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DESCRIPTION:Eintritt: 5\,00 €\nLA VÉNUS À LA FOURRUREFrankreich/Polen 2013K
 inostart: 31. November 201396 MinutenFSK: ab 16\; fFBW: besonders wertvoll
   Regie: Roman Polanski    Buch: Roman Polanski\, David Ives    Vorlage: D
 avid Ives (Bühnenstück 'Venus In Fur')\, Leopold von Sacher-Masoch (Novell
 e 'Venus im Pelz')    Kamera: Pawel Edelman    Musik: Alexandre Desplat   
  Schnitt: Hervé de Luze\, Margot Meynier    Darsteller: Emmanuelle Seigner
  (Vanda)\, Mathieu Amalric (Thomas)\nPROKINO über Fox\, Scope CS\nFILMHOME
 PAGE\, WIKIPEDIA\,  Programmkino.de  Pressespiegel   \nCésar für die Beste
  Regie \nKurzkritik Filmdienst\nEine Schauspielerin spricht in einem Theat
 er bei einem Autor für die weibliche Hauptrolle in seiner Bühnenadaption d
 es Romans „Venus im Pelz“ vor. Die rätselhafte Frau verwickelt den Mann in
  ein intellektuelles und erotisches Spiel. Die Verfilmung eines Zwei-Perso
 nen-Stücks erscheint auf den ersten Blick wie eine leichte Komödie\, verdi
 chtet sich aber unter Roman Polanskis eleganter Regie zu einem facettenrei
 chen\, vorzüglich gespielten Mikrodrama um Dominanz und (männliche) Obsess
 ionen. Besetzung und Inszenierung lassen den Film dabei als ausgesprochen 
 persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und Werk des Regisseu
 rs erscheinen. - Sehenswert ab 16.\nTrailer:{youtube}Fuf5l0CcUiU{/youtube}
 \nFAZ-Filmkritik:{youtube}rlJL_3W7Jxs{/youtube}\nausführliche Kritik Filmd
 ienst\n\nIm deutschen Stummfilm hat man den Kammerspielfilm mit drei bis v
 ier Protagonisten erfunden. Wenn es noch weniger werden. landet man schnel
 l bei Robinson Crusoe oder dem alten Mann mit Meer. Dazwischen gibt es noc
 h eine sehr anspruchsvolle Kategorie\, die man Mikrodrama nennen könnte. E
 twa Louis Malles „Mein Essen mit André“\, zwei Freunde und ein Abendessen.
  Roberto Rossellinis „La voce umana“\, eine Frau und ein Telefon. Manoel d
 e Oliveiras „Belle toujours“\, eine Frau\, ihr ehemaliger Geliebter und ei
 n Abendessen. Marguerite Durasʼ „Der Lastwagen“ (1977)\, ein falscher Last
 wagenfahrer und eine richtige Schriftstellerin. Oder manche Filme von Jean
 -Marie Straub mit zwei Sprechern und einem Text. Polanskis „Venus im Pelz“
  gehört hierher: ein Autor (Mathieu Amalric)\, eine Schauspielerin (Emmanu
 elle Seigner) und ein leeres Theater. Der Autor\, er nennt sich bescheiden
  Adapteur\, hat den gleichnamigen Roman von Sacher-Masoch für die Bühne be
 arbeitet. Für die Rolle der Wanda sucht er eine Schauspielerin. Das Vorspr
 echen ist vorbei\, und er ist sichtlich frustriert über das Ergebnis. Kein
 e Domina im Pelz\, sondern lauter Zicken und Schnepfen\, klagt er übers Ha
 ndy. „Eine hatte sogar eine Zahnspange!“ Man merkt der Vorlage von David I
 ves den Broadway an. Auftritt Emmanuelle Seigner. Sie kommt zu spät\, aber
  will vorsprechen. Sie ist bewusst als schillernde Figur angelegt\, nicht 
 fassbar. Beständig trumpft sie mit neuen Überraschungen auf. Erst erschein
 t sie als alternde Prostituierte\, die Schauspielerin werden will. Dann en
 tpuppt sie sich immer mehr als profunde Kennerin des Stücks und des Autors
 \, zeigt sich als brillante Schauspielerin und Meisterin der Beleuchtungst
 echnik. Mitunter gibt sie die Krypto-Feministin. Den Satz aus dem Buch Jud
 ith\, „Aber der Herr\, der allmächtige Gott\, hat ihn gestraft und hat ihn
  in eines Weibes Hände gegeben“\, kommentiert sie mit: „Ist das nicht frau
 enfeindlich?“ Zum Schluss wird sie eine veritable Göttin: Aphrodite im Pel
 z. Der Autor gibt sich intellektuell überlegen\, kann ihr aber verbal nich
 t Paroli geben. Zweifellos dominiert sie ihn\, ignoriert seine Einwände ge
 gen ein Vorsprechen\, becirct ihn\, fordert ihn intellektuell und erotisch
  heraus\, und fesselt ihn schließlich an einen Bühnenkaktus. Man darf scho
 n ahnen\, dass das nur mit erstklassigen Schauspielern gutgeht\, sonst stü
 rzt es zur Klamotte ab. Amalric hat den schwierigeren Part\, auch wenn Emm
 anuelle Seigner Siegerin nach Punkten ist. Sie hat einfach die besseren Po
 inten und „ihr Spiel hat etwas sehr Technisches“ (Amalric). Eine Diderot-S
 chauspielerin\, die auch das Paradox meistert\, mitten im großen Monolog n
 och ein leises Beiseite an ihren Partner zu schicken: „Das war schlecht.“E
 inmal sagt Emmanuelle Seigner: „Nackt auf der Bühne? Kein Problem. Das kri
 egen Sie von mir gratis. Mit Sado-Masochismus kenne ich mich aus\, ich arb
 eite schließlich am Theater.“ Und Polanski bekennt: „Sado-Masochismus hat 
 etwas\, das dem Theater nicht unähnlich ist: Man wird in seinen eigenen Fa
 ntasien zum Regisseur.“ Mit dieser Ambivalenz arbeitet der Film\, aber läs
 st es kippen. Die Schauspielerin dominiert den Regisseur. Erst nur im Stüc
 k\, als Rolle\, dann tatsächlich. Diese vielfältigen Nuancen und Facetten 
 sind eine Herausforderung für die Regie\, die Polanski elegant meistert. D
 ie Wahl von Mathieu Amalric als Autor ist nicht nur die Wahl eines ausgeze
 ichneten Schauspielers\, sondern auch die Wahl eines Doppelgängers. Amalri
 c ist Polanski nicht nur ähnlich\, er ist sogar wie Polanski gestylt. Wer 
 auch nur ein paar Sachen von Polanski kennt\, wird mühelos über Motive aus
  seinem Werk stolpern. Die Travestie in „Der Mieter“ (fd 19 973)\, das Kle
 id aus „Tess“ (fd 22 218)\, das Messer aus „Das Messer im Wasser“ (fd 12 3
 79)\, Klaustrophobie und erotische Obsession\, Manipulationen und Maskerad
 en. Die ganze Mise-en-scène war eine sehr intime Sache. Über Weihnachten i
 n Zwölf-Stunden-Tagen im leeren Theater abgearbeitet. Pawel Edelman\, der 
 Kameramann\, gestaltet ganz unauffällig mit nur einer Kamera. Was wir sehe
 n\, ist also auch ein Meisterwerk des Schnitts. Es ist ein sehr persönlich
 er Film\, wenn Polanski seine Ehefrau Emmanuelle Seigner und seinen Doppel
 gänger Amalric dieses Spiel im Spiel spielen lässt. Ein bisschen pervers k
 önnte man sagen\, wie ein Zuhälter\, der seiner Hure nachspioniert. Auch w
 enn der Film sich als seichte Komödie lesen lässt\, gibt es doch Indizien 
 genug\, ihn seriöser zu sehen. Die dramatische Kamerafahrt mit Ouvertüre d
 urch einen Boulevard mit nächtlichem Gewitter. Die Verwandlung\, ja Entpup
 pung des vermeintlichen Flittchens als Aphrodite\, die aus dem Bubble-Gum 
 Geborene\, möchte man sagen. Das mysteriöse Verschwinden der Göttin zum Sc
 hluss. Das Spiel\, das immer wieder Ernst wird. Die Dekors und Lichtarrang
 ements\, die Wanda-Aphrodite-Seigner entwirft. Die in wenigen Handytelefon
 aten herbeigeführte Zerstörung des gutbürgerlichen Liebeslebens des Autors
 . Der ganze lockere und pseudoaufgeklärte Umgang mit Sex und Erotik wird h
 ier vorgeführt und zum Verpuffen gebracht. Die Liebe ist eine Gottheit\, m
 it der man nicht ungestraft scherzt.  Thomas Brandlmeier\, FILMDIENST 2013
 /24 \n https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/159-venus-im-pelz
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