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DESCRIPTION:Eintritt: 5\,00 €\nFilmhomepage\, \nKurzkritik Filmdienst\nIm J
 anuar 1965 eskalieren die US-amerikanischen Rassenunruhen. Der Anführer de
 r Bürgerrechtsbewegung\, Martin Luther King\, konzentriert seine Bemühunge
 n auf die Stadt Selma\, wo die Segregation in vollem Umfang betrieben wird
 . Ein packendes Historiendrama\, das die Bürgerrechtler als ausdifferenzie
 rte Gruppe würdigt\, insbesondere aber von der subtilen Interpretation des
  Hauptdarstellers getragen wird. Die christliche Motivation der Aktivisten
  vermittelt sich dabei ebenso unaufdringlich wie Kings außergewöhnliche Pe
 rsönlichkeit sowie sein Blick für realpolitische Notwendigkeiten. - Sehens
 wert ab 14\nTrailer:{youtube}kVL3oFRKSSI{/youtube}\n \nausführliche Kritik
  Filmdienst\n\nBilder eines zweifelnden Mannes stehen am Anfang. Martin Lu
 ther King\, der Anführer der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung\, zu
 pft vor dem Spiegel nervös an seiner Krawatte. Diese kommt ihm ebenso fals
 ch vor wie die Dankesrede\, die er bei der Annahme des Friedensnobelpreise
 s halten will\; er fühlt sich in dieser Situation viel zu weit vom Ziel se
 ines Kampfes entfernt. Regisseurin Ava DuVernay unterstreicht das\, indem 
 sie von der optimistischen Verleihungsgala im Dezember 1964 auf die frappi
 erende Realität der Rassentrennung in den amerikanischen Südstaaten überbl
 endet: der Bombenanschlag auf eine Kirche in Birmingham\, Alabama\, bei de
 m vier schwarze Schulmädchen sterben\; die behördliche Willkür\, die die s
 pätere Aktivistin Annie Lee Cooper daran hindert\, sich als Wählerin regis
 trieren zu lassen\; Demonstrationen eines ungebändigten Rassenhasses\, die
  auch im Abstand von einem halben Jahrhundert nichts an Eindrücklichkeit e
 ingebüßt haben.Historisch liegen die beiden Ereignisse bei der Nobelpreisv
 erleihung schon ein Jahr zurück\, es sind die einzigen Rückblenden in „Sel
 ma“. Mit ihnen trifft Ava DuVernay gleich zu Beginn den richtigen Ton\, um
  an den hohen Preis zu erinnern\, den der Kampf um die Bürgerrechte der Sc
 hwarzen bereits gekostet hat. DuVernay beschränkt sich klugerweise auf ein
 en kurzen\, für die Bürgerrechtsbewegung höchst bedeutsamen Zeitraum: die 
 chronologisch erzählten Ereignisse von Januar bis März 1965\, in denen Kin
 g und seine Mitkämpfer von der Southern Christian Leadership Conference ih
 re Bemühungen auf die Kleinstadt Selma in Alabama konzentrieren. Dort dürf
 en bis zu diesem Zeitpunkt nur zwei Prozent der schwarzen Bevölkerung wähl
 en. Für die Aktivisten ist jedoch etwas anderes entscheidender: Die berüch
 tigte Brutalität des Sheriffs und die damit absehbaren Angriffe auf jede D
 emonstration für die Rechte der Schwarzen. Das verspricht ein landesweites
  Medienecho und damit ein Druckmittel\, um Präsident Lyndon B. Johnson zu 
 zwingen\, endlich konkrete Maßnahmen gegen die Rassentrennung zu ergreifen
 .Ähnlich wie Steven Spielberg in „Lincoln“ versagt sich auch DuVernay jegl
 iche Mythisierung der Hauptfigur: Die zahlreichen Hinterzimmer-Szenen\, be
 i denen um die effektivste Strategie der Bürgerrechtsbewegung gestritten w
 ird\, nehmen ähnlich viel Raum ein wie die Konfrontationen mit den gewaltt
 ätigen Verfechtern der Rassentrennung. Martin Luther King erscheint neben 
 seiner rhetorischen Begabung auch deshalb als Wortführer des Widerstands\,
  weil er am deutlichsten erkennt\, was notwendig ist: eine bestimmte Form 
 der Inszenierung für die Öffentlichkeit\, bei der Selma die „Bühne“ und di
 e Eskalation der Gewalt das erforderliche „Drama“ bilden\, um auch das wei
 ße Amerika emotional zu erreichen. Diese Momente gehören zu den packendste
 n\, weil es DuVernay und ihrem feinfühligen Hauptdarsteller David Oyelowo 
 gelingt\, Kings Vorgehen nicht als zynische Instrumentalisierung der Opfer
 \, sondern als realpolitische Anpassung an die US-amerikanischen Politikge
 pflogenheiten darzustellen. Wiederholt wird daran erinnert\, was für unlau
 tere Methoden die Gegenspieler anwenden. In die Enge getrieben\, setzt Prä
 sident Johnson die FBI-Überwachung von King dazu ein\, um einen Keil zwisc
 hen ihn und seine Frau zu treiben\, während Alabamas Gouverneur George Wal
 lace mit rassistischen Milizen paktiert\, um die schwarzen Aktivisten einz
 uschüchtern. Oyelowo meistert die schwierige Gratwanderung\, King als bode
 nständigen Menschen zu zeigen\, ohne dessen Strahlkraft und einprägsame Rh
 etorik zu verbergen. Neben der Eingangssequenz gibt es noch mehrere Moment
 e des Zweifels und der Schwäche von King\, in denen es vor allem die Unter
 stützung seiner Frau Coretta und sein christlicher Glaube sind\, die ihn w
 ieder aufrichten. Einmal ruft er abends die Gospel-Sängerin Mahalia Jackso
 n an und bittet sie\, ihm mit einem Lied neue spirituelle Kraft zu verleih
 en – eine stille und eben deshalb berührende Szene. Ähnlich dezent geht Du
 Vernay auch bei der Inszenierung der gewaltsamen Zusammenstöße mit den wei
 ßen Hardlinern vor\, insbesondere deren brutale Reaktion auf den ersten Ve
 rsuch der Demonstranten\, in die Bundesstaatshauptstadt Montgomery zu mars
 chieren. Die Ereignisse des berüchtigten „Bloody Sunday“ erscheinen authen
 tisch und aufrüttelnd\, jedoch fern jeder pathetischen Überhöhung. Die Bot
 schaft des Films ist daher eine versöhnliche: Die Gruppe der schwarzen Bür
 gerrechtler\, in der sich Menschen unterschiedlichster Herkunft und Glaube
 nsausrichtung zusammengefunden haben\, agiert nicht gegen die Weißen\, son
 dern will diese von der Berechtigung ihres Kampfes überzeugen und auf ihre
  Seite ziehen. Friedliches Zusammenleben statt Zweiteilung des Landes – vo
 r dem Hintergrund der jüngsten Rassismusdebatte um den Tod junger Schwarze
 r durch weiße Polizisten stellt „Selma“ nicht zuletzt auch einen durchaus 
 mutigen Appell dar.  Marius Nobach\, FILMDIENST 2015/4     \n https://www.
 kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/324-selma.html
DTSTART:20150417T183000Z
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LOCATION:Kino achteinhalb (Hannoversche Straße 30E\, 29221 Celle\, Deutschl
 and (nicht Postanschrift!))
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