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DESCRIPTION:Eintritt: frei\nScope. Türkei/Deutschland\, 2009DokumentarfilmP
 roduktionsfirma:     Bezar/corazón InternationalVerleih     Kino:mîtosfilm
 Länge:     102 MinutenFSK:     ab 12\; fErstaufführung:     22.4.20106.8.2
 011 WDRFILMDIENST-Nummer:     39819Produktion:     Miraz Bezar\, Fatih Aki
 n\, Klaus Maeck\, Flaminio ZadraRegie:     Miraz BezarBuch:     Miraz Beza
 rKamera:     Isabelle CasezMusik:     Mustafa BiberSchnitt:     Miraz Beza
 rDarsteller:     Senay Orak (Gulîstan)\, Muhammed Al (Firat)\, Hakan Karsa
 k (Nuri Kaya)\, Suzan Ilir (Zelal)\, Berîvan Ayaz (Dilan/Dilara)\, Fahriya
  Çelik (Mutter)\, Alisan Önlü (Vater)\, Berîvan Eminoglu (Tante Yekbun)\, 
 Mehmet Inci (Mîkaîl)\, Çekdar Korkusuz (Çekdar)\, Recep Özer (Bindest)\nKu
 rzkritik Filmdienst\n Nach der Ermordung ihrer Eltern durch Angehörige ein
 er paramilitärischen Spezialeinheit müssen sich eine Zehnjährige und ihr k
 leiner Bruder allein durch ihre Heimatstadt Diyarbakir schlagen. Eine mini
 malistisch inszenierte\, atmosphärisch dichte Studie\, die von überzeugend
  geführten minderjährigen Laiendarstellern getragen wird und auf die Notwe
 ndigkeit der Vergangenheitsbewältigung verweist\, wobei der Film geschickt
  die Schemata eines Kompilationsfilms umgeht. - Sehenswert ab 14.\nTrailer
 :{youtube}cm6u2vwDA7U{/youtube}\nausführliche Kritik Filmdienst\n \nEnde e
 iner Kindheit: die zehnjährige Gülistan und ihr kleiner Bruder müssen sich
 \, nachdem ihre Eltern auf dem Rückweg von einer Hochzeit von paramilitäri
 schen Spezialeinheiten erschossen wurden\, alleine durchs Leben schlagen. 
 Die beiden Kinder leben im osttürkischen Diyarbakir\, das seit dem Bürgerk
 rieg zwischen der türkischen Armee und kurdischen Rebellen in den 1990er-J
 ahren von 300.000 auf 1\,5 Mio. Einwohner angewachsen ist. Eine exemplaris
 che Geschichte über einen Alltag\, in dem die Traumata der Vergangenheit a
 usgeblendet werden. Für seinen ersten Langspielfilm zog der dffb-Absolvent
  Miraz Bezar 2005 nach Diyarbakir. Der in Ankara und Bremen aufgewachsene 
 Filmemacher\, der mit seinen Eltern nach dem Militärputsch 1980 nach Deuts
 chland floh\, hat nie in den kurdisch besiedelten Gebieten der Türkei gele
 bt. Das Schicksal der Kurden erlebte er dennoch nicht nur aus der Distanz\
 , da die Geschichten und Schicksale aus dem Osten bis nach Deutschland dra
 ngen. In Diyarbakir stellte er fest\, dass „die Opfer und Täter weiterhin 
 miteinander leben“. Eine Aufarbeitung der Vergangenheit fand bis heute nic
 ht statt\, für Bezar ein wesentlicher Grund für die fehlende Zukunftspersp
 ektive: „Die Menschen erleben ihre Gegenwart als auswegloses Chaos ohne Ch
 ance auf Entwicklung.“„Min Dît“\, zu Deutsch: „vor meinen Augen“\, beschre
 ibt die von Misstrauen und Stagnation geprägte Atmosphäre aus der Sicht de
 r beiden Kinder\, die nicht nur zu Zeugen des Mordes an ihren Eltern werde
 n\, sondern in den Strudel der Armut geraten. Ganz unten angekommen\, find
 en sie sich in der Gemeinschaft anderer Straßenkinder wieder\, die wahrsch
 einlich ähnliches hinter sich haben. Sie verstecken sich in der Ruine eine
 r ehemaligen armenischen Kirche\, auch das ein weiterer politischer Fallst
 rick der türkischen Gegenwart. Gesprochen wird darüber nicht\, weder im ri
 chtigen Leben\, noch im Film. Bezar erzählt den atmosphärischen Schwebezus
 tand des Unguten\, des Unausgesprochenen zwischen den Bildern. Die verhalt
 ene Inszenierung\, die protokollarische Dramaturgie lassen Platz für Nuanc
 en\, kleine Gesten\, mit denen die minderjährigen\, überzeugend geführten 
 Laiendarsteller auf ihre exemplarischen Lebensgeschichten verweisen. „Min 
 Dît“ spricht viele Themen an\, ohne zum Kompilationsfilm zu verkommen. Bez
 ar bringt fast etwas Berliner Schule nach Diyarbakir\, allerdings verfeine
 rt mit melodramatischer Essenz\, womit der spröde Minimalismus gekonnt um 
 die notwendige Restwärme ergänzt wird. Schematische Interpretationsmuster 
 bleiben außen vor\, was den Weg zu den unerforschten Hohlräumen der kollek
 tiven Psyche öffnet\, die hinter notdürftig versiegelten Fassaden ruhen. N
 atürlich gibt es auch einen Schuldigen: Irgendwann trifft Gülistan auf den
  Mörder ihrer Eltern\, den Geheimpolizisten Nuri Kaya\, der als liebevolle
 r Familienvater in der unmittelbaren Nachbarschaft lebt. Das Mädchen macht
  mit Flugblättern auf Kayas Verstrickungen aufmerksam\, hängt so „dem Wolf
  eine Glocke um“\, wie es in dem Märchen heißt\, das die Mutter ihren Kind
 ern kurz vor ihrer Ermordung auf eine Kassette gesprochen hat. In Yasar Ke
 mals Märchen entschließen sich die Dorfbewohner\, den Wolf nicht zu töten\
 , sondern ihn durch das Gebimmel weithin hörbar als gefährliches Raubtier 
 zu markieren. Der auf Kurdisch gedrehte Film lief inzwischen auch in der T
 ürkei\, auf dem Filmfestival 2009 in Ankara. Der Film ist nicht nur ein wi
 chtiger Beitrag zum türkisch-kurdischen Dialog\, sondern wegen seiner atmo
 sphärischen Dichte auch ein sehenswerter Film.  Bernd Buder\, FILMDIENST 2
 010/8 \n  https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/794-min-dît-di
 e-kinder-von-diyarbakir-anschließend-filmgespräch-mit-regisseur-miraz-beza
 r.html
DTSTART:20100829T170000Z
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LOCATION:Kino achteinhalb (Hannoversche Straße 30E\, 29221 Celle\, Deutschl
 and (nicht Postanschrift!))
SUMMARY:Min Dît - Die Kinder von Diyarbakir (anschließend Filmgespräch mit 
 Regisseur Miraz Bezar)
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