achteinhalb

Kino & Kultur e.V.

Elegy oder die Kunst zu lieben

FREITAG     21. November um 20.30 Uhr
SAMSTAG  22. November um 20.30 Uhr
MONTAG    24. November um 20.00 Uhr

Eintritt: 5,00 Euro

50% der Karten sind reservierbar, mindestens 50% gehen auf jeden Fall über die Abendkasse in den freien Verkauf. Reservierungen sind möglich per Mail an achteinhalb@web.de bis 15 Uhr am Tag der Vorstellung. Sie erhalten auf jeden Fall eine Rückmail entweder mit einer Reservierungsbestätigung oder einer Info, dass Ihre Reservierung nicht mehr möglich war. Das achteinhalb öffnet spätestens 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Die Karten bitte bis 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn abholen, da diese ansonsten - sorry - in den freien Verkauf gehen. Bitte sprengen Sie nicht unsere Kasse, bezahlen Sie möglichst nicht mit 50 Euro Scheinen.

Kurzbeschreibung

Ein gealterter Literaturprofessor, der feste Bindungen bisher immer vermied, verliebt sich in eine seiner Studentinnen, eine Exil-Kubanerin. Die beiden werden ein Paar, doch die widersprüchliche Haltung des Mannes, die zwischen besitzergreifender Eifersucht und der Scheu, sich ganz auf diese Liebe einzulassen, schwankt, droht die Beziehung zu zerstören. Verfilmung eines Romans von Philip Roth, die mit wunderbaren Darstellern glänzt.

Filmdaten

USA, 2008
Literaturverfilmung
Produktionsfirma:    Lakeshore Ent.
Verleih:  Tobis
Länge:    112 Minuten
FSK:    ab 12; f
Produktion:    Andre Lamal, Gary Lucchesi, Tom Rosenberg
Regie:    Isabel Coixet
Buch:    Nicholas Meyer
Buchvorlage:    Philip Roth (Roman "The Dying Animel"/ "Das sterbende Tier")
Kamera:    Jean-Claude Larrieu
Schnitt:    Amy E. Duddleston
Darsteller:    Penélope Cruz (Consuela Castillo), Ben Kingsley (David Kepesh), Dennis Hopper (George O'Hearn), Peter Sarsgaard (Kenneth Kepesh), Patricia Clarkson (Carolyn), Deborah Harry (Amy O'Hearn), Chelah Horsdal (Susan Reese), Charlie Rose (Charlie Rose), Sonja Bennett (Beth), Kris Pope (Consuelas Bruder)

Film-Homepage vom deutschen Verleih mit Trailer (Tobis)

WIKIPEDIA:
über

Kritiken & Infos zu diesem Film via URLs/Links

Presseschau:
angelaufen.de
Film-Zeit.de


Filmzeitschriften :
Schnitt : Das traurige Lied der Liebe
epd Film


quer durch den Äther:
NDR :
Deutschlandradio Kultur :

Presse:
die tageszeitung (taz) :  
Der Spiegel
:

Das WEB:
Gilde deutscher Filmkunsttheater über
kino-zeit.de :

FILMZ - umfangreiche Linksammlung zu Artikeln über diesen Film: FilmZ.de

ausführliche Kritik aus dem Film-Dienst

Er ist gebildet, charismatisch und musikalisch – und er vermag seine Vorzüge gut in Szene zu setzen. Wenn Literaturprofessor David Kepesh mit seinen Studenten eine seiner Examensfeiern abhält, dann findet sich letztlich fast immer eine Studentin, die bereit ist, mit dem alternden, aber smarten und selbstbewussten Professor ins Bett zu steigen. Mit der Exil-Kubanerin Consuela Castillo ist es anders; Kepesh ist fasziniert von der nicht nur reizend aussehenden, sondern auch von einer geheimnisvoll melancholischen Aura umgebenen Frau. Er beginnt, eine Art Besessenheit für sie zu entwickeln.

Der reife Mann, der einer jungen Frau verfällt, weil er Angst vor dem Älterwerden hat und ihm seine Vergänglichkeit immer bewusster wird, ist ein großes Thema für Philip Roth. Die Vorlage zu dieser Verfilmung ist sein 2001 erschienener Roman „Das sterbende Tier“, das dritte Buch mit der fiktiven Figur David Kepesh in der Hauptrolle. Das Drehbuch für die Filmadaption schrieb Nicholas Meyer, der schon 2003 Erfahrungen mit einem alternden Professor und seiner jungen Liebe à la Roth machen durfte: Damals waren es Anthony Hopkins und Nicole Kidman in „Der menschliche Makel“, die ihr Spiel miteinander trieben und als Paar gänzlich unpassend – vor allem Nicole Kidman konnte als Putzfrau nicht überzeugen – den ohnehin überfrachteten Film noch weiter nach unten zogen. Überfrachtet ist leider auch „Elegy“. Die Hoffnung, dass mit der spanischen Regisseurin Isabel Coixet, die zuletzt mit ihrem wunderbaren Film „Das geheime Leben der Worte“ auf sich aufmerksam machte, etwas Intimeres und Lebensnaheres in die Figuren von Roth dringen könnte, erfüllt sich leider nur bedingt. Das liegt mit Sicherheit nicht an den beiden Hauptdarstellern Ben Kingsley und Penélope Cruz, die das Vorgängerduo Hopkins/Kidman in den Schatten stellen. Über den beiden Charakteren liegt eine starke und verbindende melancholische Energie, die rein und direkt aus dem Spiel und der schauspielerischen Klasse der Darsteller zu kommen scheint. Gerade Penélope Cruz zeigt in der Meisterung dieser schwierigen Rolle eine Glanzleistung und ist viel mehr als nur schöne Staffage. Überhaupt sind es die Schauspieler, die in diesem Ensemble-Film überzeugen: Dennis Hopper spielt den besten Freund des Professors mit lockerer Energie, Charme und Witz, und Patricia Clarkson gibt die selbstbewusst-selbständige, aber auch vielschichtige und verletzliche „Freundin mit Vorzügen“, die sich seit Jahren zum ungezwungenen Sex mit dem agilen Professor trifft. Beide Charaktere, Hopper und Clarkson, sind die Gegenpole zu den zwei Hauptprotagonisten: Sie verkörpern die andere Welt; sobald sie auftreten, verlässt der Film seine titelgebende „elegische“ Atmosphäre, welche die Hauptdarsteller permanent umgibt, und wird zur pointierten Analyse der Befindlichkeiten in die Jahre gekommener, urbaner Bildungs-Bohemiens, deren Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit mit wachsendem Alter von der Furcht vor Einsamkeit überschattet wird.

Die Regisseurin verfällt in ihrer Inszenierung leider der Überhöhung: eine langsame Kamera, die so manches Mal allzu lange verharrt und, zu allem Überfluss, Erik Saties schwere und tragende Klavierklänge als filmmusikalische Begleitung, die lediglich das verdoppeln, was die Hauptdarsteller ohnehin schon so gekonnt darzustellen vermögen, wirken etwas zu dick aufgetragen. Fast jede Szene bekommt auf diese Weise eine erdrückende Bedeutungsschwere, eine gezwungene Aufgeladenheit, die zumeist nur durch die realistischeren Szenen mit den Nebendarstellern gebrochen wird. Schade, dass die Regisseurin den Schauspielern einerseits den Platz gibt, sich so wunderbar zu entfalten, nur um ihnen im nächsten Augenblick das entgegengebrachte Vertrauen wieder zu entziehen. Etwas weniger Inszenierung wäre hier mehr gewesen.
Altersempfehlung Filmdienst: ab 16
Mike Beilfuß
Kritik aus film-dienst Nr. 17/2008