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achteinhalb
Kino & Kultur e.V.
FREITAG | 5. September | um 20.30 Uhr | SAMSTAG | 6. September | um 20.30 Uhr | Eintritt: 5,00 Euro
50% der Karten sind reservierbar, mindestens 50% gehen auf jeden Fall über die Abendkasse in den freien Verkauf. Reservierungen sind möglich per Mail an achteinhalb@web.de bis 15 Uhr am Tag der Vorstellung. Sie erhalten auf jeden Fall eine Rückmail entweder mit einer Reservierungsbestätigung oder einer Info, dass Ihre Reservierung nicht mehr möglich war. Das achteinhalb öffnet spätestens 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Karten bitte bis 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn abholen, da diese ansonsten - sorry - in den freien Verkauf gehen. Bitte sprengen Sie nicht unsere Kasse, bezahlen Sie möglichst nicht mit 50 Euro Scheinen.
Zwei irische Auftragsmörder müssen unfreiwillig in Brügge untertauchen, wo sie sich angesichts der unverhofften Muße ihrer Taten bewusst werden. Während der Ältere trotz einer Sinnkrise regelrecht aufblüht, ist sein hitzköpfiger junger Kollege von dem Ambiente höchst genervt. Als schließlich ihr Boss auftaucht, eskaliert die Situation. Der wohltuend originell konstruierte Gangsterfilm kreist in Form einer schwarzen Komödie um die Themen Ehre und Loyalität, wobei er dank des grandiosen Schauplatzes und der überzeugenden Darsteller bestens unterhält.
ausführliche Kritik aus dem Film-Dienst: Zwei irische Auftragsmörder aus der Londoner Unterwelt verschlägt es zum unfreiwilligen „Urlaub“ nach Brügge. Für Kulturinteressierte ist die malerische Stadt mit ihren mittelalterlichen Gässchen, pittoresken Brücken und Kanälen ein Muss – und auch Gangsterherzen können sich dafür erwärmen: Der von dem bulligen Brendan Gleeson wunderbar verkörperte Gentleman-Kriminelle Ken blüht in der Hauptstadt Flanderns regelrecht auf, während sein hitzköpfiger Kollege Ray – ideal besetzt mit Colin Farrell, der noch nie so gut war – Trübsal bläst und den Aufenthalt in der Touristenfalle, die er seinem Chef Harry nach einem missglückten Job zu verdanken hat, schlicht für langweilig hält: Übergewichtige Amerikaner auf Europatrip, kleinwüchsige Darsteller am Film-Set und selbst der väterliche Ken müssen den Unmut des trinkfesten und zunehmend suizidgefährdeten Iren ertragen. Einzig die Aussicht auf eine Affäre mit einer jungen Belgierin heitert seine Stimmung ein wenig auf. Die lässt ihn für kurze Zeit die Gewissensqualen vergessen, versehentlich einen unschuldigen Jungen erschossen zu haben.
Die schlichte Konstellation gegensätzlicher Anschauungen zweier ungleicher Profikiller verschafft dem eher untypischen Gangsterfilm das Fundament für beglückend komische Dialoge um die genretypischen Themen Ehre und Loyalität. Während das Duo auf neue Instruktionen von Harry wartet, kommt es endlich zur Ruhe und auch dazu, die eigenen Taten zu hinterfragen. Auch Ken gerät unter dem Eindruck von gotischen Kirchen und ausgiebigen Museumsbesuchen in eine regelrechte Existenzkrise – bis er von Harry den Auftrag bekommt, den unzuverlässigen jüngeren Kollegen aus dem Weg zu räumen. Als er sich von Selbstzweifeln heimgesucht weigert, muss der Chef in Gestalt eines furios bösartigen Ralph Fiennes seine Autorität retten und vor Ort für Ordnung sorgen. Regisseur Martin McDonagh ist „Oscar“-Preisträger in der Rubrik Kurzfilm. Sein Langfilmdebüt lebt vom typisch britischen Humor, facettenreichen Figuren und scheut auch nicht unaufdringliche Verweise auf etliche Referenzfilme, von „Pulp Fiction“ über „Der dritte Mann“ bis hin zu Fellinis surrealen Fantasien. Das Ergebnis ist dennoch ausgesprochen eigenständig, wofür nicht zuletzt der grandiose Schauplatz mit all seiner unterschwellig morbiden Atmosphäre sorgt. Turbulent und blutig wird die schwarze Komödie mit dem Auftritt des exzentrischen Syndikatschefs: Die Gespräche um Schuld und Sühne enden unversehens im tödlichen Ernst, und wie der Film es schafft, im Finale sämtliche Fäden vor der Kulisse der winterlichen „Perle Flanderns“ zu einem überwältigenden Crescendo zu verknoten, macht ihn zu einem seltenen kleinen Juwel bester Unterhaltungskunst. Ab 16. Alexandra Wach Kritik aus film-dienst Nr. 10/2008
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