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DESCRIPTION:Eintritt: 5\,00 €\nDeutschland 2015Kinostart: 1. Oktober 201510
 5 MinutenFSK: ab 12\; fProduktion: Thomas Kufus\, Christoph Friedel    Reg
 ie: Lars Kraume    Buch: Lars Kraume\, Olivier Guez    Kamera: Jens Harant
     Musik: Julian Maas\, Christoph M. Kaiser    Schnitt: Barbara Gies    F
 BW: Prädikat besonders wertvoll Darsteller: Burghart Klaußner (Fritz Bauer
 )\, Ronald Zehrfeld (Karl Angermann)\, Sebastian Blomberg (Ulrich Kreidler
 )\, Jörg Schüttauf (Paul Gebhardt)\, Lilith Stangenberg (Victoria)\, Laura
  Tonke (Fräulein Schütt)\, Götz Schubert (Georg-August Zinn)\, Cornelia Gr
 öschel (Charlotte Angermann)\, Robert Atzorn (Charlottes Vater)\, Matthias
  Weidenhöfer (Zvi Aharoni)\, Rüdiger Klink (Heinz Mahler)\, Paulus Manker 
 (Friedrich Morlach)\, Michael Schenk (Adolf Eichmann)\, Tilo Werner (Isser
  Harel)\, Dani Levy (Chaim Cohn)P1\nDer Filmdienst ist seit Jahren die füh
 rende deutsche Kinofilmfachzeitschrift. Da die Kritiken des Filmdiensts ni
 cht ohne weiteres zugänglich sind\, drucken wir sie hier ab\, unabhängig o
 b sie positiv oder negativ ausfallen. Unser Ehrgeiz ist es nicht\, Interes
 sierte mit hohlen Versprechungen oder plakativen Etikettierunen wie 'Kunst
 film' oder 'besonderer Film'  ins achteinhalb zu locken. Die wenigstens Fi
 lme erhalten vom Filmdienst eine positive Kritik. Es ist daher durchaus so
 \, dass Filme\, die dort nicht so positiv 'wegkommen'\, ansonsten durchweg
  positive Kritiken erhalten haben und wir auch einige Filme 'klasse' gefun
 den haben\, die vom Filmdienst kritisch bewertet worden sind. Es ist halt 
 eine Meinung unter mehreren\, aber in der Regel eine fundierte. Die höchst
 e Auszeichnung ist das Prädikat 'sehenswert'\, die Altersempfehlung ist ei
 ne pädagogische.Kurzkritik Filmdienst\nMitte der 1950er-Jahre erhält der h
 essische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903-1968) einen Hinweis auf den
  Aufenthalt von Adolf Eichmann. Um den früheren SS-Obersturmbannführer vor
  Gericht zu stellen\, braucht er die Hilfe des israelischen Geheimdiensts\
 , weil seine Bemühungen\, die Verantwortlichen des NS-Staats juristisch zu
  belangen\, von allen Seiten hintertrieben werden. Der kammerspielartige F
 ilm setzt dem mutigen Juristen glaubwürdig ein Denkmal\, schwankt dabei ab
 er etwas unentschlossen zwischen Reenactment\, Genre-Konventionen und vors
 ichtiger Abstraktion. - Ab 14\,\nFilmhomepage\, Filmseite des Filmverleihs
  Alamode\, Wikipedia\, Programmkino.de\, Filmgazette\, epd-Film\, alle Dat
 en zum Film auf Filmportal.de   Pressespiegel    \nSchulmaterial:Zwei PDF-
 Dateien finden Sie unten im Dateinanhang dieser Webseite.Kinofenster  Visi
 on Kino  \nARD-ttt - Titel Thesen Temperamente (6 Minuten)\n{youtube}Wms6m
 HAezrE{/youtube}ZDF-Aspekte: Ein stiller Held (6 Minuten){youtube}WC9lq03K
 rEI{/youtube} Trailer 1:{youtube}rVmzp77-ab8{/youtube} \nTrailer 2:{youtub
 e}7dWa9psMcpc{/youtube}\n   \nAuszeichnungen:\nGünter Rohrbach Filmpreis 2
 015DarstellerpreisPreis des OberbürgermeistersHauptpreis\, Bester Film Hes
 sischer Filmpreis 2015Bester Spielfilm Festival del Film Locarno 2015Publi
 kumspreis Prix du Public UBS\nausführliche Kritik Filmdienst\n\n\n\n\n\nAn
 statt über ästhetische Strategien einer Auseinandersetzung mit der unübers
 ichtlichen Gegenwart nachzudenken oder ein ernst zu nehmendes Reflexionsni
 veau zu entwickeln\, wählt der deutsche Kinofilm seit längerem den Kostümf
 ilm\, um längst geschlagene Schlachten nachzustellen. Ob RAF\, Oktoberfest
 -Attentat\, West-Berliner Subkultur\, Mauerfall\, Rostock-Lichtenhagen ode
 r Stasi-\, Nazi-Nachwehen – der Kinofilm gerät schnell zu einer Art von Ac
 tion-Ausstattungs-Schulfernsehen für Nachgeborene.Jetzt also Fritz Bauer\,
  die dritte. Zunächst gab es den höchst sehenswerten Dokumentarfilm „Fritz
  Bauer – Tod auf Raten“ (2010) von Ilona Ziok\, der umfassend und material
 reich über Biografie und politisches Selbstverständnis des Generalstaatsan
 waltes informierte. 2014 folgte dann Giulio Ricciarellis Spielfilm „Im Lab
 yrinth des Schweigens“\, in dem Bauer\, gespielt von Gert Voss\, als eine 
 Art graue Eminenz den politischen Lernprozess eines jungen Staatsanwaltes 
 begleitete\, der gegen alle Widerstände in die Vorbereitung des Auschwitz-
 Prozesses mündete. Ricciarellis Film verkleidete sich als Politthriller in
  der Manier der (wenigen) „Zeitfilme“ der 1950er-Jahre wie „Rosen für den 
 Staatsanwalt“ oder „Der Mann\, der sich verkaufte“. In „Der Staat gegen Fr
 itz Bauer“ rückt Regisseur und Co-Drehbuchautor Lars Kraume nun Bauer selb
 st in den Mittelpunkt der Handlung eines Kammerspiels\, konzentriert sich 
 aber auch auf die Jahre um das Aufspüren und den Prozess gegen Adolf Eichm
 ann. Auch Kraume bedient sich bei den Filmen der 1950er-Jahre. Hier wird n
 och geraucht wie ein Schlot\, in Hinterzimmern gekungelt\, telefoniert und
  mit zwielichtigen Informanten gedealt. Um Bauers Ethos besser verständlic
 h zu machen\, für den jenseits seines Arbeitszimmers das feindliche Auslan
 d begann\, wird eine bekannte Fernsehsendung mit Fritz Bauer aus dem Jahr 
 1964 kurzerhand in die Filmhandlung zurückverlegt. Dazu kommt eine motivie
 rende Erinnerung an eine unvergessene Niederlage im Angesicht der Todesdro
 hung des NS-Regimes. Der Jude und Sozialdemokrat Fritz Bauer soll sich 193
 3\, so kolportiert Kraumes Film\, seine Freilassung aus der Haft mit einem
  Treuebekenntnis zu Hitler erkauft haben. Eine Behauptung\, die – obwohl n
 icht objektivierbar – schon 2014 anlässlich der Frankfurter Ausstellung „F
 ritz Bauer. Der Staatsanwalt“ für Kontroversen sorgte.Die Situation in „De
 r Staat gegen Fritz Bauer“ stellt sich wie folgt dar: Weil er auf die Juge
 nd setzt und hofft\, dass man in einem Land\, das komplett in Trümmern lie
 gt\, vielleicht eine bessere Zukunft bauen könne\, kehrt Bauer aus dem sch
 wedischen Exil zurück und beginnt\, als Generalstaatsanwalt in Frankfurt E
 rmittlungen über NS-Verbrechen anzustellen. „Worauf kann man als Deutscher
  nach 1945 noch stolz sein?“\, fragt er in der Fernsehsendung. Und antwort
 et: „Auf das\, was man tut!“ In der eigenen Behörde isoliert\, muss Bauer 
 mit den Ergebnissen seiner Ermittlungen sehr vorsichtig umgehen\, damit un
 tergetauchte NS-Verbrecher nicht gewarnt werden\, da Justiz und Geheimdien
 ste voller Nazis stecken\, die seine beharrliche Arbeit mit Argusaugen ver
 folgen. In dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann findet Bauer einen loyal
 en Helfer\, den er später um der Sache willen opfern muss. Hier kommt die 
 vermutete Homosexualität Bauers ins Spiel\, denn Angermanns „Coming out“ i
 st die Schwäche\, auf die Bauers Gegner nur gewartet haben\, um den Stören
 fried loszuwerden. Der Staat\, der hier gegen Fritz Bauer antritt\, ist ei
 ne Gemengelage aus untergetauchten Tätern\, alten und jungen Kameraden und
  einer Bevölkerung\, die ihre Mittäterschaft durch ein Wirtschaftswunder v
 erdrängt. Die Isolation Bauers geht so weit\, dass er\, als er durch einen
  Hinweis Eichmanns Aufenthaltsort in Argentinien erfährt\, sich – da selbs
 t machtlos – an den israelischen Mossad wenden muss\, um Eichmann vor Geri
 cht zu bringen. Weder der deutschen Machtelite noch den Amerikanern konnte
  daran gelegen sein\, dass Eichmann in der Bundesrepublik der Prozess gema
 cht würde. Warum das so war\, liegt auf der Hand\, denn Eichmann war bei d
 er Flucht in der argentinischen Niederlassung von Porsche untergetaucht.We
 r allerdings etwas Genaueres zur Psychologie dieses Staates erfahren will\
 , gegen den Bauer ermittelte\, muss auf Zioks Dokumentation zurückgreifen\
 , wo es einmal heißt\, dass der „Raubmord“ an den Juden nicht aufgeklärt w
 erden sollte. Ein interessanter Aspekt in Kraumes Film ist die Entscheidun
 g\, auch für Eichmanns verborgenes Leben in Argentinien Bilder zu finden\,
  was zu ein paar irrlichternden Parallelsetzungen zwischen Bauer und Eichm
 ann führt. Beide Figuren sind gewissermaßen Außenseiter mit geborgter Iden
 tität\, und beide Figuren sind dort angreifbar\, wo die Sexualität ins Spi
 el kommt. Ob das beabsichtigt ist? Interessant ist auch\, dass sich die Ma
 ske nur bei Bauer und Eichmann bis zur Perfektion ins Zeug legt\, um die S
 chauspieler mit ihren historischen Vorbildern möglichst verschmelzen zu la
 ssen\, wo im Falle von Ronald Zehrfeld als Staatsanwalt Angermann schon ei
 ne Rasur\, ein Besuch beim Friseur und ein etwas zu enger Anzug ausgereich
 t hat.Dass Eichmann in Israel der Prozess gemacht wird\, zeigt die histori
 schen Handlungsgrenzen Bauers auf. Es ist gleichsam eine Niederlage mit po
 sitiver Wirkung\, die allerdings erst von der antiautoritären Revolte eing
 elöst wird. Dass Bauer 1968 unter etwas dubiosen Umständen starb\, wäre in
 sofern eine ironische Ungleichzeitigkeit. Kraume allerdings lässt dieses T
 hema komplett außen vor und endet seinen etwas unentschlossen zwischen pen
 iblem Reenactment\, vertrauten Genreregeln und vorsichtiger Abstraktion sc
 hwankenden Film mit einer direkten Adressierung in den Zuschauerraum.Einen
  Helden wie Fritz Bauer zur rechten Zeit gehabt zu haben\, ist auch eine V
 erpflichtung\, sein Andenken durch Praxis zu pflegen. Oder wie es Thomas H
 arlan\, ein Freund und Zuarbeiter Bauers in jenen Jahren\, in „Ernst Bauer
  – Tod auf Raten“ formulierte: „Fritz Bauer war ein Komplott der deutschen
  Geschichte gegen ihre Unzeit.“Ulrich Kriest\, FILMDIENST 2015/20     \n\n
 \n\n\n https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/421-der-staat-geg
 en-fritz-bauer.html
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LOCATION:Kino achteinhalb (Hannoversche Straße 30E\, 29221 Celle\, Deutschl
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