmung, Warner, Flat, 2026DER HELD VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE erzählt die Geschichte vom kurz vor der Pleite stehenden Berliner Videothekenbesitzer Micha Hartung (Charly Hübner), der ungewollt zum gesamtdeutschen Helden wird: Als ihn zum 30. Jahrestag des Mauerfalls ein Journalist zum Drahtzieher der größten Massenflucht der DDR stilisiert, steht sein Leben plötzlich Kopf. Als Hochstapler wider Willen verstrickt sich Micha in einem Gestrüpp aus Halbwahrheiten und handfesten Lügen. Und als das fragile Kartenhaus der Geschichte um ihn herum einzustürzen droht und sein Leben so richtig im Chaos versinkt, trifft er Paula (Christiane Paul). Dass eine erfolgreiche, kluge und witzige Frau wie sie sich für einen Mann wie ihn interessieren könnte, hätte Micha nicht für möglich gehalten. Doch die sich anbahnende Liebesgeschichte wird von der Lüge überschattet. Eine herzenswarme Komödie über Geschichte als Mythos, die Tücken Deutscher Erinnerungskultur und das Leben als Spiel des Erinnerns, Vergessens und Erfindens. Ein vergnügliches Lehrstück über die Hierarchie der Geschichtsschreibung und ein Film über die Kraft des Geschichtenerzählens.
- Freitag, 23. Januar 2026 - 15:30Kategorien: Gesellschaftssatire, Komoedie, Kooperation, Archiv, Seniorenkino, Scope, Seniorenbeirat der Stadt Celle, Leonine, 2026
- Freitag, 16. Januar 2026 - 20:30Kategorien: Krimi, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Komoedie, Archiv, Daenemark, Neue Visionen, Scope, 2026Nach 15 Jahren wegen Bankraubs wird Anker (Nikolaj Lie Kaas) aus dem Gefängnis entlassen. Die Beute hat damals sein Bruder Manfred (Mads Mikkelsen) vergraben, der seit seiner Kindheit an einer Identitätsstörung leidet. Dass er so lange auf seinen Bruder warten musste, ist Manfred nicht gut bekommen. Er hat seine psychische Störung weiter ausgebaut und sich ganz und gar der Musik verschrieben. An das Geld und daran, wo er es vergraben hat, kann sich Manfred logischerweise nicht mehr erinnern. Anker bringt seinen Bruder zurück in ihr gemeinsames Elternhaus, das jetzt von einer Boxerin über Airbnb vermietet wird, in der Hoffnung, dies könnte die Erinnerung an sein früheres Ich auslösen. Anker hat keine Zeit zu verlieren. Denn sein Komplize von damals, Friendly Flemming, ist ihnen auf den Fersen und beansprucht die Beute für sich. Doch in den dunkelgrünen Wäldern Dänemarks wartet nicht nur ein Haufen Geld auf ihn, sondern auch der tiefe Schmerz einer verletzten Kinderseele. Der neueste Streich des Komödien-Dreamteams aus Dänemark: THERAPIE FÜR WIKINGER schleudert Pointen-Material im Sekundentakt, ist hinreißend unberechenbar und bösartig witzig. Regisseur Anders Thomas Jensen ("Adams Äpfel", “Helden der Wahrscheinlichkeit”) gelingt eine abgründige Krimi-Komödie über konfuse Identitäten und zwei Brüder, die sich lieben.
- Am Sonntag, 11. Januar 2026Ort: Kino achteinhalb Kategorien: Archiv, Filmpreis, Ganz großes Kino in Celle, Golden Globe, 2026
- Freitag, 09. Januar 2026 - 20:30Kategorien: Gilde-Filmpreis, Oscarkandidat, Nominierung Europaeischer Filmpreis, Golden-Globe-Nominierung, Archiv, Cannes - Grosser Preis der Jury, Norwegen, Studiocanal, Flat, 2026Die beiden Schwestern Nora und Agnes haben sich für völlig verschiedene Lebensentwürfe entschieden: Während Nora ihre Schauspielkarriere stets an erste Stelle gesetzt hat, wählte die jüngere Agnes ein Leben mit festem Beruf und Familie. Nach dem Tod der Mutter treffen die beiden Schwestern nach Jahren der Funkstille ihren Vater wieder. Der charismatische Gustav, einst ein gefeierter Regisseur, bietet Nora die Hauptrolle in seinem nächsten Film an – einem autobiografisch inspirierten Drehbuch. Joachim Triers sechster Film (nach THELMA, DER SCHLIMMSTE MENSCH DER WELT u.a.) ist eine intime und bewegende Auseinandersetzung mit Familie, Erinnerungen und der versöhnenden Kraft der Kunst. Mit Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Inga Ibsdotter Lilleaas und Elle Fanning. “Sie machen es mit den Mitteln des zärtlichsten Bergman-Films, den Bergman nie gemacht hat, lassen die Figuren mit ihren Handlungen und Blicken sagen, wozu sie verbal niemals möglich wären. Und führen das Publikum auf eine Reise, die das Familienhaus nie allzu weit verlässt, aber sich doch so anfühlt, als sei man mitgenommen worden in eine andere Galaxie und wieder zurück.” (Spot Media & Film) Großer Preis der Jury, Cannes 2025. Offizieller norwegischer Oscar-Beitrag für 2026.