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tmdU
- August 1526
- Dienstag, 31. August 1526 - 19:00Kategorien: Oscar, FIPRESCI-Preis, Historienfilm, Golden Globe, British Film Awards, England, tmdU, UPI, Flat, NSDer Hauptdarsteller des Films ist Architekt. Der Brutalismus ist ein Baustil der Moderne, der ab 1950 Verbreitung fand. Brutalismus verfolgte das Ziel, Architektur zu schaffen, die ehrlich und unverfälscht ist, mit einem Fokus auf Funktionalität und Struktur. Der Begriff „Brutalismus“ leitet sich vom französischen Ausdruck „béton brut“ ab, was „roher (unverputzer) Beton“ bedeutet. Diese Ableitung des Begriffs zeigt, wie zentral sichtbarer Beton für diesen Stil war. Eine passende deutschsprachliche Analogie für "Brutalismus" wäre "Sichtbeton-Stil". https://planner5d.com/blog/de/brutalismus ---- https://de.wikipedia.org/wiki/Brutalismus ============================================= 1947 emigriert ein ungarisch-jüdischer Architekt, der mit seiner Frau den Holocaust überlebt hat, in die USA. Dort findet er in einem Millionär einen mächtigen Gönner, der ihn mit der Planung eines gigantischen Bauprojekts beauftragt. Die Zusammenarbeit entpuppt sich jedoch als doppelbödige Angelegenheit. Auch die Traumata der Vergangenheit lassen sich nicht mehr abschütteln, als seine Frau wieder mit ihm vereint ist. Ein im VistaVision-Format gedrehtes Filmepos um einen Mann, der dem Faschismus entkommt, in den USA aber auf einen Herrenmenschen großkapitalistischer Prägung trifft. Mit packenden Figuren und suggestiven Raumfantasien werden Seelenlandschaften einer Moderne entworfen, die energisch der Zukunft entgegenstrebt, während sich das Vergangene gleichzeitig als hartnäckiger Subtext in sie einschreibt. ======================== Fazit: „Der Brutalist“ ist ein überlebensgroßes Werk darüber, wie sich ein vom Holocaust gezeichneter, jüdisch-ungarischer Architekt die Deutungshoheit über seine Identität zurückholt. Famos bebildert und voller Ehrfurcht vor der Architektur, gelingt Brady Corbet und seinem grandiosen Ensemble ein moderner Klassiker, dem man noch nicht einmal seine dreieinhalbstündige Laufzeit anmerkt. (Antje Wessels) ======================================== Fazit: Wäre „The Brutalist“ ein literarisches Werk, würde man ihm wohl den Stempel eines Jahrhundert-Romans aufdrücken. Brady Corbet entwirft hier eine solch gewaltige Vision von Licht, Dunkelheit und Beton, dass das Projekt realistischerweise eigentlich nur komplett scheitern oder sich als selbstverliebt-prätentiöser Mummenschanz entpuppen konnte. Aber Pustekuchen! „The Brutalist“ ist ein wahnsinnig ambitionierter und trotz seiner stolzen Laufzeit konstant mitreißender Instant-Klassiker, der so ziemlich alle anderen Kino-Biografien, ob nun von realen oder fantasierten Personen, plötzlich ziemlich unbedeutend und klein erscheinen lässt. (Christoph Petersen)
- Dienstag, 31. August 1526 - 19:30RENTAL FAMILY erzählt die Geschichte eines in Tokio lebenden US-Schauspielers (Oscar®-Preisträger Brendan Fraser), der auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben ist, bis es ihm gelingt, einen ungewöhnlichen Job an Land zu ziehen. Für eine japanische „Rental Family“-Agentur schlüpft er in unterschiedliche Rollen und spielt als Familienmitglied den Sohn, Ehemann oder Vater. Während er mehr und mehr in die Lebenswelten seiner Kunden eintaucht und ihnen hilft, ihre familiären Lücken zu füllen, beginnt er echte Bindungen aufzubauen, die die Grenzen zwischen Schauspiel und Realität verschwimmen lassen. In der Auseinandersetzung mit den moralischen Aspekten seines neuen Jobs, entdeckt er den Sinn im Leben, das Gefühl von Zusammengehörigkeit und die Schönheit zwischenmenschlicher Beziehungen neu. ================================ “Mit angenehmer Leichtigkeit geht es so amüsant wie nachdenklich um Identität, Lügen und Einsamkeit. … Fraser präsentiert sich scheinbar mühelos als glaubhaftes Stehaufmännchen mit enormem Empathie-Potenzial. Eine ziemlich oscarreife Leistung in einem warmherzigen Crowdpleaser mit Tiefgang.” (programmkino.de) ================================ Fazit: „Rental Family“ fügt dem Thema der bezahlten und gemieteten Familienmitglieder und Vertrauenspersonen keine nennenswerten Gedanken hinzu. Dafür besticht Hikaris Tragikomödie aber mit einem anrührenden Charakterporträt, was vor allem einem bestens aufgelegten Brendan Fraser in der Hauptrolle zu verdanken ist. (Janick Nolting) ================================ Fazit: Diese unterhaltsame und berührende Tragikomödie der japanischen Regisseurin Hikari kreist um das in ihrer Heimat recht verbreitete Dienstleistungsangebot, Familienmitglieder oder Begleitungen auf Zeit zu mieten. Brendan Fraser spielt einen Amerikaner, der einen solchen Job annimmt und ins Privatleben fremder Menschen tritt. Er dient in seinem wachsenden Konflikt zwischen dienstlicher Rolle und echten Gefühlen als sympathische Identifikationsfigur für das Publikum. Dem Spielfilm gelingt eine ansprechende Verbindung von Komik und Herz. (Bianka Piringer) ================================ Fazit: „Rental Family“ ist ein sensibler, atmosphärisch dichter Film, der weniger von dramaturgischer Strenge als von Beobachtung, Stimmung und starkem Schauspiel lebt. Zwar unterläuft er seine leise Erzählhaltung stellenweise durch westlich geprägte Konventionen, doch es überwiegt der Eindruck eines Werks, das kulturelle Unterschiede nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. Selbst in kalkulierteren Momenten bleibt der Film aufrichtig berührend. (Antje Wessel) ================================ Das japanische Kino hielt lange Zeit große Stücke auf kulturelle Autonomie. Das Land gehört zwar seit Mitte des 20. Jahrhunderts zum Westen, ist aber immer noch ein Faszinosum der Fremdheit. Hikari adressiert mit Rental Family sehr geschickt den Umstand, dass das "wahre" Japan oft nur noch gespielt wird. Ihr Film hält schließlich ausreichend Distanz zu einem bloßen Rührstück, und für Brendan Fraser enthält er eine denkwürdige Rolle. (Bert Rebhandl für den Wiener Standard) ================================ In Japan kann man alles mieten – sogar eine Familie: In «Rental Family» spielt Brendan Fraser einmal mehr gross auf. Der berührende Spielfilm erzählt davon, wie sehr soziale Masken das Leben prägen und wie tief Einsamkeit in Japan verwurzelt ist. (Tobias Sedlmaier für die Neue Zürcher Zeitung/NZZ) ================================ Zwischen Performance und Bedürfnis erkundet Hikari, wie Rollen zu Beziehungen werden können – und wo sie unweigerlich scheitern. Ein leiser, berührender Film über Wahrheit, Lüge und die Sehnsucht nach Verbindlichkeit. – Das ist viel Schmalz, keine Frage. Aber es ist ein Schmalz, der berührt. Weil der Film zuvor genügend Vertrauen aufgebaut hat. Weil er seine Figuren ernst nimmt. Und weil er nicht so tut, als ließe sich Einsamkeit einfach auflösen. Rental Family bleibt ein Film der leisen Übergänge: von der Performance zur Begegnung, von der Rolle zum Menschen. Und das ist, bei aller Kritik, mehr, als viele andere Filme der letzten Jahre von sich behaupten können. (Axel Timo Purr)
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Archiv, Migration, Liebesfilm, tmdU, Studiocanal, Flat, 2023Seoul: Die beiden zwölfjährigen Nora und Hae Sung sind unzertrennliche Freunde. Bis Noras Familie nach Toronto auswandert und sich die beiden aus den Augen verlieren. 20 Jahre später beschließt Hae Sung, seine Kindheitsfreundin für ein paar Tage in New York zu besuchen. Nora lebt dort als angehende Autorin und ist bereits seit sieben Jahren glücklich mit Arthur verheiratet. Das Wiedersehen konfrontiert die beiden mit ihrer tiefen Verbundenheit, unausweichlichen Fragen nach Liebe, Schicksal und den Entscheidungen, die ein Leben ausmachen... Mit PAST LIVES gibt die in New York lebende südkoreanisch-kanadische Autorin Celine Song ihr Kinodebüt als Regisseurin und Drehbuchautorin. Mit großem Feingefühl inszeniert sie die autobiografisch gefärbte Geschichte zweier Freunde, die durch den Lauf des Lebens getrennt werden und sich nach zwei Jahrzenten wieder begegnen. ================= Das südkoreanische Kino, aus dem seit Jahren erfrischende Impulse kommen, geht mit dem alten Hollywood spazieren, das hier so geheimnisvoll aus der Kraft seiner Geschichte leuchten darf wie die Freiheitsstatue. Solange solche Filme erscheinen, auf Leinwänden, wo sie hingehören, sind Abgesänge auf das Kino verfrüht. – Die Dialoge dieses Films sollten Drehbuchstudenten verpflichtend abschreiben. (Philipp Bovermann für die Süddeutsche Zeitung)
- Dezember 1899
- Montag, 25. Dezember 1899 - 19:30Kategorien: US-amerikanischer Film, Dokumentarfilm, tmdU, Studiocanal, geplantEin Paar in Los Angeles beschließt, eine biodynamische Farm zu gründen, obwohl es mit Landwirtschaft bislang nichts am Hut hatte. Mit optimistischer „Do it yourself“-Attitüde macht es sich ans Werk, was der Mann, ein Filmemacher, über sieben Jahre hinweg mit der Kamera dokumentiert. Anfang und Ende des dokumentarischen Familienfilms über den Aufbau der Farm tragen imagefilmhafte Züge. Insgesamt aber werden Humor und Drama, Information und Unterhaltung geschickt ausbalanciert. Beeindruckende Kameraaufnahmen zeigen Nutz- und Wildtiere aus nächster Nähe; gelegentlich fassen bilderbuchhafte Animationen komplexere Entwicklungen zusammen. ––––––– 11. Juli; 92 Minuten