BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//https://www.kino-achteinhalb.de///NONSGML kigkonsult.se iCalcreator 2.10.15//
METHOD:PUBLISH
BEGIN:VEVENT
UID:20260910T002024CEST-1241z86VMc@https://www.kino-achteinhalb.de/
DTSTAMP:20260909T222024Z
DESCRIPTION:Eintritt: 5\,00 €\nDeutschland 2014Kinostart 6. November 201412
 3 MinutenFSK: ab 12\; fFBW: Prädikat besonders wertvoll  Produktion: Uli P
 utz\, Jakob Claussen\, Sabine Lamby    Regie: Giulio Ricciarelli    Buch: 
 Elisabeth Bartel\, Giulio Ricciarelli    Kamera: Martin Langer\, Roman Osi
 n    Musik: Niki Reiser\, Sebastian Pille    Schnitt: Andrea Mertens    Da
 rsteller: Alexander Fehling (Johann Radmann)\, André Szymanski (Thomas Gni
 elka)\, Friederike Becht (Marlene Wondrak)\, Johannes Krisch (Simon Kirsch
 )\, Hansi Jochmann (Erika Schmitt)\, Johann von Bülow (Otto Haller)\, Robe
 rt Hunger-Bühler (Walter Friedberg)\, Lukas Miko (Hermann Langbein)\, Gert
  Voss (Fritz Bauer)\, Lisa Martinek (Inge)\, Robert Mika (Josef Bichinsky)
 \nFilmhomepage\, Wikipedia\, EPD-Filmmagazin\, Filmgazette\, Programmkino.
 de\, alle Daten zum Film auf Filmportal.de      \nEvangelische Filmjury: F
 ILM DES MONATS November 2014\nSchulmaterial: Stiftung Lesen\, Kinofenster\
 , Vision Kino   \nKurzkritik Filmdienst\nEnde der 1950er-Jahre stößt ein ­
 junger Staatsanwalt auf die Spur von NS-Verbrechern\, die unbehelligt in d
 er westdeutschen Gesellschaft leben. Seine Ermittlungen erfahren allgemein
  Ablehnung\, bis ihn der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer unterst
 ützt und ihn dazu ermuntert\, die Täter zur Verant­wortung zu ziehen. Die 
 Vorgeschichte der Frankfurter Auschwitz-Prozesse wird als ambitionierter P
 olitthriller erzählt. Es gelingt dem Film dabei der reflektierte Versuch\,
  mit Mitteln des Spannungskinos ein noch weitgehend unthematisiertes Kapit
 el der ­deutschen Geschichte aufzuschlagen. - Sehenswert ab 14.\n \nTraile
 r:{youtube}xAPCFvTeLpQ{/youtube}Interview mit Alexander Fehling {youtube}d
 6JMCaSxet0{/youtube} Gegen alle Widerstände: Die Auschwitzprozesse | Kultu
 rjournal | NDR {youtube}NO7_Y-Ez5yg{/youtube}Regisseur Giulio Ricciarelli 
 beantwortet Fragen des Kinopublikums {youtube}8cAgpYJ_e5k{/youtube} Im Lab
 yrinth des Schweigens - Deutschlandpremiere  {youtube}6UaPvq2UT6Y{/youtube
 }\nausführliche Kritik Filmdienst\n\n\n\nOskar Roehler hat mit »Lulu &amp\
 ; Jimi« und »Quellen des Lebens« den Anfang gemacht. Nun scheint sich der 
 deutsche Film mehr als 30 Jahre nach Fassbinders Frauen-Trilogie »Die Ehe 
 der Maria Braun«\, »Lola« und »Die Sehnsucht der Veronika Voss« wieder für
  die Zeit zwischen dem Ende im »Führerbunker« und der antiautoritären Revo
 lte von 1968 zu interessieren. Erst »Wolfskinder« \, dann »Phoenix« und nu
 n »Im Labyrinth des Schweigens« – drei unterschiedliche Filme\, drei unter
 schiedliche Erzähl-Strategien und drei unterschiedliche Haltungen zur Gesc
 hichte.Wie rekonstruiert man Geschichte aus der Ex-Post-Perspektive und hä
 lt dabei die eigene\, gewählte Perspektive als »vorläufig« in der Schwebe?
  Giulio Ricciarelli hat sich in seinem Spielfilmdebüt dafür entschieden\, 
 im Rahmen von bekannten Genre-Konventionen des Polit-Thrillers vom Neubegi
 nn\, alten Seilschaften und wechselnden Bewusstseinszuständen und Lernproz
 essen zu erzählen. Im Mittelpunkt steht die Figur des jungen\, ehrgeizigen
  und politisch etwas naiven Staatsanwalts Johann Radmann (Alexander Fehlin
 g)\, der 1958 eher zufällig mit der deutschen Geschichte konfrontiert wird
 . Ein Auschwitz-Überlebender hat in einem Gymnasiallehrer einen SS-Mann wi
 edererkannt\, aber niemand scheint sich für diesen Skandal zu interessiere
 n\, sieht man einmal von dem linksliberalen Journalisten Gnielka ab\, der 
 die Sache publik machen will. Radmann beginnt sich für den Fall zu interes
 sieren\, eckt aber schnell bei seinen Vorgesetzten und Kollegen an und mer
 kt\, dass man sich in der westdeutschen Bevölkerung offenbar weitgehend da
 rauf verständigt hat\, die Verbrechen\, die während der NS-Zeit begangen w
 urden\, kollektiv zu beschweigen. Unterstützung finden Radmann und Gnielka
  lediglich bei dem hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer\, der klarst
 ellt\, dass die meisten Verbrechen längst verjährt sind. Nur die Mordfälle
  noch nicht. Radmann wird von Bauer mit der Leitung der Ermittlungen betra
 ut und beginnt mit Zeugenvernehmungen\, die auch deshalb schwierig sind\, 
 weil Radmann selbst nicht so recht weiß\, was in Auschwitz geschehen ist.E
 s ist eine heikle Gratwanderung\, die Ricciarelli unternimmt\, um mit den 
 Mitteln des Spannungskinos die Vorgeschichte der Frankfurter Auschwitzproz
 esse zu erzählen. Die Nebenfiguren stehen dabei für unterschiedliche und w
 idersprüchliche Haltungen zwischen Verdrängen und Zukunftsorientierung inn
 erhalb der Nachkriegsgesellschaft und dem sich abzeichnenden Wirtschaftswu
 nder\, während der Protagonist eine Entwicklung vom korrekten\, aber naive
 n Staatsanwalt zum moralisch an der Grenze zur Hybris sich bewegenden Ermi
 ttler durchläuft\, der sich schließlich schämt\, Deutscher zu sein.Vieles 
 in »Im Labyrinth des Schweigens« folgt bis zu einem gewissen Punkt Genre-K
 onventionen\, die man aus italienischen Mafia-Filmen oder US-Politthriller
 n der 1970er-Jahre wie etwa »Die Unbestechlichen« kennt – bloß\, dass vom 
 Verbrechen hier keine Lebensgefahr mehr auszugehen scheint\, weil die Täte
 r wie Fische im Täter-Volk schwimmen. Andere Szenen verweisen auf die west
 deutsche Filmgeschichte der 1950er-Jahre\, auf Filme wie »Rosen für den St
 aatsanwalt« oder »Der Mann\, der sich verkaufte« – Alexander Fehling erinn
 ert sogar stark an den jungen Hansjörg Felmy.Unscharf bleibt die Figur des
  Generalstaatsanwalts Fritz Bauer\, der als graue Eminenz die Fäden in der
  Hand hält\, den nichts zu überraschen vermag und der hinter den Kulissen 
 auch noch nach den dicken Fischen Eichmann und Mengele angelt. Bedenkt man
 \, dass auch Petzolds »Phoenix« Fritz Bauer gewidmet ist\, könnte man in »
 Phoenix« und »Im Labyrinth des Schweigens« auf reizvolle Art und Weise zwe
 i höchst unterschiedliche\, aber gleichermaßen reflektierte Formen des Erz
 ählens konfrontieren und beide auf das visuell ambitioniertere und untergr
 ündig komplexere Spätwerk Fassbinders beziehen. Am Ende reicht die Aktenla
 ge aus\, um gegen zwei Dutzend Täter das Verfahren zu eröffnen und damit e
 ine Lunte zu legen\, die gleichermaßen zur Fernsehserie »Holocaust« wie na
 ch Stammheim führt. Es wird sich zeigen\, ob diese ehrenwerte Mischung aus
  Verdichten\, Andeuten und Antizipieren aus der Ex-Post-Perspektive heute\
 , ein halbes Jahrhundert später\, noch Menschen ins Kino locken und dort W
 irkung zeigen kann. Ulrich Kriest\, FILMDIENST 2014/23 \n\n\n https://www.
 kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/270-im-labyrinth-des-schweigens.html
DTSTART:20141212T193000Z
DTEND:20141212T213000Z
LOCATION:Kino achteinhalb (Hannoversche Straße 30E\, 29221 Celle\, Deutschl
 and (nicht Postanschrift!))
SUMMARY:Im Labyrinth des Schweigens
URL:https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/270-im-labyrinth-des-
 schweigens.html
END:VEVENT
END:VCALENDAR
