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Kino & Kultur e.V.
Dienstag, 6. Mai 2008, 20.00 Uhr Eintritt: frei Veranstalter: Celler Forum gegen Atomenergie Wir zeigen den 30minütigen Film mit anschließender Diskussion. Klima der Hoffnung Klimawandel, Atomkraft und die Energiewende Angesichts der drohenden Klimakatastrophe wirbt die Atomindustrie immer wieder für eine Renaissance der Atomkraft als Rettung für den Klimawandel. Um dies zu widerlegen, haben Scott Ludlam und die Anti-Nuclear Alliance of Western Australia 2007 einen 30-minütigen animierten Dokumentarfilm produziert, der kurz und prägnant die wichtigsten wissenschaftlichen Hintergründe des Klimawandels und der Atomkraft vermittelt und anschaulich erklärt, weshalb Atomenergie mit seiner katastrophenreichen Geschichte niemals eine Lösung für die globale Erwärmung der Erde sein kann. Originalton Englisch mit deutschen Untertiteln. Produziert 2007 von Scott Ludlam and Jose Garcia für die Anti-Nuclear Alliance of Western Australia. Den Film gibt es auch als Videoclip im Internet unter: www.cinerebelde.org Text unseres Flyer zu dieser Veranstaltung: Unser Planet im Fieber Atomindustrie als Klimaretter? Januartemperaturen von 10-20 Grad Celsius in Mitteleuropa, Tagesmittelwerte bis 12 Grad Celsius in manchen Regionen im "Winterfrühling" bzw. "Frühlingswinter". Unser Planet ist krank, er liegt im Fieber. Doch gleich darauf verfällt er, von Orkanen, Blizzards, Hurrikans, Tornados geschüttelt in eine fürchterliche Kältestarre. Der Krankheitserreger, der energieverprassende Mensch, vor allem der Industriestaaten. Die Therapie, die Energiewende. Für den Patienten wäre ein rasches Handeln lebensnotwendig, doch mächtige (Konzerne) Herrn stehen dem entgegen, sie wollen vorher noch den Patienten zur Ader lassen und ihre Profite abschöpfen. Atom - Offensive der Großkonzerne Der Trend ist klar. Nach dem weltweiten Niedergang der Atomindustrie in den letzten 20 Jahren, bedingt durch den Super - GAU von Tschernobyl am 26. April 1986, soll die Nuklearindustrie wieder salonfähig gemacht werden als "CO2 neutrale, grüne, sichere und saubere" Energieform. Willkommener Anlass dazu ist der Klimawandel mit seinen Superhurrikans und dem Spritpreis Schock. Dazu werden die zur Zeit besten PR-Firmen der Welt engagiert. 41 LobbyistInnen stehen allein in Brüssel für die Nuklearindustrie bereit. Nur zehn Großkonzerne beherrschen die europäische Stromwirtschaft und damit auch die Atompolitik. Energie-Multis wie RWE, EON, und Siemens lenken die Zügel der Energiebranche immer stärker in Richtung Neubau von Atomkraftwerken. Zwar hat nach den Vorreitern Italien und Österreich auch Deutschland, Belgien und Schweden einen Atomausstieg beschlossen, doch jetzt steht nach Jahren der Lähmung die Atomindustrie wieder in den Startlöchern. Slowenien, Polen und auch Italien denken laut über neue Reaktoren und Atomkraftwerke nach, obwohl die Ablehnung der Atomkraft durch die Bevölkerung seit Jahren wächst. Klimaschutz durch Atomtechnik?? Welchen Beitrag können Atomkraftwerke zur Reduzierung des weltweiten Ausstoßes an dem Treibhausgas CO2 tatsächlich leisten? Länder wie China, Indien, Rußland, Japan und Südkorea setzen auf die Atomkraft als Heilmittel gegen den Treibhauseffekt. 1. Atomkraft hat nur 2,7% Anteil an der weltweiten Energieversorgung. Nur 30 von 193 Ländern haben Atomkraftwerke. Insgesamt sind weltweit 443 Atomkraftwerke in Betrieb. Die meisten stehen in den USA(104), Frankreich(59), Japan(56), Rußland(31), Großbritannien(23), Südkorea(20), Kanada(18), Deutschland(17), Indien(15) und Ukraine(15). Selbst wenn die Atomkraft eine sichere und umweltfreundliche Technologie wäre und ihr Ausbau massiv vorangetrieben würde, mit Stromerzeugung aus Atomkraft kann weder das Energieproblem noch der Treibhauseffekt nachhaltig gelöst oder nur gemildert werden. 2. Uranreserven sind begrenzt und reichen beim jetzigen Verbrauch für etwa 50 Jahre, bei massivem Ausbau entsprechend kürzer. Bei der Atomenergie entsteht CO2 hauptsächlich beim Uranabbau und der Umwandlung des Uranerzes zu Kernbrennstoff. Das Ökoinstitut Darmstadt hat versucht, CO2-Gesamtbilanzen für die verschiedenen Energieträger zu erstellen. In Gesamtbilanzen, in denen auch der Rohstoffabbau und die Aufbereitung des Brennstoffes berücksichtigt werden, hat sich gezeigt, dass bei der Erzeugung von Atomstrom 25-50 Gramm CO2 pro erzeugte Kilowattstunde Atomstrom entsteht. Das ist mehr CO2 als bei modernen Gas-Blockheizkraftwerken emittiert wird, weil die Abwärme der AKW fast gar nicht energetisch genutzt wird. Demgegenüber emittiert ein Gas-Blockheizkraftwerk etwa 23 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Strom. 3. Atomkraftwerkstechnik ist eine Primitivtechnologie - 60% ungenutzte Abwärme: Mit einem gefährlichen atomaren Feuer wird eine Dampfturbine mit einem Wirkungsgrad von 40% betrieben. 60% der Energie wird in riesigen Kühltürmen vernichtet, die dann die Flüsse aufheizen. Diese Abwärme von Atomkraftwerken ist nicht effizient nutzbar, weil Atomkraftwerke außerhalb der Städte stehen und daher große Leitungsverluste entstehen. Jedes Blockkraftwerk, das Strom und Wärme liefert, hat einen Wirkungsgrad von 80-90%, z.B. das Gasturbinenkraftwerk Berlin-Mitte mit 90%, welches 480MW Strom und Wärme für 60 000 Haushalte und 500 öffentliche Gebäude liefert. Für Deutschland gibt es Energieszenarien, wonach bis 2050 die gesamte Energieversorgung mit erneuerbaren Energien realisierbar ist. Selbst die Energiewirtschaft gibt inzwischen zu, dass bis zum Jahr 2050 weltweit mehr Energie aus erneuerbaren Energien bereit gestellt werden kann, als die Menschheit heute an Energie verbraucht. Der Energiebedarf dieser Erde kann durch einen Mix aus Solarwärme und Solarstromanlagen, Windkraftanlagen, Wasserkraftwerken und den verschiedensten Formen der Biomasse-Nutzung gedeckt werden. Um das Wachstum des Weltenergiebedarfs zu begrenzen, müssen zu dem sparsame Energietechniken zum Einsatz kommen. Der rasche Aufbau einer solaren Weltwirtschaft ist ein wichtiger Schritt, Kriege um knappe Rohstoffe wie Öl, Gas und Uran zu vermeiden. Deshalb: Atomkraftwerke abschalten. Warum, mag man sich fragen, werden dann nicht Störfall-Reaktoren wie Krümmel und Brunsbüttel sofort abgeschaltet? Die Antwort ist einfach: Jeder Tag Betrieb in Krümmel beschert den Betreibern eine Million Euro zusätzlichen Gewinn, das kleinere AKW Brunsbüttel 0,8 Millionen. Die verantwortungslose Atomstromproduktion macht die Versorger reich und gefährdet die Sicherheit aller Menschen in Mitteleuropa. In jedem Atomkraftwerk kann es aufgrund von technischen Mängeln und menschlichen Fehlern zu einem schweren Unfall kommen, bei dem große Mengen Radioaktivität in die Umwelt freigesetzt werden. Nach der offiziellen "Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke - Phase B" kommt es in einem deutschen Atomkraftwerk bei einer Betriebszeit von rund 40 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,1 Prozent zum Super-GAU. In der Europäischen Union sind mehr als 150 Atomkraftwerke in Betrieb. Die Wahrscheinlichkeit für einen Super-GAU in Europa liegt bei 16%. Das entspricht der Wahrscheinlichkeit, auf Anhieb eine 6 zu würfeln. Jedes Atomkraftwerk verwandelt durch die Kernspaltung Uranbrennstäbe in hochradioaktiven Atommüll, der wegen seiner radioaktiven Strahlung eine lebensbedrohliche Gefahr für die Menschen darstellt. Er muss daher für mehrere hunderttausend Jahre sicher von Menschen, Tieren und Pflanzen abgeschirmt werden. Weltweit gibt es keine einzige sichere Entsorgungsmöglichkeit für den hochradioaktiven Müll. Die kurze Episode der Nutzung der Atomenergie hinterlässt mit dem Atommüll eine Erblast von nahezu erdgeschichtlicher Dimension. Hätte ein Urmensch schon Atomkraftwerke gehabt, müssten wir heute noch seinen Müll bewachen.
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