Veranstaltungsarchiv


  • Freitag, 05. September 2025 - 20:00
    Ein abgeschiedener Vierseitenhof in der Altmark. Die Wände atmen seit über einem Jahrhundert das Leben der Menschen, die hier wohnen, ihren Geschmack, ihr Sein in der Zeit. IN DIE SONNE SCHAUEN erzählt von vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen – Alma (1910er), Erika (1940er), Angelika (1980er) und Nelly (2020er) – deren Leben auf unheimliche Weise miteinander verwoben sind. Jede von ihnen erlebt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Hof, doch während sie ihre eigene Gegenwart durchstreifen, offenbaren sich ihnen Spuren der Vergangenheit – unausgesprochene Ängste, verdrängte Traumata, verschüttete Geheimnisse. Alma entdeckt, dass sie nach ihrer verstorbenen Schwester benannt wurde und glaubt, dem gleichen Schicksal folgen zu müssen. Erika verliert sich in einer gefährlichen Faszination für ihren versehrten Onkel. Angelika balanciert zwischen Todessehnsucht und Lebensgier, gefangen in einem brüchigen Familiensystem. Nelly schließlich, die in scheinbarer Geborgenheit aufwächst, wird von intensiven Träumen und der unbewussten Last der Vergangenheit heimgesucht. Als sich ein tragisches Ereignis auf dem Hof wiederholt, geraten die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart ins Wanken. =============================== Der Filmtitel "In die Sonne schauen" (international: Sound of Falling / Fallgeräusch) trägt eine tiefere symbolische Bedeutung, die sich aus der Thematik und Ästhetik des Films ableitet. Der deutsche Titel "In die Sonne schauen" verweist metaphorisch auf den Mut, sich schmerzhaften Wahrheiten oder Erinnerungen zu stellen, ähnlich wie man trotz der Blendung direkt in die Sonne blickt. Er deutet auf die Konfrontation mit verdrängten Traumata und die Suche nach Erkenntnis trotz emotionaler oder existenzieller Schwierigkeiten hin. Der internationale Titel Sound of Falling bezieht sich auf ein wiederkehrendes akustisches Motiv im Film, das wie ein „Sturz“ oder ein „Fallen“ klingt – ein Geräusch, das die Schwerkraft des Leids, der Geschichte und der verbundenen Schicksale der Protagonistinnen symbolisiert.Der Film selbst, ein Drama aus dem Jahr 2025, erzählt die Geschichte von vier Mädchen – Alma, Erika, Angelika und Lenka –, die über einen Zeitraum von etwa 100 Jahren (1910er bis 2020er) auf einem Vierseitenhof in der Altmark leben. Durch assoziative Zeitsprünge und eine nicht-lineare Erzählweise verschmelzen die Grenzen zwischen den Figuren und Epochen, wodurch transgenerationale Traumata, familiäre Geheimnisse und die Last der Geschichte spürbar werden. Der Titel "Sound of Falling" spiegelt die emotionale und physische Schwere dieser Erfahrungen wider, während In die Sonne schauen die introspektive und poetische Dimension betont, die das Publikum dazu einlädt, in die Tiefe der menschlichen Erfahrung zu blicken. Die Titelwahl reflektiert somit die Dualität des Films: einerseits die schwere, fast greifbare Präsenz von Leid und Vergangenheit (Sound of Falling), andererseits die Suche nach Klarheit und Wahrheit trotz Schmerz (In die Sonne schauen). Beide Titel fangen die impressionistische, sinnliche und zugleich verstörende Atmosphäre des Films ein, der durch seine visuelle und akustische Gestaltung sowie die Themen von weiblicher Erfahrung, Trauma und Erinnerung beeindruckt. =============================== „„In die Sonne schauen“ zeigt eindrucksvoll, was Kino sein kann. Die Sensation von Cannes“ (Zeit Online) =============================== „Bei „In die Sonne schauen“ weiß man zum Glück schon während des Films, dass man gerade Zeugin von etwas Großem wird - dem Beginn einer Weltkarriere, nichts weniger.“ (Spiegel) =============================== "So heftig und aus dem Nichts ist schon lange kein Stern über Cannes mehr aufgegangen." (Die Welt) =============================== „Der Glamour von Cannes noch etwas gewöhnungsbedürftig für die Berlinerin. Ihr Werk dagegen meisterlich. Mitreißend erzählt „In die Sonne schauen“ in originellen Bilden und sparsam pointierten Dialogen wie sonst selten im deutschen Kino.“ 3SAT Kulturzeit =============================== „Schilinski verlangt dem Publikum einiges ab, belohnt dessen Bereitschaft aber mit einer unwirklich driftenden Inszenierung, in der selbst die ländliche Enge eine eigene Poesie entwickelt und sogar Magie ihren Platz hat. Ein wunderbarer Auftakt.“ taz =============================== „In die Sonne schauen ist ein Meisterwerk, ein Solitär des Kinos, ein Monstrum von einem Film, das sich wie gesagt beständig verändert, bis ins Unermessliche wächst.“ kino-zeit.de =============================== „Mit analytischem Gespür für psychopathologische Untertöne horcht die Regisseurin auf die erstickten Echos einer epischen Familiensaga.“ moviebreak.de =============================== Fazit: Mit „In die Sonne schauen“ gelingt Mascha Schilinski ein nahezu unvergleichbares Mammutwerk für die Ewigkeit. Den Zugang zu den verschiedenen Geschichten muss man sich erarbeiten. Auch nach dem Film weiß man möglicherweise noch nicht alles für sich einzuordnen. Aber nach und nach entfaltet sich eine Faszination, die im deutschen Kino ihresgleichen sucht. Genres verschmelzen, das Gefühl für Zeit wird aufgebrochen und Schicksale fließen ineinander, obwohl zwischen ihnen viele, viele Jahrzehnte liegen. (Antje Wessels) Einen großen, epochalen Film hat Mascha Schilinski mit IN DIE SONNE SCHAUEN geschaffen, eine Grand Tour in die feinsten Verzweigungen der Gefühlswelten dieser vier Frauen. IN DIE SONNE SCHAUEN zielt dabei auch auf unsere Gegenwart und unser sich akut veränderndes Erleben von Geschichte und dem Epochenwandel. Ein Film, der sich tief in unsere Wahrnehmung bohrt und die Sensation dort inszeniert, wo das Empfinden am Flüchtigsten ist: im schnell verblassenden Gefühl von Zeit. Preis der Jury, Cannes 2025. Offizieller deutscher Oscar-Beitrag für 2026.
1 116 events8c707d4cc31f3282e6b831a3227da085