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Irland
- Juli 1526
- Sonnabend, 31. Juli 1526 - 20:30Kategorien: Oscar, Liebesfilm, Musikfilm, Irland„Dieser kleine Film hat mir genügend Inspiration geschenkt, um damit durchs ganze Jahr zu kommen.“ (Steven Spielberg) =================================================== In Once, einer irischen Independent- und Low Budget-Produktion – in nur 17 Tagen mit einer Videokamera in Dublin gedreht – treffen zwei Menschen aufeinander, deren Lebenshintergründe unterschiedlicher nicht sein können. Ein Straßenmusiker verdaut das Ende seiner große Liebe mit Hilfe eigener Songs, eine tschechische alleinerziehende Einwanderin verdient wie er ihr Geld auf der Straße und wie er hat auch sie eine gewesene Beziehung zu verarbeiten. Sie verkauft Blumen und irgendwann geht sie Putzen. Die beiden begegnen sich – wo anders als auf der vordergründig einzigen Schnittstelle ihres Lebensauf der Straße. Sie entdecken die Gemeinsamkeiten, er repariert ihren Staubsauger, sie machen zusammen Musik, sie gehen auf eine Party, sie fahren auf einem alten Motorrad seines Vaters für ein paar Stunden an die irische See und nehmen mit ein paar anderen Leuten die Musik auf, die sie lieben. Dann endet alles so normal und doch überraschend, einer zarten Spiegelung gebündelter alltäglicher Authentizität gleich, dass man sich fragt, wie Regisseur John Carrey dieses überhaupt nicht märchenartige Märchen so märchenhaft zu erzählen versteht. Zum einen mag das daran liegen, dass Carrey einen Teil der Geschichte eines Freundes erzählt und dass er den Film mit eben diesem Freund, dem Musiker Glen Hansard besetzt hat, der früh die Schule verlassen und sich als Straßenmusiker durchgeschlagen hat, die irische Folkpop-Band The Frames gründete und irgendwann Regisseur Carrey mit ins Boot der inzwischen bekannten Band holte, der sich dann aber doch gegen eine Karriere als Bassist und für den Film, aber nicht gegen die Freundschaft mit Hansard entschieden hat. Was aber wahrscheinlich diesen Film noch mehr trägt als die inspirierende Freundschaft von Regisseur und Hauptdarsteller ist die Musik. In einer wundervollen Szene sitzt Hansard im Bus und singt in kurzen Sequenzen der verzaubert lauschenden Markéta Irglová die Geschichte seiner vergangenen Beziehung vor, in einer anderen versuchen sie sich in einem Musikalienladen an einem Duett, er an der Gitarre, sie am Klavier und erklären in wenigen Minuten, wofür ein Film normalerweise eine Stunde benötigt – das Entstehen einer Beziehung. Aber so wenig der Film trotz märchenhafter Momente Märchen ist, so wenig ist er trotz der Musik Musical. Die Lieder, in ganzer Länge ausgespielt, sind Fortführung und gleichzeitig Untertitelung der Dialoge, des filmischen Ausdrucks. Und so wenig wie man Bob Dylans Texte verstehen muss, weil ihr Inhalt durch Musik und Stimme transportiert wird, so wenig muss man die Lieder dieses Films verstehen. Von Laienschauspielern in dokumentarischer Authentizität gespielt und von Profimusikern ebenso leidenschaftlich gesungen, gelingt es dem Film durch diese Symbiose den Zuschauer selbst zum Instrument und Therapierten zu transformieren und ungeahnte Melodien zum klingen – und weinen zu bringen. Dylan muss die Verbindung zu seiner eigenen Musik gespürt haben – 2007, kurz nach dem Release des Films in den USA, hat er Glen Hansard und Markéta Irglová eingeladen, ihn bei einigen Auftritte seiner Never-Ending-Tour zu begleiten. (Axel Timo Purr)
- August 1526
- Dienstag, 31. August 1526 - 20:00Kategorien: Komoedie, Irland, Studiocanal, ScopeZwei irische Rentner versuchen, den Lottogewinn eines aus Freude über sein Glück verstorbenen Freundes zu erschleichen. Als der Betrug aufzufliegen droht, bitten sie ihr Dorf, die Lottogesellschaft zum Wohle aller gemeinschaftlich irrezuführen. Ein ideen- und temporeich inszeniertes, stets die richtige Balance zwischen Komik und Melancholie findendes Filmdebüt, das auf warmherzig-amüsante Weise Werte wie Liebe, Freundschaft und Solidarität zelebriert. Glänzend fotografiert, herausragend auch das Spiel der beiden perfekt harmonierenden Hauptdarsteller. – Sehenswert ab 14. (Filmdienst)
- August 1724
- Mittwoch, 23. August 1724 - 20:30Kategorien: Komoedie, Liebesfilm, Irland, Liebeskomoedie, Concorde, FlatEine Kellnerin verliebt sich in einen charmanten jungen Mann. Schon bald steht ein Hochzeitstermin fest. Aber auch ihre beiden Schwestern sowie ihr Bruder haben im Laufe der Verbindung eine Affäre mit dem Mann begonnen. Romantische Komödie, die beschwingt und unterhaltsam dieselbe Geschichte aus vier Perspektiven erzählt und den Stoff dabei mit klassischem Humor anreichert. ============================ Dem feinen britischen Humor, der in allen Szenen mitschwingt, und der sensationellen Leistung der einzelnen Schauspieler - allen voran Stuart Townsend und Frances O'Connor - ist es zu verdanken, dass dieser Film nicht in der Masse untergeht, sondern seine Message von Gesellschaftkritik und Lebensfreude zugleich vermitteln kann. Also, wagt diesen Ausflug in die Straßen von Dublin - denn es lohnt sich! (CineClub) ==================================== An Verehrern mangelt es der hübschen Lucy Owen beileibe nicht. Schließlich serviert die Blondine in einem angesagten Dubliner Cafe und becirct dessen Gäste mit samtweichen Songs. Doch dann sieht Lucy ihren Traummann: Adam ist der Name des Prachtexemplars. Innerhalb von fünf Minuten hat er Lucys Telefonnummer und nur kurze Zeit nach der romantischen ersten Nacht über den Dächern von Dublin läuten die Hochzeitsglocken. Doch so zurückhaltend Adam auch wirken mag, zieht er in kürzester Zeit Lucy und ihre beiden Schwestern Laura und Alice nicht nur in seinen Bann, sondern auch in sein Bett. Was auf den ersten Blick moralisch höchst verwerflich erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein wahrer Segen für alle Beteiligen ================================ Die hübsche Dubliner Kellnerin Lucy (Kate Hudson) lernt nach unzähligen flüchtigen Affären den attraktiven Adam kennen -- fantastisch dergestellt von Stuart Townsend -- und entdeckt in ihm ihren Traummann. Er wirkt schüchtern und ist voller romantischer Ideen und schon bald sind die beiden verlobt. Doch Lucy scheint Adam nicht zu reichen: Er fängt eine Affäre mit Lucys Schwester, dem scheinbar verklemmten Bücherwurm Laura (Frances O'Connor) an, die ihm völlig verfällt und sich unter seinem Einfluss zum sexhungrigen Vamp wandelt. Und obwohl Lucys dritte, bereits verheiratete Schwester Alice (Charlotte Bradley) von dieser zweiten Beziehung weiß, ist auch sie -- genau wie der Bruder und ihre Mutter -- insgeheim von ihm begeistert. Adam beginnt ein charmantes Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel. Dem Regiseur und Autor Gerard Stembridge gelingt es in Alles über Adam, ihn nicht als unmoralischen, egoistischen Fiesling darzustellen, sondern ihn vielmehr im Licht eines unkonventionellen Liebesboten erscheinen zu lassen. Adam selbst sagt im Film, er liebe es einfach, den Menschen das zu geben, was sie sich wünschen. Auch Dublin-Liebhaber kommen voll auf ihre Kosten: Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen spielt die Geschichte im Mittelklasse-Millieu Dublins und zeigt die Stadt voll brodelnden Lebens und moderner Menschen und strotzend vor Selbstbewusstsein. Leidenschaftliche, teilweise lateinamerikanisch anmutende Musik krönt die besten Szenen und reißt den Zuschauer fast so sehr in ihren Bann wie der charismatische Adam. Eine wunderbare und humorvolle Geschichte über die Liebe, in der der erhobene Zeigefinger trotz verdammenswürdiger Taten der Hauptfigur nichts zu suchen hat! (Katja Linke)