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DTSTAMP:20261022T204300Z
DESCRIPTION:Eintritt: 5\,00 €\nTragikomödie Deutschland/Norwegen 2015Kinost
 art: 7. Mai 201592 MinutenFBW: besonders wertvoll  Regie/Buch: Sonja Heiss
     Kamera: Nikolai von Graevenitz    Musik: Lambert    Schnitt: Andreas W
 odraschke   Darsteller: Laura Tonke (Hedi Schneider)\, Hans Löw (Uli)\, Le
 ander Nitsche (Finn)\, Melanie Straub (Viviane)\, Simon Schwarz (Arne Lang
 e)\, Margarita Broich (Hedis Mutter)\, Matthias Bundschuh (Herr Schild)\, 
 Rosa Enskat (Psychiaterin)\, Urs Jucker (Therapeut)\, Jakob Bieber (Verkäu
 fer in der Zoohandlung)\, Alex Brendemühl (NGO-Chef)\, Kathleen Morgeneyer
  (Kollegin Lindström)\n \nFilmhomepage\,  Programmkino.de\, Wikipedia\, al
 le Daten zum Film auf Filmportal   Empfehlung auf der Webseite der Panikat
 tacken-Selbsthilfe\nKurzkritik Filmdienst:\nEine Frau\, die mit Lebensgefä
 hrten und Sohn ein äußerlich glückliches\, von vielen bürgerlichen Zwängen
  freies Leben führt\, wird völlig unerwartet von Angst- und Panikattacken 
 gequält. Als ihr Familie\, Freunde und Therapeuten nicht weiterhelfen könn
 en\, beginnt sie\, ihr Leben eigenständig zu hinterfragen\, und entdeckt\,
  dass immer etwas fehlt\, worauf sie mit Leistungsverweigerung reagiert. I
 m Gewand eines bisweilen selbstironisch gefärbten Beziehungsfilms entfalte
 t sich ein komisch-absurdes Drama\, das wie beiläufig von den seelischen A
 bgründen der Gegenwart handelt und mit viel Sinn für intime Momente lebens
 nahe Dialoge und tragikomische Kapriolen aufsammelt. - Sehenswert ab 16. 
 \nTrailer:{youtube}MRbJGGstY-o{/youtube}\nvierminütige Filmbesprechung in 
 ZDF 'Neu im Kino': {youtube}6zvoH5BI2y4{/youtube}\nausführliche Kritik Fil
 mdienst\n\n\n\n\n\nMuss ein Film über Angststörungen und Depressionen trau
 rig sein? Oder muss er als Komödie daher kommen\, um die Schranke der öffe
 ntlich-rechtlichen Geldgeber zu passieren? Der neue Film von Sonja Heiss\,
  die sich bereits in „Hotel Very Welcome“ den psychischen Befindlichkeiten
  desorientierter Rucksacktouristen mit feinster Beobachtungsgabe widmete\,
  versucht den Spagat. Es dauert eine Weile\, bis man versteht\, warum ihre
  kindlich verspielte Heldin von Panikattacken heimgesucht wird. Ausgerechn
 et im Aufzug\, dem klassischen Ort für unvorhergesehene Luftnot\, erweist 
 sich die Mittdreißigerin mehr als entspannt. Als sie auf dem Weg zum Büroj
 ob darin stecken bleibt\, wirkt sie nicht etwa nervös\, sondern ist nur ge
 langweilt.Um die Zeit zu überbrücken\, verwickelt sie den Mann am ausgelös
 ten Alarmknopf in indiskrete Gespräche und ist sichtlich erstaunt\, als er
  nicht mitspielen mag. Umso mehr nimmt sie die Krise ihres nörgelnden Arbe
 itskollegen mit. Eines Morgens ist der weg. Weil er drohte\, aus dem Fenst
 er zu springen\, ließ ihn der Chef in die Psychiatrie einliefern. Danach l
 ösen sich bei der von Laura Tonke mit umwerfender Lust an der Verweigerung
  von Erwartungen gespielten Hedi die Gewissheiten des Alltags urplötzlich 
 auf. Und das\, obwohl sie auf den ersten Blick ein harmonisches Leben mit 
 Mann und Sohn führt.Die Panik kommt schleichend. Erst zaghaft in Gegenwart
  des fordernden Chefs. Dann massiv zu Hause als körperlicher Totalkollaps.
  Im Krankenhaus konstatiert man keinerlei organische Ursachen und rät zu e
 iner Auszeit. Aber gerade die will sich nicht mehr einstellen\, denn jeden
  Moment könnte der nächste Anfall heimtückisch zuschlagen. Da reicht es au
 ch nicht\, dass Hedis Mann ihr geduldig zur Seite steht und auf sein lange
  geplantes Hilfsprojekt in Afrika verzichtet\, um ihr dabei zu assistieren
 \, wenn sie sich nicht mehr über die Türschwelle traut. Während Hedi in de
 r Angst vor der Angst versinkt\, versucht das von der Regisseurin verfasst
 e Drehbuch\, komische Volten aus der Absurdität der Erkrankung zu schlagen
 . Das gelingt nicht immer. Als Hedi sich mit Antidepressiva und Beruhigung
 smitteln vollstopft und einen glücksseligen Nachtspaziergang absolviert\, 
 was schon deswegen auf einen all zu leicht konstruierten Gag schielt\, wei
 l die einen Medikamente einen Kranken erst nach Wochen stabilisieren und e
 ben nicht auf Knopfdruck euphorisieren\, während die anderen nur dämpfen\,
  wundert man sich gar nicht mehr\, als der Ausflug diesmal zur Abwechslung
  in einem Brechanfall endet.Aber mitunter stellt sich doch der selbstironi
 sche Ton früherer Woody-Allen-Filme ein\, bei den unvermeidlichen Gespräch
 skollisionen mit rechthaberischen Psychologen etwa\, oder wenn sich Hedi m
 it Konfrontationstechniken selbst therapiert und statt des drohenden Angst
 -Feindes in der U-Bahn ihren Mann verprügelt. Der ist ohnehin nicht zu ben
 eiden. Schließlich muss er jetzt Haushalt\, Kind und Beruf allein schmeiße
 n. Sein Ego zurückstecken und eine um sich selbst kreisende Schwarzseherin
  ertragen. Kein Wunder\, dass er sich mit einem Seitensprung tröstet\, als
  Hedi auch noch den ungeliebten Geldjob hinschmeißt. Allmählich schälen si
 ch im Gewand des Beziehungsfilms die Gründe für die scheinbar unerklärlich
 en Spannungen heraus. Hinter der Fassade von Hedis weltfremder Unbekümmert
 heit schlummert seit langem das tonnenschwere Gefühl des Defizits. Nicht z
 uletzt auch wegen der Wünsche der Außenwelt\, ihrer Mutter etwa\, die entt
 äuscht darüber ist\, dass ausgerechnet ihre Tochter „so etwas bekommt“. Of
 fenbar sah sie den Nachwuchs stellvertretend zum Höheren berufen. Ihr Mann
 \, der sich selbst als altruistischer Menschenfreund versteht\, sucht den 
 Sinn des Lebens in der Eindeutigkeit von Hilfeleistungen\, etwa in Überset
 zungen für Taubstumme oder im Schulbau in der Dritten Welt. Aber das Elend
  in seinen eigenen vier Wänden bleibt ihm fremd. Er sucht nicht nach den U
 rsachen\, sondern nur nach schnellen Lösungsansätzen\, um das lästige Prob
 lem aus der Welt zu schaffen.Irgendetwas fehlt immer in Hedis langsamem Le
 ben aus Wahlfreiheit und Selbstoptimierungszwang. Funktionieren möchte sie
  nicht mehr. Aber was stattdessen? Sich nackt im skandinavischen Seeschlam
 m zu wälzen\, wäre durchaus eine Alternative. Genau das tut sie im Finale 
 mit ihrer wieder näher gerückten Kleinfamilie. Das Hippie-Idyll lässt ihre
  Augen strahlen. Allerdings nur für wenige Stunden. Dann ist das Grübeln w
 ieder an der Reihe. So lange der Wechsel der Stimmungen vertraglich auf St
 undenbasis festgelegt ist\, wie es Hedi mit ihrem Mann vereinbart\, lässt 
 sich die unbefriedigende Existenz erst mal aushalten. Und damit auch das U
 nbehagen einer von linksliberalen Pädagogen geprägten Generation\, die\, w
 enn sie die Versprechungen der Selbstverwirklichung jenseits konformer Kar
 riereentwürfe ernst genommen hat\, mit den Enttäuschungen der neoliberalen
  Turbo-Gegenwart nur schwer umzugehen weiß.Sonja Heiss ist es wunderbar ge
 lungen\, fast wie beiläufig in die seelischen Abgründe der Gegenwart zu sc
 hauen\, wie sie sich beispielsweise in den Depressionsstatistiken niedersc
 hlagen. Der Anspruch auf ein perfektes Leben produziert Scherben. Die Regi
 sseurin sammelt verlässlich und mit Sinn für intime Momente lebensnahe Dia
 loge und tragikomische Kapriolen auf. Hoffentlich dauert der nächste Wurf 
 nicht wieder sieben Jahre. Seeschlamm hilft bestimmt. Alexandra Wach\, FIL
 MDIENST 2015/9\n\n\n\n\n https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event
 /372-hedi-schneider-steckt-fest.html
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 and (nicht Postanschrift!))
SUMMARY:Hedi Schneider steckt fest
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