BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//https://www.kino-achteinhalb.de///NONSGML kigkonsult.se iCalcreator 2.10.15//
METHOD:PUBLISH
BEGIN:VEVENT
UID:20260425T105331CEST-8319vAxOmu@https://www.kino-achteinhalb.de/
DTSTAMP:20260425T085331Z
DESCRIPTION:Eintritt: 5\,00 €Ungarn / Deutschland 2013Kinostart: 7. Novembe
 r 2013112 MinutenFSK: ab 12\; f\nRegie: János Szász     Drehbuch: András S
 zekér\, János Szász    Romanvorlage: Das große Heft von Ágota Kristóf  Kam
 era: Christian Berger    (u. a. der Kameramann von 'Das weiße Band')Darste
 ller: András Gyémánt (Ein Bruder)\, László Gyémánt (Anderer Bruder)\, Piro
 ska Molnár (Großmutter)\, Ulrich Thomsen (Offizier)\, Ulrich Matthes (Vate
 r)\, Gyöngyver Bognar (Mutter)\, Orsolya Tóth (Hasenscharte)\, Sabin Tambr
 ea (Freund des Offiziers)\, Péter Andorai (Pfarrer)\, Diána Kiss (Magd)Fil
 mverleih: Piffl Medien\, SCOPEFilmwebseite\, Programmkino.de\,  Filmgazett
 e\, alle Daten zum Film auf Filmportal.de  Pressespiegel \nKurzkritik Film
 dienst\nJugendliche Zwillingsbrüder werden Ende des Zweiten Weltkriegs zu 
 ihrer Großmutter aufs Land gebracht\, wo man sie brutal misshandelt und au
 snutzt. Die beiden Jungs beschließen\, sich ihrer Haut zu erwehren\, indem
  sie sich durch rigorose Erziehungsmaßnahmen ertüchtigen und alsbald selbs
 t zu kleinen Übeltätern werden\, die die perversen Strukturen eines mörder
 ischen Systems wiedergeben. Eine kongeniale Verfilmung des Romans von Ágot
 a Kristóf\, die mit ausdrucksvollen Bildkompositionen und einer meisterlic
 hen Lichtführung besticht. - Sehenswert ab 14.\n{youtube}FlGiR0qcGns{/yout
 ube}\n \nausführliche Kritik Filmdienst\n\n\nIn die Vorstellung vom bösen 
 Kind hat man über die Jahrhunderte all die hässlichen Missetaten gepackt\,
  welche das Zusammenleben in einer Gesellschaft so beschwerlich machen. Ei
 n böses Kind lügt\, ist hochmütig und stolz\, es rächt sich\, stiehlt\, qu
 ält Tiere und dergleichen Boshaftigkeiten mehr. Aktuell demaskiert der rum
 änische Film „Jenseits der Hügel“ (Kritik in dieser Ausgabe) solche Ideen 
 nachdrücklich am Beispiel der orthodoxen Kirche. Günter Grass wiederum nut
 zte das Motiv in seinem Roman „Die Blechtrommel“ dazu\, in der Gestalt sei
 nes beeindruckend gemeinen Helden Oskar\, der mit drei Jahren beschließt\,
  nicht weiter zu wachsen\, die kleinbürgerliche Verstrickung mit dem Natio
 nalsozialismus ohne jedes Mitleid anzuprangern. „Das große Heft“ führt jet
 zt die Grass’sche Tradition weiter. Wo Grass den Alltag im Nationalsoziali
 smus mit einem panoramenhaft üppigen Strich malt\, beobachtet der dem Film
  zugrunde liegende Roman von Ágota Kristóf aus dem Jahr 1986 die totalitär
 e Mentalität nüchtern und kühl\, in einfachsten Sätzen. Ein Zwillingspaar 
 aus gutem Hause wird während des Zweiten Weltkrieges zur Großmutter aufs L
 and geschickt\, weil die Eltern glauben\, dass ihre Kinder dort gut aufgeh
 oben seien. Zum Abschied schenkt ihnen ihr Vater das titelgebende Heft\, i
 n dem die beiden ihre Erlebnisse dokumentieren sollen. Doch die Provinz en
 tpuppt sich als ein Ort\, wo man erst einmal lernen muss\, zu überleben. D
 ie bezopfte\, wohlgenährte Großmutter – eine Hexe\, die ihren Ehemann verg
 iftet haben soll – fasst ihre Enkel\, die „Hurensöhne“\, äußerst grob an. 
 Sie beschimpft sie\, schlägt sie und lässt sie auf dem abgelegenen Bauernh
 of für ihr Essen schuften. Saßen die Kinder bisher an einer schön gedeckte
 n Tafel mit appetitlich angerichteten Speisen\, wird ihnen von der Großmut
 ter in ihrer ärmlich-dreckigen Küche nur eine Kartoffelsuppe vorgesetzt. W
 as die Jungen mit ihrer Ankunft in dem kleinen Nest alles erdulden und mit
  ansehen müssen\, lässt sie aus Selbstschutz schon bald zu einer rigorosen
  Selbsterziehung greifen. Sie härten sich körperlich ab\, üben sich währen
 d eines Bombenangriffs in Blindheit und Taubheit\, fasten und lernen\, gra
 usam zu sein. Dass es den beiden gelingt\, sich schmerzunempfindlich zu ma
 chen und ungerührt zurückzuschlagen\, unterstreicht die kommentierende Erz
 ählerstimme der Zwillinge\, die ohne jede innere Beteiligung von den Gesch
 ehnissen berichtet. Dabei bilden sie eine Moral aus\, die sich einen vernü
 nftigen Anschein gibt\, aber um Pflichten gegen andere oder allgemeine Pri
 nzipien nicht schert\, sondern selbstherrlich mit gleicher Münze heimzahlt
  und schließlich nicht einmal vor dem eigenen Vater haltmacht. So jagen di
 e zwei auch die Magd des Pfarrers in die Luft\, da sie bei der Räumung des
  Ghettos den Freund der Jungen\, einen Schuhmacher\, sadistisch behandelt 
 hat\, weil sie Juden für Tiere hält. Doch das Zwillingspaar spiegelt nur\,
  was ihnen von den Erwachsenen vorgelebt wird. Schlaglichtartig werden an 
 ihrem Verhalten Merkmale des totalitären Systems deutlich\, die vor allem 
 auf sadomasochistische Charakterstrukturen zurückgeführt werden. Von den z
 eitgeschichtlichen Ereignissen erfährt man wie nebenbei. Der Kameramann Ch
 ristian Berger hat die ausdrucksstarken Bilder für die kunstvoll verdichte
 ten Szenen präzise\, mit klaren Formen komponiert und durch die Farbgebung
  subtil akzentuiert. Sie lassen an holländische Genrebilder denken. Wenn z
 um Beispiel in den Innenräumen im Haus der Großmutter braune Töne vorherrs
 chen und die atmosphärische Lichtführung helle und dunkle Flächen in drama
 tische Spannung versetzt wie auf einem Caravaggio-Gemälde\, werden die bös
 en Buben\, die eigentlich nach Wärme und Halt suchen\, für den Zuschauer g
 anz plastisch und greifbar. Die Romanhandlung wurde für die vorzügliche Ve
 rfilmung sinnvoll gestrafft. Dadurch bleibt einem manche Perversion und Gr
 ausamkeit erspart\, was der Inszenierung hoch anzurechnen ist. Gleichwohl 
 stockt einem angesichts der gezeigten Gefühlskälte und Brutalität oft genu
 g der Atem.\nHeidi Strobel\n\n  https://www.kino-achteinhalb.de/home/archi
 v/event/128-das-große-heft.html
DTSTART:20140117T193000Z
DTEND:20140117T213000Z
LOCATION:Kino achteinhalb (Hannoversche Straße 30E\, 29221 Celle\, Deutschl
 and (nicht Postanschrift!))
SUMMARY:Das große Heft
URL:https://www.kino-achteinhalb.de/home/archiv/event/128-das-große-heft.ht
 ml
END:VEVENT
END:VCALENDAR
