Veranstaltungsarchiv

  • Freitag, 20. Februar 2026 - 20:30
    Kategorien: Komoedie, Archiv, Japan, tmdU, 2,00:1, 2026
    RENTAL FAMILY erzählt die Geschichte eines in Tokio lebenden US-Schauspielers (Oscar®-Preisträger Brendan Fraser), der auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben ist, bis es ihm gelingt, einen ungewöhnlichen Job an Land zu ziehen. Für eine japanische „Rental Family“-Agentur schlüpft er in unterschiedliche Rollen und spielt als Familienmitglied den Sohn, Ehemann oder Vater. Während er mehr und mehr in die Lebenswelten seiner Kunden eintaucht und ihnen hilft, ihre familiären Lücken zu füllen, beginnt er echte Bindungen aufzubauen, die die Grenzen zwischen Schauspiel und Realität verschwimmen lassen. In der Auseinandersetzung mit den moralischen Aspekten seines neuen Jobs, entdeckt er den Sinn im Leben, das Gefühl von Zusammengehörigkeit und die Schönheit zwischenmenschlicher Beziehungen neu. ================================ “Mit angenehmer Leichtigkeit geht es so amüsant wie nachdenklich um Identität, Lügen und Einsamkeit. … Fraser präsentiert sich scheinbar mühelos als glaubhaftes Stehaufmännchen mit enormem Empathie-Potenzial. Eine ziemlich oscarreife Leistung in einem warmherzigen Crowdpleaser mit Tiefgang.” (programmkino.de) ================================ Fazit: „Rental Family“ fügt dem Thema der bezahlten und gemieteten Familienmitglieder und Vertrauenspersonen keine nennenswerten Gedanken hinzu. Dafür besticht Hikaris Tragikomödie aber mit einem anrührenden Charakterporträt, was vor allem einem bestens aufgelegten Brendan Fraser in der Hauptrolle zu verdanken ist. (Janick Nolting) ================================ Fazit: Diese unterhaltsame und berührende Tragikomödie der japanischen Regisseurin Hikari kreist um das in ihrer Heimat recht verbreitete Dienstleistungsangebot, Familienmitglieder oder Begleitungen auf Zeit zu mieten. Brendan Fraser spielt einen Amerikaner, der einen solchen Job annimmt und ins Privatleben fremder Menschen tritt. Er dient in seinem wachsenden Konflikt zwischen dienstlicher Rolle und echten Gefühlen als sympathische Identifikationsfigur für das Publikum. Dem Spielfilm gelingt eine ansprechende Verbindung von Komik und Herz. (Bianka Piringer) ================================ Fazit: „Rental Family“ ist ein sensibler, atmosphärisch dichter Film, der weniger von dramaturgischer Strenge als von Beobachtung, Stimmung und starkem Schauspiel lebt. Zwar unterläuft er seine leise Erzählhaltung stellenweise durch westlich geprägte Konventionen, doch es überwiegt der Eindruck eines Werks, das kulturelle Unterschiede nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. Selbst in kalkulierteren Momenten bleibt der Film aufrichtig berührend. (Antje Wessel) ================================ Das japanische Kino hielt lange Zeit große Stücke auf kulturelle Autonomie. Das Land gehört zwar seit Mitte des 20. Jahrhunderts zum Westen, ist aber immer noch ein Faszinosum der Fremdheit. Hikari adressiert mit Rental Family sehr geschickt den Umstand, dass das "wahre" Japan oft nur noch gespielt wird. Ihr Film hält schließlich ausreichend Distanz zu einem bloßen Rührstück, und für Brendan Fraser enthält er eine denkwürdige Rolle. (Bert Rebhandl für den Wiener Standard) ================================ In Japan kann man alles mieten – sogar eine Familie: In «Rental Family» spielt Brendan Fraser einmal mehr gross auf. Der berührende Spielfilm erzählt davon, wie sehr soziale Masken das Leben prägen und wie tief Einsamkeit in Japan verwurzelt ist. (Tobias Sedlmaier für die Neue Zürcher Zeitung/NZZ) ================================ Zwischen Performance und Bedürfnis erkundet Hikari, wie Rollen zu Beziehungen werden können – und wo sie unweigerlich scheitern. Ein leiser, berührender Film über Wahrheit, Lüge und die Sehnsucht nach Verbindlichkeit. – Das ist viel Schmalz, keine Frage. Aber es ist ein Schmalz, der berührt. Weil der Film zuvor genügend Vertrauen aufgebaut hat. Weil er seine Figuren ernst nimmt. Und weil er nicht so tut, als ließe sich Einsam­keit einfach auflösen. Rental Family bleibt ein Film der leisen Übergänge: von der Perfor­mance zur Begegnung, von der Rolle zum Menschen. Und das ist, bei aller Kritik, mehr, als viele andere Filme der letzten Jahre von sich behaupten können. (Axel Timo Purr)
  • Donnerstag, 13. November 2025 - 19:30
    Im August 2025 jährten sich die ersten Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zum 80. Mal. Gerade jetzt, wo die Gefahr eines Atomkriegs wieder hoch aktuell geworden ist wie noch nie, ist es von großer Wichtigkeit, uns bewusst zu machen, was radioaktive Strahlung ausrichtet. Der Film vom japanischen Filmemacher ITO Hideaki SILENT FALLOUT ("Leiser Fallout") taucht tief in die unerzählten Geschichten der Opfer von Atomtests in Amerika ein. 1951 begannen die USA mit Atomwaffentests auf dem Festland und setzten unzählige Bürger einer gefährlichen Strahlung aus. Mary Dickson, die in den 1950er und 1960er Jahren in einem Vorort von Utah aufwuchs, wurde Zeugin, wie ihre Mitschüler in der Grundschule an ungewöhnlichen Krankheiten und Todesfällen starben. Gleichzeitig führte Dr. Louise Reiss in St. Louis, Missouri, eine bahnbrechende Studie durch, bei der sie Milchzähne sammelte und das Vorhandensein von Strontium-90, einem radioaktiven Element, in den Körpern von Kindern nachwies, die der Strahlung in ganz Amerika ausgesetzt waren. Dies veranlasste schließlich Präsident Kennedy zu dem Beschluss, die atmosphärischen Atomtests einzustellen. Mit Berichten von Betroffenen aus erster Hand und Interviews mit Wissenschaftlern will Filmemacher Ito mit seinem Film das Bewusstsein für das gravierende Problem der Strahlenvergiftung und der nuklearen Verseuchung in den USA und weltweit schärfen. SILENT FALLOUT, der die wahre Dimension der weltweiten radioaktiven Verseuchung, insbesondere durch Tests im Pazifischen Ozean und in Russland, aufzeigt, ist ein Muss für jeden, der sich für die dunklen Kapitel der Geschichte und ihre anhaltenden Auswirkungen in der heutigen Zeit interessiert, und bietet eine Fülle wissenschaftlicher und historischer Informationen sowie Berichte der Opfer aus erster Hand.
  • Donnerstag, 23. Januar 2025 - 19:30
    Rund um den Shinto-Schrein einer japanischen Gemeinde hat sich eine Kolonie von Straßenkatzen gebildet. Sie werden von den Menschen nicht nur geduldet, sondern auch gefüttert, aber vermehren sollen sie sich nicht. Touristen fotografieren die Tiere, Anwohner geben ihnen Namen. Als teilnehmender Beobachter vertieft sich der Dokumentarfilmer Kazuhiro Soda auf ruhige, aber sehr unterhaltsame Weise in das Leben in einem Stadtviertel mit alternder Bevölkerung und zufriedenen Katzen. (Bianka Piringer)
  • Freitag, 19. Januar 2024 - 20:30
    Hirayama reinigt öffentliche Toiletten in Tokio. Er scheint mit seinem einfachen, zurückgezogenen Leben vollauf zufrieden zu sein und widmet sich abseits seines äußerst strukturierten Alltags seiner Leidenschaft für Musik, die er von Audiokassetten hört, und für Literatur, die er allabendlich in gebrauchten Taschenbüchern liest. Durch eine Reihe unerwarteter Begegnungen kommt nach und nach eine Vergangenheit ans Licht, die er längst hinter sich gelassen hat. PERFECT DAYS ist eine tief berührende und poetische Betrachtung über die Schönheit der alltäglichen Welt und die Einzigartigkeit eines jeden Menschen. ========================= Ein Mann im mittleren Alter arbeitet als Toilettenreiniger in Tokio, wo er öffentliche Bedürfnisanstalten sauber hält. Auf dem Weg zur Arbeit hört er Musik auf Kassetten, er liebt Bücher und fotografiert gerne Bäume, besucht eine Badeanstalt und seine Stammkneipe. Mit seinem einfachen Leben scheint er zufrieden zu sein, doch eine Reihe von zufälligen Begegnungen erinnert ihn immer wieder auch an seine Vergangenheit. Wim Wenders entfaltet seine filmische Hommage an sein Vorbild Yasujiro Ozu in eindrucksvoller Seelenruhe, in der Ansätze dramatischer Zuspitzungen hinter den sanften Gleichmut der Bilder zurücktreten müssen. Detailgenau in der Lebenswelt der Hauptfigur, weitet sich der Film zur liebevollen Kinofantasie eines Lebens, das sich in der Form, die es sich selbst gibt, genug ist. – Sehenswert ab 14. (Filmdienst)
  • Freitag, 12. Februar 2016 - 20:30
    Auf der Beerdigung ihres Vaters, der 15 Jahre zuvor die Familie verließ, lernen drei junge Frauen ihre jüngere, ihnen bis dahin unbekannte Halbschwester kennen und laden sie ein, mit ihnen im alten Familienhaus zu wohnen. Einfühlsam beobachtet der stille, bedächtig inszenierte Familien- und Frauenfilm das Zusammenleben der Geschwister, die nach und nach zueinander und zu sich selbst finden. Dabei legt er großen Wert auf die Darstellung von Alltagsritualen, in denen sich die Schönheit und das Glück des Daseins manifestieren. Eine lyrische, in ihrer stillen Beiläufigkeit tief berührende Meditation über den Kreislauf des Lebens.
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