Mittwoch, 16. Dezember 2026 - 20:30 bis - 21:15
Ort: Kino achteinhalb
http://tobis.de/titel/ein-talent-fuers-morden
Kategorien: Krimi, Literaturverfilmung, Tobis
Treffer: 15
Eintritt: 7,50 Euro
Schweiz/Australien/Italien/USA/Großbritannien 2026
Kinostart: 5. November 2026
106 Minuten
FSK: ab 14 Jahren
Regie: Anton Corbijn
Darsteller:
Helen Mirren (Patricia Highsmith) · Alden Ehrenreich (Edward Ridgeway / Tom Ripley) · Olivia Cooke (Clementine Balfour) · Juliet Stevenson (Peggy) · Nikolai Selikovsky (Arzt) · Maddalena Vallecchi Williams (Eleanor) · Luca Ferrini (Priester) · Norbert Ortner (Taxifahrer) · James Faulkner (Douglas Balfour) · Brid Brennan (Kathryn Grierson) · Alma Leiberg (Haushälterin) · Enrico Mutti (Schicker Italiener)
Wikipedia über Patricia Highsmith
Filmwebseite, Wikipedia
Kritiken:
Kritik von Dietmar Kanthak für EPD-Film (4 von 5 Sternen)
Kritik von Alexandra Wach für den Filmdienst (3 von 5 Sternen)
Kritik von Ursula Kähler für den Cicero
Kritik von Andreas Köhnemann für Kino-Zeit.de (3,5 von 4 Sternen)
Kritik von Frank Schmidke für Kunst und Film (4 von 6 Sternen)
Kritik von Oliver Armknecht für Filmrezensionen.de
Kritik von Christoph Petersen für Filmstarts.de
Kritik von Walli Müller für NDR-Kultur
Kritik von Christopher Diekhaus für Programmkino.de
Kritik von Thomas Schultze für The Spot
Kritik von Julia Haungs für SWR-Kultur
Kritik von Elmar Krekeler für die Welt
Kritik von Margret Köhler für RND/HAZ/CZ
Kritik von Andrea Burtz für WDR2
Kritik von Bert Rebhandl für den Wiener Standard
Kritik von Barbara Schweizerhof für die Berliner Morgenpost
Kritik von für den Spiegel
Interview von Susanne Gietl mit Helen Mirren für den Filmdienst
Interview von Adam Soboczynski mit Helen Mirren für die Zeit
Interview von Heinrich Oehmsen mit Helen Mirren für das Hamburger Abendblatt
Trailer (168 Sekunden):
Ausführliche Kritik von Alexandra Wach für den Filmdienst:
Ein Thriller um die gealterte Schriftstellerin Patricia Highsmith, die in ihrem abgeschiedenen Chalet einen Lektor in ein Psychospiel um die Konstruktion eines perfekten Mordes verwickelt.
Wer könnte besser die mürrische, in die Jahre gekommene US-Schriftstellerin Patricia Highsmith spielen als die britische Schauspielerin Helen Mirren, die schon reihenweise komplexe Rollen von Königinnen und Politikerinnen übernommen hat? Ihre beste Zeit hat die bekennende Misanthropin Highsmith in „Ein Talent fürs Morden“ schon hinter sich. Zurückgezogen lebt sie in einem düsteren Schweizer Chalet und delektiert sich an ihrer antiken Waffensammlung, wenn sie nicht gerade giftige Substanzen in der Küche stapelt, literweise Cocktails konsumiert und ununterbrochen raucht. Als ein junger Abgesandter ihres New Yorker Verlags (Alden Ehrenreich) ihre Abgeschiedenheit stört, ist das für sie eine willkommene Gelegenheit, den nervös wirkenden Lektor namens Edward Ridgeway mit Beleidigungen und Beschimpfungen zu traktieren. Seine Aufgabe besteht darin, die einst erfolgreiche Krimiautorin dazu zu bringen, einen Vertrag für ein letztes Buchprojekt zu unterschreiben. Wenn er versagt, ist er seinen Job los.
Ein Besucher mit verdächtiger Vergangenheit
Im Zentrum des neuen Romans soll ihre berühmteste Figur Tom Ripley aus dem Klassiker „Der talentierte Mr. Ripley“ stehen. Auch von dem will Highsmith zunächst nichts wissen. Lieber interessiert sie sich für die Vergangenheit ihres Gegenübers, der sich als manischer Kenner ihres Werks outet. Außerdem sind seine Eltern bei einem verdächtigen Autounfall ums Leben gekommen, den er absichtlich verursacht haben könnte.
Die Seniorin, die grausamen Spielchen nicht abgeneigt ist, hält diese Ausgangslage für verlockend genug, um ihren Besucher aufzufordern, sich einen perfekten Mord für sie auszudenken. Er könnte sich ja selbst zum Vorbild nehmen, in all seiner Durchschnittlichkeit und mit seiner versteckten Homosexualität. Derart boshaft provoziert, nimmt Edward die Herausforderung an. Zumal er in der Bahn die reiche US-Erbin Clementine Balfour (Olivia Cooke) kennengelernt hatte, die ihm unten im Dorf ein zweites Mal über den Weg gelaufen ist und die ihn in einem üppigen Anwesen in ihr Bett gelockt hat.
Ripley erwacht wieder zum Leben
Um den niederländischen Fotografen und Regisseur Anton Corbijn, berühmt für Fotos und Videos für Depeche Mode oder U2 und Filme wie „Control“ oder „The American“, ist es zuletzt etwas ruhig geworden. Seinen letzten Spielfilm hatte er vor elf Jahren inszeniert. Mit der Adaption des Theaterstücks „Switzerland“ von Joanna Murray-Smith spinnt er nun eine fiktive Geschichte aus dem Leben von Highsmith und vermischt sie mit ihren Kriminalromanen zu einem klassischen Psychothriller. Der legendäre Hochstapler Ripley erwacht so wieder zum Leben; Realität und Fiktion beginnen sich in raffiniert überlappenden Schichten übereinanderzulegen, sodass man irgendwann nicht mehr weiß, wo der Roman beginnt und die mörderische Wirklichkeit endet. Sitzt Highsmith wirklich mit einem Messer im Bauch im Sessel oder imaginiert das nur ihr übereifriger Schreibassistent?
Corbijn gelingen dank exzellenter Dialoge Momente feiner Ironie in einem doppelbödigen Kammerspiel, dessen Spannungsbogen zwar mitunter etwas schwächelt, das aber dank des funkensprühenden Duells zwischen Mirren und Alden Ehrenreich bis zum Schluss die Intensität hält.