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DESCRIPTION:Eintritt: 5\,00 €\nDeutschland 2013Kinostart: 5. Dezember 2013 
 107 MinutenFSK: ab 16\; fProduktion: Martin Heisler\, Joachim Ortmanns    
 Regie/Drehbuch: Bastian Günther     Kamera: Michael Kotschi    Musik: Mich
 ael Rother   Schnitt: Anne Fabini    Farbfilm über 24 Bilder\, Scope\nDars
 teller: Ulrich Tukur (Clemens Trunschka)\, Garret Dillahunt (Wagner)\, Wol
 fram Koch (Borgmann)\, Jenny Schily (Christine)\, Jens Münchow (Hannes)\nF
 ilmhomepage\, Filminfo des Verleihs\, alle Daten zum auf Filmportal Presse
 spiegel Homepage von Ulrich Tukur\nKurzkritik Filmdienst\nEin deutscher He
 adhunter (Ulrich Tukur) will sich mit einem Geschäftsabschluss in den USA 
 aus einer existenziellen Sackgasse befreien. Angst vor dem Versagen und se
 ine Alkoholsucht machen ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Ein ge
 sellschaftskritischer Film um eine grandios gespielte\, kafkaeske Hauptfig
 ur\, die sich vergeblich abmüht\, sich in den Strukturen eines undurchdrin
 glichen Systems zurechtzufinden. Die kluge Inszenierung durchbricht den gr
 undlegenden Realismus dabei immer wieder wohltuend mit surrealen Szenen. U
 lrich Tukur überzeugt als im Nirwana der steril glänzenden Hochhausfassade
 ngefangener\, tragisch ambivalenter Anti-Held\, dem der Kapitalismus gründ
 lich das Lachen ausgetrieben hat. - Sehenswert ab 16.\n{youtube}F2-Rkazm4L
 w{/youtube}\nausführliche Kritik Filmdienst\n\n\n\nEin weißes Hemd fällt v
 on einer der oberen Etagen eines Hochhauses herunter. Ein schlechtes Omen.
  Man denkt an die Twin Towers und die vielen Berufstätigen\, die auf der F
 lucht vor den Flammen des 11. September in die Tiefe sprangen. Ein Mann sc
 haut dem Absturz des Stofffetzens zu\, seinen eigenen vor Augen\, Schweißp
 erlen bilden sich auf seiner Stirn: Clemens Trunschka\, der wenn er nicht 
 gerade bei Verhandlungen die Codes des allwissenden Geschäftsmanns simulie
 rt\, wie eine Figur aus einem Kafka-Roman wirkt. Verzweifelt versucht er d
 ie Strukturen hinter dem undurchdringlichen System zu erfassen\, er will m
 ithalten und wird doch immer weiter aus der Umlaufbahn der Dazugehörenden 
 hinausgeschossen. In Bastian Günthers so nüchternem wie hypnotischem Proto
 koll des Scheiterns übernimmt Ulrich Tukur den Part des Landvermessers K.\
 , der vergeblich alle Tricks anwendet\, um in „Das Schloss“ hineinzukommen
 . Der anonyme Machtapparat verweigert ihm jedoch den Zugang\, ohne den sei
 ne Existenz jeglichen Wert verliert. Am Anfang scheint es noch\, als bekäm
 e Trunschka die Chance seines Lebens\, dem ungeliebten Hamsterrad zu entko
 mmen. Der Headhunter\, dem selbst seine frustrierte\, aber die Fassade wah
 rende Frau nichts mehr zutraut\, nimmt einen lukrativen Auftrag an\, der i
 hm den Ausstieg in die Frührente ermöglichen könnte. Nachdem der erste Anw
 erbeversuch in Deutschland gescheitert ist\, soll er nach Texas fliegen\, 
 um vor Ort im Namen eines Autokonzerns den Geschäftsführer eines großen Öl
 konzerns zum Jobwechsel zu bewegen. Doch statt Routine und Selbstvertrauen
  durchkreuzt Versagensangst seine Handlungen. Den Killerinstinkt hat der M
 ittfünfziger längst mit der Flasche getauscht\, die auch in der glühenden 
 Hitze von Houston nicht von seiner Seite weicht. Als die ersten Kontaktman
 över ins Leere laufen\, fällt dem Alkoholiker nichts anderes ein\, als sic
 h an der Hotelbar festzuhalten. Ein redseliger Amerikaner\, der inkognito 
 den Service von Hotelketten testet\, bringt ihn mit seiner entwaffnenden V
 italität und der Kenntnis des lokalen Netzwerks wieder ins Spiel. Er fungi
 ert als sein komödiantisches Spiegelbild\, spricht im heiter-melancholisch
 en Duktus all die privaten Desaster und Sorgen aus\, die der chronisch ber
 auschte Deutsche längst nicht mehr zu beherrschen weiß\, und bietet sich a
 ls seelenverwandter Freund an\, den Trunschka bei jedem Anflug eines Durch
 bruchs undankbar wieder auf Distanz hält. Gemeinsam kommen sie dem in Gate
 d Communities und exklusiven Golfplätzen abgeschirmten Top-Manager näher\,
  vermasseln aber kurz vor dem Ziel das Tête-à-Tête\, indem sie den Mann mi
 t Fotos von einem Treffen mit seiner Geliebten erpressen. Das Imperium sch
 lägt mit der Wucht von Baseballschlägern zurück\, und auch auf der anderen
  Seite des großen Teichs ist man nicht mehr gewillt\, das unprofessionelle
  Treiben zu tolerieren. Ein jüngerer Konkurrent soll es richten\, Trunschk
 a steht endgültig auf dem Abstellgleis. Bastian Günther (Jahrgang 1974) ha
 t wohl auch aus Gründen des kleinen Budgets eine klug ökonomische Erzählst
 rategie gewählt. Selten verbringt man so viel Zeit in Hotelzimmern\, Fitne
 ssräumen und Leihwagen einer allmählich die Bodenhaftung verlierenden Figu
 r\, die vor lauter Zögern und instinktivem Widerstand gegen das alle Leben
 sbereiche überstrahlende neoliberale Erfolgsmantra in die Sinnkrise abglei
 tet. Damit das Psychogramm nicht zu bleiern realistisch geriet\, hat Günth
 er einige latent surreale Szenen ins Drehbuch geschleust\, die von der spo
 radisch entfesselten Kamera und der meditativen Musik der Krautrock-Kultgr
 uppe „Neu!“ stimmungsvoll unterstützt werden. Mal schmiegt sich der Famili
 enhund über den Atlantik hinweg an Trunschkas Hotelbett\, um ihn zu tröste
 n\, mal gibt sich der gejagte CEO auf dem Parkplatz eines Motels gesprächs
 bereit\, nur um sich als nächtliche Erscheinung aus dem bedrohlichen Unive
 rsum von David Lynch zu entpuppen. Den größten Kontrapunkt schafft allerdi
 ngs Garret Dillahunt als aufdringlich-überdrehte Amerikaner-Karikatur. In 
 seiner Gegenwart fährt der aufs Mutigste erschöpfte Ulrich Tukur zur Hochf
 orm auf\, ein im Nirwana der steril glänzenden Hochhausfassaden gefangener
 \, tragisch ambivalenter Anti-Held\, dem der Kapitalismus gründlich das La
 chen ausgetrieben hat. Neue deutsche Gesellschaftskritik vom Feinsten\, au
 f den Spuren der glorreichen 1970er-Ära des New Hollywood\, die weiterhin 
 so wüstenstaubschmutzige Blüten tragen möge.\nAlexandra Wach\n\n https://w
 ww.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/152-houston.html
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