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DESCRIPTION:Eintritt: frei\nFrankreich/Senegal/Deutschland\, 2012Kinostart:
  18. April 201387 MinutenRegie:  Moussa TouréBuchvorlage:  Abasse Ndione (
 Roman 'Mbëkë mi. A l'assaut des vagues de l'Atlantique')Filmfest München 2
 012: ARRI-Preis\, Bester Internationaler FilmDarsteller:  Souleymane Seye 
 Ndiaye (Baye Laye)\, Laïty Fall (Lansana)\, Malaminé 'Yalenguen' Dramé (Ab
 ou)\, Balla Diarra (Samba)\, Salif 'Jean' Diallo (Barry)\, Babacar Oualy (
 Kaba)\, Mame Astou Diallo (Nafy)\nAlle Daten zum Film auf FilmportalJury d
 er evangelischen Filmarbeit: Film des Monats April 2013  Vision Kino  \nKu
 rzkritik Filmdienst:Eine Gruppe afrikanischer Flüchtlinge versucht wie unz
 ählige Menschen vor ihr mit einem einfachen Fischerboot die Kanarischen In
 seln zu erreichen. Bewegendes Drama\, das mit dokumentarischem Gestus die 
 komplizierte Vielfalt der Emigranten und ihrer Träume einfängt. Die Inszen
 ierung konzentriert sich dabei weitgehend auf exemplarische Begebenheiten.
  (O.m.d.U.) - Sehenswert ab 14.\n \n{youtube}yeTgWcMroHQ{/youtube}\nFilmdi
 enst auführliche Kritik:\n Ein ausgelassenes Volksfest in einer Küstenstad
 t im Senegal. Bunt gekleidete Menschenmassen drängen sich um ein schmales 
 Oval\, in dem sich zwei Ringer mit viel exotischem Bohei für den Kampf rüs
 ten. So erscheint es zumindest dem europäischen Blick. Doch am Rande des S
 pektakels geht es um etwas ganz anderes: um letzte Details der Emigration 
 nach Europa. Ein Netz von Helfern und Nutznießern hat einen jener selbstmö
 rderischen Trips organisiert\, mit einem einfachen Fischerboot über den At
 lantik bis zu den Kanarischen Inseln zu gelangen. Der bunt zusammengewürfe
 lte Haufen der Flüchtlinge weiß um das Risiko\, das schon Tausenden das Le
 ben gekostet hat. Doch die Träume oder die Not wiegen schwerer.Das wird in
  dem bestechend fotografierten Drama von Moussa Touré auch nie in Frage ge
 stellt. Die Inszenierung konzentriert sich vielmehr mit fast dokumentarisc
 hem Gestus auf die Details des Unterfangens\, was bei der Suche nach einem
  Kapitän beginnt\, der noch immer nicht gefunden ist\, als die meisten der
  Emmigranten schon tagelang auf die Überfahrt warten. Ähnlich wie in seine
 m Film „TGV-Express“ skizziert Touré mit dezentem Hang zu komödiantischer 
 Überspitzung in einer Fülle kurzer Szenen die komplizierte Vielfalt der 30
 -köpfigen Reisetruppe\, in der die unterschiedlichsten Ethnien\, Sprachen 
 und (Welt-)Anschauungen zusammengezwängt sind\; während die einen von eine
 r Karriere als Musiker oder Fußballer fantasieren\, begnügen sich andere m
 it der Aussicht auf Arbeit in andalusischen Plantagen\; Zyniker streiten m
 it Moralisten\, Muslims verbünden sich mit Animisten\; iphone trifft auf A
 hnenbaum\, und als blinder Passagier hat sich überdies eine Frau an Bord g
 eschlichen. Ist das langgestreckte Boot jedoch erst einmal den rauen Winde
 n und der sengenden Sonne ausgesetzt\, ändert sich der filmische Rhythmus\
 ; die Vielstimmigkeit weicht zunehmend einer Dualität\, die zwischen dem K
 ampf mit den Elementen und den wachsenden Spannung an Bord hin und her wec
 hselt.Das Drehbuch nach einem Roman von Abasse Ndione konzentriert sich da
 bei auf exemplarische Begebenheiten\, die Touré eher lose nebeneinander re
 iht als in dramaturgisch strukturierte Erzählbögen überführt\; nur die Beg
 egnung mit einer anderen Piroge\, die manövrierunfähig der Strömung und da
 mit dem sicheren Verderben preisgegeben ist\, zieht einverstörend langes E
 cho nach sich. Der Verzicht auf eine „Verplottung“ der Handlung führt auf 
 der anderen Seiten allerdings dazu\, dass die Inszenierung ihr Heil in ein
 em Katastrophenszenario sucht\; die Kombination aus monotoner Wasserwüste\
 , sengender Sonne\, Warten und Lebensgefahr mündet in eine filmisch nur un
 zureichend ausgearbeitete Folge sich steigernder Desaster\, bis die Piroge
  ebenfalls seeuntüchtig Richtung Südamerika treibt.Die Stärke dieses Erzäh
 lens liegt zweifellos im Perspektivwechsel\, den es insbesondere einem wes
 tlichen Publikum zumutet. Der Verzicht auf strenge narrative Geschlossenhe
 it insbesondere während der Überfahrt spiegelt nicht nur die um sich greif
 ende Auflösung unter den Flüchtlingen wider\, die am Ausgang ihres Unterfa
 ngens zu zweifeln beginnen\; sie macht insbesondere augenfällig\, dass die
  Kollektivbezeichnung „Afrikaner“ (oder wie weniger opportune Begriffen au
 ch lauten mögen) nicht mehr als eine peinlich-beleidigende Hülse ist\, die
  unser Nichtwissen kaschieren soll. Ähnlich souverän\, wie Moussa Touré au
 f jede politische Auseinandersetzung mit den Gründen für die afrikanische 
 Flucht nach Norden verzichtet\, nimmt sich sein Film die Freiheit\, jene M
 enschen näher zu bringen\, die sich dabei in Lebensgefahr begeben: ohne si
 ch ein Urteil über sie anzumaßen\, dafür aber mit entschiedenem Bekenntnis
  zu ihrer jeweiligen Individualität.Josef Lederle Kritik aus film-dienst N
 r. 8/2013 https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/59-die-piroge.
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