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DESCRIPTION:Eintritt frei\nIn Kooperation mit dem Ev.-luth. Kirchenkreis Ce
 llevertreten durch Thomas A. Müller\, Pastor i.R. und Michael Stier\, Past
 or i.R.\nFrankreich/Polen 199398 MinutenFSK: ab 12\; fFBW: Prädikat besond
 ers wertvoll  \nProduktion: Marin Karmitz    Regie: Krzysztof Kieslowski  
    Buch: Krzysztof Kieslowski\, Krzysztof Piesiewicz\, Agnieszka Holland\,
  Edward Zebrowski\, Slawomir Idziak    Kamera: Slawomir Idziak    Musik: Z
 bigniew Preisner    Schnitt: Jacques Witta    Darsteller:Juliette Binoche 
 (Julie)\, Benoît Régent (Olivier)\, Florence Pernel (Sandrine)\, Charlotte
  Véry (Lucille)\, Hélène Vincent (Journalistin)\, Emmanuelle Riva (Mutter)
     Auszeichnungen:Venedig 1993\, 'Goldener Löwe'Juliette Binoche\, Venedi
 g 1993\, Beste DarstellerinSlawomir Idziak\, Venedig 1993\, Osella in Gold
  für die Fotografie  \nWIKIPEDIA   \nKurzkritik Filmdienst\nErster Teil ei
 ner Trilogie: Nach dem Unfalltod von Mann und Tochter zieht sich eine Frau
  zurück\, bricht mit ihrer Vergangenheit und will ihre Erinnerung hinter s
 ich lassen. Doch das Leben erweist sich als zäher. Durch die Musik findet 
 sie ihre Freiheit und eine Zukunft. Ein interessanter Film über das Leben\
 , die Liebe\, die Erinnerung und das Vergessen\, doch viele der angesproch
 enen existenziellen Fragen treten hinter die opulente Ausstattung zurück\,
  sind nur noch schemenhaft zu erkennen. Trotz der Schwächen ein Werk\, das
  die Auseinandersetzung lohnt. - Ab 16.\nTrailer auf französisch (106 Seku
 nden) - der Film ist aber auf deutsch:{youtube}Hxu6my_t4pM{/youtube}Ein Fi
 lmausschnitt auf deutsch (68 Sekunden):{youtube}zuyVzhIcDK8{/youtube} \nau
 sführliche Kritik Filmdienst \nGut 200 Jahre\, nachdem die Französische Re
 volution der Welt eine neue Ordnung bescherte\, erinnert sich der in Frank
 reich lebende und arbeitende Pole Krzysztof Kieslowski an die Schlagworte 
 dieser Revolution - 'Freiheit\, Gleichheit\, Brüderlichkeit' -\, die er ve
 rwirklicht glaubt\, ordnet ihnen die Farben der französischen Trikolore - 
 Blau\, Weiß und Rot - zu und will diese Ideale in einer filmischen Trilogi
 e mit neuen Inhalten und Interpretationsmöglichkeiten füllen.'Blau' ist di
 e Freiheit\, eine Freiheit\, die schmerzlich errungen werden will. Nach ei
 nem Autounfall\, der das Leben ihres Mannes\, eines gefeierten Komponisten
 \, und der geliebten Tochter forderte\, ist Julie aus der Bahn geworfen. S
 ie überlebt leicht verletzt\, und da physischer Selbstmord für sie kein We
 g ist\, wählt sie den psychischen. Nach einer Liebesnacht mit einem Mitarb
 eiter ihres Mannes\, ihrem Verehrer seit langem\, zieht sie sich aus dem L
 eben zurück. Sie bietet ihr Landhaus zum Verkauf an\, löst die Konten auf\
 , kappt alle Kontakte zur Vergangenheit\, verweigert sich den Medien und t
 aucht in einer anonymen Pariser Wohnung unter. Zwischenzeitlich vernichtet
  sie noch die Partitur der 'Europa-Hymne'\, die ihr Mann im Auftrag des Eu
 roparates komponiert hatte. Irgendwann taucht ein junger Mann auf\, Zeuge 
 des Unfalls\, der eine Kette mit Kruzifix\, ein Geschenk ihres Mannes\, an
  sich genommen hatte. Nun will er sie zunickgeben. Doch sie verweigert sic
 h auch dieser letzten Erinnerung.Sich so einfach aus dem Leben davonstehle
 n\, erweist sich jedoch als unmöglich. Das Leben holt Julie immer wieder e
 in\, sei es in der Gestalt Oliviers\, der sie aufspürt\, ihr erneut seine 
 Liebe gesteht und sie zur Vollendung der Partitur bewegen will\, denn in d
 er Fachwelt kursiert das Gerücht\, nicht ihr Mann\, sondern sie habe die e
 ntscheidenden Teile seines Werkes geschrieben. Da ist auch noch die Stripp
 erin Lucille\, die keine Nacht allein verbringen kann und mit Macht in Jul
 ies Leben drängt\, ihre Anteilnahme herausfordert. Und da sind die Mäusche
 n\, die in der Abstellkammer ihr Leben feiern und ihr so große Angst einja
 gen. Und das ist natürlich die Musik\, die ihr immer häufiger und immer la
 uter in den Ohren klingt\; die Europa-Partitur\, die sie im Schwimmbad sch
 on einmal zwingt\, denn Kopf so lange unterzutauchen\, bis der letzte Rest
  Sauerstoff in ihren Lungen aufgebraucht ist. Die Flucht in die absolute S
 tille kann für Menschen nur den Tod bedeuten - so oder so.Das Fernsehen be
 wirkt letztlich den Umschwung. Dort stellt Olivier den Nachlaß von Julies 
 Mann aus und kündigt an\, er werde die Komposition\, deren Kopie in Straßb
 urg lagerte\, zu Ende bringen. Auf einem der Fotos ist der Komponist mit e
 iner unbekannten Frau zu sehen\, seine Geliebte seit langem\, wie Julie er
 fährt. Nun ist die Vergangenheit wieder von Interesse. Julie spürt die Fra
 u auf\, weiß bald nicht nur\, daß sie schwanger ist\, sondern erkennt auch
  am identischen Kettchen\, daß ihr Mann sie längst verlassen hatte. Das Le
 ben wird also weitergehen\, die Erinnerung wird eine andere sein. Sie sorg
 t für das fremde Kind\, das doch ein Teil von ihr ist\, und komponiert die
  'Europa-Hymne'\, die auch immer ein Teil von ihr war\, zu Ende - unter ih
 rem Namen. Dann trifft sie sich mit Olivier\, der die blaue Matratze ihrer
  Liebesnacht erstanden hat. Den Kontakt mit ihrer Mutter\, die in einem At
 enheim vor sich hin dämmert\, den Kontakt mit ihrer Vergangeheit also\, ha
 t sie endgültig abgebrochen\, da sich eine Kommunikation als unmöglich und
  die Erinnerung als zu trügerisch erweist.Der Chor\, den Julie\, wunderbar
  gespielt von Juliette Binoche\, sich für ihr Konzert aussucht\, entstammt
  dem 1. Korinther-Brief ('Das Hohe Lied der Liebe'): 'Die Liebe ist langmü
 tig./Die Liebe ist gütig./Alles erträgt sie./Alles erhofft sie./Die Liebe 
 hört niemals auf\, heißt es dort\, doch zunächst handelt Julie genau entge
 gengesetzt. Sie verweigert sich ihren Erinnerungen\, lebt allein dem Schme
 rz: eine Form\, dem Kummer zu begegnen\, aber nur eine Form des Übergangs.
  Der Moralist Kieslowski gemahnt an die Verpflichtungen\, die der Mensch d
 em Leben gegenüber hat\, die Sorge für das Gemeinwohl\, aber auch für das 
 eigene Leben. Dies ist durchaus bedenkenswert\, doch die (Stil-)Mittel\, m
 it denen er seine Botschaft vorträgt\, wirken gekünstelt. Alles will Symbo
 l sein\, wird ausgestellt\, wirkt damit wie ein großes Gedankenspiel ohne 
 menschliche Wärme. Dem 'Zufall möglicherweise' - so der Fernsehtitel eines
  älteren Kieslowski-Films - bleibt nichts überlassen. Alle Personen agiere
 n wie von unsichtbaren Fäden gezogen\, ihre Schicksale fügen sich nahtlos\
 , wie in einem Puzzle\, zusammen\, wobei ihr Verhalten durchaus nicht über
 zeugt\, da es nicht das Leben zu spiegeln scheint\, sondern Teil einer int
 ellektuellen Versuchsanordnung ist\, die den Charakteren aufgezwungen wird
 . So findet Julie zwar ihre 'Freiheit'\, kann sich nach Verlust und Trauer
 arbeit (auch künstlerisch) emanzipieren\, doch ihre neuerliche Öffnung zum
  Leben erstarrt in Künstlichkeit. Sie verdrängt alle Erinnerung\, ohne die
  Vergangenheit wirklich zu verarbeiten.Natürlich dominiert die Farbe Blau 
 den Film. Kieslowski sucht - fast verbissen - und wird natürlich fündig. M
 al huschen blaue Lichtreflexe über die Augen der trauernden Julie (ein Eff
 ekt\, den der Regisseur auch schon bei 'Die zwei Leben der Veronika' einge
 setzt hat\, dort diente er allerdings der Verzauberung und war nicht deutl
 ich kalkulierter Effekt)\, dann gibt es die blaue Kristall-Lampe\, das ein
 zige Erinnerungsstück\, das Julie zuläßt. Doch sie stammt noch aus Kinderz
 eiten und symbolisiert all die Träume und Wünsche\, die man sich für das L
 eben erhofft hat. Und dann gibt es das in tiefes Blau getauchte Schwimmbad
 \, in dem Julie- vornehmlich nachts und allein - ihre Bahnen zieht und ver
 sucht\, die Vergangenheit zu verdrängen. Ein Film voller Symbole und Zeich
 en\, doch alles wirkt eine Spur zu bemüht\, um wirklich glaubhaft zu sein.
 So ist der erste Teil der Trilogie zwar ein gut gemeinter\, aber kein ganz
  guter Film. Keiner\, der sich auf das Wesentliche konzentriert\, sondern 
 der Handwerk zelebriert. Schaut man auf die zwei Folgen des Dekalogs\, die
  in unseren Kinos zu sehen waren ('Ein kurzer Film über das Töten'\; 'Ein 
 kurzer Film über die Liebe')\, so kann man sich vergegenwärtigen\, welch e
 in kraftvoller Erzähler Kieslowski war\, der mit spärlichen\, kargen Mitte
 ln konzentriert seine Botschaft zu transportieren verstand. Auch ihm schei
 nt das große europäische Kino\, dem man seine Entstehungskosten ansehen ka
 nn\, nicht gut zu tun. Er ist zwar noch nicht so weit wie die Taviani-Brüd
 er\, die mit 'Fiorile' in jede Produzentenfalle getappt sind\, aber es bes
 teht die Gefahr\, daß auch dem Moralisten Kieslowski durch den Blick auf d
 ie Dinge der Blick auf das Thema verstellt wird.    Hans Messias\, FILMDIE
 NST 1993/22   https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/460-drei-f
 arben-blau.html
DTSTART:20160307T180000Z
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LOCATION:Kino achteinhalb (Hannoversche Straße 30E\, 29221 Celle\, Deutschl
 and (nicht Postanschrift!))
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