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Regisseurbesuch

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  • Donnerstag, 05. November 2020 - 19:30
    Der Künstler Karl Schaper wurde vor allem bekannt durch seine überdimensionalen, holzgeschnitzten Briefe und die erdachte Korrespondenz mit toten und lebenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik oder Märchen. Für die Darstellung seiner Ideen hat er sich stets mit den verschiedensten künstlerischen Gestaltungsmitteln und Ausdrucksformen auseinandergesetzt. Schapers Kunst ist überwiegend gesellschaftskritisch und engagiert und doch war er kein politischer Künstler. In zahlreichen seiner Werke verbinden sich aktuelle Geschehnisse mit Themen aus Geschichte und Mythologie, so dass der Werkgedanke ins Universelle ausgeweitet wird. Schaper ist ein nachdenklicher, mahnender Chronist, der die Dinge ins Bild setzt und somit für die Nachwelt dokumentiert. Karl Schaper ist einer der eindrucksvollsten regionalen Künstler seiner Generation und dieses Filmprojekt ist eine Würdigung anlässlich seines 100jährigen Geburtstages. ====================================================================================================== Das Atelier in Apelnstedt, bei Wolfenbüttel, ist das Zentrum, das sich öffnet und den Maler, Bildhauer, Grafiker und Objektkünstler Karl Schaper wieder in seinen Werken sichtbar werden lässt. Der Film zeigt einen Überblick über das große Schaffen des fast vergessenen Künstlers, der in diesem Jahr 100 geworden wäre. Zeitzeugen erinnern an ihn, seine engagierte und gesellschaftskritische Kunst, gepaart mit seiner einmaligen Art, mit Witz und Ironie. Ein Künstler, der in seinen Werken den Bogen von der kleinen zur großen Welt, von Apelstedt bis zur Arche Noah zieht. Karl Schaper sagte über seine Kunst: "Meine Waffe ist der Spiegel, ist die Falle, ist das sentimentale Taschentuch der Vergangenheit. Alle Waffen sind gefährlich, auch für den, der sie anwendet."
  • Mittwoch, 18. November 2020 - 19:00
    In ihrem Regiedebüt „Swimmingpool am Golan“ macht sich die 41-jährige Schauspielerin Esther Zimmering auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Familie, deren unterschiedliche Zweige nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an ganz unterschiedlichen Orten Blüten trieben. Zimmering gelingt es erstaunlich präzise, die kollektive Geschichte in Gestalt der Aufbau-Utopien von Israel wie der DDR sehr eng mit ihrer eigenen Entwicklung zu verbinden und die komplexe Familiengeschichte von 1933 bis in die Gegenwart nachzuzeichnen. (Wolfgang Hamdorf für den Filmdienst) ------------------------------ Eine persönliche Geschichte erzählt Esther Zimmering in »Swimmingpool am Golan«: So neugierig wie behutsam verfolgt sie die Spuren ihrer jüdischen Familie zwischen DDR und Israel, Sozialismus und Zionismus, und spürt dabei aber weit über das Familiäre hinausweisend den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts nach. Dabei entdeckt sie in manchen Widersprüchen erstaunliche Gemeinsamkeiten. (Patrick Seyboth für epd-Film) ------------------- Esther, das ist doch ein jüdischer Name. Und außerdem bist du ne rote Socke.“ Drei Tage nach dem Mauerfall wurde die zwölfjährige Esther Zimmering in ihrer Identität erschüttert. Von da an wusste sie: Es gibt in der untergehenden DDR auch Nazis und nicht nur aufrechte Kämpfer für Fortschritt und Weltfrieden. Eine erste Irritation hatte sie schon vorher erlebt: Als ihr Vater ihr nicht sagen durfte, wo er arbeitete – er war Arzt bei der NVA der Nationalen Volksarmee. Fast 30 Jahre später erzählt Esther Zimmering, inzwischen eine bekannte Schauspielerin die Geschichte ihrer Kindheit und Familie in ihrer ersten Regiearbeit: „Swimmingpool auf dem Golan“. Es sind verschlungene Pfade der Erinnerung und Rekonstruktion, des Aufdeckens von Familiengeheimnissen, von Vergessenem und Verleugnetem: Die Geschichte von Juden in der DDR, von einer Berliner Familie, von der nur wenige vor 1939 den Weg ins rettende Exil nach England und Palästina schafften. Zimmering ist unbedingt persönlich. Fragende frische Filme. Und es ist die Leistung der Berliner Produzenten Nora Ehrmann und Paul Zischler und der Montage von Friedrike Anders, die Unmengen Archivmaterial und die mäandernden Suchbewegungen zusammenzuhalten und zu einem konzisen Film zu fügen. Es sind solche fragenden Filme und frischen Perspektiven, die den Reiz des Programms des Festivals Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken ausmachen – die Überschreitung der schieren Tatsachen in Richtung eines Schwebezustands zwischen Wirklichkeit und Phantasie. (Rüdiger Suchsland in der Berliner Zeitung)
  • Donnerstag, 26. November 2020 - 19:30
    Dokumentarfilm über den Einsiedler Ernst Otto Karl Grassmé. Die Biographie des erwerbslosen, selbstbestimmten Moorbewohnes, der Bastler, Sammler, Invalide, Hühner- und Ziegenzüchter, Fotograf, Hobbyfunker, Gärtner, Maurer, Phantast, frommer Adventist, ewiger Außenseiter, Stimmungskanone für Bauernhochzeiten – und weithin bekannter Exzentriker war, reizt das Tragikomische zuweilen bis an seine Schmerzgrenzen aus. Regisseur Kai Ehlers (dessen Mutter übrigens gebürtige Cellerin ist) ist an dem Abend zu Gast und wird sicherlich verraten, was ihn nach seiner ARD-Doku über Helene Fischer dazu bewegte, sein Sujet derart drastisch zu wechseln.
  • Mittwoch, 20. Januar 2021 - 19:00
    In ihrem Regiedebüt „Swimmingpool am Golan“ macht sich die 41-jährige Schauspielerin Esther Zimmering auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Familie, deren unterschiedliche Zweige nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an ganz unterschiedlichen Orten Blüten trieben. Zimmering gelingt es erstaunlich präzise, die kollektive Geschichte in Gestalt der Aufbau-Utopien von Israel wie der DDR sehr eng mit ihrer eigenen Entwicklung zu verbinden und die komplexe Familiengeschichte von 1933 bis in die Gegenwart nachzuzeichnen. (Wolfgang Hamdorf für den Filmdienst) ------------------------------ Eine persönliche Geschichte erzählt Esther Zimmering in »Swimmingpool am Golan«: So neugierig wie behutsam verfolgt sie die Spuren ihrer jüdischen Familie zwischen DDR und Israel, Sozialismus und Zionismus, und spürt dabei aber weit über das Familiäre hinausweisend den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts nach. Dabei entdeckt sie in manchen Widersprüchen erstaunliche Gemeinsamkeiten. (Patrick Seyboth für epd-Film) ------------------- Esther, das ist doch ein jüdischer Name. Und außerdem bist du ne rote Socke.“ Drei Tage nach dem Mauerfall wurde die zwölfjährige Esther Zimmering in ihrer Identität erschüttert. Von da an wusste sie: Es gibt in der untergehenden DDR auch Nazis und nicht nur aufrechte Kämpfer für Fortschritt und Weltfrieden. Eine erste Irritation hatte sie schon vorher erlebt: Als ihr Vater ihr nicht sagen durfte, wo er arbeitete – er war Arzt bei der NVA der Nationalen Volksarmee. Fast 30 Jahre später erzählt Esther Zimmering, inzwischen eine bekannte Schauspielerin die Geschichte ihrer Kindheit und Familie in ihrer ersten Regiearbeit: „Swimmingpool auf dem Golan“. Es sind verschlungene Pfade der Erinnerung und Rekonstruktion, des Aufdeckens von Familiengeheimnissen, von Vergessenem und Verleugnetem: Die Geschichte von Juden in der DDR, von einer Berliner Familie, von der nur wenige vor 1939 den Weg ins rettende Exil nach England und Palästina schafften. Zimmering ist unbedingt persönlich. Fragende frische Filme. Und es ist die Leistung der Berliner Produzenten Nora Ehrmann und Paul Zischler und der Montage von Friedrike Anders, die Unmengen Archivmaterial und die mäandernden Suchbewegungen zusammenzuhalten und zu einem konzisen Film zu fügen. Es sind solche fragenden Filme und frischen Perspektiven, die den Reiz des Programms des Festivals Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken ausmachen – die Überschreitung der schieren Tatsachen in Richtung eines Schwebezustands zwischen Wirklichkeit und Phantasie. (Rüdiger Suchsland in der Berliner Zeitung)
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