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DESCRIPTION:Eintritt: 5\,00 €\nItalien/Frankreich 2013Kinostart: 25. Juli  
 2013Länge: 141 MinutenFSK: ab 12 JahreCinemascopeVerleih: DCM ( ehemals De
 lphi )Regie: Paolo Sorrentino    Buch: Paolo Sorrentino\, Umberto Contarel
 lo    Kamera: Luca Bigazzi    Musik: Lele Marchitelli    Schnitt: Cristian
 o Travaglioli    Darsteller: Toni Servillo (Gep)\, Carlo Verdone\, Sabrina
  Ferilli\, Carlo Buccirosso\, Iaia Forte\, Pamela Villoresi\, Galatea Ranz
 i\, Massimo de Francovich\, Roberto Herlitzka\, Isabella Ferrari\nKurzkrit
 ik Filmdienst\nEin alternder Schriftsteller aus Rom\, gerade 65 Jahre alt 
 geworden\, spürt ein wachsendes Unbehagen am Müßiggang seines Lebens\, das
  in einer Endlosschleife aus Luxus und Leere gefangen scheint. Ein melanch
 olisch-träumerischer\, hypnotisch-verführerischer Film über Exzess\, Dekad
 enz und das eitle Geschwätz der gehobenen Gesellschaft\, der mit einer Fül
 le glänzender filmischer Miniaturen über Sinn und Sinnlosigkeit des Dasein
 s philosophiert. Zugleich eine filmhistorisch raffinierte Hommage auf Fell
 inis 'Das süße Leben'\, die hinter all der Pracht und Schönheit nach Momen
 ten erfüllter Gegenwart fahndet. - Sehenswert ab 16.\n{youtube}Kpfp68w08jk
 {/youtube}\n \nausführliche Kritik\n\n\nDie Filme von Paolo Sorrentino hab
 en etwas Hypnotisches. Sie erinnern nicht nur durch ihre Überlänge und ihr
 e magischen Filmscores an einen Rave. Auch der markante Einsatz von Zeitde
 hnungen in Kombination mit schwindelerregend-eleganten Kamerabewegungen ar
 beitet einer Art halluzinogenem Erfahrungsraum zu\, der – darin liegt ihre
  intellektuelle Herausforderung – dezidiert an „große“ Themen gekoppelt is
 t: Liebe\, Identität\, Familienbande\, die italienischen Verhältnisse oder
  wie jetzt an Fragen nach dem Verhältnis von Schönheit und Sinn. Der „Plot
 “ tritt bei seiner solchen Ästhetik zwangsläufig zurück\, mitunter bis an 
 die Grenze der Erzählbarkeit\, was keine Schwäche\, sondern die spezifisch
 e Signatur dieses Filmschaffens ist. In „La Grande Bellezza“ folgt die „Ha
 ndlung“ dem Schriftsteller Jep (Toni Servillo)\, der seinen 65. Geburtstag
  gerade mit einem dröhnenden Fest über den Dächern von Rom feiert\, bei de
 m die alternde Kulturschickeria neurotisch-bekokst um sich selbst kreist\;
  was sich in vielen abendlichen Diners und Debatten\, meist auf Jeps Terra
 sse mit Blick aufs Colosseum\, als Endlosschleife fortsetzt. Jep gehört zu
  dieser geschwätzig-eitlen Welt. Seit er in jungen Jahren mit seinem Roman
 debüt einen Hit landete\, fühlt er sich als deren King. Auch wenn literari
 sch dann nichts mehr folgte. Ihm fehlt die Perspektive\; sein zynischer Wi
 tz reicht gerade noch für gallige Interviews oder Kolumnen. Also schweigt 
 er meistens\, verschanzt sich hinter seinen Zigaretten und beobachtet leic
 ht angewidert die vergebliche Suche nach Ruhm\, Glück\, Erfüllung. Erinner
 ungen aus seiner Jugend\, an die erste Liebe seines Lebens\, werfen Schatt
 en\, die Decke seines mondänen Schlafzimmers kräuselt sich wie das Meer\, 
 Flamingos und eine Giraffe irrlichtern durch die Geschichten\, schließlich
  auch eine schildkrötenhafte Nonne\, die ihr Leben den Armen verschrieben 
 hat. Sorrentino ist ein Meister der Miniaturen\, die – mal mehr\, mal weni
 ger – in nuce bereits den ganzen Film enthalten. Spektakulär: die nackte P
 erformance-Künstlerin\, die mit dem Kopf durchs Aquädukt will\, was dekora
 tiv in ein paar Tropfen Theaterblut und der Flucht in „Vibrations“ endet. 
 Grandios: ein Foto-Fresko aus zehntausend Selbstporträts\, auf denen sich 
 der Künstler einmal am Tag selbst ablichtet. In der Kindheit vom Vater beg
 onnen und vom Sohn mit spielerischer Freude fortgeführt\, springt – je län
 ger\, desto mehr – der Wahnsinn aus dieser Form des Narzissmus entgegen. M
 eisterhaft: ein Kind\, das sich im Untergeschoss einer Kapelle versteckt u
 nd wie das Orakel von Delphi den Kern der Dinge berührt: „Wer ist Du?“ „Ic
 h? Ich bin...“ Abgründig: der Tod als Bühne der Eitelkeit. Unerschöpflich:
  die Selbstbespiegelungen der Schönen... Eröffnet wird der Film allerdings
  mit einer Art Prolog auf dem Gianicolo-Hügel\, mit „sakral“-geheimnisvoll
 em a-cappella Gesang und rauschhaften Kamerafahrten\, die mit der rätselha
 ften Musik zu verwachsen scheinen. Eine Führerin schwelgt vor einer Gruppe
  Asiaten in kunsthistorischen Phrasen\, ein Mann kollabiert und stirbt\, v
 ielleicht auch angesichts der (Über-)fülle an Eindrücken. Dieses Intro hal
 lt nach\, echot wie die majestätische Architektur durch die Amüsements der
  High Society\, von einer hyperrealistischen Kamera in atemberaubend ausge
 leuchteten Räumen elliptisch-pointiert umkreist. Filmhistorisch ist „La Gr
 ande Bellezza“ eine raffinierte Hommage an Fellinis „Das süße Leben“ (fd 9
 260)\, der sich im direkten Vergleich geradezu wie ein historisch lichter 
 Gegenentwurf ausnimmt. Was in den 1960er-Jahre jung\, hell und wie ein vag
 es Versprechen wirkte\, erscheint ist ein halbes Jahrhundert später alt un
 d verbraucht. Doch ganz am Ende\, wenn der Film anscheinend schon vorbei i
 st\, während der Schlusscredits\, kehren die ekstatischen Arvo-Pärt-Töne a
 us dem Intro wieder. Minutenlang gleitet die Kamera dann frühmorgens auf d
 em Tiber durch Rom\, schweigend-still\, fast demütig lauschend\, und umsch
 meichelt die grandiose Architektur\, in der alte und neuen\, sakrale und w
 eltliche Bauten wie von selbst ineinander greifen. Es ist eine Art erschöp
 fter Epilog\, nach eine Monsterwelle lärmender Eskapaden\, zugleich Ausruf
 e- wie Fragezeichen hinter Jeps finaler Erkenntnis\, dass alles nur „un tr
 ucco“\, ein Trick\, ein Schwindel sei\, um das Elend der Existenz erträgli
 ch zu machen.\nJosef Lederle\n https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv
 /event/79-la-grande-bellezza-die-große-schönheit.html
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LOCATION:Kino achteinhalb (Hannoversche Straße 30E\, 29221 Celle\, Deutschl
 and (nicht Postanschrift!))
SUMMARY:LA GRANDE BELLEZZA - Die große Schönheit
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