Veranstaltungsarchiv

  • Freitag, 18. September 2026 - 20:30
    1949 kehrt Thomas Mann nach Deutschland zurück. Der Literaturnobelpreisträger, der 1933 ins Exil gegangen war, reist durch ein zerstörtes und inzwischen geteiltes Land – von Frankfurt nach Weimar, von der amerikanischen in die sowjetische Besatzungszone. Paweł Pawlikowski erzählt diese Reise in eindringlichem Schwarz-Weiß als Geschichte über Heimat, Exil, Schuld und die Verantwortung des Intellektuellen. Hanns Zischler und Sandra Hüller spielen Vater und Tochter mit großer Präzision und feinem Widerspruch. Dabei ist die gemeinsame Reise von Thomas und Erika Mann eine filmische Fiktion: Erika begleitete ihren Vater auf dieser Deutschlandreise nicht. Pawlikowski nutzt die erfundene Konstellation, um aus der historischen Reise ein konzentriertes Vater-Tochter-Drama und zugleich eine Auseinandersetzung mit der Frage zu machen, wie man nach einer Katastrophe in das eigene Land zurückkehren kann. Ein kluger, visuell außergewöhnlicher Film, der weit über das Jahr 1949 hinausweist.
  • Freitag, 16. Oktober 2020 - 20:30
    Ein in der Haft bekehrter junger Mann wird nach Ostpolen aufs Land geschickt, wo er sich in einem Sägewerk bewähren soll. In dem fremden Dorf gibt er sich als Priester aus und übernimmt die Stelle des erkrankten Pfarrers, was sich als Glücksfall entpuppt, da er nach einem tragischen Unglück die aufgebrachte Atmosphäre mit unkonventionellen Mitteln zu befrieden versucht. Das mit kühler Sachlichkeit inszenierte Drama erinnert an die Filme von Robert Bresson und entwirft ein differenziertes Zeitbild der polnischen Gesellschaft, die mit moralisch-ethischen Herausforderungen ringt. – Sehenswert ab 14.
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