Veranstaltungsarchiv

  • Freitag, 09. Januar 2026 - 20:30
    Die beiden Schwestern Nora und Agnes haben sich für völlig verschiedene Lebensentwürfe entschieden: Während Nora ihre Schauspielkarriere stets an erste Stelle gesetzt hat, wählte die jüngere Agnes ein Leben mit festem Beruf und Familie. Nach dem Tod der Mutter treffen die beiden Schwestern nach Jahren der Funkstille ihren Vater wieder. Der charismatische Gustav, einst ein gefeierter Regisseur, bietet Nora die Hauptrolle in seinem nächsten Film an – einem autobiografisch inspirierten Drehbuch. Joachim Triers sechster Film (nach THELMA, DER SCHLIMMSTE MENSCH DER WELT u.a.) ist eine intime und bewegende Auseinandersetzung mit Familie, Erinnerungen und der versöhnenden Kraft der Kunst. Mit Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Inga Ibsdotter Lilleaas und Elle Fanning. “Sie machen es mit den Mitteln des zärtlichsten Bergman-Films, den Bergman nie gemacht hat, lassen die Figuren mit ihren Handlungen und Blicken sagen, wozu sie verbal niemals möglich wären. Und führen das Publikum auf eine Reise, die das Familienhaus nie allzu weit verlässt, aber sich doch so anfühlt, als sei man mitgenommen worden in eine andere Galaxie und wieder zurück.” (Spot Media & Film) Großer Preis der Jury, Cannes 2025. Offizieller norwegischer Oscar-Beitrag für 2026.
  • Freitag, 13. Juni 2025 - 20:30
    Mit 17 Jahren verliebt sich Johanne Hals über Kopf in ihre Lehrerin. In dem Verlangen, diese erste Verliebtheit festzuhalten, bringt sie ihre Erlebnisse mit roher Ehrlichkeit zu Papier. Als ihre Mutter und ihre Großmutter die Aufzeichnungen entdecken, weicht ihr anfängliches Entsetzen über die intimen Beschreibungen allmählich der Bewunderung für deren literarischen Wert. Die beiden älteren Frauen beginnen, über ihr eigenes Liebesleben, genossene Freuden und verpasste Gelegenheiten nachzudenken, und sie erinnern sich an das überwältigende Gefühl der ersten Liebe sowie an die Sehnsucht nach mehr. Johannes Großmutter, selbst eine bekannte Dichterin, ist stolz auf das Talent ihrer Enkelin, fühlt aber auch die Konkurrenz. Und es gibt Fragen: Was geschah wirklich zwischen Johanne und der Lehrerin? Wo endet die Realität und wo beginnt die Fiktion? Und sollte dieser sehr persönliche Text veröffentlicht werden oder besser nicht? (Text der Berlinale) ============================== Fazit: Mit „Oslo-Stories: Träume“ schließt der norwegische Regisseur Dag Johan Haugerud seine (in den deutschen Kinos in veränderter Reihenfolge veröffentlichte) Trilogie über „Sehnsucht/Träume/Liebe“ würdig ab – und etabliert sich endgültig als einer der aufregendsten Filmemacher des gegenwärtigen Weltkinos. Anhand der Geschichte einer möglichen Liebesaffäre zwischen einer 15-Jährigen und ihrer Lehrerin entfaltet Haugerud eine komplexe, immer wieder auch bewusst ambivalente Reflexion über das Leben und die Kunst, Realität und Fiktion, das Persönliche und das Entäußerte. „Träume“ ist ein schillernder, berührender Film, dem das Kunststück gelingt, einerseits stets zugänglich und unkompliziert zu bleiben – und sich doch bis zum Ende ein gewisses Geheimnis zu bewahren. Das ist großes Kino! (Jochen Werner) ============================== Fazit „Oslo Stories: Träume“ ist ein feinfühlig inszeniertes Drama, das die Zuschauer durch seine einseitige Erzählweise dazu herausfordert, sich mit einer komplexen moralischen Frage auseinanderzusetzen. Trotz dieser Offenheit endet der Film mit einer klaren moralischen Einordnung seiner brisanten Prämisse. Wie bereits im Vorgänger der Trilogie funktioniert auch „Oslo Stories: Träume“ fast ausschließlich über Dialoge, erstmals ergänzt durch ein Voice-over. (Yannick Vollweiler) ============================== Dag Johan Haugerud vertieft in seinem preisgekrönten Drama seinen Blick auf die menschlichen Untiefen in unserer Gegenwart. Das ist so erhellend wie befreiend und auch komisch und vor allem: großes Kino (Axel Timo Purr)
  • Freitag, 14. Februar 2025 - 20:30
    „Armand“ ist vieles: eine böse Komödie, ein exzellenter Schauspielerfilm, ein groteskes Psychodrama – kurz und gut: Arthouse-Kino vom Feinsten. Im Fokus steht eigentlich die Auseinandersetzung an einer Grundschule, in den zwei sechsjährige Jungen verwickelt sind. Möglicherweise ist einer der beiden, der kleine Armand, sogar sexuell übergriffig geworden. Doch je länger die eilig herbeigerufenen Erziehungsberechtigten mit der Klassenlehrerin und dem Direktorenteam sprechen, desto weniger geht es um den Vorfall selbst. (Gaby Sikorski für Programmkino.de)
  • Freitag, 01. Juli 2022 - 20:30
    Eine junge Norwegerin tut sich schwer damit, ihren Platz im Leben zu finden, hat ihr Studium abgebrochen und arbeitet in einer Buchhandlung. Auch in Beziehungen ist sie sprunghaft, sodass die Bindung an einen älteren Comiczeichner sie überfordert und zu einem Mann ihres Alters treibt, dessen Energie wiederum eigene Probleme hervorbringt. Ein sanft ironisches, leicht erzähltes, dabei aber tiefgründiges und prägnantes Drama um die Selbstfindung einer jungen Frau in einer undurchsichtigen Welt. Mit großer Sensibilität arbeitet der Film den Einfluss technologischer und sozialer Umbrüche auf die Figuren heraus, verfällt dabei aber nicht in Kulturpessimismus, sondern bleibt lebensbejahend und voller untergründigem Humor. – Sehenswert ab 14.
  • Donnerstag, 18. November 2021 - 19:30
    Ein Schweineleben: Viktor Kossakovsky richtet in seinem Dokumentarfilm den Blick auf die Kreatur, in hochästhetischem Schwarz-Weiß, mit langen Einstellungen und viel Empathie. Die Hauptrolle spielt eine Sau und ihr Wurf, es tauchen aber auch Hühner und Kühe auf. (Alexandra Seitz – EPD-Film, 5 von 5 Sternen)
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