Veranstaltungsarchiv

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  • Dienstag, 03. April 2018 - 15:30
    Eine alte Frau sucht ein halbes Jahrhundert, nachdem ihr in einem irischen Kloster ihr uneheliches Baby weggenommen wurde, gemeinsam mit einem zynischen Journalisten ihren Sohn. Das nach einer historischen Begebenheit inszenierte Drama ist eine ergreifende Mischung aus komischem Road Movie, detektivischer Recherche und wütender Anklage. Geschickt balanciert die Inszenierung die unterschiedlichen Töne aus, wobei die Komik des Films aus der Gegensätzlichkeit der Hauptfiguren resultiert, die sich mit lakonischen Dialogen bekämpfen und so das gelegentliche Pathos auffangen.
  • Dienstag, 06. Februar 2018 - 15:30
    Emma (Jördis Triebel) lebt als einsame Schweinezüchterin auf dem runtergewirtschafteten Hof ihrer Vorfahren. Sie schlachtet ihre Tiere auf ganz eigene Art: Bis zum letzten Moment behandelt sie sie liebevoll, der finale Schnitt hat etwas Zärtliches. Den fehlenden Mann ersetzt sie durch den herrlich vibrierenden Sattel ihres alten Mofas. Aber die Sehnsucht bleibt. Max (Jürgen Vogel) ist ein neurotischer Vegetarier und Ordnungsliebhaber, der niemals etwas Unüberlegtes tut. Bis er erfährt, dass er tödlich an Krebs erkrankt ist. In einer Kurzschlussreaktion klaut er seinem Freund und Arbeitgeber Hans einen Ferrari und viel Geld. Von Hans gejagt, findet Max` Flucht aus seinem alten Leben ein jähes Ende - und zwar just auf Emmas Hof, auf dem der Ferrari nach einer wilden Verfolgungsjagd zerschellt. Emma ist entzückt: Sie versteckt den bewusstlosen, aber appetitlichen Mann in ihrem Bett und das Geld im Stall. Als Max erwacht, erschrickt er vor dem schmutzigen Hof und der starken Frau. Erst allmählich ergibt er sich Emmas Werben und erkennt, dass er sein persönliches Paradies gefunden hat. Gemeinsam können sie sogar den aufgebrachten Hans beschwichtigen - doch ihr Glück ist kurz und Max` Ende unausweichlich. Schließlich macht er es den Schweinen nach und vertraut sich Emmas zarten Künsten an...
  • Sonnabend, 15. April 2017 - 20:30
    Ein sensibler afroamerikanischer Junge wächst in Liberty City auf, einem „Problembezirk“ Miamis, wobei die Crack-Sucht seiner Mutter und die Schikanen von Gleichalterigen, die ihn mobben, sein Leben überschatten. Ein Dealer nimmt sich seiner an und wird zum Vaterersatz, doch die demonstrative Männlichkeit, die er dem Jungen vorlebt, bringt weitere Konflikte, vor allem auch mit der eigenen homosexuellen Identität. Der bildgewaltige, herausragend gespielte Film wird als Triptychon unterschiedlicher Lebensphasen erzählt. Er besticht durch seine Sensibilität gegenüber den Gefühlen der Figuren ebenso wie durch sein Gespür für ihre Lebenswelt, wobei er präzise Milieuschilderung mit dem Sinn für die Schönheit des Lebens verbindet. ================== Moonlight gilt bereits jetzt als der Film des Jahres. Er hat 205 Filmpreise gewonnen (darunter 3 Oscars) und weitere 245 Nominierungen.
  • Freitag, 31. März 2017 - 20:30
    Der Film "Elle" (Elle ist das französische Personalpronomen für "sie", aber auch die zweite Silbe in "Isabelle" und könnte fast die zweite Silbe in Michèle sein.) ist einerseits eine Zumutung und zugleich in seiner Amoralität und Schamlosigkeit faszinierend. Zudem erinnert "Elle" an die Gesellschaftssatiren eines Luis Bunuel - außer Michèles Freundin Anna gibt es hier niemanden, der nicht "gestört" ist. Die unergründliche 64-jährige Isabelle Huppert brilliert in der Rolle einer gut 20 Jahre jüngeren Frau. ----- Jörg Albrecht im Deutschlandfunk: "In jedem anderen Film würden die Informationen, die uns die Handlung nach und nach über Michèle gibt, ihren Charakter, ihr Verhalten erklärbar machen. Bei "Elle" aber bleibt immer ein Restzweifel, ein Stück Unsicherheit. Dieses Rätselhafte, das Isabelle Huppert mit jeder Faser ihres Körpers spiegelt, macht diese Geschichte bis zum Ende unvorhersehbar. Huppert ist kalkuliert, pampig, leidenschaftlich, manipulativ, verschmitzt und sie ist noch so vieles mehr. Es ist die Quintessenz einer über 40 Jahre dauernden Karriere, bei der sich die erstaunlich alterslose Schauspielerin grundsätzlich eine Distanz zu ihren Figuren bewahrt hat."
  • Freitag, 17. März 2017 - 20:30
    „Love & Friendship“ basiert auf dem Briefroman „Lady Susan“ der britischen Schriftstellerin Jane Austen („Stolz und Vorurteil“). - Die schöne Witwe Lady Susan Vernon besucht das Anwesen ihrer Verwandtschaft, um dort die in der gehobenen Gesellschaft kursierenden, skandalträchtigen Gerüchte über ihre Affären auszusitzen. Während sie sich dort versteckt hält, schmiedet sie Pläne, um für sich selbst sowie für ihre heiratsfähige, aber widerwillige Tochter Frederica jeweils einen passenden Ehemann zu suchen und dadurch ihrer beider Zukunft zu sichern. Lady Susan erregt die Aufmerksamkeit gleich dreier Männer: sowohl des jungen und attraktiven Reginald DeCourcy als auch des reichen, aber etwas einfältigen Sir James Martin sowie des äußerst gut aussehenden, jedoch verheirateten Lord Manwaring. Dieser Umstand verkompliziert die Angelegenheiten deutlich.
  • Dienstag, 07. März 2017 - 15:30
    Nach einem Hörsturz, einer Gallenblasen-Operation und einem eingebildeten Herzinfarkt wird dem Entertainer Hape Kerkeling unmissverständlich klar, dass es so nicht weiter geht. Er nimmt sich ein halbes Jahr Auszeit und macht sich auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela und auf die Suche nach... ja, nach was eigentlich? Nach Gott? Der Wahrheit? Sich selbst?
  • Sonnabend, 04. März 2017 - 16:00
    Nach dem Unfalltod seiner alkoholkranken Mutter landet ein neunjähriger Junge im Kinderheim, wo er sich mit anderen Kindern anfreundet, die ebenfalls Vernachlässigung und Missbrauch erfahren haben. Solidarisch bemühen sie sich darum, ein neu hinzugekommenes Mädchen vor ihrer egoistischen Tante zu schützen. Der bemerkenswert zurückhaltend inszenierte Stop-Motion-Animationsfilm erzählt ebenso berührend wie angemessen optimistisch von traumatisierten Kindern, wobei die Handlung durchgängig auf Augenhöhe seiner jungen Protagonisten bleibt. Die Inszenierung lässt Poesie, Realismus und Fiktion mustergültig ineinanderfließen und schafft so für ein breites Publikum Zugänge zu einem schwierigen Thema. ----- Europäischer Filmpreis 2016 ------ Liebes Publikum, liebe Eltern, liebe Lehrer, der Stop-Motion-Puppenfilm "Mein Leben als Zucchini" (66 Minuten) ist ein wundervoller Film für Jung (ab 8) und Alt (bis 99) - eigentlich ein Familienfilm. "Zucchini" ist ein Film, in dem man die Kinder mitnehmen muss. Als Zielgruppe werden Kinder nicht massiv beworben - kein "Ice Age der x-te" oder so, wo sie das Gefühl haben, etwas verpasst zu haben, nicht mitreden zu können, wenn sie ihn nicht gesehen haben. Filme, die Kinder ernstnehmen und nicht als Marketingobjekt sehen, haben es immer schwer an der Kinokasse. Fünf Termine bieten wir an. Extra Schulveranstaltungen sind möglich.
  • Freitag, 03. März 2017 - 20:30
    Während der japanischen Besatzung Koreas in den 1930er-Jahren soll eine zur Taschendiebin ausgebildete junge Frau einer reichen, unverheirateten Erbin in einem abgelegenen Anwesen zu Diensten sein. Das Mädchen ist Teil eines raffinierten Eheschwindelplans, verliebt sich dann aber in die Erbin, was nur eine von mehreren überraschenden Wendungen ist. Die in drei Kapiteln virtuos entfaltete Liebesgeschichte ist mit einem romantischen Kriminalthriller verknüpft und entfaltet als kunstvolles Vexierspiel eine illustre Dynamik voller Perspektivwechsel und optischer Täuschungen. Ein kluger, facettenreicher Film voller Eleganz und Tempo, geprägt von intensiver Musik und großer Inszenierungskunst.
  • Freitag, 24. Februar 2017 - 20:30
    Der Modedesigner Tom Ford hat mit "Nocturnal Animals" seinen zweiten Film inszeniert: Eine Galeriebesitzerin, die sich in der aseptischen High Society von Los Angeles etabliert hat, erhält ein Romanmanuskript ihres Ex-Manns, das von einem Menschen erzählt, der in die Fänge eines mörderischen Trios gerät und Frau und Tochter verliert. Die Leserin versteht das Szenario voller Gewalt bald als Rachefantasie, kann sich deren Sog aber dennoch nicht entziehen. Der kunstvoll inszenierte, exzellent gespielte Thriller wechselt zwischen filmischer Wirklichkeit und der Erzählung des Romans und hält durch eingestreute Rückblicke die Interpretation reizvoll in der Schwebe. Eindrücklich warnt der Film dabei vor dem Verlust von Empfindungen.
  • Dienstag, 06. Dezember 2016 - 15:30
    Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Alan Bennett, in dessen Londoner Auffahrt Miss Shepherd "vorübergehend" ihren Van parkte und für 15 Jahre wohnen blieb. Diese Begegnung, die als widerwillig gewährter Gefallen begann, entwickelte sich zu einer Beziehung, die die Leben der beiden nachhaltig veränderte.
  • Dienstag, 07. Juni 2016 - 15:30
    Im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts übernimmt eine junge Frau nach einer Erbschaft entgegen den Konventionen ihrer Zeit die Führung des großväterlichen Gutshofs. In der Folge gerät ihr Unabhängigkeitsdrang mit diversen Ehe-Optionen in Konflikt. Die solide, geschmackvoll ausgestattete Verfilmung des Romans von Thomas Hardy bleibt dem romantischen Grundton der Vorlage treu und fügt dem Stoff keine allzu neuen Perspektiven hinzu. Wie bei Hardy lösen sich die proto-feministischen Ansätze der Frauenfigur am Ende in Konformität auf.
  • Freitag, 23. Oktober 2015 - 20:30
    Ein ehrgeiziger Journalist will sich mit der Biografie eines ehedem als blinder Maler berühmt gewordenen Künstlers profilieren und sucht ihn in dessen Schweizer Anwesen auf. Der alte Mann erweist sich jedoch als überraschend stur und nötigt den jungen Schnösel zu einer Reise auf den Spuren seiner Vergangenheit. Die einfallsreich inszenierte Verfilmung des gleichnamigen Romans von Daniel Kehlmann glänzt mit souveränen Hauptdarstellern und witzigen Dialogen. Nach einem furiosen Beginn driftet das Drama im zweiten Teil allerdings in ein wenig originelles Road Movie ab.
  • Freitag, 18. September 2015 - 20:30
    Eine geistig beeinträchtigte junge Frau muss mit ihrem 18. Geburtstag keine regulierenden Medikamente mehr einnehmen und erwacht aus einer Art Dämmerzustand, was nicht nur die Emanzipation aus ihrem behütenden Elternhaus nach sich zieht, sondern zuvorderst wilden Sex, Schwangerschaft und Abtreibung bedeutet. Der nach einem Theaterstück inszenierte Film feiert wohltuend unverkrampft die heitere Lebenslust seiner Protagonistin, die exemplarisch für das Recht auf Sexualität und Selbstbestimmung auch geistig behinderter Menschen steht. Der ungeheuerlich-heftige, aber auch ungeheuer mutige Film schlägt bisweilen unverhofft humorvolle Töne an und konfrontiert mit den fließenden Grenzen der Wahrnehmung sowie mit dem Fließen moralischer Grenzen.
  • Freitag, 26. Juni 2015 - 20:30
    Ein heruntergekommener Privatdetektiv kehrt in seine Heimatstadt Graz zurück und gerät in einen Mordfall, in den auch einstige Jugendfreunde verwickelt sind. Dass er an den Folgen eines missglückten Selbstmordversuchs laboriert, ist ihm dabei ebenso hinderlich wie die verdrängte Erinnerung an eine Jugenddummheit mit fatalen Folgen. Kongeniale Verfilmung eines Romans von Wolf Haas, in der das ebenso präzise wie skurril gezeichnete Milieu mehr im Vordergrund steht als die Krimihandlung. Brillante schwarzhumorige Dialoge und hervorragende Schauspieler erwecken die Figuren stimmig zum Leben.
  • Freitag, 03. April 2015 - 20:30
    Ein kalifornischer Hippie-Detektiv wird im Jahr 1970 in einen labyrinthischen Fall mit diversen Entführungen, Morden, Drogendelikten und Verschwörungen hineingezogen. Seine Drogensucht erschwert die Ermittlungen ebenso wie die Rivalität mit einem anhänglichen Polizei-Lieutenant. Ein überzogener Kiffer-Noir nach einem Roman von Thomas Pynchon, der sein schräges Figurenarsenal in ein irrwitziges Szenario voller comichafter Gags stürzt. Das Fehlen von Handlungslogik und einer tiefergehenden Ausleuchtung der zeitgeschichtlichen Hintergründe gehört dabei ausdrücklich zum Programm des zitatenreichen, äußerst vergnüglichen Films.
  • Donnerstag, 04. Dezember 2014 - 20:00
    Ein nackt unter Wilden aufgewachsenes Mädchen kommt durch eine Urwaldexpedition nach Hamburg, erlebt mit einem Freund die Zivilisation und kehrt enttäuscht in den Urwald zurück. Einfältiger Unsinn, der jedoch durch das aus heutiger Sicht lächerliche Kokettieren mit Nuditäten zu einem der großen finanziellen Erfolge der Nachkriegszeit wurde.
  • Freitag, 07. November 2014 - 20:30
    Adaption von Shakespeares Komödie um den „Liebeskrieg“ zwischen einem Mann und einer Frau, die sich scharfzüngig gegen die Ehe stark machen, sowie um eine Intrige, die eine junge Liebe zu zerstören droht. Mit eleganter, an klassische Screwball-Komödien erinnernder Schwarz-Weiß-Ästhetik und einer leicht ironischen Musikuntermalung unterspielt der Film geschickt die kolportagehaft melodramatischen Elemente der Komödie und bringt dafür umso liebevoller mit schönen szenischen Ideen und mit Hilfe bestens aufgelegte Darsteller die Strahlkraft der Dialoge zum Funkeln.
  • Freitag, 19. September 2014 - 20:30
    Eine alte Frau sucht ein halbes Jahrhundert, nachdem ihr in einem irischen Kloster ihr uneheliches Baby weggenommen wurde, gemeinsam mit einem zynischen Journalisten ihren Sohn. Das nach einer historischen Begebenheit inszenierte Drama ist eine ergreifende Mischung aus komischem Road Movie, detektivischer Recherche und wütender Anklage. Geschickt balanciert die Inszenierung die unterschiedlichen Töne aus, wobei die Komik des Films aus der Gegensätzlichkeit der Hauptfiguren resultiert, die sich mit lakonischen Dialogen bekämpfen und so das gelegentliche Pathos auffangen.
  • Sonnabend, 09. August 2014 - 20:00
    Die Schüler einer Bremer Schule versuchen, die Schule zu "demokratisieren", und fordern gegensätzliche Stellungnahmen bei Konservativen und fortschrittlichen Lehrern heraus. Stilsicher gefaßte Zeitkritik, die die allgemeinen Standpunktsuche zwischen den extremen Positionen von Autoritätsbeharren und sozialrevolutionärem Bewußtsein und die damit verbundenen Identitätskrisen, teils mit schockierenden Mitteln, zu spiegeln versucht.
  • Freitag, 25. April 2014 - 21:50
    Nathanael fühlt sich verfolgt vom vermeintlichen Mörder seines Vaters. Doch alle Bemühungen seiner Verlobten Clara, ihn zu überzeugen, dass all dies nur in seinem Kopf passiert, will er nicht hören. Während die schrecklichen Erinnerungen an seine Kindheit in ihm wieder hochkochen, verfällt er der wunderschönen Olympia. Doch er ahnt noch nicht, wie er sich damit ins Verderben stürzt. Die Verfilmung von E.T.A. Hoffmanns Novelle ist eine Schauergeschichte über Wahrheit und Täuschung, Verführung und Obsession.
  • Freitag, 04. April 2014 - 20:30
    Der Pferdehändler Michael Kohlhaas wird zum Opfer staatlicher Willkür. Nachdem ihm auch die Justiz sein Recht verweigert, beginnt er mit Anhängern und Rebellen aus der Bevölkerung einen Feldzug gegen die Herrschenden. Heinrich von Kleists gleichnamige im 16. Jahrhundert angesiedelte Novelle wandelt sich zur zeitlosen philosophischen Reflexion über Gerechtigkeit, Unterdrückung und Widerstand. Der französische Regisseur Arnaud des Pallières verlegt die Handlung in die karge Landschaft der Cevennen, die er in majestätischen Bildern intensiv einfängt und die er zu einem konzentrierten Neo-Klassiker mit deutlichen Anleihen beim Western verdichtet.
  • Freitag, 28. März 2014 - 20:30
    Eine Schauspielerin spricht in einem Theater bei einem Autor für die weibliche Hauptrolle in seiner Bühnenadaption des Romans „Venus im Pelz“ vor. Die rätselhafte Frau verwickelt den Mann in ein intellektuelles und erotisches Spiel. Die Verfilmung eines Zwei-Personen-Stücks erscheint auf den ersten Blick wie eine leichte Komödie, verdichtet sich aber unter Roman Polanskis eleganter Regie zu einem facettenreichen, vorzüglich gespielten Mikrodrama um Dominanz und (männliche) Obsessionen. Besetzung und Inszenierung lassen den Film dabei als ausgesprochen persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und Werk des Regisseurs erscheinen.
  • Freitag, 21. März 2014 - 20:30
    Ein älterer und ein jüngerer Mann unterhalten sich über die Liebe und erinnern sich an die Beziehung zu einer Frau, die sich im Lauf des Gesprächs als ein und dieselbe herausstellt. Die gut besetzte und überzeugend gespielte Romanverfilmung weicht an entscheidender Stelle von der Vorlage ab und bevorzugt eine überraschende Wendung, mit der sie sich überzeugend von der Vorlage emanzipiert.
  • Freitag, 21. Februar 2014 - 20:30
    Nachdem ihr Mann wegen windiger Finanzgeschäfte verhaftet wurde und im Gefängnis Selbstmord beging, sucht eine Frau aus der New Yorker High Society Zuflucht bei ihrer Schwester im Arbeitermilieu von San Francisco. Bald brechen alte Konflikte um Werte und Lebensstile aus, weil sie die neuen Verhältnisse als "working class", niveaulos und ärmlich empfindet. Fulminant besetzte Tragikomödie, in der die vorzügliche Hauptdarstellerin den Raum nutzt, um den Genuss und den Kater, die Selbsttäuschung und die Euphorie auszuspielen. Hinter diesem Porträt einer Frau, die der Finanzcrash weder von ihrer Oberflächlichkeit noch von übersteigerten Ansprüchen kurieren konnte, offenbart sich die Abrechnung mit einer Gesellschaftsschicht.
  • Freitag, 17. Januar 2014 - 20:30
    Jugendliche Zwillingsbrüder werden Ende des Zweiten Weltkriegs zu ihrer Großmutter aufs Land gebracht, wo man sie brutal misshandelt und ausnutzt. Die beiden Jungs beschließen, sich ihrer Haut zu erwehren, indem sie sich durch rigorose Erziehungsmaßnahmen ertüchtigen und alsbald selbst zu kleinen Übeltätern werden, die die perversen Strukturen eines mörderischen Systems wiedergeben. Eine kongeniale Verfilmung des Romans von Ágota Kristóf, die mit ausdrucksvollen Bildkompositionen und einer meisterlichen Lichtführung besticht.
  • Freitag, 10. Januar 2014 - 20:30
    In einem abgelegenen bayrischen Dorf möchte ein junger Filmemacher Heinrich von Kleists Drama "Michael Kohlhaas" verfilmen. Doch gleich am ersten Drehtag werden ihm alle Fördergelder gestrichen. Der Regisseur versucht, die fehlenden Mittel durch Fantasie und Wahrhaftigkeit zu ersetzen, und spannt dazu auch die Bewohner des Dorfs ein, in dem der Film entsteht. Doch die Spannungen im Filmteam, aber auch zwischen Filmteam und Dorfbevölkerung eskalieren. Eine intelligente, dabei höchst unterhaltsame Tragikomödie über das Filmemachen zwischen kreativen Visionen, menschlichen Schwächen und Sachzwängen.
  • Freitag, 03. Februar 1995 - 20:30
    Ein heimkehrender Kreuzritter findet seine Heimat von der Pest verwüstet vor und fordert den Tod zu einem Schachspiel heraus, das zu der nie endenden Frage um die Existenz Gottes wird. In den Ereignissen und Begegnungen weniger Tage offenbart sich die existenzielle Not einer Gesellschaft am Abgrund. Im Rückgriff auf die Tradition mittelalterlicher Mysterienspiele meditiert der mit großer künstlerischer Kraft gestaltete Film über den Verlust von Sinnbezügen und die Suche nach Haltepunkten in einer neuzeitlichen Welt. Eine symbolträchtige Allegorie, geprägt von bitterer Skepsis. ------------- von Ingmar Bergman 1956 mit Max von Sydow
  • Freitag, 20. Januar 1995 - 20:30
    UNSERE ERSTE KINOVERANSTALUNG --------------------------- Drei flüchtige Verbrecher erzwingen sich mit rücksichtsloser Gewalt Unterschlupf in einer amerikanischen Bürgerfamilie. Eine psychologische Studie menschlicher Angst, deren Inszenierung Hochspannung erzeugt - perfekt in den schauspielerischen Leistungen. ========== von William Wyler 1955 - mit Humphrey Bogart
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