achteinhalb

Kino & Kultur e.V.

Das Cabinet des Dr. Caligari

In einer kleinen nordwestdeutschen Stadt namens Holstenwall findet eines Tages ein Jahrmarkt mit allerlei Attraktionen statt. Der zwielichtige Schausteller Dr. Caligari, der den Somnambulen Cesare zur Schau stellen möchte, wird bei der Beschaffung seiner Lizenz von einem Beamten von oben herab behandelt. Am nächsten Morgen wird dieser ermordet in seiner Wohnung aufgefunden. Dies ist der Beginn einer mysteriösen Mordserie, die die Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Die beiden befreundeten Studenten Francis und Alan, die beide in die Arzttochter Jane verliebt sind, besuchen den Jahrmarkt und mischen sich unter die Menge, welche sich vor dem Wagen des Dr. Caligari versammelt hat. Dr. Caligari verkündet dem schaudernden Publikum, dass der Somnambule Cesare (der seit 23 Jahren schlafen soll) in der Lage sei, Zukunftsprophezeiungen anzustellen. Auf die Frage Alans, wie lange er wohl noch zu leben habe, antwortet Cesare, gelenkt durch die hypnotischen Kräfte seines Meisters Dr. Caligari, „bis zum Morgengrauen“. Tatsächlich wird Alan auf die gleiche Art und Weise wie jener Beamte, am nächsten Tag ermordet aufgefunden. Francis, der Dr. Caligari in Verdacht hat, überwacht daraufhin Caligari und Cesare. Jedoch lässt er sich von einer Wachsfigur, die Cesare ähnelt, täuschen. Zur selben Zeit entführt Cesare Jane. Verfolgt von ihrem Vater, muss er sie jedoch zurücklassen und stirbt vor Erschöpfung. Francis verfolgt nun den fliehenden Dr. Caligari und glaubt, den in einer Nervenheilanstalt nach Zuflucht suchenden Caligari schließlich in die
Enge getrieben zu haben. Jedoch muss Francis eine grausame Entdeckung machen. Der Anstaltsdirektor und Dr. Caligari sind ein und dieselbe Person. Er findet heraus, dass der Direktor der Anstalt scheinbar davon besessen ist, die hypnotischen Experimente eines alten Mystikers – einem gewissen Caligari – der sich im achtzehnten Jahrhundert eines somnambularen Mediums bediente und es als mordendes, willfähriges Instrument mißbrauchte, weiterzuführen.
Unser newsletter von 12. März zu Caligari

Schwarz-weiß
Deutschland, 1919
Kriminalfilm, Drama
Produktionsfirma: Decla-Bioscop AG Berlin (1919-1925)

Rechteinhaber: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Kommerzielle Ausleihe (Inland): Transit Film
nichtkommerzielle Ausleihe: Deutsches Institut für Filmkunde (DIF) in Wiesbaden
Programm der Caligari-FilmBühne des DIF in Wiesbaden

Länge: 74 Minuten
FSK: ab 12
Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) : besonders wertvoll

Dreharbeiten: Dezember 1919 bis Januar 1920 im Lixie-Atelier in Berlin-Weissensee (Franz Josef-Straße 9-12)
Erstaufführung: 27.2.1920 in Berlin im Marmorhaus am Kurfürstendamm
TV-Erstsendung BRD: 21.10.1961 ARD
TV-Erstsendung DDR: 6.9.1965 DFF

Produktion: Rudolf Meinert und Erich Pommer
Regie: Robert Wiene
Buch: Hans Janowitz und Carl Mayer
Kamera: Willy Hameister
Darsteller: Conrad Veidt (Cesare), Werner Krauß (Dr. Caligari), Lil Dagover (Jane), Friedrich Feher (Francis), Rudolf Lettinger, Hans Heinrich von Twardowski, Elsa Wagner, Ludwig Rex

Es gibt verschiedene Musikfassungen zu Caligari.

Bei der Caligari-Uraufführung am 26. Februar 1920 im Marmorhaus in Berlin wurde eine Mischung klassischer Musik von Beethoven, Schubert, Rossini, Bellini, Donizetti und Paul Lincke gespielt, erst danach schrieb der Filmkomponist Giuseppe Becce eine eigene Filmmusik, die jedoch nicht mehr erhalten ist. Jahrzehnte später hat Becce einige Stücke aus seinem Repertoire als Beispiele für die Caligari-Originalmusik bezeichnet.
Davon ausgehend arrangierten Lothar Prox und Emil Gerhardt eine neue Filmmusik, die bei der festlichen Premiere der Bundesarchiv-Fassung am 11. Februar 1984 in Düsseldorf von Gerhardt am Klavier aufgeführt wurde. Bei den 35. Internationalen Filmfestspielen Berlin 1985 wurde diese Fassung vom Kammerorchester der Jungen Deutschen Philharmonie aufgeführt.
Später entstand eine ganz neue Musikfassung des Komponisten Rainer Viertlböck, der zusammen mit zwei Rock- und zwei Jazzmusikern eine jazzige Variante mit Improvisationsanteilen ablieferte. Unter dem Gruppennamen "besser frei" begleitete diese Gruppe zum erstenmal am 03. Oktober 1990 in München den Caligari-Film.

Im Jahr 1997 nahm der Schweizer Armin Brunner eine Neuvertonung des Films vor, unter Verwendung der Bläsersymphonie op. 34 von Ernst Krenek 
weiterhin gibt es Vertonungen bzw. soll es geben von: 
Richard Marriott (1987) 
Donald Sosin (1992)
Timothy Brock (1996) 
Peter Schirmann (2004)

WIKIPEDIA über Das Cabinet des Dr. Caligari

ALLE DATEN zu Caligari auf FILMPORTAL.DE

historische Kritiken:
Der Kinematograph, Nr. 686 vom 3.3.1920
Deutsche Lichtspiel-Zeitung, Nr. 12/13 vom 27.3.1920
Vossische Zeitung vom 29.2.1920
Berliner Börsen-Courier, Nr. 79 vom 17.2.1920

Kritiken/Rezensionen/Artikel:
Filmzentrale
Filmstarts.de
Maximilian Simon
Meyers Lexikon
Webloc.de
OFD
Welt-Online1
Welt-Online2

CZ Artikel von Stefan Eichardt (Kino achteinhalb)

Kritik aus dem Reclam Filmklassiker

Kurzkritik aus dem Film-Dienst