BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//https://www.kino-achteinhalb.de///NONSGML kigkonsult.se iCalcreator 2.10.15//
METHOD:PUBLISH
BEGIN:VEVENT
UID:20260425T123946CEST-0071rllGJR@https://www.kino-achteinhalb.de/
DTSTAMP:20260425T103946Z
DESCRIPTION:Eintritt freiReservierung 1 Euro\nIran 2015Kinostart: 23. Juli 
 201582 MinutenFSK: ab 0\; fRegie/Buch/Produktion/Kamera/Schnitt: Jafar Pan
 ahi     Auszeichnungen: Berlinale 2015\, Großer Preis ('Goldener Bär') für
  den besten Film.Preis der internationalen Vereinigung der Filmkritiker- u
 nd Filmjournalisten (FIPRESCI).\nKurzkritik Filmdienst\n Ein Taxi fährt du
 rch die Straßen Teherans\, auf dem Armaturenbrett ist eine Kamera installi
 ert. Am Steuer sitzt der mit einem Berufsverbot belegte iranische Regisseu
 r Jafar Panahi. Während unterschiedliche Fahrgäste ein- und aussteigen\, k
 ommt es zu Gesprächen und kleinen dramatischen Szenen\, die die politische
  und gesellschaftliche Realität im Iran beschreiben: Themen wie Zensur\, G
 eschlechterungleichheit\, Armut\, Aberglaube und die Scharia. Trotz der be
 grenzten Mittel erweitert Panahi beständig den Raum seines mobilen Filmstu
 dios. Ein beeindruckendes Dokument einer politischen Zwangslage\, aber auc
 h eine Feier des Kinos als Möglichkeitsraum.Sehenswert ab 14\n \n \nFilmho
 mepage\, Wikipedia\, Programmkino.de\, Filmgazette 1\, Filmgazette 2\, epd
 -Film   Pressespiegel   \n4-minütiger Bericht von ZDF Neu im Kino:{youtube
 }oFNcldqmmcI{/youtube}\nTrailer:{youtube}KDInRAcr93E{/youtube}\nausführlic
 he Kritik Filmdienst\n\n\n\n\n\nUm seine Bedingungen macht »Taxi Teheran« 
 kein Geheimnis. »Was ist das hier vorne?« will der erste Fahrgast wissen\,
  als er die auf dem Armaturenbrett montierte Kamera sieht. Auch der iranis
 che Regisseur Jafar Panahi\, der im Film die Rolle eines Teheraner Taxifah
 rers einnimmt\, ist schnell identifiziert – man sieht ihn nach dem Umschni
 tt am Steuer des Wagens\, kurz darauf wird er von einem Passagier erkannt\
 , der mit illegalen Kopien von amerikanischen Serien und Hollywoodprodukti
 onen handelt (er hat aber auch gut sortiertes Autorenkino im Gepäck und er
  kennt sich in Panahis Werk offensichtlich gut aus). Dieser »Film-Omid«\, 
 wie er sich einmal nennt\, freilich ebenso »Darsteller« wie die übrigen Pr
 otagonisten des Films\, bringt explizit die Frage nach dem inszenatorische
 n Charakter des scheinbar Dokumentarischen auf: Er will eine Analogie zu e
 iner Szene aus einem von Panahis Spielfilmen erkannt haben.Das Offenlegen 
 der Bedingungen ist für den Film entscheidend. Denn es geht in »Taxi Teher
 an« nicht um die Illusionsmaschine Kino\, sondern darum\, mittels einer se
 hr einfachen\, aber umso effektiveren Apparatur – eines mobilen Filmstudio
 s – politische und gesellschaftliche Realität in der Islamischen Republik 
 zu beschreiben und vor allem: zu besprechen. Die Frage\, was hier in welch
 em Maße inszeniert\, was echt ist\, was dem Drehplan oder dem Zufall folgt
 \, ist dann auch völlig nebensächlich. Denn der Film ist so oder so ein Do
 kument. Eines\, das Stimmungen\, Mentalitäten und Haltungen aufzeichnet\, 
 von Unsicherheiten und Zweifeln bis hin zu Unbehagen und Dissidenz. Und da
 rüber hinaus ist »Taxi Teheran« das Dokument eines Filmemachers\, der seit
  2010 unter einem 20-jährigen Berufsverbot steht und trotz dieser Umstände
  weiterhin Filme macht. Panahi hat »Taxi Teheran« heimlich produziert und 
 außer Landes schaffen lassen – so wie zuvor schon »This Is Not a Film« (20
 11) und »Pardé« (2013).Panahi nutzt das Kino substanziell als ein Vehikel 
 der Äußerung. Verschiedene Fahrgäste steigen in Panahis Taxi und verlassen
  es wieder\, kommen miteinander ins Gespräch oder verwickeln den Regisseur
  in Gespräche – über Themen wie Zensur\, Geschlechterungleichheit\, Armut\
 , Aberglaube\, die Scharia. Einige Episoden sind handlungsstärker\, geben 
 Action und Slapstick den Vorrang\, doch auch hier flicht Panahi geschickt 
 thematische Abhandlungen ein\, wie etwa das frauenfeindliche Erbrecht\, da
 s über eine stark überspielte\, hysterisierte Unfallszene eingeschmuggelt 
 wird.Nach dem deprimierenden Hausarrest-Tagebuch »This Is Not a Film« sign
 alisiert »Taxi Teheran« eine Öffnung. Es ist beeindruckend\, wie Panahi da
 s Arbeitsverbot in eine selbst auferlegte formale Beschränkung übersetzt\,
  die dann umso stärker aus dem Raster der Reduktion ausbricht und beständi
 g nach Möglichkeiten der Expansion sucht. Ähnlich wie bei »Ten« (2002)\, d
 em berühmten minimalistischen »Auto-Film« von Abbas Kiarostami\, für den P
 anahi als Regieassistent arbeitete\, verweist der Rahmen des Innenraums be
 ständig auf das\, was außerhalb liegt. Auf das\, was man nicht sieht. Aber
  auch auf das\, was man nicht sehen\, mehr noch: nicht zeigen darf.Explizi
 t wird die Zensur in einer Szene mit Panahis quasseliger und extrem wacher
  Nichte Hana verhandelt. Hana muss als Hausaufgabe einen Kurzfilm machen. 
 Die Regeln für einen »zeigbaren« Film stürzen sie jedoch in eine Krise. De
 nn wie lassen sich Forderungen nach unverfälschter Wirklichkeit und dem Ve
 rmeiden von Schwarz-Weiß-Malerei mit Einschränkungen vereinbaren wie: kein
 e Gewalt\, keine politischen und wirtschaftlichen Themen\, Männer und Frau
 en dürfen sich nicht berühren\, keine Krawatten für die Guten? Als das Mäd
 chen bei einem Zwischenstopp im Auto wartet\, filmt es ein Hochzeits-paar.
  Ein vorbeilaufender Junge macht dabei den Film zunichte\, als er heimlich
  einen Geldschein aufhebt\, der dem Bräutigam aus der Hosentasche gefallen
  ist. Erfolglos versucht sie ihn zu überreden\, das Geld zurückzugeben\, u
 m seinen Film zu retten. Beeindruckend auch\, wie sich Medialität im Film 
 immer wieder vervielfältigt: Handys zirkulieren\, werden als Aufzeichnungs
 gerät benutzt – etwa eines Testaments – oder dienen als Filmkamera.So luft
 ig »Taxi Teheran« mitunter auch wirkt: Panahis mobiles Studio ist ein hoch
 verdichteter Diskursraum\, klaustrophobisch und raumausgreifend gleicherma
 ßen\, geschützt und doch unwägbaren Gefahren ausgesetzt. Denn wer weiß sch
 on um die Konsequenzen für die beteiligten Personen? Gerade der Schluss er
 innert noch einmal schmerzhaft an die Fesseln dieses filmischen Projekts: 
 den Abspann muss sich der Film selbst verbieten.Esther Buss\, FILMDIENST 2
 015/15      \n\n\n\n\n https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/3
 98-taxi-teheran-goldener-bär-2015.html
DTSTART:20151209T183000Z
DTEND:20151209T203000Z
LOCATION:Kino achteinhalb (Hannoversche Straße 30E\, 29221 Celle\, Deutschl
 and (nicht Postanschrift!))
SUMMARY:Taxi Teheran (Goldener Bär 2015)
URL:https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/398-taxi-teheran-gold
 ener-bär-2015.html
END:VEVENT
END:VCALENDAR
