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Komoedie
- August 1526
- Dienstag, 31. August 1526 - 17:00Kategorien: Komoedie, Literaturverfilmung, FrankreichEin etwa 50-jähriger Gelegenheitsarbeiter lernt eine 95-jährige Seniorin kennen, die ihm im Park aus Büchern vorliest. Dies wird für den einfachen Mann zum Anstoß, selbst Romane zu lesen und sich auf seine Art in die elegante Alte zu verlieben, was nicht so recht zu ihm und seinem bisherigen Umfeld passt. Eine liebevoll und behutsam, emotional gleichwohl packend inszenierte Paargeschichte aus der französischen Provinz mit stark märchenhaftem Einschlag. ============================= La tête en friche – »en friche« bedeutet: brachliegend, unbebaut – ist die Vorlage für den Film Das Labyrinth der Wörter (so auch der deutsche Titel des Romans). Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, freunden sich an: der Ich-Erzähler Germain Chazes, Mitte 40, ein Koloss von einem Mann, ohne Schulabschluss, der kaum lesen und schreiben kann, und die kleine, zarte, feinsinnige und kultivierte Margueritte Escoffier, eine 86jährige alte Dame. Und der gelingt es, Germain mit ihrer Leidenschaft für die Literatur anzustecken. Das Lesen bleibt für ihn nicht ohne Folgen: Germain beginnt, über sich und sein Leben nachzudenken, und wird am Ende des Romans ein anderer geworden sein. (Reclam(
- Dienstag, 31. August 1526 - 17:00Kategorien: Komoedie, US-amerikanischer Film, Feel-Good-Movie, Warner, ScopeIn Zach Braffs (Scrubs) Komödie spielen Morgan Freeman, Michael Caine und Alan Arkin die lebenslangen Freunde Willie, Joe und Al, die das Rentnerdasein in den Wind schießen und erstmals im Leben vom Pfad der Tugend abweichen. Der Grund: Ihr früherer Arbeitgeber schließt alle US-Standorte, verlagert die Produktion nach Asien, streicht ihre Firmenrenten – und ihre Hausbank wickelt alles ab. Als die drei die Rechnungen nicht mehr bezahlen können, setzen sie alles auf eine Karte und planen einen halsbrecherischen Coup, um eben jene Bank abzuzocken, die sich ihr Altenteil unter den Nagel gerissen hat.
- Dienstag, 31. August 1526 - 19:30Kategorien: Cesar-Filmpreis, Komoedie, Liebesfilm, Frankreich, Liebeskomoedie, Constantin, ScopePressetext der Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zur Vergabe des Prädikats "besonders wertvoll": "Der Film von Nicolas Bedos mit Daniel Auteuil und Fanny Ardant erzählt auf romantisch-irrwitzige Weise von einem Mann, der mit Hilfe einer Eventagentur in die Vergangenheit zurückreist, um die Geschichte seiner großen Liebe noch einmal zu erleben. --- Victor fühlt sich alt. Immer weniger findet er sich in dieser schnelllebigen digitalen Welt mit den sozialen Netzwerken und den automatisierten Vorgängen zurecht. Eines Tages ist seine Frau Marianne so sehr genervt von den ewigen Nörgeleien, dass sie ihn aus der gemeinsamen Wohnung wirft. In seiner Verzweiflung greift er zu einem Gutschein, den sein Sohn ihm geschenkt hat. Dessen bester Freund Antoine erfüllt Menschen Herzenswünsche, indem er sie in eine Zeit ihrer Wahl zurückschickt. Man kann in jede Epoche reisen, die Kostüme, das Setting und natürlich die Figuren werden von Antoine und seinem Team detailgetreu nachinszeniert. Victor entscheidet sich für eine ganz besondere „Zeitreise“: Er will zurück ins Jahr 1974, als er das schönste, aufregendste und liebenswerteste Geschöpf traf, in das er sich sofort unsterblich verliebte: Marianne. Schnell findet Victor heraus, dass man sich an große Gefühle nicht nur erinnern kann – man kann sie auch wieder und wieder empfinden. Die Ausgangsidee der französischen Komödie DIE SCHÖNSTE ZEIT UNSERES LEBENS könnte origineller und irrwitziger nicht sein. Und Regisseur und Drehbuchautor Nicolas Bedos setzt sie mit großer Verspieltheit um. Dabei zeigt er nicht nur die Welt der Illusion, in die sich Victor begibt, sondern offenbart mit klugem und scharfem Blick auch die Welt dahinter. Wenn sich hinter den erleuchteten Spiegeln im verträumten Café das Team versteckt und den Schauspielern per Ohrknopf Anweisungen gibt oder die Musik über einer Szene per Regler die richtige Emotion verleiht, dann wird der Film zu einer gewitzten Satire über die verführerische Kraft einer medialen Inszenierung. Dazu passen die herrlich pointierten Dialoge, die sich das spielfreudige Ensemble an den Kopf wirft. Immer wieder jedoch kehrt der Film zu seinem Kern zurück und erzählt eine warmherzige, authentische und inspirierende Geschichte über die Liebe und das Älterwerden. Das Paar, das sich im Laufe der Zeit im Alltag verloren hat, wird verkörpert von Daniel Auteuil und Fanny Ardant, die unter Beweis stellen, warum sie zu den Großen ihres Fachs gehören. Daniel Auteuil spielt Victor mit so viel Wärme und Wahrhaftigkeit, dass man seine Sehnsucht nach dem, was war, förmlich spüren kann. Und Fanny Ardant sprüht nicht nur vor Lebenslust, Charme und Charisma, sondern lässt hinter der scheinbar gefühllosen Fassade immer auch Sanftheit und Verletzlichkeit erkennen. Diese Ambivalenz der Emotionen macht alle Figuren authentisch und lebensecht. DIE SCHÖNSTE ZEIT UNSERES LEBENS ist romantisch, skurril, berührend und komisch. Französisches Kino zum Verlieben." (FBW – Prädikat besonders wertvoll) ============================================ Fazit: Daniel Auteuil begeistert in einem ebenso pfiffig wie klug geschriebenen und ins Bild gesetzten, romantischen Nostalgie-Trip mit aktuellem Appeal. (Antje Wessels) ============================================ Fazit: Echt und falsch, nostalgisch und up to date, bissig und warmherzig – mit leichter Hand und viel Verve verwirbelt Nicolas Bedos die scheinbaren Gegensätze und schafft einen mitreißenden Feelgood-Trip, der sicher nicht nur Best Ager in Champagnerlaune versetzt. (Karin Jirsak) ============================================ Mit Sicherheit kein Film für die Ewigkeit, aber eine verdammt unterhaltsame Komödie, die prickelt, funkelt und anregt – das ist schon einiges mehr, als man heute im Arthouse-Kino erwarten kann (Joachim Kurz ============================================ In „Die schönste Zeit unseres Lebens“ rekonstruiert eine Firma gegen Geld erlebte Situationen und Erinnerungen. Hört sich komisch an, ist es teilweise auch. Gleichzeitig geht die französische Tragikomödie aber auch zu Herzen, lässt uns über Themen wie Vergänglichkeit nachdenken und macht zugleich Mut, das Leben und die Welt immer wieder neu zu entdecken. (Oliver Armknecht) ============================================ Was ist so französisch an „Die schönste Zeit unseres Lebens“? Alles: die Cleverness, die Routine und die Ironie, der Glanz der Schauspieler und des Dekors, die Selbstverliebtheit und der Ernst, der sie überwindet. Das deutsche Äquivalent zu Bedos’ Film hieß „Traumfabrik“, ein schwerfälliges, pompöses Melodram vor dem Hintergrund des Mauerbaus, das im Juni in die Kinos kam und bald wieder daraus verschwand. In Frankreich hatte „Die schönste Zeit“ ein Millionenpublikum. Alles ist gut. (FAZ)
- Dienstag, 31. August 1526 - 19:30Kategorien: Komoedie, Literaturverfilmung, Coming of Age, Deutscher Filmpreis - Lola, Warner, ScopeVerfilmung des autobiografischen Romans von Joachim Meyerhoff, in dem dieser von seiner Ausbildung an der Münchner Otto-Falckenberg-Schauspielschule erzählt. Halt gibt dem an seinem Weg und seinem Talent zweifelnden und um seinen verstorbenen Bruder trauernden jungen Mann, dass er im Haus seiner exzentrischen Großeltern wohnen kann. Der Film bleibt eng an der Vorlage und nimmt nur diskrete, dramaturgisch stimmige Änderungen vor. Die sorgfältige Inszenierung trifft den heiter-melancholischen Tonfall des Romans und gießt ihn in eine atmosphärisch überzeugende filmische Form. Perfekt besetzt und gespielt, entsteht eine gelungene Mischung aus Coming-of-Age-Film, Familiendrama, Milieu-Komödie und Biografie. – Sehenswert ab 14 (Filmdienst)
- Dienstag, 31. August 1526 - 19:30RENTAL FAMILY erzählt die Geschichte eines in Tokio lebenden US-Schauspielers (Oscar®-Preisträger Brendan Fraser), der auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben ist, bis es ihm gelingt, einen ungewöhnlichen Job an Land zu ziehen. Für eine japanische „Rental Family“-Agentur schlüpft er in unterschiedliche Rollen und spielt als Familienmitglied den Sohn, Ehemann oder Vater. Während er mehr und mehr in die Lebenswelten seiner Kunden eintaucht und ihnen hilft, ihre familiären Lücken zu füllen, beginnt er echte Bindungen aufzubauen, die die Grenzen zwischen Schauspiel und Realität verschwimmen lassen. In der Auseinandersetzung mit den moralischen Aspekten seines neuen Jobs, entdeckt er den Sinn im Leben, das Gefühl von Zusammengehörigkeit und die Schönheit zwischenmenschlicher Beziehungen neu. ================================ “Mit angenehmer Leichtigkeit geht es so amüsant wie nachdenklich um Identität, Lügen und Einsamkeit. … Fraser präsentiert sich scheinbar mühelos als glaubhaftes Stehaufmännchen mit enormem Empathie-Potenzial. Eine ziemlich oscarreife Leistung in einem warmherzigen Crowdpleaser mit Tiefgang.” (programmkino.de) ================================ Fazit: „Rental Family“ fügt dem Thema der bezahlten und gemieteten Familienmitglieder und Vertrauenspersonen keine nennenswerten Gedanken hinzu. Dafür besticht Hikaris Tragikomödie aber mit einem anrührenden Charakterporträt, was vor allem einem bestens aufgelegten Brendan Fraser in der Hauptrolle zu verdanken ist. (Janick Nolting) ================================ Fazit: Diese unterhaltsame und berührende Tragikomödie der japanischen Regisseurin Hikari kreist um das in ihrer Heimat recht verbreitete Dienstleistungsangebot, Familienmitglieder oder Begleitungen auf Zeit zu mieten. Brendan Fraser spielt einen Amerikaner, der einen solchen Job annimmt und ins Privatleben fremder Menschen tritt. Er dient in seinem wachsenden Konflikt zwischen dienstlicher Rolle und echten Gefühlen als sympathische Identifikationsfigur für das Publikum. Dem Spielfilm gelingt eine ansprechende Verbindung von Komik und Herz. (Bianka Piringer) ================================ Fazit: „Rental Family“ ist ein sensibler, atmosphärisch dichter Film, der weniger von dramaturgischer Strenge als von Beobachtung, Stimmung und starkem Schauspiel lebt. Zwar unterläuft er seine leise Erzählhaltung stellenweise durch westlich geprägte Konventionen, doch es überwiegt der Eindruck eines Werks, das kulturelle Unterschiede nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. Selbst in kalkulierteren Momenten bleibt der Film aufrichtig berührend. (Antje Wessel) ================================ Das japanische Kino hielt lange Zeit große Stücke auf kulturelle Autonomie. Das Land gehört zwar seit Mitte des 20. Jahrhunderts zum Westen, ist aber immer noch ein Faszinosum der Fremdheit. Hikari adressiert mit Rental Family sehr geschickt den Umstand, dass das "wahre" Japan oft nur noch gespielt wird. Ihr Film hält schließlich ausreichend Distanz zu einem bloßen Rührstück, und für Brendan Fraser enthält er eine denkwürdige Rolle. (Bert Rebhandl für den Wiener Standard) ================================ In Japan kann man alles mieten – sogar eine Familie: In «Rental Family» spielt Brendan Fraser einmal mehr gross auf. Der berührende Spielfilm erzählt davon, wie sehr soziale Masken das Leben prägen und wie tief Einsamkeit in Japan verwurzelt ist. (Tobias Sedlmaier für die Neue Zürcher Zeitung/NZZ) ================================ Zwischen Performance und Bedürfnis erkundet Hikari, wie Rollen zu Beziehungen werden können – und wo sie unweigerlich scheitern. Ein leiser, berührender Film über Wahrheit, Lüge und die Sehnsucht nach Verbindlichkeit. – Das ist viel Schmalz, keine Frage. Aber es ist ein Schmalz, der berührt. Weil der Film zuvor genügend Vertrauen aufgebaut hat. Weil er seine Figuren ernst nimmt. Und weil er nicht so tut, als ließe sich Einsamkeit einfach auflösen. Rental Family bleibt ein Film der leisen Übergänge: von der Performance zur Begegnung, von der Rolle zum Menschen. Und das ist, bei aller Kritik, mehr, als viele andere Filme der letzten Jahre von sich behaupten können. (Axel Timo Purr)
- Dienstag, 31. August 1526 - 19:30Kategorien: Komoedie, romantische Liebeskomoedie , Feel-Good-Movie, Scope, Leonine
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:00Kategorien: Gesellschaftssatire, Komoedie, Scope, LeonineDie Zeiten sind sensibel. Das muss Familienvater Heinz Hellmich schmerzhaft feststellen, als ihm nach einigen ungeschickten Fehltritten in der Firma der Jobverlust droht. Um zu beweisen, dass er kein „alter weißer Mann” ist, lädt er seinen Chef und weitere Gäste (oder heißt es Gäst*innen?!) zu einem Dinner zu sich nach Hause ein. Mitsamt seiner Familie will er sich von seiner besten und politisch korrektesten Seite präsentieren! Doch schon in der Anbahnung des Abends tappt Heinz von einem Fettnäpfchen ins nächste und stellt dabei fest, dass seine Frau Carla, seine Kinder und auch Opa Georg nicht gerade pure Harmonie ausstrahlen. ============================ Fazit: Wenn ein Mann shitstormanfällige Werbung produziert und seine halbwüchsigen Kinder nicht versteht, ist seine Einstellung wohl nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Unter der Regie von Simon Verhoeven strampelt sich Jan Josef Liefers in der Titelrolle ab, um woke zu sein oder wenigstens zu wirken. Mit zündendem Dialogwitz nimmt die Ensemblekomödie den Zeitgeist mit seiner Neigung zu Sprach- und Denkvorschriften aufs Korn. (Bianka Piringer)
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:00Kategorien: Komoedie, Irland, Studiocanal, ScopeZwei irische Rentner versuchen, den Lottogewinn eines aus Freude über sein Glück verstorbenen Freundes zu erschleichen. Als der Betrug aufzufliegen droht, bitten sie ihr Dorf, die Lottogesellschaft zum Wohle aller gemeinschaftlich irrezuführen. Ein ideen- und temporeich inszeniertes, stets die richtige Balance zwischen Komik und Melancholie findendes Filmdebüt, das auf warmherzig-amüsante Weise Werte wie Liebe, Freundschaft und Solidarität zelebriert. Glänzend fotografiert, herausragend auch das Spiel der beiden perfekt harmonierenden Hauptdarsteller. – Sehenswert ab 14. (Filmdienst)
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Frankreich, 24Bilder, ScopeAlice ist durch ihre Tätigkeiten als Bürgermeisterin und Lehrerin im kleinen Dorf Kerguen eine viel beschäftigte Frau. Als unerwartet ein neuer Schüler, der 60-jährige Emile, in ihrer Klasse auftaucht, droht ihr Alltag endgültig unkontrollierbar zu werden. Während sie dem älteren Mann Lesen und Schreiben beibringen möchte, muss sie zusätzlich noch ihr Dorf retten. ===================================== Fazit: Die gelungene Komödie hat mit ihrem liebevollen Humor genau die richtige Message für alle, die sich im Alltag für andere aufopfern: Es lohnt sich, ein netter Mensch zu sein. Ein Film, der wahrscheinlich jedem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert, und das tut richtig gut. Wohlfühlkino à la bonheur, vier Sterne und fünf Herzchen. (Gaby Sikorski) ===================================== Fazit: Nach "Roxane" (2019) spielt auch der neue Film von Regisseurin und Drehbuchautorin Mélanie Auffret in der Provinz. Dieses Mal steht ein ganzes Dorf im Zentrum ihrer leichtfüßig erzählten Komödie. Mit einem tollen Gespann in den Hauptrollen besetzt, überzeugt "Es sind die kleinen Dinge" durch seine unverstellte Art. (Falk Straub)
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Roadmovie, Frankreich, 5:3 = 1,66:1Nachdem ein neunjähriges Mädchen die Briefe der angeblich toten Großmutter gelesen hat, "entführt" es seinen Großvater aus einem Pariser Altenheim. Die Mutter im Schlepptau, erzwingt das Kind eine Familienzusammenführung und bringt ein Gebilde aus Lebenslügen zum Einsturz. Erstlingsfilm als präzis beobachtendes Road Movie, das subtil zwischen Komödie und Melodram wechselt und von der entwaffnenden Kraft kindlicher Wahrheitssuche handelt. Gänzlich unaufgeregt erzählt der leise Film seine mitunter ergreifende Geschichte. – Sehenswert ab 14.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, romantische Liebeskomoedie , Archiv, Frankreich, Filmagentin, Scope, FRDE, 2025Nach „Das Haus am Meer“ und „Gloria Mundi“ der neue Film von Robert Guédiguian. In Marseille hat die 60-jährige Rosa (Ariane Ascaride) ihr Leben sowohl ihrer Familie als auch der Gewerkschaftspolitik mit dem gleichen Sinn für Opferbereitschaft verschrieben. Alle halten sie für unerschütterlich. Rosa findet für alle Herausforderungen eine Lösung, bis sie sich eines Tages in Henri (Jean-Pierre Darroussin) verliebt. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat Rosa Angst, sich zu binden. Soll sie etwas für sich selber einfordern und dafür in Familie und Gewerkschaft kürzer treten? ================== Fazit: Der französische Regisseur Robert Guédiguian setzt der neu erwachten Solidarität und Nachbarschaftshilfe in einem alten Viertel von Marseille ein filmisches Denkmal. Das von einer alternden, politisch engagierten Krankenschwester und Mutter angeführte Figurenensemble spiegelt die multikulturelle Tradition der Stadt am Mittelmeer. Trotz ihrer Realitätsnähe durchzieht die auf wahren Ereignissen basierende Geschichte auch eine zarte fiktionale Entrücktheit. Sie beschwört nicht nur die Kiez-Atmosphäre, sondern kreist auch um eine wunderbar gespielte späte Romanze. (Bianka Piringer) ================== Fazit: „Das Fest geht weiter!“ ist ein warmherziger, poetischer Film, der menschliche und politische Konflikte vereint und Marseille in einem utopischen Licht zeigt. Guédiguians feinfühlige Inszenierung wirkt wie eine liebevolle Umarmung, die das linksliberale Bürgertum zugleich herausfordert und bestärkt. (Oliver Armknecht)
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Philippa (Sally Hawkins) hat es nicht leicht: in ihrem Agenturjob wird sie ständig übersehen, ihre Söhne gehen langsam eigene Wege und sie steckt mitten in der Scheidung von John (Steve Coogan), mit dem sie sich eigentlich ganz gut versteht. Nach einem Theaterbesuch entwickelt sie eine Faszination für König Richard III. und setzt sich zum Ziel, seine verschollenen, sterblichen Überreste zu finden. Sie will nicht wahrhaben, dass der umstrittene Monarch wirklich ein so verachtenswertes Monster war, wie ihn Shakespeare darstellte. Ihre Suche ist der Ausgangspunkt für eine abenteuerliche Reise, auf der die unscheinbare Philippa gegen große Widerstände ihrer Intuition folgt und es mit angesehenen Historikern aufnimmt, um der Welt die wahre Geschichte von Richard III. zu erzählen. Nach ihrem Publikumserfolg PHILOMENA haben sich der gefeierte Regisseur Stephen Frears (DIE QUEEN, HIGH FIDELITY), Jeff Pope (Drehbuch) und Steve Coogan (Drehbuch und Darsteller) erneut zusammengefunden, um mit typisch britischem Humor die wahre und bewegende Geschichte einer ungewöhnlichen Frau zu erzählen: die zweifach Oscar-Nominierte Sally Hawkins (SPENCER, SHAPE OF WATER) spielt Philippa Langley, die 2012 die verschollenen sterblichen Überreste von König Richard III. fand und damit die Geschichtsschreibung veränderte. THE LOST KING erzählt mit britischem Humor Philippas Suche als zutiefst menschliche Reise, als Triumph einer Frau, die sich von der männerdominierten akademischen Welt nicht von ihrem Weg abbringen lässt und damit eine unglaubliche Entdeckung macht.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Archiv, Frankreich, Studiocanal, Scope, 2023, SEDer französische Komiker, Schauspieler und Filmemacher Dany Boon erlangte internationale Bekanntheit mit beschwingten, oft auf Slapstick setzenden Humorarbeiten wie „Willkommen bei den Sch’tis“. Dass er nicht nur den Clown geben, sondern auch ernste und leise Töne anschlagen kann, beweist er nun unter der Regie von Christian Carion in der Tragikomödie Im Taxi mit Madeleine. Was recht beschaulich und unverfänglich beginnt, bekommt auf einmal einen unerwartet abgründigen Dreh, ohne dass der Film vollends ins Schwermütige kippen würde. Die Balance zwischen bedrückenden und heiter-warmen Momenten gelingt – vor allem dank Boon und seiner stark aufspielenden Kollegin Line Renaud. (Christopher Diekhaus) =============================== Fazit: Eine Taxifahrt durch Paris als Rückblick auf ein ganzes Leben. Das funktioniert erstaunlich gut dank der beiden großartigen Darsteller Line Renaud und Dany Boon, die perfekt aufeinander eingespielt sind. Sie sorgen für eine beinahe heitere Stimmung in einem Film, in dem es um ein bewegendes Frauenschicksal geht. Eine so anrührende wie humorvolle Reise durch ein Menschenleben (Gaby Sikorski) =============================== Aus seinem vierten gemeinsamen Film mit dem großen französischen Altstar Line Renaud macht Dany Boon eine Hommage nicht nur an die 94-Jährige persönlich, sondern an ihre ganze Generation (Birgit Roschy)
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Eine ältere Frau hat alle Freude am Leben verloren, seitdem ihr Mann sie verlassen hat. Das ändert sich, als ein polnischer Arbeiter aushilfsweise den Job der Putzfrau übernimmt. Obwohl sie ohne ihn bald verkümmern würde, behandelt sie ihn nicht immer wohlwollend und kann sich nicht gegen das Stirnrunzeln ihrer Umgebung zur Wehr setzen. Erst als der Mann nach einer Demütigung den Kontakt abbricht, beginnt bei ihr ein Erkenntnisprozess. Das mit lakonischem Humor gespickte Porträt einer vernachlässigten Frau balanciert perfekt zwischen Stimmungslagen und Selbstbehauptung, wobei sich Satire und Gesellschaftsporträt, Vorurteile, Lebensdrama und saturierte Wohlstandsgefälligkeit die Waage halten. =============================================================== „Da kommt noch was“ ist eine wunderbar leise Komödie, die ihr Pulver nicht vorschnell verschießt, sondern den Biss der Satire nur sanft zwicken lässt. Insofern ist es ganz sinnig, dass der eigentlich plausible Originaltitel „Monday um zehn“ zum Filmstart in eine vieldeutigere und verheißungsvollere Version umgedichtet wurde. Damit ist nicht zu viel versprochen.-- =============================================================== Der Film erfasst das Umfeld seiner Protagonistin präzise und mit klugem Witz. Von den Dialogen über die Figurenzeichnung bis hin zur Interpretation von Ulrike Willenbacher und Zbigniew Zamachowski ist alles vollauf gelungen!
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Der Leiter eines Schweizer Bestattungsunternehmens fährt bei einer Fahrt nach Montpellier auf einer Landstraße einen Fahrradlieferanten an und wird ihn von da an nicht mehr los. Der Mann leidet an zerebraler Kinderlähmung, entpuppt sich trotz seiner unkoordinierten Bewegungen aber als Hobby-Philosoph, der ständig ein passendes Zitat auf den Lippen hat. Tragikomödie über eine ungewöhnliche Männerfreundschaft, bei der sich die Figuren durch ihre unterschiedliche Beschäftigung mit dem Tod näherkommen. Der charmante und anspruchsvolle Film kreist auch um die Frage, was Glück und ein erfülltes Leben ausmachen, und überzeugt auch in den Nebenepisoden. – Sehenswert ab 14
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Ausschlafen möchte er, Fahrrad fahren und vegan leben. Das sind die Pläne des Neu-Pensionärs Peter (Stefan Kurt), seine Frau kommt darin leider nicht vor: Alice (Esther Gemsch) hat andere Träume, sie möchte endlich etwas erleben, ausgehen und die Welt erkunden. Die beiden Mittsechziger aus der Zürcher Mittelschicht sind seit Ewigkeiten verheiratet und haben zwei erwachsene Kinder, ausgerechnet im Ruhestand wird es aber unruhig. Während er seinen besten Kumpel mit auf eine romantische Kreuzfahrt nimmt, tanzt sie alleine zu Siebzigerjahre-Discohits. Als es zur Aussprache kommt und er einen ehelichen Nichtangriffspakt schließen will, sagt sie: "Ich will aber nicht in Ruhe gelassen werden!" (Süddeutsche Zeitung) =========================== Als Zuschauer ist man blendend unterhalten, weil man sich wiedersieht in den Figuren, egal wie alt man selbst sein mag. (Blickpunkt:Film)
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Berlinale-Baer, Science-Fiction-Film, Komoedie, Archiv, Liebesfilm, Literaturverfilmung, Paramount, Flat, 2021
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, US-amerikanischer Film, Archiv, Literaturverfilmung, UPI, Scope, 2022Fazit verschiedener Filmkritiken, die sich alle dem märchenhaften Charme dieses Geschichte nicht entziehen können: ================================= Mut zu altmodisch naiver Unterhaltung. Mit Inbrunst hebt die Geschichte einer Londoner Putzfrau der 1950er Jahre, die sich in Paris ein Haute-Couture-Kleid von Dior kaufen will, in die Gefilde eines wahr werdenden Wunschtraums ab. Lesley Manville spielt die Hauptfigur überzeugend als reines Klischee einer herzensguten, einfachen Frau, der die Sympathien zufliegen. Isabelle Huppert glänzt in der Rolle der Directrice des Modehauses, die der unwillkommenen Kundin die kalte Schulter zeigt. ================================= Dies ist ein enorm charmanter Film, der zum Teil in Budapest gedreht wurde, das für Paris herhalten musste, da die Stadt an der Seine von ihrer Architektur zum Teil schon zu modern geworden ist. Nichts an diesem Film ist wirklich überraschend, aber das macht ihn auch so heimelig. Ein Film, bei dem man sich wohlfühlen kann, der von einer Welt erzählt, die es so vielleicht nie gegeben hat, die aber ein gewisses märchenhaftes Flair ausstrahlt. ================================= Der Film ist warmherzig, aber nicht naiv. Er bewegt sich in den klassischen Bahnen des Erzählkinos mit einer vertrauten Heldinnenreise und ist dabei doch nie langweilig und reizlos, sondern voller Charme und Empathie. ================================= „Mrs. Harris und ein Kleid von Dior“ erzählt die Geschichte der beliebten Romanreihe neu, ohne etwas an dieser oder dem Setting zu ändern. Die Tragikomödie um eine englische Putzfrau, die nach Paris reist, um dort ein Dior-Kleid zu kaufen, ist hübsch anzusehendes und sehr gut besetztes Zuckerwatte-Kino mit wenig Inhalt oder Sinn für Realismus, dafür aber einem hohen Wohlfühlfaktor. ================================= Fazit: Eine in der Hauptrolle großartig gespielte und im besten Sinne altmodische Dramödie mit einer märchenhaften Story, die von der Erfüllung eines Traums erzählt.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Literaturverfilmung, Constantin, LeonineEin Bestsellerautor gerät mit Mitte 50 in eine Krise, als seine 18-jährige Tochter unverhofft auszieht und seine Ehefrau gleich mitnimmt. Zu allem Überfluss eröffnet ihm sein Lektor, dass seine kommerziell einträgliche Buchreihe eingestellt wird. Just da lernt er eine schöne, schlagfertige Frau kennen, die seinem Leben vielleicht eine neue Richtung geben könnte. Eine unausgeglichene Komödie, die zunächst plakativ die künstlich aufgerissene Kluft zwischen den Geschlechtern verhandelt, um sich dann auf die berufliche und private Neuorientierung und Läuterung eines einstmals erfolgreichen Mannes zu konzentrieren, wobei vieles Behauptung des Drehbuchs bleibt. - Ab 14.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Literaturverfilmung, LeonineAuf der Jahreshauptversammlung eines Tennisclubs brechen über der scheinbar banalen Frage, ob für ein muslimisches Mitglied ein eigener Grill angeschafft werden soll, unerwartete Gräben auf. Was als harmloser Schlagabtausch beginnt, droht in einen handgreiflichen Tumult abzugleiten, als immer mehr Ressentiments zur Sprache kommen, hinter denen Klischees, Rassismus, Ängste und Neid sichtbar werden. Eine amüsante, kammerspielartige Satire, die ihre Herkunft vom Boulevardtheater nicht kaschieren kann. Die glänzend besetzten Schauspieler laufen in der vergnüglich-nachdenklichen Satire über schrille Auswüchse der „Political Correctness“ zu Hochform auf. - Ab 14.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Frankreich, Piffl, Scope, FRDEEine talentierte französische Köchin, die seit ihrer Kindheit von einem eigenen Restaurant träumt, verdingt sich aus finanzieller Not als Kantinenchefin in einem Heim für unbegleitete Migranten. Aus den lernbereiten Jugendlichen formt sie nach und nach eine schlagkräftige Küchenbrigade. Eine kurzweilige, an ein reales Vorbild angelehnte Feel-Good-Sozialdramödie, die auf eine Mischung aus jungen, spielfreudigen Migranten und professionellen Darstellern setzt und geschickt die Balance zwischen gesellschaftskritischen Tönen und sanfter Komik wahrt. - Sehenswert ab 14. (Filmdienst)
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Heike, Komoedie, Film, Archiv, Spielfilm, europaeischer Film, Frankreich, Concorde, 2019Krimikomödie um drei Arbeiterinnen einer nordfranzösischen Konservenfabrik, die sich nach dem gewaltsamen Ableben ihres übergriffigen Chefs angesichts seiner prallen Geldtasche plötzlich reich wähnen. Allerdings geraten die drei nicht nur ins Visier der Polizei, sondern müssen sich auch einer belgischen Gangster-Truppe und deren französischen Mittelsmanns erwehren. Der selbstbewusste Debütfilm glänzt mit wunderbaren Bildideen, sprühendem Wortwitz, einer souveränen feministischen Haltung und gutem Gespür für Rhythmus, Timing und Slapstick. Hinzu kommen drei umwerfend komische Hauptdarstellerinnen, die sich perfekt ergänzen.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Archiv, Tanz, Frankreich, Studiocanal, Flat, 2022, FRDEAls die Karriere einer Ballerina nach einem Unfall auf Eis liegt und vor dem Aus steht, muss eine junge Französin ihr Leben neu ausrichten. In einem Kulturzentrum in der Bretagne schließt sie sich zögerlich einer modernen Tanzcompagnie an und beginnt eingefahrene Vorstellungen zu hinterfragen. Der heitere Film handelt von einer Selbstsuche, bei der die ernsten Themen mit humoristischen Einlagen und skurrilen Nebenfiguren aufgelockert werden. Zwar bleibt die solide Inszenierung überwiegend auf vertrautem Terrain, überzeugt aber mit der Entscheidung, von der langsamen Veränderung der Hauptfigur mit fesselnden Tanzszenen zu erzählen. – Ab 14. ================================================ Elise wird bei einem Auftritt im Alter von 26 Jahren verletzt. Obwohl man ihr sagt, dass sie nicht mehr tanzen kann, versucht sie, eine neue Richtung im zeitgenössischen Tanz zu finden. ============================ Fazit: Auch Cédric Klapischs neue Tragikomödie ist ein waschechter Wohlfühlfilm und noch dazu ein ausgezeichneter. Anders als andere Tanzfilme ist Klapischs Annäherung an diese Kunstform weder düster noch intrigant, sondern bleibt bis zur letzten Minute leichtfüßig. Hofesh Shechters Musik und Choreografien sind Weltklasse, und Hauptdarstellerin Marion Barbeau ist eine Entdeckung. Ein Tanzfilm über das Leben, die Liebe und Leidenschaft. Umwerfend und urkomisch! Falk Straub – Spielfilm.de ============================== In Frankreich war „Das Leben ein Tanz“ ein großer Kinoerfolg. Cédric Klapisch hat in Interviews vermutet, das könnte daran liegen, dass das Publikum nach zwei Corona-Jahren besonders gierig auf Geschichten über Bewegung und Begegnung sei. Aber „En corps“ ist einfach ein sehr guter Film. FAZ =========================================================================== So hat man Ballett lange nicht im Kino gesehen. Der Film „Das Leben ein Tanz“ vom französischen Regisseur Cédric Klapisch vibriert regelrecht. Tagesspiegel
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Europaeischer Filmpreis, Komoedie, Archiv, Frankreich, Filmwelt, Scope, 2023Ein arbeitsloser Schauspieler übernimmt einen Theaterkurs für Gefängnishäftlinge. Diese präsentieren sich erst wenig motiviert, bis der neue Kursleiter „Warten auf Godot“ mit ihnen einstudiert, mit dessen Plot um die Absurdität des Daseins sie sich identifizieren können. Was als Gefängnisprojekt beginnt, bringt der Truppe auch Einladungen an renommierte Bühnen ein, doch droht ihr der Erfolg bald zu Kopf zu steigen. Eine optimistisch-warmherzige, bodenständig bleibende Komödie mit sorgfältig gezeichneten rauen Figuren. Der aus der Reibung der Charaktere entstehende Wortwitz begeistert ebenso wie die enthusiastische Leidenschaft fürs Theaterspiel. – Sehenswert ab 14.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Tragikomoedie, Archiv, Liebesfilm, Literaturverfilmung, Studiocanal, Scope, 2023Für ein Mädchen, das behütet in einem Dorf im Westerwald bei seiner Großmutter aufwächst, ändert sich das Leben an jenem Tag, nachdem seine Oma von einem Okapi geträumt hat. Jahre später verliebt sie sich als junge Frau, trägt aber die Last der Vergangenheit weiter in sich. Um diese Kerngeschichte herum drapiert die Romanverfilmung zahlreiche schrullige Figuren und entfaltet dank einer sorgsamen Inszenierung kongenial die Balance aus Ironie und Intimität. Mit pointierten Dialogen und sparsamer Musikuntermalung demonstriert der Film, wie ungeschönt und schwerelos sich von Tod und Liebe erzählen lässt. – Sehenswert ab 14.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Gesellschaftssatire, Komoedie, Literaturverfilmung, Warner, FlatDER HELD VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE erzählt die Geschichte vom kurz vor der Pleite stehenden Berliner Videothekenbesitzer Micha Hartung (Charly Hübner), der ungewollt zum gesamtdeutschen Helden wird: Als ihn zum 30. Jahrestag des Mauerfalls ein Journalist zum Drahtzieher der größten Massenflucht der DDR stilisiert, steht sein Leben plötzlich Kopf. Als Hochstapler wider Willen verstrickt sich Micha in einem Gestrüpp aus Halbwahrheiten und handfesten Lügen. Und als das fragile Kartenhaus der Geschichte um ihn herum einzustürzen droht und sein Leben so richtig im Chaos versinkt, trifft er Paula (Christiane Paul). Dass eine erfolgreiche, kluge und witzige Frau wie sie sich für einen Mann wie ihn interessieren könnte, hätte Micha nicht für möglich gehalten. Doch die sich anbahnende Liebesgeschichte wird von der Lüge überschattet. Eine herzenswarme Komödie über Geschichte als Mythos, die Tücken Deutscher Erinnerungskultur und das Leben als Spiel des Erinnerns, Vergessens und Erfindens. Ein vergnügliches Lehrstück über die Hierarchie der Geschichtsschreibung und ein Film über die Kraft des Geschichtenerzählens.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Frankreich, Neue Visionen, ScopeEin einzelgängerischer Busfahrer in den Fünfzigern beschließt nach einem Herzinfarkt, den Kontakt zu seiner Tochter zu suchen, die er zuletzt als Kind gesehen hat. Da es ihm schwerfällt, sich ihr zu offenbaren, will er an einem Kurs der Tanzlehrerin teilnehmen, muss dafür allerdings erst einmal die Grundlagen des Gesellschaftstanzes lernen. Eine sympathische, gut gespielte Komödie um den Versuch, in der zweiten Hälfte des Lebens die Fehler der ersten auszubügeln. Die Furcht vor Ablehnung und Einsamkeit nimmt der Film ernsthaft, wenngleich auch mit satirischem Biss auf, während vor allem das Verstellungsspiel eines tanzenden Tanzverächters für originelle Pointen sorgt. ====================================== Eigentlich müsste diese melancholische Komödie um einen aus der Zeit gefallenen Macho, der spät väterliche Gefühle entwickelt, ein Starvehikel für Frank Dubosc sein. Aber der Hauptdarsteller, Regisseur und Autor überlässt die trefflichsten Gags seinen Leinwandpartnern; namentlich dem Schriftsteller Michel Houellebecq, der in der Rolle eines Kardiologen als vergnügter Schwarzmaler glänzt.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Screwball-Komoedie, Frankreich, Neue Visionen, ScopeAls François herausfindet, dass seine Frau ihn vor 40 Jahren betrogen hat, will er ihren ehemaligen Liebhaber, der jetzt in Nizza lebt, zur Rede stellen. „Liebesbriefe aus Nizza“ ist eine leichte Komödie über schmerzhafte Lebensschicksale und erzählt, wie man nach 50 Jahren Ehe mit Enttäuschungen und verpassten Chancen umgeht. (Rüdiger Suchsland) ============================================ LIEBESBRIEFE AUS NIZZA ist eine umwerfende Sommerkomödie über eine so wilde wie wahnwitzige Vendetta an der Côte d'Azur. Mit herrlichen Pointen entfaltet Regisseur Ivan Calbérac („Frühstück bei Monsieur Henri“) eine grandiose und sehr romantische Screwball-Komödie über den dritten und den vierten Frühling im Leben. Eine Revanche à trois voller Situationskomik, die mit viel Humor zeigt, dass kein Alter vor frischer Verliebtheit und später Rache schützt.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, 24Bilder, Scope, AustralienDie junge Millie (Danielle Macdonald) ist eine brillante Fondsmanagerin. Dennoch gibt sie ihren Job auf, kehrt ihrem Freund und London den Rücken, um ihren Lebenstraum zu verwirklichen: Millie möchte unbedingt Opernsängerin werden! Dafür reist sie in die einsamen schottischen Highlands, um bei der renommierten, aber gefürchteten Gesangslehrerin und ehemaligen Operndiva Meghan (Joanna Lumley) intensiven Gesangsunterricht zu nehmen. Dort lernt Millie auch Max kennen, einen weiteren Schüler von Meghan, der ebenfalls für den bevorstehenden Gesangswettbewerb trainiert. ============================================== Fazit: Gegensätze ziehen sich an, was eine von Danielle Macdonald gespielte Fondsmanagerin nicht nur in die Welt der Oper zieht, sondern auch ihr Herz für einen von Hugh Skinner verkörperten Eigenbrötler höherschlagen lässt. Überhaupt bietet Ben Lewins "Verrückt nach Figaro" viel fürs Herz. Eine romantische Wohlfühlkomödie bei schönstem schottischen Schmuddelwetter. (Falk Straub)
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Oscarnominierung, Komoedie, Tragikomoedie, Roadmovie, Daenemark, mindjazz, ScopeEine schizophrene Frau reist mit ihrer Schwester und deren Mann auf einer geführten Tour mit dem Bus nach Paris, wo sie dreißig Jahre zuvor eine unvergessliche Zeit verbrachte. Unterwegs und vor Ort mischt sie mit ihrer schonungslosen Offenheit die Mitreisenden auf, es kommt aber auch zu unerwarteten Annäherungen. Ein tragikomisches Road Movie, grandios gespielt und behutsam inszeniert, das zwischen Empathie und Pathos, Klischees und Wahrhaftigkeit die Balance wahrt. Ebenso berührendes wie verstörendes Wohlfühlkino. (Filmdienst) ================================================== Denn „Rose – Eine unvergessliche Reise nach Paris“ ist einfach alles. Mal lustig, mal traurig, mal ernst, mal komisch, mal voller Esprit und dann wieder melancholisch. Kurz gesagt: Niels Arden Oplev versteht es als Autor und Regisseur sehr gut, das Leben abzubilden. Sicherlich ist Ellen anders als ihre Mitreißenden und wohl auch die meisten Zuschauer, aber was sie und ihre Familie erleben, ist dann doch wieder sehr normal. Und so stürzt Oplev das Publikum in einen Reigen des Gefühls. Am Ende erweist sich der Film als höchst befriedigend, weil man das Gefühl hat, etwas Leichtherziges, aber auch Profundes gesehen zu haben." (Programmkino.de) ============================================= Die bewegende Komödie von BAFTA-Preisträger Niels Arden Oplev ("Verblendung") trifft mitten ins Herz. Mit einer gelungenen Mischung aus Drama und Komödie wurde ROSE in Skandinavien zum Überraschungshit an den Kinokassen. In der Hauptrolle brilliert die großartige dänische Schauspielerin Sofie Gråbøl, bekannt als Kommissarin Lund. Diese Busreise wird so schnell niemand vergessen. Denn als Inger ihre Schwester Ellen und deren Mann Vagn im Herbst 1997 auf einen Kurztrip nach Paris begleitet, läuft nicht alles nach Plan. Inger fällt unter den anderen Reisenden auf. Offen erklärt sie ihre psychologische Situation: sie ist schizophren. Dies zeigt sich vor allem in ihrer Unverblümtheit, die nicht allen gefällt. Schnell gerät die Familie zwischen Unverständnis und Vorurteile. Doch in Paris angekommen wird klar, dass alle so ihr Päckchen mit sich rumtragen. Während eines der mitreisenden Paare in einer Ehekrise steckt, freundet sich Inger mit deren Sohn an, der fasziniert ist von ihrer Direktheit. Und so verwickelt Inger die kleine Reisegruppe in ihr ganz eigenes Abenteuer, dass sie schon bald vor die Wohnungstür einer verschollenen Liebe führt.
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, Frankreich, Neue Visionen, ScopeEin Familien-Idyll im Frankreich der 1950er Jahre: Michel (Didier Bourdon), mittelmäßig, ist Bankangestellter und Ernährer, seine “bessere Hälfte” Hélène (Elsa Zylberstein), mit Dauerwelle, aber aufsässig, kümmert sich um Haushalt und Kinder. Das patriarchale Paradies scheint perfekt, bis ein Kurzschluss der gerade eingezogenen Waschmaschine die beiden ins Jahr 2025 katapultiert. Plötzlich sind die Rollen neu verteilt. Während sich Hélène aller Ahnungslosigkeit zum Trotz erstaunlich gut als karriere-intensive Powerfrau schlägt, muss sich Michel als Hausmann im Smart-Home abmühen. Statt Unterwerfungsrhetorik braucht Michel nun Empowerment, Hélène genießt die Freiheit der Emanzipation. Doch die schöne neue Welt hat so ihre Tücken: der virtuelle Sprachassistent ist ein sturer Bock, die Möbel muss man sich selbst zusammenschrauben, der Hundekot wird vom Boden aufgehoben und die eigene Tochter möchte ihre Freundin heiraten. Fazit: Angesichts konservativer Kräfte, die am liebsten zu einem Leben wie in den 1950er-Jahren zurückkehren möchten, kommt dieser Film gerade richtig. Die französische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Vinciane Millereau liefert mit ihrem Langfilmdebüt "Die progressiven Nostalgiker" eine boulevardeske Gesellschaftskomödie ab, die vermittels einer Zeitreise die Rollen der Geschlechter hinterfragt, ohne dabei zu ernst und schwerfällig zu geraten. Auch wenn der Film nur an der Oberfläche kratzt, ist er vor allem dank der blendend aufgelegten Hauptdarstellern unterhaltsam. Jetzt reicht es dem entmachteten Familienoberhaupt. Es geht zurück in die gute alte Zeit und zwar sofort! Wenn er nur wüsste, wie man die smarte Waschmaschine auf Zeitrückreise programmiert... In DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER ist die Freiheit immer nur einen Flügelschlag von der guten alten Zeit entfernt. Regisseurin Vinciane Millereau beweist ein großartiges Gespür für die Absurditäten unserer Zeit. Mit rotzfrechem Humor, präzisem Sarkasmus und herrlicher Situationskomik nimmt DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER die Heilsversprechen unserer Gegenwart aufs Korn und erzählt von der wunderbaren Relativität der Geschichte. ========================================= Fazit: Früher war vielleicht mehr Lametta, aber es war keinesfalls alles besser. Die unterhaltsame Komödie über ein Ehepaar, das aus dem Jahr 1958 ins Heute katapultiert wird, kombiniert Witz und Nostalgie mit viel freundlichem Boulevard-Humor. Tatsächlich entpuppt sie sich immer mehr als zwar überaus vergnügliche, aber nebenbei durchaus nachdenkenswerte Betrachtung über den unaufhaltsamen Wandel, über das, was wirklich zählt … und natürlich karierte Caprihosen. (Gaby Sikorski) ========================================= Fazit In „Die progressiven Nostalgiker“ landet ein Paar aus den 50ern in der Gegenwart und tut sich mit der sich gewandelten Welt schwer. Das Aufeinandertreffen von konservativen und fortschrittlichen Weltsichten mag nicht sonderlich subtil sein. Spaß macht die Komödie aber schon und ist dabei schön anzusehen. (Oliver Armknecht) ========================================= Getragen wird die amüsante Inszenierung vor allem vom Hauptdarstellerduo Didier Bourdon und Elsa Zylberstein. Es ist ein Vergnügen, diesem eingespielten Team zuzusehen, das angesichts des erlittenen Kulturschocks mit bestechender Spielfreude agiert. Dass eine unbedarfte Hausfrau als Bankchefin ohne jede Fachkompetenz sogleich befördert wird, ist zwar ebenso wenig plausibel wie die Behauptung, dass ein erzkonservativer Macho ohne jeden Anflug von Widerspruch und ohne jede Anleitung einen modernen Haushalt managen kann. Angesichts der schauspielerischen Leistungen lassen sich einige Glaubwürdigkeitsmängel in der Figurenzeichnung jedoch leicht verschmerzen. (Reinhard Kleber) ========================================= Fazit: Angesichts konservativer Kräfte, die am liebsten zu einem Leben wie in den 1950er-Jahren zurückkehren möchten, kommt dieser Film gerade richtig. Die französische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Vinciane Millereau liefert mit ihrem Langfilmdebüt "Die progressiven Nostalgiker" eine boulevardeske Gesellschaftskomödie ab, die vermittels einer Zeitreise die Rollen der Geschlechter hinterfragt, ohne dabei zu ernst und schwerfällig zu geraten. Auch wenn der Film nur an der Oberfläche kratzt, ist er vor allem dank der blendend aufgelegten Hauptdarstellern unterhaltsam. (Falk Straub) ========================================= Die progressiven Nostalgiker sind keine subtile Gesellschaftssatire, sondern eine offensive, manchmal schrille, oft sehr komische Abrechnung mit Patriarchat und Nationalismus. Der Film will lachen lassen, er will provozieren, er will Haltung zeigen und macht all das mit einer Lust am Unsinn, die im europäischen Mainstreamkino eher selten geworden ist. (Axel Timo Purr) ========================================= Und die Zeitreise der französischen Ehepaares hat für heutige Zuschauer tatsächlich auch einen progressiv nostalgischen Effekt: Man ertappt sich dabei, wie man sich zwischendurch mal – nur sehr kurz, aber immerhin – in die Ruhe der 50er Jahre zurücksehnt, in eine Zeit, die wir gar nicht erlebt haben. Walter Benjamin nannte das eine rückwärtsgewandte Utopie. Ein unterhaltsames ungewöhnliches Filmerlebnis! (Rüdiger Suchsland)
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: Komoedie, romantische Liebeskomoedie , Frankreich, Neue Visionen, Scope
- Januar 1625
- Freitag, 10. Januar 1625 - 20:30Kategorien: Komoedie, Archiv, Frankreich, Neue Visionen, Scope, FRDE, 30 Jahre achteinhalb, Jubiläumswoche, 2025Thibaut ist ein berühmter Dirigent, der die Konzertsäle der ganzen Welt bereist. In der Mitte seines Lebens erfährt er, dass er adoptiert wurde und dass er auch einen jüngeren Bruder hat, Jimmy, der in einer Schulküche arbeitet und Posaune in der Blaskapelle einer Arbeiterstadt spielt. Die beiden Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein. Nur in einer Sache sind sie sich einig: ihrer Liebe zur Musik. Thibaut ist beeindruckt vom musikalischen Talent seines Bruders. Er will die Ungerechtigkeit ihres Schicksals begleichen, seinem Bruder die eine Chance geben, die er nie hatte: sein Talent zu entfalten, seinem Herzen zu folgen und mit dem kleinen Orchester einen nationalen Wettbewerb zu gewinnen. Jimmy beginnt, von einem ganz anderen Leben zu träumen... Ein Kino der Superlative hat Regisseur Emmanuel Courcol mit diesem Film geschaffen: eine Geschichte, die sowohl im Kleinen als auch im Großen, im Privaten wie im Politischen überwältigt, berührt und vor allem unterhält. Benjamin Lavernhe (BIRNENKUCHEN MIT LAVENDEL) und Pierre Lottin (EIN TRIUMPH) sind brillant in dieser großen filmischen Erzählung von zwei Männern, die Brüder werden, und erst dadurch die Welt verstehen. ===================================== Publikumspreise zuhauf für den jüngsten Filmhit aus Frankreich: Das Publikum, besonders auch in Deutschland, liebt diesen Film. Auf Festivals und Filmtagen konnte Courcols Werk bereits zahlreiche Publikumspreise abräumen. Dieser Erfolg ist verdient und beweist, wie sehr das Arthousepublikum zeitgenössische Stoffe mag, die etwas über das Leben erzählen, wie es wirklich ist, und damit zugleich die Gefühle ansprechen. (Bianka Piringer)
- Juli 1626
- Freitag, 17. Juli 1626 - 20:30Kategorien: Komoedie, Liebesfilm, Frankreich, Neue Visionen, ScopeEin Film, der glücklich macht! Wie ein frischer Frühlingswind trägt diese französische Komödie Leichtigkeit und gute Laune ins Kino. Mit Herz, Humor und Verstand präsentiert Éric Besnard (Buch und Regie) ein Stück feiner Filmkunst. Er erzählt die Geschichte einer Frau in Nöten, die einem hochintelligenten Mann mit Asperger-Syndrom begegnet. Eine romantische Komödie der besonderen Art vor einer überwältigend schönen Naturkulisse. (Gaby Sikorski für die Gilde deutscher Filmkunsttheater) ============================= Mit Benjamin Lavernhe bekannt u.a. aus "Die leisen und die großen Töne"
- August 1724
- Mittwoch, 23. August 1724 - 20:30Kategorien: Komoedie, Liebesfilm, Irland, Liebeskomoedie, Concorde, FlatEine Kellnerin verliebt sich in einen charmanten jungen Mann. Schon bald steht ein Hochzeitstermin fest. Aber auch ihre beiden Schwestern sowie ihr Bruder haben im Laufe der Verbindung eine Affäre mit dem Mann begonnen. Romantische Komödie, die beschwingt und unterhaltsam dieselbe Geschichte aus vier Perspektiven erzählt und den Stoff dabei mit klassischem Humor anreichert. ============================ Dem feinen britischen Humor, der in allen Szenen mitschwingt, und der sensationellen Leistung der einzelnen Schauspieler - allen voran Stuart Townsend und Frances O'Connor - ist es zu verdanken, dass dieser Film nicht in der Masse untergeht, sondern seine Message von Gesellschaftkritik und Lebensfreude zugleich vermitteln kann. Also, wagt diesen Ausflug in die Straßen von Dublin - denn es lohnt sich! (CineClub) ==================================== An Verehrern mangelt es der hübschen Lucy Owen beileibe nicht. Schließlich serviert die Blondine in einem angesagten Dubliner Cafe und becirct dessen Gäste mit samtweichen Songs. Doch dann sieht Lucy ihren Traummann: Adam ist der Name des Prachtexemplars. Innerhalb von fünf Minuten hat er Lucys Telefonnummer und nur kurze Zeit nach der romantischen ersten Nacht über den Dächern von Dublin läuten die Hochzeitsglocken. Doch so zurückhaltend Adam auch wirken mag, zieht er in kürzester Zeit Lucy und ihre beiden Schwestern Laura und Alice nicht nur in seinen Bann, sondern auch in sein Bett. Was auf den ersten Blick moralisch höchst verwerflich erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein wahrer Segen für alle Beteiligen ================================ Die hübsche Dubliner Kellnerin Lucy (Kate Hudson) lernt nach unzähligen flüchtigen Affären den attraktiven Adam kennen -- fantastisch dergestellt von Stuart Townsend -- und entdeckt in ihm ihren Traummann. Er wirkt schüchtern und ist voller romantischer Ideen und schon bald sind die beiden verlobt. Doch Lucy scheint Adam nicht zu reichen: Er fängt eine Affäre mit Lucys Schwester, dem scheinbar verklemmten Bücherwurm Laura (Frances O'Connor) an, die ihm völlig verfällt und sich unter seinem Einfluss zum sexhungrigen Vamp wandelt. Und obwohl Lucys dritte, bereits verheiratete Schwester Alice (Charlotte Bradley) von dieser zweiten Beziehung weiß, ist auch sie -- genau wie der Bruder und ihre Mutter -- insgeheim von ihm begeistert. Adam beginnt ein charmantes Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel. Dem Regiseur und Autor Gerard Stembridge gelingt es in Alles über Adam, ihn nicht als unmoralischen, egoistischen Fiesling darzustellen, sondern ihn vielmehr im Licht eines unkonventionellen Liebesboten erscheinen zu lassen. Adam selbst sagt im Film, er liebe es einfach, den Menschen das zu geben, was sie sich wünschen. Auch Dublin-Liebhaber kommen voll auf ihre Kosten: Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen spielt die Geschichte im Mittelklasse-Millieu Dublins und zeigt die Stadt voll brodelnden Lebens und moderner Menschen und strotzend vor Selbstbewusstsein. Leidenschaftliche, teilweise lateinamerikanisch anmutende Musik krönt die besten Szenen und reißt den Zuschauer fast so sehr in ihren Bann wie der charismatische Adam. Eine wunderbare und humorvolle Geschichte über die Liebe, in der der erhobene Zeigefinger trotz verdammenswürdiger Taten der Hauptfigur nichts zu suchen hat! (Katja Linke)
- Mittwoch, 30. August 1724 - 20:30Kategorien: Komoedie, US-amerikanischer Film, Literaturverfilmung, Schwarz-Weiß-FilmSein oder Nichtsein (auch: Sein oder Nichtsein – Heil Hamlet!) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1942. Die Komödie mit Elementen von Thriller und schwarzem Humor basiert auf dem Theaterspiel "Noch ist Polen nicht verloren" – dem Namen der polnischen Nationalhymne – des ungarischen Dramatikers Melchior Lengyel. Sie handelt von einer Warschauer Schauspieltruppe, die in verschiedenen Verkleidungen die deutschen NS-Besatzer überlisten will. In den Hauptrollen spielen Jack Benny sowie Carole Lombard, die einen Monat vor der Uraufführung bei einem Flugzeugabsturz starb. Während Sein oder Nichtsein bei seiner Veröffentlichung kontrovers diskutiert wurde, gilt er heute bei der Filmkritik als brillanter Komödienklassiker. ======================= Am Vorabend des 2.Weltkrieges, im August 1939, übt das Theater Polski in Warschau ein "zeitkritisches Stück" mit dem Titel "Gestapo" ein. Doch die politische Situation ist bereits zu angespannt für diese freche Satire. Das Ensemble ist gezwungen, den Spielplan zu ändern und stattdessen auf den Klassiker "Hamlet" zurückzugreifen. Wenige Wochen später wird Polen von deutschen Truppen besetzt, das Theater Polski muss schließen. Erst als es darum geht, einen Nazi-Spion zu entlarven, finden die Schauspieler wieder zusammen. Der Spion soll in eine Falle gelockt werden, also werden die Kostümuniformen übergestreift, die einst überzeichneten Bühnenkarikaturen müssen nun glaubwürdig Nazis werden und buchstäblich um Sein oder Nichtsein spielen. ============================== Ebenso wie Roberto Benigni für seine Holocaust-Komödie Das Leben ist schön 1998 nicht nur Lob einheimste, wurde auch Ernst Lubitsch 1942 wegen seiner Kriegs-Groteske Sein oder Nichtsein kritisiert. Mitten im Krieg war es den Menschen nicht danach, über die Bedrohung durch die Deutschen zu lachen. Wie Chaplin mit Der große Diktator wurde auch Lubitschs Film erst nach dem Krieg als große Komödie entdeckt. Ein Film, der nie entstanden wäre, hätte der deutsche Regisseur seinerzeit von den Kriegs-Gräuel seiner Landsleute gewusst. So schilderte es Lubitsch, der bereits vor 1933 in die USA gegangen war, nach dem Krieg. In der Hauptrolle des Filmes ist Jack Benny zu sehen. Er spielt Joseph Tura, den Chef einer polnischen Theatertruppe, die sich gegen ihren Willen in eine Widerstandsbewegung verwandelt, als sie ein hinter den Linien abgestürzter amerikanischer Pilot (Robert Stark) um Hilfe bittet. Dieser Pilot geht nun eine Reihe von Verabredungen mit Turas Ehefrau (Carole Lombard) ein, und zwar immer an den Abenden, an denen Tura im Theater als Hamlet auftritt -- ein gelungener Running Gag des Filmes, denn Tura bleibt grundsätzlich an der gleichen Stelle von Hamlets berühmtem Monolog hängen. Drehbuchautor Edwin Justus Mayer gelingt nun das Kunststück, aus der Geschichte eines hintergangenen Ehemannes einen spannenden, comichaften Plot um die Figur Turas zu stricken. Dieser ist schließlich gezwungen, in einer Angelegenheit, die an Mission: Impossible erinnert, gegen den städtischen Nazi-Kommanden anzutreten und dabei in die Rolle seines ärgsten Feindes zu schlüpfen. Der Film wird von vielen unvergesslichen Momenten und Dialogen getragen, die ihn zu einer der schwärzesten Komödien aller Zeiten machen dürften. --Tom Keogh
- Oktober 1724
- Dienstag, 31. Oktober 1724 - 20:00Gegensätze ziehen sich an: Die Frauenärztin Elisabeth (Helena Bergström) ist temperamentvoll, die Polizistin Gudrun (Maria Lundqvist) eher spröde. Gemeinsam trotzen sie allen Widerständen von Ehekrampf bis Geschlechterkampf und genießen im glitzernden Nachtleben von Stockholm das Leben jenseits der 40: Mit heißen Flirts, durchtanzten Nächten und verständnislosen Kindern. ============================ "Schwedisch für Fortgeschrittene" ist subversiver als "Sex and the City" und komischer als "Desperates Housewifes". Die Dialoge geben zu denken. Nicht jeder Satz muss eine Pointe enthalten, wenn es um den nicht existenten Sex "freigesetzter" Mittvierzigerinnen geht. Aber lachen kann man auch über Defizite. (Frankfurter Rundschau) ============================ Colin Nutley, Komödienexperte und einer der erfolgreichsten Regisseure in Schweden, inszenierte einen erfrischend überdrehten und berührend authentischen Kinospaß über die Lust auf Leben. .... Dieser Film tritt den Beweis an, dass die Midlife Crisis auch Spass machen kann. Allerdings wird hier nicht das Klischee "alter Sack sucht junges Mädchen" abgearbeitet, sondern zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, entdecken dass man auch ab 40 sämtliche Privilegien der Jugend genießen kann. Im Klartext heisst das: Tanzen, Saufen und Männer abschleppen. Dass der Film nicht in einer peinlich flachen Handlung mündet, hat man den durchwegs mit Witz und Lebenserfahrung durchwirkten Dialogen zu verdanken. Eine schwedische Komödie mit dem kongenialen Duo Helena Bergström und Maria Lundqvist. (Judith Gruber)
- November 1724
- Mittwoch, 01. November 1724 - 20:00Kategorien: Komoedie, Frankreich, geplant, 2024Der reiche Bauer Alexander wird von seiner Frau beherrscht, die ihn beständig antreibt. Als sie durch einen Autounfall stirbt, beschließt er, nicht mehr zu arbeiten und den Tag im Bett zu verbringen. Sein Hund wird mit einem Korb ins Dorf geschickt, um ihn zu versorgen. Sein Nichts-Tun wirkt auf die Dorfbewohner anstößig, insbesondere als sich einige davon anstecken lassen.
- Mittwoch, 08. November 1724 - 19:30Kategorien: Komoedie, Culture-Clash-Komoedie, Oesterreich, Neue Visionen, Scope, 2024Die Tochter einer atheistischen Feministin (Caroline Peters) aus Wien konvertiert zum Islam und stellt den familiären Patchwork-Haushalt durch radikale Speisevorschriften und Alltagsregeln auf den Kopf. Mit Situationskomik und viel schwarzem Humor spießt die satirische Komödie die ambivalenten Reaktionen der Umwelt auf, hält sich aber auch nicht mit bissigen Karikaturen des Islamismus zurück. Pointierte Dialoge und gut aufgelegte Darsteller ermöglichen einen humoristischen Lichtblick im Dschungel allzu bierernster Debatten um Identität und Religion. .... 22/103813
- August 1726
- Montag, 26. August 1726 - 19:30Kategorien: Komoedie, romantische Liebeskomoedie , Frankreich, Filmagentin, ScopeNach „Das Haus am Meer“ und „Gloria Mundi“ der neue Film von Robert Guédiguian. In Marseille hat die 60-jährige Rosa (Ariane Ascaride) ihr Leben sowohl ihrer Familie als auch der Gewerkschaftspolitik mit dem gleichen Sinn für Opferbereitschaft verschrieben. Alle halten sie für unerschütterlich. Rosa findet für alle Herausforderungen eine Lösung, bis sie sich eines Tages in Henri (Jean-Pierre Darroussin) verliebt. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat Rosa Angst, sich zu binden. Soll sie etwas für sich selber einfordern und dafür in Familie und Gewerkschaft kürzer treten? ================== Fazit: Der französische Regisseur Robert Guédiguian setzt der neu erwachten Solidarität und Nachbarschaftshilfe in einem alten Viertel von Marseille ein filmisches Denkmal. Das von einer alternden, politisch engagierten Krankenschwester und Mutter angeführte Figurenensemble spiegelt die multikulturelle Tradition der Stadt am Mittelmeer. Trotz ihrer Realitätsnähe durchzieht die auf wahren Ereignissen basierende Geschichte auch eine zarte fiktionale Entrücktheit. Sie beschwört nicht nur die Kiez-Atmosphäre, sondern kreist auch um eine wunderbar gespielte späte Romanze. (Bianka Piringer) ================== Fazit: „Das Fest geht weiter!“ ist ein warmherziger, poetischer Film, der menschliche und politische Konflikte vereint und Marseille in einem utopischen Licht zeigt. Guédiguians feinfühlige Inszenierung wirkt wie eine liebevolle Umarmung, die das linksliberale Bürgertum zugleich herausfordert und bestärkt. (Oliver Armknecht)
- Januar 1816
- Sonnabend, 06. Januar 1816 - 19:23Kategorien: Stefan, Komoedie, deutscher Film, Liebesfilm, Paramount, FlatEin Ehepaar (Martina Gedeck und Ulrich Tukur) steuert auf die Scheidung zu, weil der Mann eine wesentlich jüngere Geliebte hat. Der Versuch, die Trennung mit einer gemeinsamen Therapie gütlich zu regeln, geht allerdings gründlich schief, weil alles Unausgesprochene und Verdrängte endlich auf den Tisch kommt. Das fesselnde Kammerspiel über zwei, die scheinbar zu kurz gekommen sind, entfaltet als enthemmter Schlagabtausch kultivierter Menschen eine enorme Dynamik. In den Streitgesprächen werden zugleich aber auch das Gefühl des Verlustes und die Einsicht in den Preis der neuen Freiheit zunehmend deutlicher. BluRay Dienstag, 30. Juni - 12/208.017