Unser aktuelles Programm

Regisseurbesuch

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  • Montag, 04. Mai 2020 - 19:30
    Worin besteht überhaupt die Passion, die Menschen heute veranlasst, sich mit Hölderlins Werk lebenslang auseinander zu setzen? Der für ARTE produzierte Dokumentarfilmessay führt tief hinein ins Hölderlinuniversum und zeigt die anhaltende Wirkung und das Echo seiner Dichtung in den verschiedensten Disziplinen. Der Hölderlin-Herausgeber D. E. Sattler entziffert die Handschriften, der Philosoph Heinz Wismann vergleicht das Hölderlin-Lesen mit dem Gleiten eines Segelfliegers, der Hirnforscher Detlef B. Linke untersucht die Zyste in Hölderlins Kopf, der Komponist Heinz Holliger denkt über Hölderlin als Musiker nach. Die Germanistin Anke Bennholdt-Thomsen spricht über die Dreidimensionalität in Hölderlins Dichtung und Walter Schmidinger, der Grandseigneur unter Deutschlands Rezitatoren, liest „Andenken”.
  • Donnerstag, 07. Mai 2020 - 18:30
    Regisseur Harald Bergmann begleitet an heutigen Abend persönlich seine Hölderlin-Trilogie. ––– Bitte reservieren Sie die Karten für diesen Abend auf dieser Seite.
  • Donnerstag, 07. Mai 2020 - 19:00
    "Condensed Version" (verdichtete Fassung) der ersten beiden Teile (Lyrische Suite und Hölderlin Comics) der Hölderlin-Trilogie. Regisseur Harald Bergmann begleitet die komprimierte Version der ersten beiden Teile der Trilogie durch eine Einführung und anschließende Gespräche.
  • Donnerstag, 07. Mai 2020 - 21:00
    Der Film SCARDANELLI rekonstruiert aus allen verfügbaren Perspektiven die zweite Lebenshälfte des Dichters Friedrich Hölderlin. Kein Satz in diesem Film ist erfunden, alle Szenen, Dialoge und Zeugenaussagen beruhen auf den überlieferten Berichten. (Harald Bergmann). Im Jahr 1806 wird der Dichter Friedrich Hölderlin in die Tübinger Klinik Dr. Authenrieds eingeliefert. Als unheilbar psychisch krank entlassen, kommt er sieben Monate später als Pflegefall in die Familie des Schreinermeisters Ernst Zimmer. Betreut von dessen Tochter Lotte lebt Hölderlin 36 Jahre in einem kleinen Turmzimmer am Neckar und verbringt seine Zeit mit Zeichnen, Klavier spielen und - natürlich - Dichten. Er leugnet, dass sein Name jemals Hölderlin gewesen ist, und unterzeichnet seine Gedichte mit Scardanelli. (www.kino.de) Letzter Teil einer Hölderlin-Trilogie, der sich mit dem Zusammenbruch des Dichters, seiner Internierung in Tübingen und seinen letzten 30 Lebensjahren als Pflegefall befasst. Ruhig inszeniert, zeigt der Film in erlesener Schwarz-Weiß-Fotografie eine Reihe großartig gespielter Alltagsepisoden, denen die Gedichte Hölderlins zugrunde liegen. Unterbrochen wird die Handlung durch (farbige) Interviews mit Zeitzeugen. Der Regisseur liefert reizvolle Deutungsangebote, wobei er den Dichter und seine Texte nahe bringt, ohne sich aufzudrängen. Offenkundig hat Bergmann seinen Blick auf die zweite Hälfte des Lebens Hölderlins von einem Diktum Robert Walsers leiten lassen: "Ich bin überzeugt, dass Hölderlin die letzten dreißig Jahre seines Lebens gar nicht so unglücklich war, wie es die Literaturprofessoren ausmalen. In einem bescheidenen Winkel dahin träumen zu können, ohne beständig Ansprüche erfüllen zu müssen, ist bestimmt kein Martyrium. Die Leute machen nur eins draus." (Ulrich Kriest, filmdienst 15/2002)
  • Freitag, 08. Mai 2020 - 20:00
    Friedensfilmpreis FF Osnabrück – Jury Statement: Eine niedersächsische Bundesstraße, trist und nebelig, alle paar hundert Meter blinken Neonlichter. In den bunt beleuchteten Wohnwagen warten Sexarbeiterinnen auf ihre Freier. Die Regisseurin Elke Margarete Lehrenkrauss portraitiert drei Frauen, die hier direkt vor unserer Haustür in diesem abgeschiedenen Mikrokosmos leben. Der Film schafft eine Nähe zu seinen Protagonistinnen, die von Vertrauen und einem respektvollen Umgang zeugt und eine lange und geduldige Annäherung und Recherche der Regisseurin an das Milieu und seine Frauen erahnen lässt. Dem Film gelingt hierbei eine inhaltlich-formale Gratwanderung: er arbeitet mit starken, sorgfältig komponierten Bildern und einer atmosphärischen Verdichtung, welche die klaustrophobische Mise en Scene, die Isolation, die Kälte, die Langeweile, und das Ausgeliefertsein förmlich körperlich spüren lässt. Und obwohl der Film mitunter ästhetisierend anmutet, nimmt er die Protagonistinnen ernst, zeigt sie fernab eines exploitativen Voyeurismus, und kommentiert dergestalt zugleich konventionelle Repräsentationen von Weiblichkeit in einem weitreichenden sozialen Kontext von Globalisierung, Ungleichheit und Machtverhältnissen. Beeindruckend gelingt es Elke Margarete Lehrenkrauss jenen Frauen, die aufgrund ökonomischer Zwänge in diese entmenschlichte und funktionale Existenz gedrängt wurden, durch komplexe Portraits ihre Menschlichkeit zurückzugeben, indem sie von ihren individuellen Geschichten, Wünschen und Hoffnungen würdevoll und empathisch erzählt. Wir sind froh, Lovemobil als zutiefst humanen Film mit dem Friedensfilmpreis Osnabrück auszeichnen zu dürfen! Jury: Masha Matzke, Mike Beilfuß, Wiebke Thomsen
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