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DESCRIPTION:Ihr werdet euch noch wundernVous n'avez encore rien vuKorrekt ü
 bersetzt: 'Sie haben noch nichts gesehen.' oder 'Ihr habt noch nichts gese
 hen.''\nEintritt: 5\,00 €\nFrankreich/Deutschland\, 2012Kinostart: 6. Juni
  2013110 MinutenRegie: Alain Resnais  (u. a.: Hiroshima\, mon amour (1959)
 \, Letztes Jahr in Marienbad (1961)\, Das Leben ist ein Chanson (1997)\, H
 erzen (2006)\, Vorsicht Sehnsucht (2009) -  diese Filme waren über die Jah
 re alle im achteinhalb zu sehen.)\nBuch: Alex Reval\, Laurent HerbietBuchv
 orlage: Jean Anouilh (Bühnenstück 'Eurydike')Kamera: Eric GautierMusik: Ma
 rk SnowVerleih: Alamode über Filmagentinnen\, CinemascopeDieser Film hat i
 n Deutschland in sechs Wochen 3.669 zahlende Zuschauer in die Kinos gelock
 t. Im gleichen Zeitraum hat 'Fack Ju Göhte' 4.635.855 Zuschauer 'gemacht'.
 \nDarsteller: Sabine Azéma (Sabine Azéma / Eurydike 1)\, Anne Consigny (An
 ne Consigny / Eurydike 2)\, Pierre Arditi (Pierre Arditi / Orpheus 1)\, La
 mbert Wilson (Lambert Wilson / Orpheus 2)\, Michel Vuillermoz (Michel Vuil
 lermoz / Vincent)\, Michel Piccoli (Michel Piccoli / Vater)\, Anny Duperey
  (Anny Duperey / Mutter)\, Mathieu Amalric (Mathieu Amalric / Monsieur Hen
 ri)\, Hippolyte Girardot (Hippolyte Girardot / Dulac)\, Jean-Chrétien Sibe
 rtin-Blanc (J.-C. Sibertin-Blanc / Sekretär des Kommissars)\nFilminfo bei 
 Alamode\, Filmgazette\, Programmkino.de\, alle Daten zum Film auf Filmport
 al  PressespiegelDie Zeit: Ein alter Schelm lässt die Puppen tanzen die ta
 z: Abschiedsfilm von Alain Resnais -  Auf Eurydikes und Orpheus’ Spur  Fil
 mgazette: Eine hybride Feier des Kinos (von Ulrich Kriest)Der Kameramann: 
  Éric Gautier: real und irreal bei Alain Resnais’ IHR WERDET EUCH NOCH WUN
 DERN  Der Standard: Sabine Azéma: 'Resnais hat auch eine maliziöse Seite!'
   Perlentaucher: Wie ein LadendiebDer Spiegel: Alterswerk von Alain Resnai
 s: Die Toten und die LiebendenDie Süddeutsche Zeitung:Der SWR zu Resnais u
 nd diesen Film\nKurzkritik Filmdienst\nNach dem Tod eines Theaterautors ve
 rsammeln sich 13 Schauspieler in seinem Haus\, um sich die 'Eurydike'-Aufz
 eichnung einer jungen Truppe anzusehen. Während des Screenings verstricken
  sich die Trauergäste\, die zu verschiedenen Zeiten alle einmal selbst in 
 einer der vielen Eurydike-Inszenierungen des Toten mitgewirkt haben\, zune
 hmend in dem Stoff\, wobei sich Darsteller- und Rollenidentität ebenso ver
 mischen wie Fiktion und Wirklichkeit\, Leben und Tod. Ein brillanter Film 
 von Alain Resnais über Nachbarschaften und Differenzen von Film und Theate
 r. - Sehenswert ab 16.\n{youtube}pAABZt1KDyI{/youtube}\nausführliche Kriti
 k\nSchon der Vorspann zeugt von der Durchdringung heterogener Formen\, ein
 er Mischung aus Soap und Historienstück: antike Darstellungen von Orpheus 
 und Eurydike vor rosa-blauem Wolkenhimmelkitsch. Mit einer Vorführung in W
 iederholung und Vermischung von Schauspieler- und Figurenidentität geht es
  seltsam weiter. 13 Schauspieler\, die mit ihrem richtigen Namen vorgestel
 lt werden – darunter Sabine Azéma und Pierre Arditi\, Darsteller\, die sei
 t Jahrzehnten für das Kino von Alain Resnais stehen – erhalten einen Anruf
  mit der Todesnachricht des gefeierten Theaterautors Antoine d’Anthac und 
 eine Einladung\, sich in dessen feudalem Landhaus einzufinden. Man sieht s
 ie jeweils im Halbprofil\, den Telefonhörer am Ohr\, abwechselnd am linken
  und rechten Bildrand.Wenn die Schauspieler im Anschluss nacheinander den 
 Salon von Antoine betreten\, die Zugluft der geöffneten Tür dabei immer wi
 eder ein paar Herbstblätter ins Innere weht und im Hintergrund die Sicht a
 uf eine gemalte Landschaft eröffnet wird\, haben sich Film und Theater sch
 on längst gegenseitig durchdrungen. Die Tür stellt ein wiederkehrendes Mot
 iv dar: ein Portal in eine andere\, auch ästhetische Wirklichkeit. Die mei
 sten Übergänge von einer in die andere Kunst -und Darstellungsform sind je
 doch fließend und unsichtbar\, das erst erzeugt den wahren Schwindel in Re
 snais’ Film.Die versammelten Freunde haben alle zu verschiedenen Zeiten in
  Antoines Stück „Eurydike“ mitgewirkt (das Drehbuch basiert im Übrigen auf
  Jean Anouilhs Eurydike-Modernisierung von 1941) und sollen nun die auf Vi
 deo aufgezeichnete Inszenierung einer jungen Theatertruppe begutachten. Wä
 hrend also der Film ständig Formen des Bühnenhaften\, Künstlichen einbaut\
 , dringt mit der Videoaufzeichnung etwas (Medien)fremdes ein.Das Theaterst
 ück\, das der Regisseur Bruno Podalydès ohne Einmischungen von Resnais ins
 zeniert hat\, folgt einer gänzlich anderen Ästhetik. Das Setting ist weita
 us weniger gesetzt und artifiziell – ein Fabrikgebäude\, alte Ölfässer ste
 hen herum\, die Schauspieler tragen moderne Alltagskleidung – die Kamera i
 st bewegt und konterkariert die visuelle Präzision des Resnais’schen Films
 . Dabei wird die eine Form durch die andere eingerahmt: die Videoleinwand 
 nämlich ist in die marmorne Wand eingelassen\, der wiederum ein bewegliche
 s Landschaftsbild als Vorhang dient.Allmählich nimmt das Eurydike-Stück Be
 sitz von den Schauspielern – und dem Film. Haben sie den Text anfangs noch
  verhalten mitgesprochen – als erinnerten Text\, noch leicht zeitverzögert
  – gehen sie nun ganz in ihrer Rollenidentität auf. Die Sprache wird zu ne
 uem Leben erweckt und löst sich von der Reproduktion\; aus dem Zitat wird 
 ein gelebter (oder einfach nur brillant gespielter) Affekt. Der Text schei
 nt dabei permanent zu zirkulieren: zwischen Leinwand und Publikum\, aber d
 urch die Mehrfachbesetzung einiger Rollen auch unter Antoines Mitstreitern
 . Orpheus und Eurydike gibt es etwa in drei verschiedenen Altersklassen\, 
 manche Rollen dagegen nur einmal.Auf diese Weise steht Mathieu Amalric\, d
 er den Kellner spielt\, plötzlich in einer doppelten Inszenierung\, einmal
  mit Lambert Wilson\, ein anderes Mal mit Pierre Arditi. Schöne Verwirrung
  entsteht auch durch das räumliche Spiel. So ist das Haus von Antoine mit 
 den Schauplätzen des Stücks aufs Merkwürdigste verbunden und die Schauspie
 ler finden sich von einem Moment auf den anderen plötzlich auf einem Bahns
 teig\, in einer Wartehalle oder in einem Hotelzimmer wieder.Eine Übung in 
 Dekonstruktion ist „Ihr werdet euch noch wundern“ dennoch nicht\, auch wen
 n Resnais sicherlich keinen Stein auf dem anderen lässt. Wenn etwa Eurydik
 e fürchtet\, dass Orpheus sie ansieht und damit dem Tod weiht\, schraubt s
 ich das Spiel der Schauspieler zu höchster Intensität hoch. Nur Verlass is
 t darauf nicht. Was hinter der Tür – oder nach dem nächsten Schnitt\, dem 
 nächsten Atemzug – wartet\, ist ungewiss: „Vous n’avez encore rien vu“. Es
 ther Buss Kritik aus film-dienst Nr. 12/2013 https://www.kino-achteinhalb.
 de/home/archiv/event/47-ihr-werdet-euch-noch-wundern.html
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