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  Donnerstag, 07. Mai 2020 - 19:00 bis - 21:00

"Condensed Version" der ersten beiden Teile der Hölderlin-Trilogie

 

Regie/Drehbuch/Kamera/Schnitt/Produktion: Harald Bergmann
Harald Bergmann auf: Wikipedia, Crew United, Filmportal und Filmdienst  
Die Webseite von Harald Bergmann

Regisseur Harald Bergmann begleitet die komprimierte Version der ersten beiden Teile der Trilogie durch eine Einführung und anschließende Gespräche.

Teil eins
Lyrische Suite / Das untergehende Vaterland
Die chronologisch erste Arbeit der Hölderlin-Trilogie ist der Versuch, sich dem Phänomen Hölderlin überhaupt zu nähern und die filmischen Mittel zu entwickeln, seine Dichtung ins Kino zu übertragen. In Trickanimationen von Hölderlins Handschrift macht der Film die Bewegungen des dichterischen Entstehungs- und Denkprozesses sichtbar, denen er nachspürt und sie mit heutiger Realität in Bezug setzt. In Interviews mit Menschen auf der Straße, Improvisationen und stilisierten Rezitationen experimentiert Harald Bergmann, wie diese Texte überhaupt heute laut gesprochen werden können und setzt sich auch gegen den Missbrauch und die Vereinnahmung der Hölderlinschen Dichtung und ihres Pathos durch den Faschismus zur Wehr.
Zu fünf späten Fragmenten Hölderlins („Der Vatikan“, „Vom Abgrund“, „Sonst nämlich, Vater Zeus“, „An die Madonna“ und „Mnemosyne“) macht Harald Bergmann eine assoziative Reise durch die in diesen Texten benannten Orte: Über Avignon zum Gotthard, nach Rom, in den Vatikan, zum Berg Athos, und nach Frankfurt, dem „Nabel dieser Erde“.

Darsteller / Sprecher: Jean-Marie Straub, Udo Samel, Otto Sander, Dietrich E. Sattler, Tina Engel u.v.a.
Kritik von Robert M. Richter L'HEBDO Internationes Filmfestival Locarno 1993

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Teil zwei
Hölderlin Comics
Filmischen Auseinandersetzungen mit dem Thema „Hölderlin” geht es zumeist darum, den Mythos vom Dichter, der an seiner tragischen Liebe und der Kunst wahnsinnig wird, aufzubereiten. Im Gegensatz dazu wird in diesem Film versucht, die berühmten späten Arbeiten des Dichters, die Texte und Entwürfe aus dem Homburger Folioheft, die er bis kurz vor seinem Abtransport in die Klinik schrieb, vorzustellen und sie in filmischen Formen umzusetzen. Sie werden zugleich der Rezeption, der Einschätzung durch Freunde, Zeitgenossen, der Literaturszene u. a. gegenüber gestellt.

Die Dialoge, z.B. die Gespräche zwischen Goethe und Schiller über Hölderlin, sind wortwörtlich aus Briefen zitiert. Es ist gleichwohl kein Dokumentarfilm; das Ziel war, auch innerhalb einer experimentellen Form eine Geschichte zu erzähle
»Der arme Holterling wurde heute morgen abtransportiert, um zu seinen Angehörigen zurückgebracht zu werden. Wieder und wieder versuchte er sich aus der Kutsche herauszustürzen und jedesmal stieß ihn der Mann, der zu seiner Begleitung mitfuhr, zurück. Hölderlin schrie, dass Harschierer ihn wegholten und wehrte sich mit seinen ungeheuer langen Fingernägeln so heftig, dass der Mann ganz mit Blut bedeckt war.« 
(Caroline von Hessen-Homburg, 11.9.1806)

Darsteller:
Udo Samel (jüngerer Hölderlin), Walter Schmidinger (älterer Hölderlin), Otto Sander, Rainer Sellien und Tina Engel
sowie die Stimmen von Dietrich .E. Sattler und Martin Heidegger

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Presse:
Hirnstromkurve, ausgeflippt Jan Schulz-Ojala im Berliner Tagesspiegel vom 8. Dezember 1994
Kritik von Steffen Richter im Berliner Tagesspiegel vom 30. Januar 2004