achteinhalb

Kino & Kultur e.V.

Caramel

FREITAG

29.August

um 20.30 Uhr

SAMSTAG

30. August

um 20.30 Uhr

Eintritt: 5,00 Euro

50% der Karten sind reservierbar, mindestens 50% gehen auf jeden Fall über die Abendkasse in den freien Verkauf. Reservierungen sind möglich per Mail an achteinhalb@web.de bis 15 Uhr am Tag der Vorstellung. Sie erhalten auf jeden Fall eine Rückmail entweder mit einer Reservierungsbestätigung oder einer Info, dass Ihre Reservierung nicht mehr möglich war. Das achteinhalb öffnet spätestens 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Die Karten bitte bis 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn abholen, da diese ansonsten - sorry - in den freien Verkauf gehen. Bitte sprengen Sie nicht unsere Kasse, bezahlen Sie möglichst nicht mit 50 Euro Scheinen.

Kurzbeschreibung

Fünf libanesische Frauen unterschiedlichen Alters arbeiten und treffen sich in einem Friseur- und Schönheitssalon in Beirut. Dort sprechen sie über ihre Probleme mit Liebe, Sex und der Diskrepanz zwischen dem angeblich so freien Leben im modernen Libanon und den immer noch bestehenden emotionalen Fesseln aus Religion und überkommenem Rollenverständnis, das zu Vorwürfen und Schuldgefühlen führt. Eine sinnlich-verspielte, farbenfrohe Komödie, die reizvolle Einblicke in eine fremde Kultur vermittelt.

Filmdaten

Caramel
SUKKAR BANAT
Frankreich/Libanon 2007
Kinostart: 3. 4. 2008
Länge: 95 Minuten

Format: 1:1,85
Verleih: Alamode über 24Bilder
Transport ins Stift via Cinelogistic

Regie:

Nadine Labaki

Buch:

Rodney Al Haddad, Jihad Hojeily, Nadine Labaki

Kamera:

Yves Sehnaoui

Musik:

Khaled Mouzannar

Schnitt:

Laure Gardette

Darsteller:

Nadien Labaki (Layale), Yasmine Elmasri (Nisrine), Joanna Moukarzel (Rima), Gisèle Aouad (Jamale Tarabay), Adel Karam (Youssef), Siham Haddad (Rose), Aziza Semaan (Lili), Fatme Safa (Siham)

 


FILMHOMEPAGE



Was ist Karamell ?

 

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umfangreiche Linksammlung zu Artikeln über diesen Film: FilmZ.de

Kritik aus dem Film-Dienst

ausführliche Kritik aus dem Film-Dienst:
Der Friseur- und Schönheitssalon in Beirut trägt den französischen Namen „Si belle“, was schon darauf hindeutet, dass man sich weltoffen gibt. Doch die Frauen, die hier arbeiten, sowie ihre Kundinnen und Nachbarinnen sind eher wie eine große Familie, in der man versucht, einander zu helfen, was nicht heißt, dass man sich manchmal nicht auch die schönsten Gemeinheiten an den Kopf wirft. „Was hast du gemacht? Ich sehe aus, als ob ich schiele und 60 Jahre alt wäre und eine zerzauste Hexe“, klagt Jamale. „Ja, wie eine femme fatale“, sagt Rima trocken. Immer wieder bringt die libanesische Regisseurin Nadine Labaki (geb. 1974), die auch am Drehbuch zu ihrem Spielfilmdebüt mitschrieb und die Hauptrolle spielt, mit solch sketchartigen Einwürfen die Dinge auf den Punkt. Jamale ist eine Möchtegern-Schauspielerin um die 50, die sich vor dem Casting mit einem Foto ihrer Wunschfrisur einfindet, die man ihr natürlich nicht machen kann. Jamale leidet, seit ihr Mann sie wegen einer Jüngeren verlassen hat; in einer Gesellschaft, in der die Schönheit einer Frau deren wichtigstes Kapital ist, will sie alles tun, um zu gefallen. Im Gegensatz zu Rima, der 24-jährigen Friseuse, die sich betont jungenhaft gibt. Es dauert eine Weile, bis die anderen dahinterkommen, dass sie eher Frauen als Männern zuneigt ist und deshalb spöttische Bemerkungen macht, wenn eine Frau nur der Männer wegen schön sein will. Oder gar wie ihre Kollegin Nisrine sich ihr Jungfernhäutchen wieder zunähen lassen will, weil sie einen jungen Moslem heiratet, der nicht wissen soll, dass sie keine Jungfrau mehr ist. Sonst würde er sie wohl doch nicht heiraten, fürchtet sie. Layale, Chefin des Ladens, liebt einen verheirateten Mann, den man immer nur von hinten sieht, im Gegensatz zu dem netten jungen Polizisten, mit dem Nisrine gelegentlich flirtet, oder dem eleganten älteren Charles, der sich in die 65-jährige Rose, Nachbarin der Friseuse, verliebt. Auch Männer dürfen in den Salon kommen und bekommen zuweilen die gleiche Behandlung wie die Frauen, deren Geruch allein schon alle milder stimmt: Caramel wird gemixt, heiß gemacht und genüsslich wie eine Strähne um die Hand gewickelt – zum Entfernen der Haare, auch an empfindlichen Stellen. Außerdem soll es beruhigend wirken, doch schon wenige Minuten später geht es wieder hektisch zu, wie so oft, wenn Frauen in der arabischen Welt unter sich sind. Sie reden laut, lachen und erzählen von den intimsten Dingen.

Die Dialoge sind dabei oft humorvoll und karikieren das jeweilige Rollenbild. Im Gegensatz zu den Frauen in der französischen Schönheitssalon-Komödie „Schöne Venus“ sind die libanesischen Frauen weit munterer, und die Konflikte sitzen tiefer. Unterschiede zwischen dem Islam und dem Christentum – nicht alle Frauen sind Musliminnen – werden diskutiert, es geht auch um Kindererziehung, um die Behandlung von alten und behinderten Familienmitgliedern: Roses Schwester ist verrückt, aber Rose kümmert sich lieber selbst um sie, als sie in ein Heim zu geben. Feste, Hochzeiten, kleine Alltagsdramen zu Hause und auf der Straße führen immer wieder weg aus dem Salon, in dem sich der Hauptteil der Handlung abspielt. Auch das unterscheidet „Caramel“ vom engen Mikrokosmos in „Schöne Venus“ – ebenso wie die eher warmen Farben, die orientalische Instrumentalmusik und die Songs mit gelegentlich europäischen Elementen, die Khaled Mouzanar, Ehemann der Regisseurin, beisteuerte, sowie die lebensfrohen, stellenweise erotisch-verführerischen Bildausschnitte. Dass ausschließlich Laien spielen, merkt man nicht, alles wirkt natürlich. Zwei der fünf Frauen gönnt Nadine Labaki eine Weiterentwicklung – Layale und Rose lassen sich nicht mehr fremdbestimmen und ändern ihr Leben –, trotzdem hat „Caramel“ nichts mit den Frauenfilmen westlicher Prägung gemeinsam, die längst nicht so verspielt, sinnlich und bittersüß sind.
Andrea Dittgen
Kritik aus film-dienst Nr. 7/2008