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DESCRIPTION:In Kooperation mit  'Land in Sicht - Transition / Celle' (LIST)
 .\nEintritt: freiDeutschland 2016Kinostart: 1. Juni 201785 MinutenFSK: ab 
 12\; fFBW: Prädikat besonders wertvoll \nProduktion/Regie/Drehbuch: Carste
 n Rau\, Hauke WendlerKamera: Boris MahlauMusik: Sabine WorthmannSchnitt: S
 igrid SveistrupDer Filmdienst ist seit Jahren die führende deutsche Kinofi
 lmfachzeitschrift. Da die Kritiken des Filmdiensts nicht ohne weiteres zug
 änglich sind\, drucken wir sie hier ab\, unabhängig ob sie positiv oder ne
 gativ ausfallen. Unser Ehrgeiz ist es nicht\, Interessierte mit hohlen Ver
 sprechungen oder plakativen Etikettierunen wie 'Kunstfilm' oder 'besondere
 r Film'  ins achteinhalb zu locken. Die wenigstens Filme erhalten vom Film
 dienst eine positive Kritik. Es ist daher durchaus so\, dass Filme\, die d
 ort nicht so positiv 'wegkommen'\, ansonsten durchweg positive Kritiken er
 halten haben und wir auch einige Filme 'klasse' gefunden haben\, die vom F
 ilmdienst kritisch bewertet worden sind. Es ist halt eine Meinung unter me
 hreren\, aber in der Regel eine fundierte. Die höchste Auszeichnung ist da
 s Prädikat 'sehenswert'\, die Altersempfehlung ist eine pädagogische.Kurzk
 ritik FilmdienstÜberzeugender Dokumentarfilm über zwei albanische Familien
 \, die 2016 zwangsweise nach Albanien abgeschoben wurden. Er beschreibt di
 e staatlich organisierte Sammelabschiebung inklusive Vorbereitung und Durc
 hführung und besucht schließlich die Abgeschobenen in Albanien. Obwohl all
 e beteiligten Seiten zu Wort kommen und die unterschiedlichen Ansichten re
 lativ sachlich nebeneinandergestellt werden\, tritt die Unmenschlichkeit d
 er Abschiebepraxis deutlich zu Tage. Eine fundierte\, ebenso nüchterne wie
  aufwühlende Kritik am deutschen Asylrecht und seiner Abschiebepraxis.Sehe
 nswert ab 14.  ****Julia Teichmann\, FILMDIENST 2017/11 Filmhomepage\, Pro
 grammkino.de\, alle Daten zum Film auf Filmportal.de  Trailer (165 Sekunde
 n):{youtube}JOhKMOKHlyA{/youtube}    \nausführliche Kritik Filmdienst„Samm
 elchartermaßnahme“\, lautet der behördliche Terminus. Vom Flughafen Rostoc
 k-Laage aus sollen 200 Asylbewerber in einer konzertierten Aktion nach Alb
 anien ausgeflogen werden. Die Dokumentaristen Carsten Rau und Hauke Wendle
 r begleiten die Umsetzung der Maßnahme. Der Titel ihres Films „Deportation
  Class“ geht auf die gleichnamige Kampagne des Netzwerks „Kein Mensch ist 
 illegal“ aus dem Jahr 1999 zurück. Die Haltung der Filmemacher ist damit v
 on Beginn an klar. Das zeigt sich auch in der Entscheidung\, den Menschen\
 , die abgeschoben werden\, von Anfang an ein Gesicht zu geben. Zunächst in
  schwarz-weißen Nahaufnahmen\, anfangs nur mit den Augen\, die in die Kame
 ra blicken\, dann in Porträts. Die Botschaft ist klar: Hier geht es um Men
 schen. Nicht um Zahlen.\n\n\n\n\nGehört und beobachtet werden alle Beteili
 gten\, in zwei Exkursen auch sekundär Betroffene\, in einem Fall die Anwäl
 tin einer Familie\, die abgeschoben wird\, sowie der Deutschlehrer ihrer b
 eiden Kinder. „Deportation Class“ ist chronologisch strukturiert\; paralle
 l stattfindende Ereignisse werden nacheinander montiert. Aus dramaturgisch
 en Gründen blendet die Inszenierung gelegentlich vor- und zurück. So begin
 nt der Film mit der Abholung einer Familie aus ihrer Wohnung. Dann wird au
 f die beteiligten Ordnungskräfte zurückgeschnitten\, etwa auf den „Leiter 
 Rückführungsmanagement“\, der das geplante Vorgehen erläutert\; es werden 
 auch Sitzungen mit der Polizei beobachtet. Anschließend geht das Filmteam 
 mit den Ordnungskräften in die Wohnung. Es ist mitten in der Nacht\, die R
 äume sind voller Polizisten\, die aber keinen Dolmetscher mit dabei haben\
 ; kurzerhand wird auf die Übersetzerin des Filmteams zurückgegriffen. Auch
  der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern\, Lorenz Caffier (CDU)\, ist
  mit von der Partie\; offenbar betrachtet er die Aktion und insbesondere d
 ie Anwesenheit eines Filmteams als willkommene PR im Wahlkampf 2016\, in d
 em hartes Durchgreifen demonstriert werden soll\, um der AfD das Wasser ab
 zugraben. Mantrahaft wiederholt Caffier gegenüber den Filmemachern\, aber 
 auch gegenüber den Menschen\, die abgeschoben werden\, dass hier nur gelte
 ndes Recht umgesetzt wird. Die Terminologie der Abschiebeverwaltung lässt 
 einem den Schauer über den Rücken laufen. So heißt es am Flughafen\, dass 
 man „die Zahlen ordnungsgemäß angeliefert bekommen“ habe\; der Einsatzleit
 er Stralsund sagt: „Das ist unser Dienst\, dafür sind wir eingeteilt\, das
  nehmen wir emotionslos hin. Wir werden\, können und dürfen hier keine Emo
 tionen zeigen.“Die Anwältin der Familie\, die wegen einer Blutrache-Fehde 
 aus Albanien nach Deutschland geflüchtet ist\, kritisiert die Politik des 
 sicheren Herkunftslandes. Ebenso der Lehrer: Jeder Mensch habe eine indivi
 duelle Prüfung seines Fluchtgrundes verdient\; die gegenwärtige Abschiebep
 raxis verstoße gegen die Menschenwürde. Es ist die große Stärke des Films\
 , dass er die unterschiedlichen Stimmen relativ sachlich nebeneinander ste
 llt und sich darauf beschränkt\, den Ablauf zu protokolliert. Auch wenn di
 e Haltung der Filmemacher klar ist\, fällt der Film keineswegs tendenziös 
 aus. Die unmenschliche Praxis\, Familien mitten in der Nacht aus dem Bett 
 zu reißen\, wird schlicht so gezeigt\; tatsächlich sind dies Bilder\, die 
 so wohl noch nie zu sehen waren und nachhaltig hängen bleiben.Rau und Wend
 ler besuchen die albanischen Protagonisten dann auch in deren alter neuer 
 Heimat: Gezim und seine Frau\, die ihren drei Kindern in Deutschland eine 
 sichere Zukunft und eine Ausbildung bieten wollten. Gezim wünscht sich\, d
 ass seine Kinder eines Tages frei reisen können. Die Tochter wäre so gerne
  weiter in Deutschland zur Schule gegangen. Die andere Familie um die Gesc
 hwister Angjela und Elidor ist in Albanien nun auf der Flucht\, von einem 
 Versteck ins nächste\; die beiden Brüder fürchten die Blutrache-Drohung ei
 ner anderen Familie\, die sie in Deutschland sogar mit offiziellen Dokumen
 ten belegen konnten. Damit beziehen die Filmemacher eine oft vernachlässig
 te Perspektive mit ein: Was passiert nach der Abschiebung? „Deportation Cl
 ass“ ist eine fundierte\, überzeugende\, wichtige\, so nüchterne wie aufwü
 hlende Systemkritik.    Julia Teichmann\, FILMDIENST 2017/11 \n\n\n\n http
 s://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/943-deportation-class.html
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