Donnerstag, 27. August 2026 - 19:30
16. März 1968: Ein 18-jähriger US-Soldat richtet seine Waffe gegen die eigenen Kameraden – und stoppt das Massaker von Mỹ Lai. Während über 500 unbewaffnete vietnamesische Zivilisten im Dorf Mỹ Lai ermordet werden, landet der Hubschrauber-Bordschütze Larry Colburn mitten im Geschehen. Der junge Soldat trifft eine Entscheidung, die sein Leben für immer verändert: Er stellt sich schützend vor die Überlebenden und droht seinen eigenen Kameraden mit Waffengewalt. 50 Jahre später erzählt Larry Colburn – zum letzten Mal – seine Geschichte in seinem einzigen ausführlichen Interview, gedreht kurz vor seinem Tod 2016. A SINGLE DAY zeigt nicht nur diesen einen Tag, sondern drei Generationen zwischen Krieg und Frieden: Larrys Vater kämpfte im Zweiten Weltkrieg, unter anderem am D-Day in der Normandie. Larry selbst in Vietnam. Und sein Sohn Connor? Was bedeutet ihm das Erbe seines Vaters, das Soldatsein, der Krieg? Der Film begleitet Larry Colburn bei seinem Ringen mit Schuldgefühlen, Trauma und der ewigen Frage: „Hätte ich mehr tun können?“ Er zeigt, wie sich die Last eines einzigen Tages über Generationen fortsetzt – und stellt die Fragen von 1968 in die Gegenwart: Wie weit reicht Befehlsgehorsam? Wann wird aus Mittäterschaft Mitschuld? Was kostet es, aufzustehen? A SINGLE DAY ist ein Film über Zivilcourage in Extremsituationen, über die Grenzen des Gehorsams und die Macht der Verantwortung. Ohne reißerische Bilder des Massakers – stattdessen mit eindringlichen persönlichen Zeugnissen, die zum Nachdenken zwingen. Ein halbes Jahrhundert später sind die Mechanismen dieselben: „Das waren Einzeltäter.“ „Das war eine Ausnahme.“ Larry Colburn hat gezeigt: Es ist nicht kompliziert. Es ist nur schwer. Regisseur Christoph Felder arbeitet seit über 30 Jahren als Filmemacher und Produzent. Seine prämierten Filme liefen bei arte, WDR, ZDF und 3sat. Für seinen Vorgängerfilm „Mỹ Lai Inside“ erhielt er 2024 den Rome Film Award.