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DESCRIPTION:Eintritt: 5\,00 €Deutschland/Großbritannien/Frankkreich/Zypern 
 2013Kinostart: 25.12.2013123 MinutenFSK: ab 12\; fRegie/Buch: Jim Jarmusch
     Kamera: Yorick Le Saux    Musik: Jozef van Wissem    Schnitt: Affonso 
 Gonçalves    \nDarsteller: Tom Hiddleston (Adam)\, Tilda Swinton (Eve)\, M
 ia Wasikowska (Ava)\, John Hurt (Marlowe)\, Anton Yelchin (Ian)\, Jeffrey 
 Wright (Dr. Watson)\, Slimane Dazi (Bilal)\, Carter Logan (Scott)\, Wayne 
 Brinston\n \nKurzkritik Filmdienst\nEine Vampirin verlässt ihr Quartier in
  Tanger\, um ihrem lebensmüden Gefährten in Detroit neuen Geschmack am Das
 ein zu vermitteln. Die alterslosen Liebenden zehren nicht nur von Blut\, s
 ondern ebenso von Kunst\, (Pop-)Kultur und Wissenschaft. Doch dann sorgt e
 ine junge Vampirin für Unruhe. 'Vampirfilm' von Jim Jarmusch\, der kongeni
 al den Lebensrythmus und den kulturellen Horizont der uralten Feingeister 
 imaginiert. In der Spannung zwischen Melancholie und Lakonie\, Statik und 
 Bewegung entfaltet sich intensiv ein Hohelied der Gegensätze\, deren Anzie
 hungskräfte alles lebendig halten. - Sehenswert ab 16.4.\nTrailer:{youtube
 }74iZbZLnrVs{/youtube}\nausführliche Kritik Filmdienst\nSie trägt weiß von
  den Schuhen bis in die Haarspitzen\; er schwarz. Sie streift durch die Ga
 ssen in Tanger\; er verbarrikadiert sich in einem alten Haus in Detroit. S
 ie liebt es\, am Leben zu sein\; er besorgt sich die Munition für den Selb
 stmord. Eve und Adam sind Vampire\, und sie sind Ying und Yang: die perfek
 ten Liebenden. Wie alt sie sind\, erfährt man nicht. Äußerungen lassen dar
 auf schließen\, dass Eve bereits das Mittelalter miterlebt hat\; Adam ist 
 jünger\, aber alt genug\, um in den 1860er-Jahren Eve bereits zum dritten 
 Mal geheiratet zu haben und aus persönlicher Erfahrung zu wissen\, dass Lo
 rd Byron ein „selbstgerechtes Ekel“ war. Zu Beginn des Films trennt beide 
 der halbe Erdball\, doch als Eve bei einem Telefonat merkt\, wie lebensmüd
 e ihr Gefährte ist\, bucht sie ein Ticket für einen Interkontinentalflug u
 nd steht bald darauf vor der Tür von Adams Anwesen. Die durch Gespräche\, 
 nächtliche Fahrten durch Detroit und in-\, über- und umeinander geschlunge
 ne Körper zelebrierte Zweisamkeit wird allerdings empfindlich gestört\, al
 s Eves jüngere Schwester sich bei ihnen einnistet. Ava ist ebenso erlebnis
 - wie bluthungrig\, weshalb es mit der Ruhe und Diskretion\, die Adam so s
 chätzt\, bald vorbei ist.Vampire müssen Menschenblut trinken\; das ist auc
 h bei Jarmuschs Kreaturen nicht anders. Allerdings hat sich ihr Appetit su
 blimiert. Sie schlachten nicht selbst\, sondern kaufen sich ihr Essen in F
 laschen\; genossen wird es in zierlichen Likörgläsern. Das hat nichts mit 
 moralischen Skrupeln oder Menschenliebe zu tun – Adam bezeichnet die Sterb
 lichen verächtlich als „Zombies“ –\; vielmehr geht es um Hygiene und Siche
 rheit: In den Straßen nach Frischblut zu jagen\, birgt das Risiko\, an „un
 reinen“ Stoff zu kommen. Während die Vampire ihre Lust an der Nahrungsaufn
 ahme stark kontrollieren\, lassen sie sich in anderer Hinsicht freien Lauf
 : Eves und Adams Gier gilt der Kultur. Statt Blut saugt Eve mit Fingern un
 d Augen die Schrift aus Büchern in allen Sprachen auf\; und Adam macht sic
 h zärtlich über die Hälse und die Klangkörper von Vintage-Gitarren her. Di
 e Wohnung des Einsiedler-Rockstar-Vampirs ist vollgestopft mit Instrumente
 n\, Vinyl-Platten und derangiertem Soundequipment. Wenn beide mit Menschen
  zu tun haben\, geben sie sich literarische Tarnnamen wie Dr. Faustus\, St
 ephen Dädalus oder Daisy Buchanan. So inbrünstig beide die Erzeugnisse von
  Kunst\, Popkultur und Wissenschaft lieben\, die die Menschheit – und die 
 Vampire (z.B. Eves Freund Christopher Marlowe) – im Lauf der Jahrhunderte 
 hervorgebracht haben\, so schwer leidet Adam an allem\, was der kulturelle
 n Blüte gefährlich wird: an Kriegen und Gewalt und an dem Niedergang\, den
  er in der ehemaligen Auto-Metropole Detroit direkt vor der Haustür hat. M
 it Vampir-Romanzen à la „Twilight“ (fd 39 630) hat dieser Film so viel zu 
 tun wie „Ghost Dog“ (fd 34 047) mit Auftragskiller-Filmen und „Dead Man“ (
 fd 31 716) mit dem klassischen Western. Einmal mehr ist Jarmuschs neues We
 rk nicht daran interessiert\, einen Plot voranzutreiben\, sondern lässt si
 ch entspannt von Szene zu Szene\, von Musik zu Musik\, von Gespräch zu Ges
 präch treiben. Im Gegensatz zu den Figuren seinen früherer Filme scheinen 
 die Protagonisten hier aber zunächst wenig Interesse daran zu haben\, wegz
 ugehen\, zu driften oder zu suchen\; das Sammelsurium\, das sie besitzen\,
  lässt sich durchaus als Ballast verstehen. Die Bewegung der Kamera\, die 
 zu Beginn das Drehen eines Plattentellers aufgreift und aus der Vogelpersp
 ektive über den ruhenden Figuren kreist\, deutet ein In-sich-geschlossen-S
 ein an\, das Jarmusch-Figuren bisher wesensfremd war. Allerdings täuscht d
 ieser erste Eindruck\, denn es werden Fluchtlinien sichtbar\, die aus dem 
 Kreis hinausstreben\, und Kollisionen\, die die Figuren aus ihrer Umlaufba
 hn schubsen. Nur dauert das diesmal besonders lang\, denn Jarmusch gelingt
  es ganz wunderbar\, in den somnambulen Schwebezustand der vampirischen Ex
 istenzen einzutauchen\, die alterslos und damit gänzlich ohne Zeitdruck si
 nd. Die großzügig verteilten (pop-)kulturgeschichtlichen Huldigungen – an 
 das Haus von Jack White\, die Gitarre von Eddie Cochran\, ein Foto Kafkas 
 – mögen manchen abschrecken\; ein „Insider-Witz“ oder ein eitles Name-Drop
 ping sind sie aber schon deshalb nicht\, weil es Jarmusch wie den Figuren 
 viel zu ernst ist mit ihrer Verehrung. Außerdem ist „Only Lovers Left Aliv
 e“ alles andere als trocken-verkopftes Verweiskino: es gibt einen wunderba
 ren Soundtrack (von den hypnotischen Gitarrenakkorden von Jozef van Wissem
  bis zur herzzerreißenden Performance der Sängerin Yasmine Hamdan)\, die g
 razile Körperlichkeit und das nuancierte Spiel von Tilda Swinton und Tom H
 iddleston sowie die atmosphärische Präsenz der Orte und Dinge.Die Wahl von
  Detroit sowie Adams Verachtung für die menschliche „Banalität des Bösen“\
 , die Vergeudung von Ressourcen und die Zerstörung der Lebensräume lassen 
 sich durchaus gesellschaftskritisch verstehen. Andererseits wird Adams Hal
 tung gegenüber den „Zombies“ durchaus (selbst-)ironisch gezeichnet\; die S
 ensibilität und der gepflegte Weltschmerz des Feingeistes schlagen verblüf
 fend schnell in derben Pragmatismus um\, wenn es um die eigene Haut geht u
 nd eine Leiche spurlos entsorgt werden muss oder das Flaschenblut knapp wi
 rd. Eine Ambivalenz \, die bezeichnend ist für diesen dialektischen Film m
 it seinem bipolaren Liebespaar und dem Gegeneinander von lakonischem Abges
 ang und respektvoller Liebeserklärung\, von Komik und Melancholie. Hell un
 d Dunkel\, Mann und Frau\, Statik und Bewegung\, Kreise und Linien: Jarmus
 chs Vampirfilm liebt die Gegensätze. Denn sie ziehen sich an. Und diese An
 ziehung ist es\, die alles am Leben hält: „Only Lovers Left Alive“.  https
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