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DESCRIPTION:Eintritt: 5\,00 €\nDeutschland 2014Kinostart: 20. März 2014110 
 Minuten FSK: ab 12\; f\nRegie: Dietrich BrüggemannDrehbuch: Dietrich Brügg
 emann &amp\; Anna Brüggemann Kamera: Alexander Sass Schnitt: Vincent Assma
 nn \n \nKurzkritik Filmdienst Eine 14-jährige Gymnasiastin wächst in einer
  katholisch-fundamentalistischen Gemeinschaft auf und bereitet sich auf di
 e Firmung vor. Sie will ihr Dasein ganz Gott weihen und bietet ihm ihr Leb
 en an\, wenn er im Gegenzug ihren kranken Bruder heilt. Ein in 14 an die K
 reuzwegstationen angelehnten Tableaus entfaltetes Drama\, das formal konse
 quent fast ohne Kamerabewegung oder Musik die destruktiven Aspekte des rel
 igiösen Fundamentalismus herausarbeitet und zugleich zur Reflexion über an
 gemessene Formen des Glaubens nötigt. (Preis der Ökumenischen Jury\, Berli
 n 2014) - Sehenswert ab 14.\nAnna Brüggemann\, Berlin 2014\, Bestes Drehbu
 ch ('Silberner Bär')Dietrich Brüggemann\, Berlin 2014\, Bestes Drehbuch ('
 Silberner Bär')Dietrich Brüggemann\, Berlin 2014\, Preis der ökumenischen 
 Jury (Wettbewerb)\nTrailer:{youtube}6o8XVGggJwY{/youtube}\nausführliche Kr
 itik Filmdienst\n\nDer Priester in seiner schwarzen Soutane ist ein smarte
 r Typ\, gutaussehend\, schlank\, von gewinnendem Wesen. Das Dutzend Firmli
 nge\, das er um den großen Tisch versammelt hat\, greift willig seine Wort
 e auf\, die in den Ohren der Gegenwart fremd\, ja bizarr klingen. Im einsc
 hmeichelnden Stakkato skizziert der Pater seine „Christenlehre“\, in der G
 ott und der Satan permanent um die Seelen der Kinder streiten. Alles und j
 eder wird darin zum endzeitlichen Kampfplatz\, auf dem sich Sieg und Niede
 rlage des Guten entscheiden. Der rechte Glaube verlangt deshalb nicht nur 
 eine Grundentscheidung\, wie sie die Heranwachsenden in der Firmung treffe
 n\, sondern permanente Wachsamkeit: Das Böse lauert schließlich überall. A
 uch die 14-jährige Maria soll eine „Soldatin Gottes“ werden\, die den Vers
 uchungen des Teufels in ihrem Herzen\, aber auch in der „modernen“ Welt wi
 dersteht. Die schmale Gymnasiastin\, mitten in der Pubertät\, ist hin- und
  hergerissen. So vieles weckt ihre Aufmerksamkeit\; ein Junge aus der Para
 llelklasse sucht ihre Freundschaft\, er will sie für den Kirchenchor gewin
 nen. Dort erklingen aber nicht nur Bach-Choräle\, sondern auch Gospels und
  Spirituals\, die in den Augen des Pfarrers Einflugschneisen des Dämonisch
 en sind. Wie soll Maria das ihrer herrschsüchtigen Mutter vermitteln\, für
  die jenseits des von ihr kontrollierten Sprengels das Reich der Sünde beg
 innt? Überdies ist die blasse Teenagerin ihrem kleinen Bruder eng verbunde
 n\, der an einer seltsamen Störung leidet: Der Junge spricht nicht. Was an
 gesichts der frömmelnden Kälte\, die innerhalb der Familie herrscht\, auch
  nicht weiter verwundert. Emotional ist Maria schon länger in die Rolle de
 r Mutter gerutscht\, die ihrem Bruder liebend-unterstützend beisteht. In d
 iesem Umfeld ist es dann vielleicht auch nicht mehr weit bis zu dem Gedank
 en\, Gott das eigene Leben im Tausch gegen die Gesundheit des Bruders anzu
 bieten. Der Vergleich mit „Requiem“ von Hans-Christian Schmid drängt sich 
 auf\, wenn man das Martyrium der jungen Maria miterleidet\, das in 14 ersc
 hlagenden Kapiteln analog zur katholischen Kreuzweg-Tradition entfaltet wi
 rd. Doch im Unterschied zu „Requiem“\, der um ein individuelles Schicksal 
 kreist\, handelt Dietrich Brüggemanns „Kreuzweg“ nur an der Oberfläche von
  der Leidensgeschichte eines pubertierenden Mädchens\; im Kern geht es um 
 eine Auseinandersetzung mit einem System\, das im Namen Gottes gegen alles
  Lustvoll-Lebendige agiert. Der Film ist eine Vivisektion. Minutiös und de
 tailgenau skizziert er die Denk- und Glaubenswelt christlicher Ultras\, wo
 bei die jeweils in einer einzigen Einstellung durchgedrehten Szenen eine e
 norme Unmittelbarkeit gewinnen. In der kühl reflektierten Ästhetik des Fil
 ms spiegelt sich der wie in Stein gemeißelte Anspruch einer absolutistisch
 en Befehlsreligion\, die nur Unterordnung und Gehorsam kennt – und über ei
 n ganzes Arsenal diabolischer Strategien verfügt\, diesen Anspruch in den 
 Seelen der Gläubigen zu verankern. Die implizite Gleichsetzung von Marias 
 Martyrium mit der Passion Christi\, im Plakatmotiv der dornengekrönten „Ju
 ngfrau“ prägnant visualisiert\, ist dabei der „blasphemische“ Fluchtpunkt 
 des Films: ein Mensch an der Stelle Jesu\, die 14-jährige Maria als geschu
 ndener Gottesknecht mit Dornenkrone. Das kehrt die Grundbewegung christlic
 hen Glaubens um: der Betende öffnet sich hier nicht mehr vertrauensvoll de
 r Gnade Gottes\, sondern bietet Gott einen Tauschhandel an. Wen wundert es
 \, dass der Himmel\, in den die Kamera in der letzten Einstellung schwenkt
 \, grau verhangen und leer scheint? „Kreuzweg“ ist ein kalter\, „intellekt
 ueller“ Film\, der eine gerade wieder erstarkende Spielart des christliche
 n Fundamentalismus seziert: den Dualismus von Gott und Teufel\, die militä
 rische Logik und Rhetorik\, eine strenge Hierarchie plus ein hermetisch si
 ch abschottendes Umfeld der Reinen und Auserwählten. Für Ambivalenzen\, wi
 e sie für die Sphäre des Religiösen eigentlich konstitutiv sind\, oder für
  wirkliches Mitleid mit den Figuren bleibt da nicht viel übrig. Dennoch\, 
 oder vielleicht gerade deshalb\, nötigt der Film über seine ästhetischen E
 igenheiten hinaus zu grundsätzlichen Fragen: Etwa danach\, wie sich eine R
 eligion\, deren Gründer mit den Worten „Fürchtet Euch nicht“ angekündigt w
 ird\, in ein Werkzeug der Angst und Furcht verkehren kann? Oder: Welche Kr
 äfte sind in einer Familie am Werk\, in der kein Handgriff ohne religiöse 
 Aufladung erfolgt\, untereinander aber der kalte Geist eines Kasernenhofs 
 herrscht? Und: Warum lugt bald hinter jeder Warnung des Priester vor den E
 inflüsterungen des Satans die Angst vor weiblicher Verführungsmacht hervor
 ?\n \n\n\n\nEine Filmkritik von\nJosef Lederle\n\n\n\n\n https://www.kino-
 achteinhalb.de/home/archiv/event/188-kreuzweg.html
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LOCATION:Kino achteinhalb (Hannoversche Straße 30E\, 29221 Celle\, Deutschl
 and (nicht Postanschrift!))
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