Roma – "Die große Sause"

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Liebes Publikum,
gerade "Roma" gesichtet. Ganz großes Kino – meisterhaft verfilmte Kindheitserinnerungen in der Größenordnung der Gesellschaftsromane
von Thomas Mann, Isabel Allende, Charles Dickens, Gustav Flaubert oder Gabriel García Márquez, die auf Kindheitserinnerungen basieren und anhand der Familie zugleich auch von den sozialen und politischen Umwälzungen ihrer Zeit erzählen.
Aber wer Filme anschauen, nur von TV-Dramaturgien her vermittelt bekommen hat, läuft evtl. in Gefahr, nicht mitzubekommen, um was es in diesem Film geht.
Es gibt nicht mal Filmmusik (übrigens wie bei Toni Erdmann, was kaum jemanden auffiel), die einem sagt, was man zu empfinden hat. Dafür gibt es einen umwerfenden Sound. Ganz großartige Kamera, wunderschöne Schwarz-Weiß-Bilder – das klarste, das schärfste, das nuancenreichste Schwarz-Weiß seit langem und eine super Regie. Cuarón gehört nicht erst seit Roma zu den ganz großen Autorenfilmern – in einer Reihe mit den ganz Großen wie Federico Fellini und Ingmar Bergman. Cuarón schaut in Roma in denen er sich als Bub für die Welt und das Kino geöffnet hat - derstandard.at/2000093233099/Alfonso-Cuarons-Roma-Verschollen-im-Weltraum-einer-Kindheitin denen er sich als Bub für die Welt und das Kino geöffnet hat - derstandard.at/2000093233099/Alfonso-Cuarons-Roma-Verschollen-im-Weltraum-einer-Kindheit auf die Momente zurück, in denen er sich als Bub für die Welt und das Kino geöffnet hat. - derstandard.at/2000093233099/Alfonso-Cuarons-Roma-Verschollen-im-Weltraum-einer-Kindheitauf die Momente zurück, in denen er als Bub für sich die Welt und das Kino geöffnet hat – z. B. als er "Verschollen im Weltraum" im Kino sah und sich erlaubt, dort direkt auf seinen Film "Gravity" zu verweisen. Alfonso Cuarón macht in Roma übrigens alles: Regie, Drehbuch, Kamera, Produktion und Schnitt. Das habe ich noch nie gehört. Vorstellbar, dass das vielleicht mal der Gigant Chaplin gebracht hat.

Alle 178 Filmpreise, Oscars und Goldene Löwen sind mehr als verdient. Der Film ist ein Politikum, weil er eine Netflix-Produktion ist und wegen all dem, was damit zusammenhängt, von vielen Kinos boyottiert wird. M. E. lief er daher weder in Hannover noch in Braunschweig. Das Absurde dabei ist, dass es ein Kinofilm reinsten Wassers ist und nur auf großer Leinwand wirkt und beim Streamen sicherlich einiges von seiner Ausstrahlung verliert.

Roma ist in Spanisch. Die Untertitel sind sehr hoch im Bild und gut lesbar.
Ehrlich gesagt ist es zudem oft auch nicht so entscheidend, was gesagt wird – da es sich oft "nur" um banale Alltagsdialoge handelt. Manchmal ist die Sprache – an Tati erinnernd – eher ein Hintergrundgemurmel. Natürlich gibt es (wenige) einzelne Sätze von zentraler Bedeutung. Wie auch immer, wir bieten daher bei Roma weniger Plätze aber dafür mehr Aufführungen an als sonst, so dass jede/jeder Interessierte die Möglichkeit hat, diesen Film zu sehen. Am besten wäre es daher, Sie würden bitte vorher reservieren, damit wir niemanden abends wegschicken müssen. Gucken Sie bitte kurz vorher auf unsere Webseite – wir informieren auf dieser, ob eine Vorstellung bereits ausverkauft ist. "Notfalls" bieten wir noch kurzfristig den Montag an.

Wie es bei Erinnerungen ist, ranken sich diese um Ereignisse, Vertrautheiten, Stimmungen, um alles Mögliche, was sich eingebrannt hat, aber nicht um ein Narrativ, einen Plot wie das jemand von A nach B will, ein Ziel verfolgt oder Menschen einander finden. Also all das, was viele erwarten, um etwas nicht als langweilig zu empfinden. Wer das einfordert, für den ist Roma, ehrlich gesagt, nicht empfehlenswert.

Wenn man eine Liste der aktuellen Top Ten Regisseure erstellen würde, wäre
überraschenderweise kein Land so zahlreich vertreten wie Mexiko – Guillermo del Toro, Alejandro González Iñárritu und Alfonso Cuarón. Da sich das internationale Kinopublikum aber nicht für Mexiko interessiert, spielte keiner der Filme dieser drei bisher in Mexiko. Cuaróns Film spielt in Roma, einem Mittelschichtsviertel in Mexiko-City – zumindest war es das zu der Zeit, in der der Film spielt.

Der Film ist eine Erinnerung Cuaróns an seine Kindheit: diese wurde geprägt durch das Haus, das Stadtviertel, den Zeiten des Umbruchs, den abwesenden Vater, die Mutter und von Cleo. Wobei die Liebe und Fürsorge dieser beiden Frauen, die ihr eigenes Glück hintenangestellt haben, diese Kindheit im Wesentlichen gesichert haben. Dominierend ist die Erinnerungsstruktur, daher auch kein Plot, sondern mehr ein Erinnern von Ereignissen, die sich eingeprägt haben, wie die Hundescheiße in der symbolisch aufgeladenen Auffahrt. Alleine diese Auffahrt, wo der Film auf schönste Art beginnt, hat es in sich: Sie ist eine separate Bühne für sich, in der vieles visualisiert wird, was sich auf anderen Ebenen des Films abspielt und sei es nur, dass sie für das Auto, das die Familie meint, sich leisten zu müssen, zu klein ist.

Der Film im Film, der minutenlang gezeigt wird, ist übrigens "Drei Bruchpiloten in Paris" mit Louis de Funès und Sieghardt Rupp, der im Abspann aufgeführt wird. Bekannter unter dem Verweistitel: "Die große Sause" war seinerzeit ein wahrer Kassenschlager.

Eine Szene aber wusste mir gar nicht zu gefallen: Als Cleo mit Fermin vorm Kino steht und Fermin sie überredet, nicht ins Kino zu gehen, weil das Wetter für Kino viel zu schön sei so was geht m. E. überhaupt nicht!

Unser weiteres Programm:
Bitte achten Sie auf die unterschiedlichen Anfangszeiten.
Freitag/Samstag immer 20.30 Uhr – wochentags variierend und in der
Regel ohne Pause. Das achteinhalb öffnet spätestens eine halbe Stunde
vor Filmbeginn. Reservierungen bitte über die Webseite, bitte möglichst
nicht mit 50-Euro-Scheinen bezahlen. Reservierungen verfallen 15 Minuten
vor Filmbeginn. Verbindlich sind immer die Angaben auf unserer Webseite.
Zusatztermine (auch kurzfristig) sind jederzeit möglich und können unserer aktuellen Webseite entnommen werden.

Freitag/Samstag, 29./30. März, um 20:30 Uhr
Roma (Kinostart: 5. Dezember 2018)

Sonntag, 31. März, um 17 Uhr
Roma

Dienstag, 2. April, um 19.30 Uhr:
Roma

Mittwoch, 3. April, um 19.30 Uhr:
Roma

Freitag/Samstag, 5./6. April, um 20:30 Uhr
Der Junge muss an die frische Luft (Kinostart: 25.12.18)

Mittwoch, 10. .April, um 19.30 Uhr:
Der Junge muss an die frische Luft

Freitag/Samstag, 12./13. April, um 20:30 Uhr
Can you ever forgive me? (Kinostart: 21.2.19)

Mittwoch, 17. April, um 19.30 Uhr:
Can you ever forgive me?

Freitag/Samstag, 19./20. April, um 20:30 Uhr
Unser Film des Monats April:
Vice – Der zweite Mann (Kinostart: 21.2.19)

Mittwoch, 24. April, um 19.30 Uhr:
Vice – Der zweite Mann

Freitag/Samstag, 19./20. April, um 20:30 Uhr
Beale Street (Kinostart: 7.3.19)

Donnerstag, 2. Mai, um 19.30 Uhr:
ORPHEUS RHAPSODIE
in Kooperation mit der RWLE Möller Stiftung
anschließend Filmgespräch mit Regisseurin Katharina Mihm
Eintritt frei

Donnerstag, 16. Mai, um 19 Uhr:
Die sichere Geburt – Wozu Hebammen?
in Kooperation mit GreenBirth

Samstag, 23. November, um 20 Uhr in KUNST & BÜHNE
DIE SUPER 8 SHOW – Retropuschenkino
mit Thommi Baake – in Kooperation mit KUNST & BÜHNE


Viele Grüße
Stefan Eichardt
www.kino-achteinhalb.de

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