Unser aktuelles Programm
- Sonnabend, 24. Oktober 2026 - 20:00Kategorien: romantische Liebeskomoedie , Libanon„A Sad and Beautiful World“ ist eine Liebesgeschichte – aber eine, in der die Geschichte des Libanon ständig gegenwärtig ist. Yasmina und Nino werden während des Bürgerkriegs in Beirut geboren, lernen sich als Kinder kennen, verlieren sich aus den Augen und begegnen sich 25 Jahre später wieder. Nino glaubt trotz allem an seine Heimat, Yasmina möchte das Land verlassen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine große Liebe, während um sie herum Krieg, Wirtschaftskrise, Stromausfälle und politische Unsicherheit zum Alltag gehören. Regisseur Cyril Aris verbindet Tragisches und Komisches, Romantik und Realität zu einem überraschend lebenszugewandten Film. Beim Filmfest Venedig gewann „A Sad and Beautiful World“ den Publikumspreis.
- Sonntag, 25. Oktober 2026 - 17:00Niki White wollte Pianist werden. Doch dann macht ihn eine extreme Geräuschüberempfindlichkeit für die Konzertbühne untauglich. Als Klavierstimmer entdeckt der junge Mann mit dem absoluten Gehör schließlich eine erstaunliche neue Begabung: Er kann die Zahnräder von Safeschlössern hören. Aus dem Klavierstimmer wird ein ungewöhnlicher Safe-Knacker. Daniel Roher verbindet daraus eine Buddy-Komödie mit Dustin Hoffman, eine zarte Liebesgeschichte und einen überraschend spannenden Heist-Film – vor allem aber macht er Nikis besondere Wahrnehmung durch ein außergewöhnliches Sounddesign unmittelbar erfahrbar. Ein ungewöhnlicher, charmanter und musikalisch faszinierender Film, für den wir ausnahmsweise einmal unsere Krimi-Abstinenz unterbrechen.
- Dienstag, 27. Oktober 2026 - 19:30Kategorien: Dokumentarfilm, Archiv, Central, Flat, 2026WAS HABEN WIR GELACHT erzählt die Geschichte des Unterhaltungsfernsehens der 90er Jahre erstmals aus Frauenperspektive. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins blicken zurück auf ihr Werk und eine Zeit, in der Frauen im Fernsehen vor allem Beiwerk waren, als Pointen dienten und weiblicher Humor als Quotenkiller galt. Eine ganze Generation wurde so vor allem durch männliche Unterhalter sozialisiert – durch „Wetten, dass…?”, die „Harald Schmidt Show” und später “TV total”. Wie hat uns diese Zeit geprägt? Und was hat Witzigsein mit Macht und Gleichberechtigung zu tun? Dieser Film ist eine Zeitreise zurück zu den Lachern der 90er. ‘Was haben wir gelacht’ – oder vielleicht auch nicht? ======================================== Ein kluges Stück Mediengeschichte Ähnlich wie „Die Unbeugsamen“ die Politik über das Thema der Frauenbeteiligung neu vermessen hat, wird dieser Dokumentarfilm zu einer klugen Archäologie des Gelächters im deutschen Fernsehen und fragt nach den Machtverhältnissen hinter dem Humor. Ein unterhaltsames, politisches Stück Mediengeschichte, bei dem einem das Lachen immer wieder im Hals stecken bleibt – und das am Ende die beunruhigende Frage stellt: Übersehen wir heute vielleicht genauso viel wie damals? (Rüdiger Suchsland) ======================================== Jede Generation hält sich für die erste moralisch aufgeklärte Generation der Geschichte. Keine hatte damit bisher Recht. Die eigentliche Lehre aus solchen Rückblicken sollte nicht nur lauten, dass vergangene Generationen blinde Flecken hatten. Denn jede Generation hat blinde Flecken. Und moralische Arroganz ist kein Fehler einer bestimmten Epoche, sondern ein menschliches Grundmuster. .... Denn man unterschätzt in diesem retrospektiven Denken unsere eigene gesellschaftliche Kurzsichtigkeit. In einem seiner bekanntesten Sketche der 1980er Jahre übersetzt Otto englische Begriffe ins Deutsche und nutzt dabei völlig ungeniert Vokabeln (unter anderem das N-Wort), die wir heute zu Recht als rassistisch ächten. Heute könnte Otto seine Karriere beenden. Damals lachte ein Millionenpublikum. Der entscheidende Punkt ist dabei nicht, ob dieser Humor damals harmlos war (für Betroffene war er das wohl nicht). Das eigentlich Erschreckende ist die kollektive Selbstverständlichkeit, mit der eine ganze Gesellschaft glaubte, völlig im Recht zu sein. Genau diese absolute Gewissheit, auf der richtigen Seite zu stehen, sehen wir heute wieder, und wer Otto heute aburteilt, vergisst die eigentliche Lektion: Auch wir klatschen heute Beifall für Dinge, für die sich unsere Enkel in dreißig Jahren in Grund und Boden schämen könnten. ... Worüber werden die Menschen in den 2050ern den Kopf schütteln, wenn sie auf uns zurückblicken? Was, wenn unsere Enkel uns nicht für unsere Fehler kritisieren, sondern für unsere Gewissheiten? (Henning Beck)
- Mittwoch, 28. Oktober 2026 - 19:30Kategorien: romantische Liebeskomoedie , Libanon
- Donnerstag, 29. Oktober 2026 - 19:30Kategorien: Oscarkandidat, eksystent distribution, FlatDie 17-jährige Jessie stirbt kurz vor einer gemeinsamen Reise mit ihrer Mutter Ella, ihrer Schwester Melli und ihrem Freund Lux. Ein Jahr später holen die drei die Reise nach Teneriffa nach. Doch Sandra Wollner erzählt daraus kein gewöhnliches Familiendrama. Erinnerung, Gegenwart und Wirklichkeit beginnen ineinanderzugleiten. Die Kamera von Gregory Oke beobachtet die Menschen oft aus großer Entfernung und lässt dabei bewusst Leerstellen. Was zunächst ganz alltäglich wirkt, bekommt nach und nach etwas Rätselhaftes. Ein ungewöhnlicher, sehr berührender Film über Verlust, Erinnerung und die Frage, wie wir mit Menschen weiterleben, die nicht mehr da sind. In Cannes mit dem Hauptpreis von „Un Certain Regard“ ausgezeichnet und inzwischen Deutschlands Oscar-Kandidat 2027.
- Freitag, 30. Oktober 2026 - 20:30Kategorien: Literaturverfilmung, Filmagentin, ScopeSeit fast 40 Jahren sind Lore (Dagmar Manzel) und Harry (Joachim Król ) verheiratet. Doch während Harry nach seiner Pensionierung am liebsten im Garten arbeitet und sich über die Welt ärgert, hält Lore an ihrem Beruf als Bibliothekarin fest und fragt sich, ob das schon alles gewesen sein soll. Die bevorstehende dritte Hochzeit ihrer Tochter sorgt für zusätzlichen Zündstoff. Andreas Dresen erzählt in „Alte Liebe“ von den kleinen Kränkungen, alten Geschichten und eingespielten Ritualen einer langen Ehe – mit trockenem Humor, melancholischen Momenten und zwei großartigen Hauptdarstellern: Dagmar Manzel und Joachim Król. Der Film beobachtet genau, wie Menschen einander auf die Nerven gehen können und trotzdem miteinander verbunden bleiben.
- Mittwoch, 04. November 2026 - 19:30Kategorien: Literaturverfilmung
- Freitag, 06. November 2026 - 15:30
- Freitag, 06. November 2026 - 20:30Kategorien: Biopic, Historienfilm, Warner, ScopeAcht(einhalb) Ruderer, ein Boot und ein Trainer, der die Regeln des Sports infrage stellt: Ende der 1950er-Jahre formt der Ratzeburger Lehrer Karl Adam aus einer Außenseitermannschaft einen Achter, der 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom Gold gewinnt. Hannu Salonen erzählt in „Adams Acht“ von hartem Training, Rivalitäten und dem Versuch, sehr unterschiedliche Menschen auf ein gemeinsames Ziel auszurichten. Doch hinter dem sportlichen Aufstieg stehen auch die deutsche Teilung und Adams eigene Vergangenheit im Nationalsozialismus. Ein Sportdrama mit mitreißenden Ruderszenen – und der Frage, wie viel von der Geschichte eines Landes in einem Boot Platz findet.
- Freitag, 13. November 2026 - 20:30Kategorien: CentralAls eine 80-jährige Frau stürzt und zum Pflegefall wird, besorgt ihre überforderte Tochter einen humanoiden Pflegeroboter. Zuerst rebelliert die Seniorin gegen die Maschinenbetreuung. Doch da der Roboter ihre literarischen Vorlieben teilt und ihr auch sonst die fehlenden zwischenmenschlichen Kontakte ersetzt, freundet sie sich mehr und mehr mit ihm an. Die in der nahen Zukunft angesiedelte Tragikomödie besticht durch die einfühlsame Darstellung eines Pflegefalls, die differenzierte Schilderung von KI-Anwendungen und einen leisen Humor. Zudem strahlt der dialogreiche, ausgezeichnet gespielte Film trotz ernster Themen von Pflegenotstand bis zur Sterbehilfe eine bemerkenswerte Leichtigkeit aus– Sehenswert ab 14.
- Freitag, 20. November 2026 - 20:30Kategorien: Literaturverfilmung, StudiocanalEin Haus, wechselnde Bewohner und ein ganzes Jahrhundert deutscher Geschichte: In „Heimsuchung“ verfilmt Volker Schlöndorff den gleichnamigen Roman von Jenny Erpenbeck. Vom Nationalsozialismus über die DDR bis zur Wiedervereinigung erzählt der Film von Menschen, die an diesem Ort Glück suchen, Privilegien verteidigen oder ihre Heimat verlieren. Mit Martina Gedeck, Susanne Wolff, Lars Eidinger, Angela Winkler, Detlev Buck und David Bennent ist er prominent besetzt. Gedreht wurde im Sommerhaus von Albert Einstein in Caputh. Ein Film über Vergänglichkeit, Besitz und die Frage, was ein Zuhause ausmacht.
- Sonnabend, 21. November 2026 - 20:30Kategorien: Literaturverfilmung
- Mittwoch, 25. November 2026 - 19:30Kategorien: Literaturverfilmung
- Freitag, 04. Dezember 2026 - 15:30
- Sonntag, 20. Dezember 2026 - 16:00Ort: Kultur Trifft Kategorien: oeffentliche Veranstaltung, Theater, szenische Lesung, KulturTrifftDiese ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte, die amüsiert und zu Tränen rührt, ist seit über 30 Jahren ein unverzichtbarer „Kult" und gehört mittlerweile zu Weihnachten wie "Dinner for one" zu Silvester. Die Herdmann-Kinder – da ist sich der ganze Stadtteil einig – sind die schlimmsten Kinder aller Zeiten: Sie lügen, rauchen Zigarren, legen Feuer, verprügeln sich und andere Kinder, bringen die Nachbarn zur Verzweiflung und können ein Klassenzimmer mit Hilfe ihrer Monsterkatze in der Rekordzeit von drei Minuten völlig leer fegen. Und ausgerechnet diese Horde, die schlimmste Heimsuchung seit Menschengedenken – mischt die Vorweihnachts-Verschnarchtheit einer Kleinstadt auf: Sie beschließen, am Krippenspiel teilzunehmen. Sie pressen den andern Kindern sämtliche Hauptrollen ab und die Schlimmste von allen – Eugenia – übernimmt die Rolle der Maria. Natürlich erwartet jeder das übelste Krippenspiel (Hedwig, die Allerschlimmste, als Verkündigungsengel: He, euch ist ein Kind geboren!") aller Zeiten, aber letztlich kommt alles ganz anders ...
- Montag, 12. November 2029 - 19:30Kategorien: Eintritt frei, Kooperation, Dokumentarfilm, Arsenal, NSEin Dokumentarfilm über das jüdische Sonderkommando in Auschwitz-Birkenau und den einzigen bewaffneten Aufstand im Vernichtungslager ============================================= Aufstand in Auschwitz widmet sich einem Kapitel der Shoah, das selbst historisch Interessierten oft nur in Umrissen bekannt ist: dem Aufstand des jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz-Birkenau am 7. Oktober 1944. Diese Häftlinge waren gezwungen, im Zentrum der Vernichtungsmaschinerie zu arbeiten. Sie mussten Menschen in die Gaskammern begleiten, die Spuren des Massenmords beseitigen und wurden gerade deshalb selbst zu unerwünschten Zeugen eines Verbrechens, das jede Vorstellungskraft übersteigt. Diese Männer des Sonderkommandos sind die einzigen, die bezeugen können, was in der Todesfabrik geschieht, wie die Menschen sich ausziehen müssen, um in der Gaskammer mit Zyklon-B ermordet zu werden, wie sie die Toten aus den Gaskammern holen müssen, um sie in eigens dafür entwickelten Hochleistungs-Öfen zu verbrennen. Dann müssen die Männer des Sonderkommandos die Knochen zu Staub vermahlen und in die Weichsel schütten, damit nichts, aber auch gar nichts übrig bleibt von dem verhassten jüdischen Volk. Der Film nähert sich diesem Geschehen nicht über die überwältigende Ikonografie des Nationalsozialismus und auch nicht über eine Ästhetik des Grauens. Die Regisseurin Gabi Schlag sucht einen anderen Weg: den über die einzelnen Menschen, ihre Stimmen, ihre Erinnerungen, ihre Verzweiflung, ihre innere Zerrissenheit und ihren Mut. Gabi Schlag zeigt in Interviews mit Überlebenden und Zeugnissen von Angehörigen, ergänzt durch internationale Historikerinnen und Historiker, ein vielschichtiges Bild jener Männer, die im Wissen um den eigenen Tod beschlossen, sich zu wehren und der normalen Welt das wahre Bild der Todesfabrik zu zeigen. Unterstützt wird sie dabei von animierten graphic novel-Zeichnungen von Vincent Burmeister, die in ihren harten Kontrasten den Alltag von Auschwitz zeigen. Gerade darin liegt die besondere Kraft dieses Films. Er zeigt den Aufstand nicht als isolierten heroischen Akt, sondern als letzten Versuch, Würde zu behaupten, Spuren zu hinterlassen und der Welt von dem zu berichten, was in Auschwitz geschah. Die dokumentarische Erzählung verbindet Zeitzeugenschaft, historische Forschung und eine zurückhaltend eingesetzte graphic-novel-Ästhetik zu einer Form, die das Unsagbare nicht bebildern will, sondern dem Erinnern eine Gestalt gibt. Aufstand in Auschwitz ist ein Film für ein Publikum, das sich der Geschichte nicht im Vorübergehen nähern möchte. Er ist schmerzhaft, ohne auf Schockeffekte zu setzen; präzise, ohne kalt zu sein; und eindringlich, ohne das Leiden in Bilderlust zu verwandeln. In einer Gegenwart, in der historische Gewissheiten brüchig werden und autoritäres Denken wieder an Raum gewinnt, erinnert dieser Film daran, dass Aufklärung mehr sein muss als bloßes Wissen: nämlich die Bereitschaft, hinzusehen, auszuhalten und Verantwortung aus der Geschichte in die Gegenwart zu tragen.
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